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Test: OnePlus 2 – ein Flaggschiff-Killer?

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Seit etwas mehr als einem Monat habe ich nun das OnePlus 2 bei mir. Ich trage es ständig in meiner Hosentasche herum und mache damit alltägliche Dinge. Wie meine Erfahrung mit dem Smartphone sind und was es alles bietet, das alles und mehr erfahrt Ihr in diesem Test.

Die zweite Generation des OnePlus-Smartphones sieht auf den ersten Blick nicht anders aus, als die erste. Das Gerät, um das so viel Hype herrscht, ist ein wenig abgerundeter. Das ermöglicht eine gute Handlichkeit. Neu in diesem Jahr ist der umfließende Rahmen aus Metall, der das Gehäuse stabiler und hochwertiger macht.

Die zum Einsatz kommenden Metalle sind Aluminium, Magnesium und Edelstahl. Die vordere Seite besteht aus widerstandsfähigem Corning Gorilla Glass. Ein Nutzer des OnePlus 2 kann sich entscheiden, wie und aus was die Rückseite des Telefons sein soll: Ab Werk gibt es das sogenannte Sandstone Black. Für 26,99€ gibt es vier verschiedene Auswahlmöglichkeiten: helles, sattes oder dunkles Holz sowie Polyaramide von der E. I. du Pont de Nemours and Company. Das Austauschen der Rückseite klappt in dieser Generation einfacher, als in der ersten.

OnePlus StyleSwap Cover
Zum Start gibt es vier OnePlus StyleSwap Cover – weitere sollen über die Zeit folgen.

Zuzüglich zu unserem OnePlus 2 haben wir uns auch das optional erhältliche Bamboo StyleSwap Cover aus Bambusholz bestellt. Ein Fehler, wie wir im Nachhinein feststellen mussten. Zwar sieht die einzigartige Marmorierung schön aus und fängt hier und da mal einige neugierige Blicke. Aber die eigentliche Funktion ist gescheitert, denn das Material aus Echtholz haftet nicht in der Hand; stattdessen rutscht es. Schon nach wenigen Tagen haben wir wieder das Sandstone Black aufgesetzt – das fühlt sich gut an und gibt Halt.

Edelstahlrahmen des OnePlus 2
Edelstahlrahmen des OnePlus 2

Der 3300 mAh starke Akku ist festverbaut und lässt sich nicht austauschen. Auch der Speicher ist nicht erweiterbar. Immerhin gibt es intern 64 GByte – dem Nutzer stehen davon rund 51 GByte frei zur Verfügung. Das Einzige was sich einlegen lässt, wenn die Abdeckung nicht drauf ist: die zwei nanoSIM-Karten. Das OnePlus 2 unterstützt global Dual-SIM mit Dual-Standby. Ihr seid durchgehend mit zwei Nummern erreichbar. In den Einstellungen des Telefons lässt sich sogar auch definieren, welche Dienste über welche SIM-Karte ausgeführt werden sollen. Das klappte in unserem Test gut.

Edelstahlrahmen des OnePlus 2

Das OnePlus 2 ist kein kleines und leichtes Telefon; es ist groß, schwer und wuchtig. Mit einer Höhe von 151 Millimetern und einer Masse von 175 Gramm ist es kein handliches Gerät, obwohl es im Vergleich zu seinem Vorgänger besser und angenehmer in der Hand liegt. Das sollte allen bewusst sein, die sich ernsthaft überlegen, das OnePlus 2 zu kaufen. Immerhin kann man es nicht vor Ort in einem Geschäft ausprobieren, sondern man muss es online bestellen.

Auf der rechten Seite wurde die An-, Aus- sowie die Bereitschaftstaste positioniert. Zusätzlich dazu lässt sich das Telefon auch über ein doppeltes Tippen auf dem Bildschirm aufwecken. Darüber hinaus gibt es weitere Gesten wie beispielsweise das Zeichnen eines O auf dem Bildschrim. Dann startet die Kamera oder ein V für die Taschenlampenfunktion. Auf der linken Seite des OnePlus 2 gibt es etwas ziemlich Cleveres. Etwas, was die Android-Nutzer bisher nicht gesehen haben: ein mechanischer Regler für Benachrichtigungen. Anders als beim iPhone, hat OnePlus nicht zwei, sondern drei Zustände eingebaut. Ihr könnt entscheiden: wollt Ihr alle, priorisierte oder gar keine Hinweise mitbekommen. Das ist wirklich gut gelungen und hilft im Alltag.

USB-Type-C beim OnePlus 2

Zwischen den beiden Ein- und Ausgabegeräten befindet sich der USB-Type-C-Anschluss. Er wird besonders hervorgehoben, weil er beidseitig verwendbar ist. Egal wie man das Kabel einsteckt, es passt immer. Ein entsprechendes Flachbandkabel liegt im Lieferumfang bei und genau hier ist das Problem: die meisten von Euch werden nur ein Kabel besitzen – und das wird in der Regel zuhause sein. Anders als bei anderen Telefonen lässt sich das OnePlus 2 mal eben nicht bei einem Freund, im Auto oder im Büro aufladen. Entweder Ihr nehmt ständig Euer spezielles Kabel mit oder kauft Euch mehrere. Das ist Preis für einen neuen Anschluss, der ohne den eigentlichen Vorteilen von USB-Type-C kommt. Das OnePlus 2 verfügt auch nicht über eine Schnellladetechnik, wie man sie vom Galaxy S6 oder anderen Geräten kennt. Auch das drahtlose Laden fehlt. Einziger Wermutstropfen: der Akku hält bei gewöhnlicher Nutzung rund einen Tag. Das hilft ein wenig.

Technische Daten des OnePlus 2
Hersteller OnePlus 2 (A0002; Lettuce)
Straßenpreis 500 Euro
Betriebssystem Android
Display 5,50 Zoll / LCD
Auflösung 1920 × 1080 Pixel / 401 ppi
Kamera 13 Megapixel / k. A.
Blitz, Videoleuchte Foto-LED
Bildstabilisator optisch
Auflösung (Video) 3840 x 2160
Frontkamera 5 Megapixel
Prozessor Qualcomm Snapdragon 810 MSM8994: 4x 1.8GHz + 4x 1.5GHz / k. A. / 8 Kerne
Speicherkartenslot nein / k. A.
LTE ja / 800, 850, 900, 1800, 2100, 2600
WLAN 802.11a/b/g/n und ac
Bluetooth 04. Jan
NFC nein
GPS / Glonass ja / ja
Radio / FM-Transmitter nein / nein
Akku-Kapazität 3300 mAh / k. A.
Standby / Gesprächszeit 2G k. A. / k. A.
Standby / Gesprächszeit 3G k. A. / k. A.
Abmessung 75 × 152 × 10 mm
Gewicht 177 Gramm
Fingerabdruck des OnePlus 2

Das Display hat eine Größe von 5,5 Zoll und löst mit Full High Definition auf, 1920 × 1080 Pixeln. Es ist ein IPS-LCD und wird geschützt von einem Corning Gorilla Glass. Was Farben und Helligkeit angeht, so ist die Qualität auf höchsten Niveau. Das Display ist um einiges besser, als beim Vorgänger. Es ist in Sachen Darstellung nicht das schärfste auf den Markt, aber in nahezu allen Disziplinen macht es einen guten Job.

Im Two hat OnePlus eine Kamera mit einer Auflösung von 13 Megapixeln verbaut. Dazu gibt es einen optischen Bildstabilisator. Vorne sind es übrigens fünf Megapixel. Die Kamera auf der Rückseite schießt bei viel Licht hervorragende Bilder. Das automatische Scharfstellen funktioniert schnell, hierfür gibt es einen optischen Distanzmesser – Laserfokus heißt es. Schwierigkeiten gibt es in der Dunkelheit, zwar die sind Aufnahmen scharf, aber nicht besonders hell. Wer in solchen Situationen viel erfassen möchte, sollte die eingebaute Dual-LED mit zwei Farbtemperaturen verwenden, die sind leuchtstark. Eine andere Lösung wäre natürlich eine alter native Kamera-App mit einer längeren Belichtungseinstellung, denn die System-eigene App ist simple gehalten und bietet Grundlegendes; aber keine manuelle Konfiguration.

Die Videoaufnahme funktioniert im hochauflösenden Format Ultra-High-Defintion, bitte sagt nicht 4K. Uns ist während des Tests aufgefallen, dass die Kamera große Probleme mit dem kontinuierlichen Fokussieren hat. So ist ständig ein Pumpen im Bild zu sehen.

Die Software auf dem OnePlus 2 ist OxygenOS. Das drunterliegende Betriebssystem ist Android OS 5.1 Lollipop. Von der Optik erinnert die Oberfläche etwas an Googles Vanilla UI: sauber und übersichtlich gehalten. Die Performance des Systems ist klasse, allerdings weist die Software aktuell sehr viele Fehler auf.

Eine coole Funktion, die man bereits aus der ersten Generation kennt, ist die freie Auswahl der Tasten. Es lässt sich entscheiden, ob man virtuelle oder die bereits fest integrierten elektrischen Bedienknöpfe aktivieren möchte. Auch kann man in der Software sagen, was passieren soll, wenn man einmal, länger und doppelt tippt. So kann die Kamera gestartet werden oder etwas ähnliche Apps.

Ansonsten ist die Software stark individualisierbar: es gibt einen System-weiten dunklen Look mit verschiedenen Akzentfarben – ähnlich wie die oben integrierte und mehrfarbige Benachrichtungs-LED.

Das OnePlus ist ein gutes Smartphone, aber es ist kein Flaggschiff-Killer, so wie es der Hersteller selbst sagt. Das fängt damit an, dass es keine Schnellladetechnik besitzt. Auch das drahtlose Aufladen fehlt. Auch würden wir uns gerne anständige Stereo-Lautsprecher und Wasserdichtigkeit wünschen. Das alles und viel mehr sollte ein Gerät heutzutage mitbringen, das sich selbst als ein Killer von großen Geräten bezeichnet.

Was uns am OnePlus 2 gut gefallen hat, war das Display. Es erfüllt viele Kriterien, die heute selbstverständlich sind und sogar darüber hinaus mehr. Auch erwähnenswert ist die Verarbeitungsqualität: das Teil ist präzise und fest gebaut. In den Händen fühlt es sich wie ein sehr teueres Smartphone an. Das bringt uns zu einem weiteren Punkt: der Preis. Das OnePlus gibt es in der High-End-Version für 399€ – mit weniger Speicher und weniger RAM gibt es das Telefon auch schon für 339€.

Nicht positiv ist das fehlende NFC. Aktuell stören uns auch die vielen Software-Fehler und der manchmal nicht funktionierende Fingerabdrucksensor. Diese Sachen können im produktiven Einsatz aufhalten. Wenn Ihr auf der Suche einem tollen Smartphone seid und nicht viel Geld ausgeben wollt, dann ist das OnePlus 2 genau das Richtig für Euch.

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