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Test: Motorola Moto G

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Etwas mehr als ein Jahr nach der letzten Produktvorstellung hat Motorola Mobility ein neues Smartphone für den hiesigen Markt vorgestellt. Das Moto G. Es ist zwar ein neues Gerät, aber nicht das einzige: Im August 2013 wurde das Moto X gezeigt und in den USA sowie Kanada eingeführt. Das Moto G ist wie sein großer Bruder – nur eben mit einer schwächeren Hardware. Es unterstützt auch nicht die „Always-listening“-Funktion oder Bewegungen, wodurch Ereignisse ausgelöst werden können – dafür bräuchte man dem im Moto X verbauten Motorola X8 MCP-Prozessor. Das Moto G will eher mit dem Preis und der Qualität punkten. Welche Kompromisse man bei dem Kauf eingeht, erfahrt Ihr im nachfolgenden Test.

Das Design wurde mehr weniger von dem Moto X übernommen. Es ist direkt und unkompliziert. Die Rückseite ist geschwungen, fast schon oval. Es liegt bequem und komfortabel in der Hand – hat etwas Natürliches an sich. Auf dem Gehäuse steht nirgendwo „Motorola“ oder „Moto G“. Lediglich auf der Rückseite findet man die aktuelle Signatur eines Motorola-Smartphones: Nämlich das eingedrückte Emblem. Das Schutzglas auf der vorderen Seite ist Corning Gorilla Glass. Insgesamt wirkt das Telefon robust, solide und macht einen widerstandsfähigen Eindruck. Es ist nicht wasserdicht, aber wasserabweisend.

Moto G und Motorola Shells
Moto G und Motorola Shells

Jedes Motorola Moto G kommt in der Farbe Schwarz. Die vordere Seite ist fest, während die Rückseite dafür gemacht wurde, sie auszutauschen. Die sogenannten „Motorola Shells“ gibt es in sieben verschiedenen Farben und kosten durchschnittlich 15€. Wer noch mehr Schutz und etwas Funktionales haben möchte, kann sich ein „Motorola Flip Shell“ kaufen. Das ist ein Case mit einem eigebauten Magneten, ähnlich wie man’s von dem iPad kennt. Es sperrt und öffnet das Telefon automatisch.

Die Einhandbedienung mit dem Moto G klappt – egal ob Links- oder Rechtshänder – ganz gut. Man kommt einfach an die Tasten ran. An der dicksten Stelle ist das Moto G 11mm dick, an den Rändern sind es knapp 6mm. Die Masse des Gerätes beträgt 143g. Und obwohl man die Rückseite entfernen kann, lässt sich der Akku nicht austauschen. Die Nennladung beträgt 2.070mAh Stunden. Das ist echt viel für ein einfaches Mittelklasse-Smartphone. Das merkt man bei der Nutzung: Gute 1,5 Tage erreicht das Moto G bei einer praxisnahen Nutzung. Ein Problem, vielleicht für manche Nutzer, könnte der interne Speicher sein: Das Moto G kommt in einer 8GB- oder 16GB-Variante. Bei 8GB stehen dem Nutzer etwa 5,5GB frei zur Verfügung. Wer damit nichts anfangen kann, sollte die größere Version nehmen, denn eine Speicherweiterung ist nicht möglich. Die Ironie dabei: Der gesamte Speicher wird von einer nichtaustauschbaren microSD-Karte gedeckt. Etwas zu der Performance: Der eingebaute eMMC-Speicher nutzt den eMMC 4.51 Standard (JEDEC-Standard JESD84-B451) und nutzt die neue Busarchitektur HS200 mit einer Datenbandbreite von 200MB pro Sekunde. Das schlägt so manche Top-Geräte am Markt. Als Besitzer eines Moto G erhält man kostenlos 50GB Google Drive Cloud-Speicher für 2 Jahre. Das ist NAIZ.

Eines der wichtigsten Merkmale des Moto G ist das Display. Hier hat Motorola nicht gespart: Es ist 4,5-Zoll in der Diagonale groß. Die Anzeige ist nicht irgendwas Einfaches, sondern schon ein hochwertiges Flüssigkristall-Panel mit IPS-Technologie. Es ist hell, hochauflösend, die Farben sind natürlich und der Blickwinkel ist erstklassig. Der Touch ist präzise, so wie er sein sollte.

Auf dem Moto G läuft Android OS 4.3 Jelly Bean, auf eine eigene Oberfläche verzichtet der Hersteller. Stattdessen greift man auf das sehr beliebte und Ressourcen-schonende Vanilla UI von Google zurück. Ende Januar 2014 will man OS 4.4 KitKat ausliefern, so das Versprechen bei der Vorstellung in London. Das Moto G besitzt einen mittelmäßigen, aber modernen Quad-Core Prozessor von QUALCOMM. Das Telefon arbeitet flüssig. Luft nach oben gibt es immer, aber wir haben jetzt nichts gesehen, das in der Benutzung störend war.

Eingedrücktes Emblem auf der Rückseite
Eingedrücktes Emblem auf der Rückseite

Das Smartphone besitzt zwei Kameras: eine mit 1,3-Megapixel Auflösung auf der vorderen Seite für Videochat und Selbstportraits und eine mit 5-Megapixel Kamera auf der Rückseite. Beide Kameras sind bei wenig Licht ausreichend. Bei gutem Licht bekommt man verwendbare Ergebnisse. Trotzdem, es fehlt die Schärfe, die Kamera ist langsam, auch die Kamera-Applikation ist etwas gewöhnungsbedürftig was Bedienung angeht. Videos lassen sich maximal im Vektor High Definition, also 1.280x720 Pixel aufzeichnen. Die Kamera ist bescheiden. Für Instagram, Twitter und Facebook reicht sie aber aus.

Das Moto G ist ein fantastisches Smartphone zu einem fantastischen Preis. Es ist qualitativ gut verarbeitet, macht optischen einen hervorragenden Eindruck und bietet zusätzlich ein eigenes Ökosystem an Zubehör an. So etwas findet man in diesem Segment sehr selten. In anspruchsvollen Situationen ist die Kamera schwach, exzellent dagegen ist das leuchtende und hochauflösende Display. Mittelmäßig ist eher die Gesprächsqualität. Wirklich überrascht hat uns der laute und sehr klare Lautsprecher des Moto G. Wer ein einfaches Smartphone mit gutem Display und starkem Akku für wenig Geld sucht, der wird mit dem Moto G von Motorola Mobility zufrieden sein. Für Medien-lastige Nutzung empfehlen wir die Variante mit 16GB Speicher.

Der Preis für die 8GB Variante liegt bei 169€, der für die 16GB beträgt 199€.

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