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Test: Motorola Moto X

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Das Moto X wurde im August letzten Jahres in den USA vorgestellt. Seit dem ersten Quartal 2014 ist es auch bei uns in Deutschland erhältlich. Es ist das erste und nun auch das letzte Produkt aus der gemeinsamen Kooperation zwischen Google und Motorola Mobility. Das Moto X ist ein anderes Android-Smartphone. Es ist nicht so populär wie ein HTC oder Samsung, es vergleicht sich selbst auch nicht mit den jeweiligen High-End Geräten, da es an sich keins ist. Das Moto X vereint die hohe Entwicklungs- und Fertigungskompetenz von Motorola mit den Diensten von Google und seiner einzigartigen Orientierung auf den Endnutzer. Es ist der Revolver unter den problems-solver. In diesem Test stellen wir Euch das aktuelle Gesicht von Motorola vor. Lest und seht, wie es aussieht...

Uns persönlich gefällt das Design des Moto X sehr. Es ist nichts Aufdringliches, es hat keine Spielereien. Das Aussehen ist ästhetisch und minimal zugleich. Die Optik ist klar und auch das Funktionale stimmt: Durch die geschwungene Rückseite liegt das Moto X sicher, komfortabel und nahezu perfekt in der Hand. Der Schwerpunkt ist mehr sein, als Schein. Was die Verarbeitung betrifft: Dieses Telefon ist solide gemacht. Es besteht aus einem schwarzen Metallrahmen und einer Rückseite mit weichem Kunststoff. Die Oberfläche ist durch und durch widerstandsfähig.

Okay Google Now, wie ist das Wetter in Hamburg?
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Das Moto X ist 129mm hoch und 65mm breit, die Masse liegt gerade einmal bei 130g. Das sind Dimensionen, die man heutzutage in dieser Geräteklasse kaum findet. Das Smartphone ist handlich und das obwohl es einen großen Bildschirm besitzt. Apropos Display: Das Einsatzverhältnis zu der frontalen Oberfläche beträgt 72 Prozent. Diese Zahl macht sich bereits beim erstmaligen Einschalten bemerkbar. Motorola nennt diese Komponente „Edge-to-Edge“ – wirklich randlos ist die vordere Seite nicht, aber der seitliche Rahmen ist im Vergleich zu anderen Smartphones auffallend dünn. Die Taste für den Wartebetrieb wurde zusammen mit den Knöpfen für die Lautstärkeregelung auf der oberen rechten Seite positioniert. Egal ob Links- oder Rechtshänder: Der Zugang ist unbeschränkt und komfortabel.

Wer das Telefon entsperren möchte, muss nicht unbedingt die Bereitschaftstaste betätigen: Das Moto X hat einen dedizierten Bewegungsprozessor, der dem Gerät mitteilt, dass es angefasst wurde. Nimmt man nun das Moto X in die Hand oder bewegt es leicht, so leuchtet ein kleiner Bereich im Display auf. Man kann dadurch nicht nur die Uhrzeit und bereits registrierte Nachrichten sehen, sondern auch gleich das Telefon entsperren. In anderen Worten: Das Telefon weiß, wann es entsperrt werden will und kommt deshalb etwas entgegen. Das Active Display ist so cool, jeder Hersteller sollte es haben... Neue Benachrichtigungen, wie E-Mail, Kalender, Erinnerungen und vieles mehr, werden gleich beim Eintreffen angezeigt. Man wird nicht aus dem Kontext geholt, sondern sieht ganz dezent, was gerade eingegangen ist. Die Anzeige wird so lange wiederholt, bis das Ereignis geöffnet wird. Über den Lichtsensor weiß das Moto X, dass es sich gerade entweder in einer Tasche oder in der Nacht befindet, entsprechend wird dann nichts angezeigt.

Der Akku im Moto X hat eine Nennladung von 2.200mAh. Motorola verspricht eine garantierte Nutzungszeigt von 24 Stunden, diesen Wert haben wir in unserem Test nicht erreicht. Unsere Nutzung mit einer vollen Akkuladung schaffte es auf 19 Stunden. Das ist bei einer aggressiven Verwendung dennoch positiv. Der interne Speicher des Moto X ist 16GB groß. Zieht man die Formatierungen des Dateisystems, Betriebssystem und die ab Werk installierten Apps ab, so bleiben einem 11GB übrig. Das ist für manche Leute nicht ausreichend, eine Speicherkarte kann man hier auch nicht einlegen.

Obwohl es derzeit hochauflösende Front-Kameras gibt, erfüllt die im Moto X eingebaute 2-Megapixel Kamera ihre Aufgabe ganz gut. Man kann Videos in 1080p machen oder einen HDR-Modus aktivieren.

10-Megapixel Kamera
10-Megapixel Kamera

Die Kamera auf der Rückseite löst mit 10-Megapixeln auf. Das System verwendet die sogenannte „Motorola Clear Pixel“-Technologie. Dabei wird der herkömmlich Bayer-Farbfilter um einen weißen Pixel erweitert. Am Ende ist das Bild hell und erhält bis zu 75 Prozent mehr Licht, als herkömmliche Kamerasysteme. Die Bildqualität gefällt uns. Die Ergebnisse sind detailliert. Sie haben satte Farben und auch der Rauschanteil in schlecht beleuchteten Szenen ist gering. Alles in allem eine Kamera, die zufriedenstellend ist.

Während andere Nutzer von der nativen Kamera-Applikation begeistert sind, haben wir unsere Schwierigkeiten. Die App ist einfach zu einfach – und das ist manchmal anstrengend. Startet man die Applikation, so sieht man zunächst flächenfüllend das Bild. Die einzige Möglichkeiten sind hier: vordere Kamera einschalten oder ein Video aufzeichnen. Den Fokus kann man im jetzigen Zustand nicht beeinflussen. Erst wenn man die Einstellungen aus der linken Seite herauszieht, kann man den Autofokus deaktivieren und einen manuellen Fokus verwenden. Hier sind auch weitere Dinge versteckt: LED, HDR und Panorama.

Test: Motorola Moto X (5 Bilder)

Aufgrund des Bewegungsprozessors weiß das Moto X, wie es aktuell von dem Nutzer gehalten wird. Deshalb gibt es eine besondere Bewegungsgeste, durch die man die Kamera starten kann. Das heißt: Während man das Telefon noch aus der Hosentasche holt, kann man es zweimal um die eigene Achse drehen und schon ist die Kamera betriebsbereit. Das einzige was jetzt gemacht werden muss: Fokus setzen, Bild auslösen. Das klappt in der Praxis sehr gut und schnell.

Okay Google Now, weck mich in 20 Minuten auf!
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Das Moto X besitzt ein 4,7-Zoll Display mit High Definition Auflösung. Das sind 1.280*720 Bildpunkte. Im ersten Moment klingt das wenig – doch letztendlich ist die Pixeldichte relevant, sie gibt Auskunft über die Bildschärfe. Das Moto X liegt hier bei 312ppi. Das ist iPhone 5s-Niveau. Das Panel ist ein AMOLED, dessen Subpixel aus Rot Grün und Blau bestehen. Im Klartext: Motorola nutzt alle Vorteile einer organischen Anzeige aus und umgeht einige Probleme. Das Display hat gute und lebendige Farben, ein helles Weiß und keinen Farbstich. Probleme gibt es bei starken Sonnenstrahlen: Manchmal ist das Display schlecht ablesbar.

Im Inneren des Moto X arbeitet das Motorola X8 Mobile Computing System mit 8-Prozessoren. Es handelt sich nicht um einen Octa-Core Prozessor, sondern um ein kombiniertes System, das aus einem Dual-Core Prozessor, einer 4-Kern GPU und zwei dedizierten Prozessoren für Bewegung und Sprache (Texas Instruments MSP430 und Texas Instruments C55x) besteht.

Das Moto X arbeitet mit Android OS 4.4 KitKat. Die Oberfläche ist Google Vanilla UI mit ganz leichten Anpassungen. Ab Werk gibt es lediglich drei Applikationen, die man deinstallieren beziehungsweise deaktivieren kann. Viel mehr ist da nicht. Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich. Man findet nur die Apps und Dienste, die man sonst so nur von einem Google Nexus-Gerät kennt. Was uns besonders positiv aufgefallen ist: Die Klangqualität der Lautsprecher. Der Ton ist ungewöhnlich klar und selbst bei einer hohen Lautstärke noch angenehm. Liegt einfach daran, dass das Moto X High Definition Breitband-Audio unterstützt. Auch die Sprachqualität bei Telefonaten ist sauber und eindeutig. Hierfür sorgt unter anderem eine aktive Geräuschunterdrückung mit drei Mikrofonen.

Wo wir gerade über Sprache sprechen: Wie anfangs erwähnt, besitzt das Moto X einen dedizierten Sprachprozessor. Es besitzt eine Funktion namens Touchless Control, die nur bei sehr wenigen Smartphones eingesetzt wird. Touchless Control ermöglicht eine Bedienung ohne eine Berührung. Im Hintergrund sitzt der Dienst Google Now, der systemübergreifende Dinge erledigen und auch Fragen beantworten kann. Und wie erwähnt: Man muss das Telefon nicht in die Hände nehmen und einen Knopf drücken; das Moto X hört immer und ständig zu, ein Zauberwort wie „Ok, Google Now“ aktiviert die Intelligenz.

Hier einige Beispiele, die das Können demonstrieren:

BestRankZ zu dem Motorola Moto X
BestRankZ zu dem Motorola Moto X

Das Moto X ist ein fantastisches Smartphone. Es kann viel, arbeitet schnell, sieht gut aus und liegt hervorragend in der Hand. Es ist widerstandsfähig und wasserabweisend, sogar bis zu den Platinen. Regen macht dem Telefon nichts aus. Man kann es bequem bedienen, obwohl es eine große Anzeige hat. Der Akku ist stark und auch der Lautsprecher macht seine Aufgabe gut. Die Erwartungen, die man heutzutage an einer Smartphone-Kamera stellt, werden erfüllt. Was uns auch gefallen hat ist die Oberfläche: sauber, übersichtlich und zügig. Kein Müll, keine fiesen Apps. Verbesserungswürdig ist der Speicher beziehungsweise die Möglichkeit, diesen zu erweitern. Außerdem hätten wir uns den Moto Maker gewünscht. Für 350€ ist es eine Kaufempfehlung. Wer mal etwas anderes als iPhone, HTC oder Samsung haben möchte, sollte sich das Moto X genauer anschauen. Es ist nicht so heterogen, wie die meisten Geräte aktuell. Es ist einfach ein anderes Smartphone...

Test: Motorola Moto X (0 Bilder)

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