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Test: Kurzdistanz-Beamer Optoma GT1080 Darbee

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Optoma verspricht beim Kurzdistanz-Beamer GT1080 Darbee dank zusätzlichem Grafik-Chip ein besonders scharfes Bild. Ob sich das in der Praxis auszahlt, klärt der Test.

Der Kurzdistanz-Beamer Optoma GT1080 Darbee setzt – wie sein Name schon verrät – auf die Integration der Darbee-Bildverbesserung. Auf Pixel-Ebene passt ein zusätzlicher Chip die Helligkeitswerte an, um dem Bild mehr Tiefe zu verleihen, damit es schärfer und klarer erscheint.

Links: Originalbild; rechts: Darbee-Verbesserung – Die Bildverbesserung arbeitet digital deutlich mehr Details heraus.

In den Optionen kann man die Stärke der drei Darbee-Modi High Def, Gaming und Full Pop von 0 bis 120 Prozent bestimmen. Das Schöne: Der DLP-Beamer zeigt auf Wunsch in einem Splitscreen das Original- und das Darbee-Bild. Hier wird deutlich, dass Darbee noch viel aus dem Bild herauskitzelt. Es wirkt tatsächlich schärfer und lebendiger, teilweise, als hätte man einen Grauschleier vom Bild gezogen. Allerdings sollte man nicht weit über die voreingestellten 60 Prozent gehen, darüber wirkt das Bild schnell unnatürlich und fragmentiert.

Der GT1080 Darbee hat eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln, also Full-HD. Schließt man einen Rechner an und öffnet ein Schriftdokument, fällt auf, dass er jedes Pixel sehr präzise darstellt. Die grundsätzliche Schärfe ist also sehr gut. Wer sich eher für einen 4K-Beamer mit vierfacher Auflösung interessiert, kann sich unsere Marktübersicht: 4K-Beamer werden bezahlbar anschauen.

Was den Gesamteindruck der Bildqualität jedoch arg drückt, ist das schlechte Kontrastverhältnis des Kurzdistanz-Beamers. Optoma gibt es mit 28.000:1 an. Unabhängig von dieser Zahl lässt der Schwarzwert zu wünschen übrig. Dunkle Passagen sind matschig, Details kaum zu erkennen. Gerade dunklere Filme machen so kaum Spaß – hier hilft auch Darbee nichts.

Wie bei DLP-Projektoren üblich, zeigt auch der Kurzdistanz-Beamer GT1080 Darbee den so genannten Perlschnureffekt. Dieser beschreibt ein Regenbogenmuster, welches besonders deutlich hervortritt, wenn der Zuschauer seine Augen schnell auf dem Bild zwischen hellen und dunklen Bereichen hin und her bewegt. Dies ist auf die Trägheit der Rezeptoren im Auge zurückzuführen und wird je nach Zuschauer als mehr oder weniger störend empfunden. Wir gewöhnten uns im Test schnell daran.

Bild: Das Diagramm zeigt den Abstand zur Wand im Verhältnis zur Bilddiagonale.

Der Optoma GT1080 Darbee ist bezüglich seines technischen Aufbaus ein klassischer DLP-Beamer. Wäre da nicht seine Weitwinkellinse, dank der er mit verhältnismäßig geringem Abstand zur Wand ein großes Bild projiziert. Optoma selbst gibt an, dass der Kurzdistanz-Beamer mit 100 cm Abstand ein in der Diagonale etwa 254 cm (100 Zoll) großes Bild erzeugen kann. Das ist ganz ordentlich, handelsübliche Beamer ohne Weitwinkellinse brauchen gut und gerne den dreifachen Abstand für ein vergleichbar großes Bild. Allerdings ist das Projektionsverhältnis des Optoma-Beamers nicht mit dem von Ultra-Kurzdistanz-Beamern wie dem LG HF85JS (Testbericht) vergleichbar. Der LG schafft es, mit nur 20 cm (!) Abstand ein 305 cm (120 Zoll) großes Bild an die Wand zu werfen.

Wir haben die Herstellerangaben nachgemessen und können diese mit leichter Abweichung bestätigen. Das schöne am Optoma GT1080 Darbee: Auch mit einem geringen Abstand von 20 cm stellt der Fokusring das 55 cm (etwas über 20 Zoll) große Bild scharf. Da sich nun die gesamte Lichtleistung auf einer kleinen Fläche verteilt, ist auch in relativ hellen Umgebungen ein gutes Bild zu sehen, was seine Einsatzmöglichkeiten erhöht.

Die Weitwinkellinse macht aus einem klassischen Beamer einen Kurzdistanz-Beamer.

In den umfangreichen Optionen spiegelt der Optoma GT1080 Darbee das Bild auf Wunsch vertikal und horizontal. So ist der Kurzdistanz-Beamer für Rückprojektion einsetzbar oder lässt sich an der Decke montieren. Eine Halterung für die Decke ist als Zubehör erhältlich.

Schade allerdings, dass der GT1080 Darbee keinen optischen Zoom mitbringt. Gerade bei einem Kurzdistanz-Beamer wäre das sinnvoll, da er den Aufstellungsort des Gerätes flexibler macht.

Auch eine mechanische Linsenverstellung, Lens-Shift genannt, kennt er nicht. Optische Verzerrungen durch einen schrägen Projektionswinkel gleicht er nur digital aus. Das funktioniert gut, allerdings verringert die so abgeschnittene Fläche die Auflösung. Noch schlimmer: Der Beamer rechnet die Originaldaten in eine schiefe Auflösung um. Diese Interpolation geht dabei auf Kosten der Bildqualität. Drei höhenverstellbare Gummifüßchen an der Unterseite helfen dabei, einen möglichst guten Winkel zur Wand zu finden, damit man möglichst gar nicht an der Trapezkorrektur herumspielen muss.

Doch auch ohne optischen Zoom oder Lens-Shift bringt die Weitwinkellinse neben der reinen Platzersparnis einen weiteren Vorteil: Mit nur einem Meter Abstand zur Wand muss niemand mehr durch das Bild laufen, um an den Kühlschrank zu kommen. Das wissen auch Gamer zu schätzen, die üblicherweise näher am Bild sitzen. Ihnen kommt auch die kurze Latenzzeit von 16 ms entgegen.

Der Optoma GT1080 Darbee kommt mit einer Transporttasche, die auch Platz für die Fernbedienung und Kabel bietet.

Optoma gibt beim GT1080 Darbee eine Helligkeit von 3000 Ansi-Lumen an. Für einen Heimkino-Beamer ist das recht viel, allerdings zu wenig, um ihn in hellen Räumen zu nutzen. Für eine brauchbare Bilddarstellung benötigt er einen mindestens leicht abgedunkelten Raum; sein volles Potenzial entfaltet er in komplett abgedunkelter Umgebung. Schon gering leuchtende Lichtquellen verringerten im Test die Qualität der Farben und die Intensität des Kontrasts. Dabei gilt: Je größer das projizierte Bild, desto empfindlicher reagiert das Bild auf externe Lichtquellen.

Bei komplett weißem Bild fällt schon mit bloßem Auge auf, dass die Helligkeit nicht gleichmäßig verteilt ist. Im unteren, mittleren Bereich ist das Bild am hellsten und und wird nach außen hin etwas dunkler. Beim Betrachten eines Films, in dem die Lichtverhältnisse ohnehin meist wechseln, stört es dagegen nicht.

Der Beamer lässt sich auch ohne Fernbedienung direkt am Gerät bedienen.

Die interne Lichtquelle ist eine Hochdruckgasentladungslampe. Optoma gibt für die hellste Einstellung eine Lebensdauer von 5000 Stunden an. Im Eco-Modus soll sie 6000 Stunden durchhalten, im Dynamic-Modus 8000 Stunden. Verglichen mit den Herstellerangaben anderer Beamer der Preisregion ist das ein guter Wert.

Die Beamer-Lampe ist ein Verschleißteil. Optoma gewährt eine Garantie von zwölf Monaten beziehungsweise 1000 Betriebsstunden. Danach muss man sie auf eigene Kosten über die offizielle Website nach der Eingabe der Seriennummer des Geräts nachbestellen. Bei uns im Preisvergleich ist sie mit circa 110 Euro allerdings deutlich günstiger zu haben.

Der Lüfter ist vergleichsweise laut.

Eine klassische Beamer-Lampe hat im Vergleich zur teureren Laser-Technik, wie sie im LG HF85JS (Testbericht) verbaut ist, einige Nachteile. Zum einen hält eine Laser-Lichtquelle mit 20.000 Stunden deutlich länger. Zum anderen sind Laser-Beamer beim Einschalten sofort da und beim Ausschalten sofort weg. Der Optoma GT1080 braucht gut 25 Sekunden, bevor die Lampe anspringt, und beim Ausschalten ebenso lange zum Nachlüften des heißen Leuchtmittels.

Die höhere Hitzeentwicklung der Hochdruckgasentladungslampe kostet außerdem mehr Strom und verlangt nach einer besseren und – damit einhergehend – lauteren Lüfterkühlung. In seiner hellsten Einstellung störte uns das Lüftergeräusch, obwohl der Beamer 3 m von uns entfernt stand. Ruhige Filmpassagen kommentiert der GT1080 Darbee stets mit einem monotonen Surren, zu dem sich ein hochfrequentes Pfeifen gesellt. Im Eco-Modus lässt der Geräuschpegel deutlich nach und das Pfeifen ist weg. Allerdings ist nun auch das Bild dunkler.

Optoma verbaut im GT1080 Darbee zwei 10-Watt-Lautsprecher. Diese sind für einen Beamer in Ordnung, können aber nicht mal ansatzweise eine Heimkinoanlage ersetzen. Wer kann, sollte deswegen über den 3,5-mm-Klinkenstecker die Audio-Daten an externe Lautsprecher leiten. Einen optischen Ausgang hat der Kurzdistanz-Beamer genauso wenig wie Bluetooth.

Über Smart-Features verfügt der GT1080 Darbee nicht, dafür über sehr umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. In den Bildeinstellungen kann der Nutzer hier an Helligkeit, Kontrast, Schärfe und vielem mehr schrauben. Sogar die Wandfarbe lässt sich einstellen. Der Beamer passt seine Darstellung dann so an, dass ein möglichst farbtreues Bild zum Beispiel an einer Schultafel entsteht. Die Bilderstrecke verschafft einen Überblick der Optionen.

Die Fernbedienung ist beleuchtet.

Gut haben uns die drei programmierbaren Knöpfe auf der Fernbedienung gefallen. So kann man sich für häufig genutzte Optionen viele Klicks sparen. Aber auch sonst bietet die Fernbedienung viele sinnvolle Funktionen wie direkt anwählbare Eingangsquellen, Lautstärkeregelung, Helligkeit, Seitenverhältnis, Schlaf-Timer und vieles mehr. Allerdings scheint das Layout der Fernbedienung schon bei älteren Beamern zum Einsatz gekommen zu sein. Die unteren vier Knöpfe sind mit VGA1, VGA2, Video und YPbPr beschriftet – und das sind alles Eingänge, die der GT1080 Darbee gar nicht hat. Entsprechend haben die Knöpfe keine Funktion.

Als Eingänge bietet der Kurzdistanz-Beamer zwei HDMI-Ports, von denen einer MHL-fähig ist. Ein USB-A-Port versorgt externe Streaming-Boxen wie Fire TV oder Chromecast mit Energie. Außerdem bietet er einen 3,5-mm-Klinkenstecker Audio-Out, 12V Trigger Out, 3D Sync Out (5V) und eine Mini-USB-Service-Buchse. Strom bekommt er über einen dreipoligen Kaltgerätestecker, das Netzteil ist im Gehäuse verbaut. Für den Transport legt Optoma eine gut sitzende Tasche bei.

Der Optoma GT1080 Darbee kostet zum Zeitpunkt des Tests 825 Euro. Der hier eingebundene Preisvergleich zeigt den aktuell günstigsten Preis. Wie die Bestpreisentwicklung verrät, war er auch schon für 690 Euro zu haben. Wir empfehlen auf unserer Preisvergleichsseite einen Preisalarm zu setzen. Dieser informiert dann per Mail, wenn die zuvor bestimmte Preismarke unterschritten wird.

Optoma GT1080Darbee (95.79C01GC0E)

Optoma GT1080 Darbee

Optoma SP.8VH01GC01 Ersatzlampe

Ersatzlampe Optoma GT1080 Darbee

Der Optoma GT1080 Darbee ist ein guter Beamer. Dank der Weitwinkellinse wirft er schon mit einem Meter Abstand ein mächtiges Bild an die Wand. Seine hohe Helligkeit qualifiziert ihn auch für nur leicht abgedunkelte Räume. Die Farben und die Schärfe sind sehr gut, was auch an der integrierten Darbee-Bildverbesserung liegt.

Allerdings führt sein schlechtes Kontrastverhältnis dazu, dass schwarze Bilder grau wirken und in dunklen Passagen kaum noch Details auszumachen sind. Auch ist sein Lüfter in der hellsten Einstellung zu laut und ein optischer Zoom hätte seine Aufstellung flexibler gemacht. Wer bereit ist, gut das Doppelte auszugeben, sollte sich unbedingt den LG HF85JS (Testbericht) mit Laser-Licht und extrem hohen Projektionsverhältnis anschauen.

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