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Test: Pearl Casacontrol LED-Beleuchtungssystem

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Der Versandhändler Pearl bietet ein günstiges Set mit LED-Leuchten an, die sich per App steuern lassen. Die darin enthaltenen Lampen haben zwar nur eine Leistung von 5 Watt, aber wenn die LED-Lampen nicht als Lese- oder Arbeitslicht, sondern als Stimmungslicht dienen, ist das relativ egal – zumal Pearl für sein RGB-Set einen Preis von gerade einmal 41 Euro aufruft. Wie es sich in der Praxis schlägt, lest Ihr in unserem Testbericht.

Die LED-Lampen sehen auf den ersten Blick ganz hübsch aus und wirken gut verarbeitet, nur die Lamellen am Kühlkörper sind etwas rau. Wenig vertrauenserweckend wirkt das Steuergerät, dessen Gehäuse bei der Lieferung nicht richtig geschlossen war: Eine Kante an der Seite stand auf. Dass dieser Mangel der Endkontrolle durchgerutscht ist, lässt nichts Gutes ahnen.

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Beim Einschrauben der Lampen gibt es den ersten Aha-Effekt. Die Lampen gehen an und sehen, nun ja, merkwürdig aus. Das Licht, das sie abgeben, ist nämlich nicht richtig weiß, sondern arg grün-blaustichig. Außerdem scheint der Diffusor etwas transparenter als bei anderen LED-Lampen zu sein, so dass die Spitze der Lampen deutlich dunkler ist und – je nach Blickwinkel – das Licht einzelner LEDs durchscheint, was nicht unbedingt gesund aussieht. Läuft die App erst mal, stört das weniger, da der Effekt „nur“ bei Lichtfarbe Weiß auftritt.

Die Effektbeleuchtung hingegen klappt ganz gut. Eine wirklich freie Farbwahl wie bei Hue gibt es allerdings nicht, man schaltet zwischen vorgegeben Farben durch.

Zur Alltagsbeleuchtung eignet sich das Set daher weniger, aber man bekommt eben auch, was man bezahlt: Für den Preis des Starter-Sets mit Netzwerk-Interface und drei RGB-Leuchten gibt es bei Philips Hue (Testbericht) noch nicht einmal eine Lampe.

Doch gerade mit dem Funktionieren sollte es im Test gewaltig hapern. Zunächst richten wir das System nach Anleitung ein, schließen es per Ethernet-Kabel am Router an, schalten die Lampen ein, drücken die Reset-Taste am Steuergerät, kontrollieren, dass es ordnungsgemäß aufblinkt, und starten die App. Dort erscheint die Meldung „Verbinde“ - und die App stürzte ab. Nicht einmal, sondern jedes Mal. Auf dem iPad das Gleiche, nur dass die App hier eine Sekunde länger braucht, um abzustürzen. Ähnliches berichten auch Kunden in Rezensionen bei Amazon.

Der Hersteller erklärte uns, dass es sich dabei um ein Problem im Zusammenhang mit Fritzbox-Routern handle und dass es mit einem beliebigen anderen Router funktionieren sollte. Pearl gab später auch noch Entwarnung und meldete, dass es bei Nachtests mit einer Fritzbox 7390 mit Firmware 6.83 und einer 3390 mit Firmware 6.54 problemlos funktionieren würde.

Also testen wir es mit unserer Fritzbox 7390 und der exakt gleichen Firmware. Das Ergebnis bleibt aber das gleiche: Absturz. Jedes Mal. Offensichtlich haben wir nicht so viel Glück wie die Techniker von Pearl, die zum Beweis sogar ein Video vorlegten. Immerhin brachten wir das System an einem alten D-Link-Router so weit zum Laufen, dass die App nicht sofort abstürzt. Auf dem Nexus 5X (Android 7.1.2) folgt allerdings sofort wieder Ernüchterung, denn die Suche nach den vorhandenen Lampen wollte und wollte nicht enden. Zum Glück klappte es dann wenigstens mit dem iPad, auf das wir den während des weiteren Tests zurückgegriffen haben.

Nachdem die App nun endlich läuft, klappt alles wie am Schnürchen. Besonderen Komfort darf man aber nicht erwarten, und die Bedienerführung könnte besser sein. Aber da die App nicht viele Funktionen bietet, ist das nicht so schlimm. Schnell haben wir die paar Funktionen im Griff. So werden die Lampen im Hauptmenü mit der ungefähren aktuellen Lichtfarbe dargestellt und lassen sich, wie üblich, zu Gruppen zusammenfassen. Die Icons der Gruppen sind wenig informativ, doch immerhin kann man ihnen sinnvolle Namen geben. Das gilt auch für Szenen, von denen einige bereits in der App hinterlegt sind. Gerade hier wäre eine farbliche Information hilfreich, stattdessen gibt es nur blumige Namen wie „schläfrig“ oder „Geheimnis“. Einzelnen Lampen kann man übrigens keinen Namen geben, man muss also schon wissen, welche Nummer eine Lampe hat.

Möchte man Szenen anpassen oder neue anlegen, geht das recht fix; nur die Farbeinstellung hakelt gerne ein wenig. Im Hauptmenü bei den Lampen lässt sich pro Lampe auch ein Timer programmieren, man kann hiermit also einen Wecker ergänzen oder ähnliches. Einen Ausschalter für einzelne Lampen besitzt die App auch, er ist aber im Helligkeitsmenü der jeweiligen Lampe versteckt.

Es das RGB-Starter-Set sowie die LED-Leuchten einzeln, außerdem gibt es das gleiche System in einer Variante mit weißem Licht.

CasaControl LED E27 WiFi-Beleuchtungs-Set Farbe (PX-1764-944/PX-1764-919)

Starter-Set

CasaControl LED E27 WiFi-Beleuchtungs-Set weiß (PX-1762-944/PX-1762-919)

Set Weiß

CasaControl LED-Lampe E27 6W weiß (PX-1763-944/PX-1763-919)

Lampe Weiß

Wir tun uns sehr schwer, das Pearl-Set trotz des günstigen Preises zu empfehlen. Der Ärger bei der Ersteinrichtung hängt uns noch in der Magengrube. Außerdem ist das weiße Licht zu farbstichig und die LEDs sind nicht hell genug, um die Hauptbeleuchtung eines Raums zu ersetzen.

Dennoch, der Preis ist heiß. Wer sich es zutraut und genügend Geduld für die Konfiguration mitbringt, bekommt für sehr wenig Geld ein komplettes Effektbeleuchtungs-Set. Mit wenigen Funktionen, aber so ist es halt: You get what you pay for. Man bekommt, was man bezahlt.

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