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Test QNAP TS-228A: Profi-Features im Einsteiger-NAS

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Mit der TS-228A liefer QNAP eine Einsteiger-NAS, die mit Profifunktionen lockt. Wir fühlen dem Gerät auf den Zahn, testen die Leisung und prüfen die verfügbaren Applikationen.

QNAP spendiert der eigenen NAS-Einstiegsklasse mit der TS-x28A-Serie ein deutliches Leistungsupgrade: Im Gegensatz zur älteren TS-x28-Baureihe setzt der Hersteller fortan auf Quadcore-Prozessoren, eine Möglichkeit zur Datenverschlüsselung und die neu implementierte Snapshot-Funktion – neben vielen weiteren zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen. Geblieben sind die sehr kompakten Maße, dank derer der Netzwerkspeicher überall Platz findet.

QNAPs TS-228A bietet zwei Festplatteneinschübe und unterstützt den RAID-0-, RAID-1- und JBOD-Betrieb. Die Muskeln lässt das Einstiegsgerät in puncto CPU spielen: Der Cortex-A53-basierte Realtek RTD1295 besitzt vier 1,4 GHz schnelle Kerne – üblich waren in diesem Preisbereich bislang zwei. Außerdem verfügt der Prozessor über eine Beschleunigungs-Engine für die Hardware-Verschlüsselung von Daten, was im Einstiegsbereich keinesfalls alltäglich ist. Der Arbeitsspeicher fällt ebenfalls üppig aus: 1 GByte DDR4-RAM reicht auch dann noch aus, wenn mehrere Nutzer eine ganze Reihe von zusätzlichen Paketen auf dem kleinen System installieren und nutzen.

Gegenüber dem ähnlich teuren Buffalo LS520D (Testbericht) punktet die QNAP-Lösung mit der deutlich leistungsstärkeren Hardware, zusätzlich verfügt sie über eine riesige Bibliothek an installierbaren Anwendungen. Durch das App Center wird das Einsteigergerät zu einem erstaunlich runden Gesamtpaket: Neben umfassenden Multimedia-, Office-, Datensicherungs- und Smart-Home-Funktionen sowie verschiedenen Entwicklerwerkzeugen gibt es flotte Hardware, die für einen beachtlichen Datendurchsatz am Rande des Gigabit-LAN-Übertragungslimits sorgt.

Wer spezielle Ausstattungsmerkmale wie Virtualisierungsfunktionen, Echtzeit-Transcoding zum Streamen von Videos auf ein mobiles Gerät und SSD-Caching sucht, muss jedoch zu einem teureren Modell greifen.

Neben dem bereits vorab mit Festplatten bestückten NAS beinhaltet das Paket ein Netzteil samt Kaltgerätekabel, ein Ethernet-Kabel und eine rudimentäre Schnellinstallationsanleitung. Letztere konzentriert sich auf das richtige Anschließen der TS-228A, zeigt die verfügbaren Anschlüsse und verweist auf verschiedene Installationswege. Deutlich umfangreicher fällt hingegen die übersichtlich gestaltete Bedienungsanleitung aus, die im Download-Bereich von QNAP zur Verfügung steht. Nach dem Anstecken findet die Software QFinder Pro das Gerät im Netzwerk.

Auf den ersten Blick gibt es kaum äußerliche Unterschiede zwischen der neuen TS-228A und der älteren TS-228: Geblieben ist das Tower-förmige, sehr kompakte Kunststoffgehäuse aus überwiegend weiß glänzendem Kunststoff. Bei Maßen von 18,77 × 9 × 12,5 cm bringt es 728 g Leergewicht auf die Waage, zusammen mit den beiden 2-TByte-Festplatten kommen wir auf 1,765 kg – je nach verwendeten Laufwerken kann das Messergebnis entsprechend anders aussehen.

Nach dem ersten Einschalten dauert es 5:15 min, bis die TS-228A initialisiert ist – zumindest bei bereits installiertem Betriebssystem. Ein Firmware-Upgrade benötigt entsprechend mehr Zeit und der Aufbau eines RAID 1 mehrere Stunden, wobei die Überprüfung der Datenträger im Hintergrund abläuft und das NAS hier bereits nutzbar ist.

Der Standard-Login lautet für Benutzername und Passwort jeweils „admin“ und lässt sich später durch eine andere Kombination ersetzen. Direkt im Anschluss erkennt das Programm eine neue Firmware und installiert sie auf Wunsch. Wir führen die Tests mit Version 4.3.4.0569 durch. Alle weiteren Einstellungen werden über die browserbasierte GUI vorgenommen.

Konfigurationsoberfläche

Nach einer erneuten Überprüfung auf die neueste Firmware folgt die Namensvergabe für das NAS sowie die Festlegung eines sicheren Admin-Passworts, die Auswahl der korrekten Zeitzone mit Einstelloptionen zur Synchronisation mit Internetzeitservern oder lokalen PCs und die grundlegende Netzwerkkonfiguration, wobei ein Beibehalten der Standardeinstellung „IP-Adresse automatisch beziehen (DHCP)“ in der Regel ausreicht.

Durch den Klick auf einer oder mehrere der drei Betriebssysteme aktiviert der Anwender die zugehörigen Dateitransfersysteme auf der TS-228A, dann geht es kurz vor Schluss noch einmal ans Eingemachte in Form der Datenträgerkonfiguration. Dabei geht es zunächst um die Auswahl des gewünschten Volume-Typs:

  • Statisches Volume (Einzel-Volume): Der gesamte nutzbare Speicherplatz auf den Festplatten wird einem Volume zugewiesen. Bei zufälligen Lese- und Schreibzugriffen bietet diese Lösung laut QNAP die beste Leistung, dafür wird hier allerdings die hilfreiche Snapshot-Funktion nicht unterstützt.
  • Thick Volume (Multi Volume): Ein auf Wunsch frei festlegbarer Teil wird dem allgemeinen Speicher- und Virtualisierungseinsatz zugewiesen.
  • Thin Volume (Multi-Volume): Dabei handelt es sich im Prinzip um ein Thick Volume mit dynamischer Festlegung der Menge des speziell zugewiesenen Speichers, je nach sonstiger Hardware-Ausstattung des NAS kann es hier allerdings zu Leistungseinbußen kommen.

Die vorgesehene Standardeinstellung ist das Thick Volume, das wir für den Test übernehmen – ansonsten müssten wir auf das Snapshot-Feature verzichten. An RAID-Modi stehen JBOD, RAID 0 und RAID 1 zur Verfügung. Wie in den anderen NAS-Tests setzen wir auf ein RAID 1 für mehr Ausfallsicherheit. Zu beachten ist, dass beim automatischen Vorgang nur ein Teil des zur Verfügung stehenden Speichers für das Volume reserviert wird, bei Bedarf kann dieser jedoch bis zum Maximum erweitert werden.

Auch das Erstellen eines 256-Bit-AES-verschlüsselten Datenträgerverbunds und die automatische Suche nach fehlerhaften Blöcken ist möglich: Fallen solche auf, gibt das System eine Information zum Fehler aus und fordert dazu auf, das defekte Laufwerk zu tauschen. Die Verschlüsselung funktioniert immer nur für ein komplettes Volume, nicht ausschließlich für einzelne Ordner und ist idealerweise schon bei der Einrichtung des NAS zu berücksichtigen.

Durch die Konfiguration der myQNAPcloud wird die TS-228A von außen erreichbar. Ein intutiv bedienbarer Assistent führt durch den Prozess: QNAP ID erstellen, Gerätenamen für externen Zugriff festlegen, Konfiguration und Zugriffskontrolle festlegen, NAS registrieren und anschließend den Fernzugriffsdienst aktivieren. Wichtige Zusatz-Apps, in diesem Fall CloudLink, installiert die TS-228A während der Einrichtung bestimmter Optionen von selbst nach.

QNAP legt bei der TS-228A gegenüber der TS-228 von 2016 nicht nur im Hinblick auf die verwendete Hardware eine Schippe drauf: Auch der Funktionsumfang ist gewachsen. Zu den Hauptunterschieden gehören eine neue, blockbasierte Snapshot-Funktion für inkrementelle Backups, VLAN-Unterstützung, eine hardwarebeschleunigte Verschlüsselungsfunktion, Wake-on-LAN-Support und die Möglichkeit, doppelt so viele Videokameras (vier kostenlos, bis zu 32 gegen Aufpreis) mit dem NAS zu koppeln wie beim Vorgängermodell.

Leider fehlt auf dem DLNA-fähigen NAS eine Transcoding-Funktion: Werden Videos also aus dem Mobilfunknetz vom NAS auf ein Smartphone gestreamt, wird automatisch das volle Datenvolumen verbraucht. Zu Drittanbieterlösung wie dem Plex Media Server ist die TS-228A nicht kompatibel. Die Übertragung unterschiedlicher Videoformate und Auflösungen bereitet während eines kurzen Tests im lokalen Netzwerkt keine Probleme, Musik lässt sich auch auf mehrere Geräte gleichzeitig übertragen. Informationen zu einzelnen Filmen lassen sich automatisch über die TMDb-Datenbank beziehen. Auch die Anzeige von 360-Grad-Videos und die automatische Sortierung nach Staffel- und Episodennummern wird von QNAP unterstützt.

Bedienung per QNAP-App

Für den lokalen oder Fernzugriff via Smartphone stellt QNAP spezielle Apps zur Verfügung. Bei den Funktionsbeschreibungen in Googles Playstore darf der Hersteller allerdings noch einmal nachbessern: So wird beispielsweise die App Qmanager derzeit mit „Überwachung und ihren QNAP NAS mit ihrem Android-Gerät zu verwalten“ beschrieben. Die ansonsten englischen Erläuterungen sind da schon etwas aufschlussreicher. Die App dient übrigens zur NAS-Überwachung und Informationsanzeige einschließlich der Möglichkeit zum Ein- und Ausschalten der TS-228A per Remote-Funktion.

Qfile ist die mobile Dateiverwaltung, Qnotes die Android- oder iOS-Alternative zur Note Station, Qmusic streamt Musik vom NAS auf das Smartphone und VMobile erlaubt den Fernzugriff auf mit der TS-228A gekoppelte IP-Kameras sowie das aufgezeichnete Videomaterial.

Die Apps lassen sich auch von außen über das Mobilfunknetz bedienen. Hierzu ist allerdings bei der Einrichtung die Eingabe der Login-Daten sowie der zuvor festgelegten myqnapcloud.com-Adresse nötig.

In unserem Test kommen zwei 2 TByte große Seagate IronWolf ST2000VN004 zum Einsatz – also speziell für den 24/7-Betrieb in einem NAS optimierte Laufwerke, die mit dem EXT4-Dateiformat arbeiten. Durch einen Klick auf das erkannte Laufwerk geht es zu einem Anmeldefenster. Um nicht auf die Snapshot-Funktion verzichten zu müssen, verwenden wir die beiden Festplatten als Thick Volume im RAID-1-Verbund und starten jeweils drei Durchläufe mit unverschlüsseltem und verschlüsseltem Datenträger. Laut QANP soll der Leistungsunterschied bei der Übertagung von 10 GByte an nicht näher spezifizierten Daten sehr gering ausfallen: 112/101 MByte/s (Lesen/Schreiben, unverschlüsselt) stehen laut Herstellerangabe 112/93 MByte/s (Lesen/Schreiben, AES-256-verschlüsselt) entgegen.

Leistungsmessung
Kopiertests mit unterschiedlich großen Dateien
unverschlüsselt verschlüsselt
2000x 128-KByte-Dateien: Lesen 25,2 MByte/s 21,8 MByte/s
2000x 128-KByte-Dateien: Schreiben 11,8 MByte/s 11,8 MByte/s
600x 2,5-MByte-Dateien: Lesen 83,6 MByte/s 77,4 MByte/s
600x 2,5-MByte-Dateien: Schreiben 61,9 MByte/s 59,1 MByte/s
1x 7,94-GByte-Datei: Lesen 116,0 MByte/s 117,8 MByte/s
1x 7,94-GByte-Datei: Schreiben 116,7 MByte/s 114,7 MByte/s
Gemischter Ordner (9,53 GByte): Lesen 02:54 min 03:06 min
Gemischter Ordner (9,53 GByte): Schreiben 04:14 min 04:32 min

Für ein Gerät aus der Einsteigerklasse ist QNAPs TS-228A erstaunlich schnell: Auch bei der verschlüsselten Übertragung von Daten arbeitet das NAS nicht merklich langsamer als im Szenario ohne Verschlüsselung. Bei uns zeigt sich der Unterschied vor allem beim Kopiervorgang des Ordners mit gemischten Dateien. Die übrigen Abweichungen liegen eher im Rahmen der üblichen Messungenauigkeit, die sequenziellen Durchsatzraten liegen beim Lesen und Schreiben am Limit des verwendeten Netzwerkanschlusses und über denen, die der Hersteller auf seiner Homepage bewirbt. Auch bei kleinen und mittelgroßen Dateien liefert die TS-228A nicht nur solide, sondern überraschend gute Werte.

QNAPs Einsteigermodell ist genügsam beim Stromverbrauch: Beim Kopieren einer großen ISO-Datei liegt der Verbrauch zumeist zwischen 13-14 W (wir konnten wenige Peaks von bis zu 15,5 W messen), im Leerlauf bei knapp 13 W und schalten die Festplatten in den Schlafmodus, genehmigt sich die TS-228A nur noch rund 6,4 W. Eine Besonderheit gibt es beim Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand zu beachten: Dieser lag beim Testmodell bei rund 1 W und konnte erst durch die Opt-in-Aktivierung eines speziellen, EuP-konformen Stand-by-Betriebsmodus unter Systemsteuerung/Leistung auf einen Wert von um 0,3 W reduziert werden. Dabei wird unter anderem. der Gigabit-Ethernet-Port abgeschaltet: Wake-on-LAN, die AC-Betriebswiederaufnahme und die Möglichkeit zum Programmieren eines automatischen Betriebszeitplans mit definierten Zeitpunkten zum Herauf- und Herunterfahren des NAS entfallen.

Dank entkoppelter Festplatten und eines während des Tests gemächlich zu Werke gehenden Lüfters geht das NAS vergleichsweise unauffällig zu Werke: Mit Standard-Einstellungen dreht der Lüfter mit 1200 U/min, die Optionen Lautlosmodus und Leistungsmodus bewirken Änderungen an der Lüfterkurve, die sich aber auch manuell anpassen lässt: Neben einer in Prozentwerten fest einstellbaren Lüfterdrehzahl, deren Maximum bei deutlich hörbaren 3500 U/min liegt, kann außerdem die Festplattentemperatur für das Auslösen der Mindest- und Maximaldrehzahl des 40-mm-Lüfters festgelegt werden.

Die Lautstärkemessungen sind allenfalls als grober Anhaltspunkt zu verstehen: Die Zugriffsgeräusche der Festplatten ändern sich viel zu schnell, so dass das verwendete Messgerät kaum hinterherkommt. Beim Kopieren eines gemischten Ordners liegen die Peak-Werte bei 39,5 dB(A), meist macht sich das NAS mit um 39 dB(A). Das Schreiben einer großen ISO-Datei fällt mit 37 bis 37,5 dB(A) (Peaks: 38,2 dB(A)) wie zu erwarten deutlich leiser aus. Eigentlich sollten an dieser Stelle noch Leerlauf-Werte aufgeführt werden, allerdings verfielen die Festplatten exakt zum geplanten Messzeitpunkt in mehrstündige Aktivität – vermutlich durch eine automatische Selbstoptimierungsfunktion. In den kurzen Momenten der Inaktivität konnten wir aber unter 36 dB(A) ohne zusätzliche Zugriffsgeräusche messen. Festplattenkopplung und Gehäuse sorgen für ein dumpfes Betriebsgeräusch, so dass weniger unangenehm hohe Frequenzen nach außen dringen.

QNAP Turbo Station TS-228A   2TB, 1x Gb LAN

2 TByte

QNAP Turbo Station TS-228A, 1x Gb LAN

Leergehäuse

QNAP Turbo Station TS-228A   4TB, 1x Gb LAN

4 TByte

QNAP Turbo Station TS-228A   8TB, 1x Gb LAN

8 TByte

QNAP Turbo Station TS-228A  16TB, 1x Gb LAN

16 TByte

QNAP liefert mit der TS-228A ein überzeugendes Gesamtpaket: Von der Ausstattung her am ehesten mit Synologys DS218play zu vergleichen ist das NAS die etwas günstigere Lösung und punktet nicht nur durch eine gerade für ein Einsteigergerät sehr ordentlich Grundausstattung: Auch der Funktionsumfang der QNAP-Lösung ist beachtlich, abgesehen von einer Möglichkeit zum Video-Transcoding auf dem NAS selbst fehlt hier nahezu nichts.

Die um Pakete erweiterbare QTS-Firmware bietet neben zahlreichen Multimedia-Apps und Datensicherungsmöglichkeiten zeitgemäße Möglichkeiten zur Anbindung an Drittanbieter-Clouds und überraschend viele Werkzeuge für professionelle Anwender und Entwickler. Einsteiger freuen sich über die sehr gute Dokumentation aller Funktionen, die weitgehend selbsterklärende Führung durch die grundlegende Einrichtung und zahlreiche Hilfestellungen und Erklärungen, die QNAP im Rahmen der grafischen QTS-Benutzeroberfläche zu einzelnen Apps und Funktionsbereichen anbietet. Obendrein verhält sich die TS-228A manierlich leise und fügt sich dank ihrer kompakten Maße und der schlichten, eleganten Erscheinung unaufdringlich in jede Umgebung ein. Gesamturteil: Viel NAS zum vergleichsweise günstigen Einstiegspreis.

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