TechStage
Suche

Ein Angebot von

Test: Günstiger Staubsauger-Roboter mit Wischfunktion

von  // 

Großhändler bieten elektronische Geräte oft als Eigenmarken an. Doch die Produkt sind oft schlecht verarbeitet und enthaltenen häufig unausgereifte Software. Wir haben ein solches Produkt getestet: Einen Staubsauger-Roboter mit Wischfunktion von Pearl. Wir verraten, wie sich das günstige Gerät im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

Der Wassertank des Pearl-Staubsaugers kommt zusammen mit einem passenden Wischtuch und sieht genauso aus wie der des bereits getesteten Proscenic Coco Smart 790T. Der Pearl-Staubsauger wirkt allerdings eleganter und kompakter als der Proscenic. Das runde Gehäuse aus Kunststoff ist rund zehn Zentimeter hoch mit einem Durchmesser von 34 Zentimetern. Die Hochglanzoberfläche stellt sich in unserem Test als unvorteilhaft heraus: Der Sauger ist bereits wenige Minuten nach dem Auspacken mit deutlich erkennbaren Fingerabdrücken übersät.

Batterien für die Fernbedienung und Ersatz-Wischtücher gehören nicht zum Lieferumfang.

Auf der Oberseite, des komplett in schwarz gehaltenen Staubsaugers, sitzen der Bedien-Knopf und die Klappe zum 0,5-Liter-Staubbehälter. Auf dem Gehäuse befindet sich ein auffälliger optischer Sensor, der das Gerät nochmal einen Zentimeter höher macht. Der Hauptschalter ist seitlich am Gehäuse angebracht.

Der Schmutzbehälter ist leicht zugänglich.

Zum Lieferumfang gehören vier Bürsten für die Ecken- und Rand-Reinigung, ein Ersatz-Hepa-Filter, die Basis-Station inklusive passendem Netzteil und eine Fernbedienung. Auch eine deutsche Anleitung und zwei etwa 1,5 Meter lange Magnetbänder liegen dem 2,8 Kilogramm schweren Roboter bei.
Die Verarbeitung ist gut und gibt keinerlei Grund zur Beanstandung.

Der Staubsauger reinigt Teppiche und verschiedene glatte Böden, beispielsweise Fliesenböden. Auch Hochflorteppiche bereiten dem Pearl-Sauger keine Probleme. Zusätzlich gehört zu unserem Testmodell der bereits erwähnte Wischaufsatz zur Feuchtreinigung. Dieser wird mit Wasser befüllt und unten am Gehäuse aufgesteckt.

Um ein Abstürzen zu verhindern besitzt der Roboter zahlreiche optische Sensoren. Diese haben in unserer Testumgebung zuverlässig funktioniert. Zusätzlich verfügt der Staubsauger über eine berührungsempfindliche Leiste an der Front des Gehäuses.

Zusätzlich befindet sich ein Magnetsensor auf der Unterseite. Zusammen mit dem beiliegenden Magnetband lässt sich eine Art Wand aufbauen. Dies ermöglicht Nutzern beispielsweise, Zimmerecken aus der Reinigung ausschließen, oder hindert den Roboter daran, in ein anderes Zimmer zu fahren.

Die zwei Reinigungsbürsten verfügen über ausreichend lange Borsten, um auch in Kanten und Ecken zu gelangen. Zwei weitere Ersatz-Bürsten liegen bei.

Der Aufbau ist denkbar einfach: Die Reinigungsbürsten werden in die jeweilige Aufnahme an der Geräteunterseite gesteckt, die Basisstation kommt ans Stromnetz, Batterien in die Fernbedienung. Die hierfür notwendigen beiden AA-Batterien gehören nicht zum Lieferumfang. Die Nutzung der Fernbedienung ist zwar praktisch, wir sind aber besonders an der Steuerung per Smartphone interessiert.

Hindernisse umkreist der Roboter in einem engen Radius.

Bevor wir mit der Einrichtung der Smartphone-App Coayu beginnen, stellen wir unseren Test-Roboter auf die Ladestation. Dieses quittiert das eingeschaltete Gerät mit der akustischen Rückmeldung „Start charging“. Die Installation und die Einrichtung der kostenlosen App funktionieren erfreulicherweise ohne jegliche Probleme. Nach der Registrierung geben Nutzer ihr WLAN-Kennwort ein und starten den Kopplungs-Modus mit einem gleichzeitigen Druck auf die Pfeil-runter-Taste auf der Fernbedieung und die Power-Taste am Roboter. Das blaue WLAN-Symbol am Sauger signalisiert nun Kopplungsbereitschaft. Die App findet den Pearl-Roboter bereits nach wenigen Sekunden und fügt ihn zur Geräteliste hinzu.

Der Saug-Roboter steht an der Ladestation.

Das Übersichtsmenü informiert, dass sich der Staubsauger im Status „Lädt gerade auf“ befindet. Ein Klick auf das Saugersymbol genügt und Nutzer gelangen direkt ins Steuerungsmenü. Pfeiltasten dienen zur manuellen Steuerung. Unter dem Menüpunkt Modus bestimmen Nutzer, wie sich der Roboter verhalten soll: Ein Druck auf die Wiederaufladen-Taste schickt den Roboter zur Basisstation. Der zweite Reiter in der App bietet eine Kartenansicht. Sie zeigt virtuell, wo der Roboter bereits gesaugt hat und wo er sich befindet. Diese wenig exakte Darstellung offenbart, dass der Sauger einige Stellen mehrfach abfährt. Die Kartenfunktion ist zwar interessant, bringt aber keinen echten Mehrwert.

Spannender ist Punkt drei im Menü: der Timer. Er ermöglicht, feste Tageszeiten zu bestimmen, an denen der Roboter selbstständig mit der Arbeit beginnen soll. Im Test funktionierte diese Funktion zuverlässig. Wer gerne nach der Arbeit in eine frisch gesaugte Wohnung kommt, wird den automatischen Timer zu schätzen wissen.

Der Akku hält bei unserem Test-Roboter zwischen 80 und 90 Minuten. Danach fährt der Sauger selbstständig zur Ladestation und vollendet seine Arbeit danach automatisch. Für unser Test-Zimmer mit etwa 20 Quadratmetern braucht der Pearl-Roboter etwa 18 Minuten.

Als Reinigungsmodi stehen die automatische Reinigung, eine Bereichsreinigung und die sogenannte Grenz-Reinigung zur Verfügung. Automatische Reinigung bedeutet, dass der Sauger solange alles abfährt, bis er alle zugänglichen Bereiche erreicht und gereinigt hat. Geht die interne Akkuleistung zu Neige, fährt der Sauger automatisch zur Ladestation und macht dann wieder dort weiter, wo er die Reinigung unterbrochen hat.

Bereichsreinigung bedeutet, dass der Sauger lediglich einige Quadratmeter direkt vor dem Gerät abfährt und reinigt. Das ist praktisch, um beispielsweise nur unter einem Esstisch oder einen Eingangsbereich zu putzen. Bei der Funktion Grenz-Reinigung fährt der Roboter lediglich die Wände ab und saugt nicht in der Raummitte – ideal um dort Staub zu wischen.

Ein eigener Wisch-Modus existiert nicht.Der Menüpunkt Einstellungen zeigt Software-Version, Modell-Nummer, Maschinenstatus (lädt, saugt, ausgeschaltet) sowie den Batteriestatus. Außerdem lassen sich hier Hinweistöne ausschalten.

Die Software ist übersichtlich und unkompliziert.

Der Roboter fährt nicht ziellos durch die Räume. Er scheint die Räume in mehrere Abschnitte zu unterteilen und fährt diese nacheinander ab. Möbel und Hindernisse erkennt der Sauger und umfährt diese in einem engen Radius. Aufgrund der langen Kanten-Bürsten gelangt das Testmodell bis an die Kanten und auch in die meisten Ecken. Die Reinigungsleistung ist erfreulich gut. Der Sauger nimmt sowohl lange Haare als auch kurze Tierhaare zuverlässig auf. Hochflorteppichen bereiten dem Roboter erst ab knapp zwei Zentimetern Höhe Probleme. Der Saugers läuft lauter das vergleichbare Modell von Proscenic.

Aufgrund der Bauhöhe von zehn Zentimetern passt der Roboter unter die meisten Möbel. Gerade dort ist das Saugen mit normalem Equipment aufwändig, sodass der Roboter hier Vorteile zeigt. Zumindest, solange keine langen Kabel unter den Möbeln liegen. In diesen hängt der Roboter nämlich gerne einmal fest.

Die Wischfunktion ist ausreichen; zu viel sollten Nutzer aber nicht erwarten: Eingetrocknete Flecken – beispielsweise auf Fliesen – bleiben auch nach dem Überfahren mit Wischaufsatz noch deutlich erkennbar. Um Zimmer von feinem Staub oder Pollen zu reinigen, ist dieses Extra durchaus sinnvoll. Einen reiner Wischroboter oder Handarbeit ersetzt die Wischfunktion aber nicht. Zudem ergibt sich das Problem, dass sich unter dem Sauger kleine Pfützen bilden, sobald der Roboter an der Ladestation steht.

Die Wartung ist einfach sowie unkompliziert und sollte regelmäßig stattfinden. Bereits nach einer Batterieladung ist der beutellose Staubbehälter fast voll und die Kanten-Bürsten ordentlich verdreckt. Der gesamte Wartungsprozess dauert gerade einmal drei Minuten. Dabei wird der Staubbehälter wird einfach entnommen, über einem Mülleimer ausgeleert und wieder eingesetzt. Die Bürsten werden lediglich von langen Haaren befreit.

Der Staubsauger-Roboter mit Wischfunktion ist dem Proscenic Coco Smart 790T trotz unterschiedlichen Designs sehr ähnlich. Mit knapp 275 Euro ist das Modell von Pearl einer der günstigen Staubsauger-Roboter am Markt. Zwar fehlen Extra-Funktionen wie die Steuerung per Alexa oder Google Home, dennoch macht der Staubsauger - trotz schlechter Wisch-Leistung – insgesamt einen guten Job. Unser Testgerät übergeht zwar hier und da einmal eine Staubflocke; insgesamt ist die Reinigungsleistung aber überraschend gut. Auch die Akkuleistung ist in Ordnung.

So sieht die Unterseite aus. Der Wassertank wir einfach aufgesteckt.

Die Arbeit des gelegentlichen Wischens nimmt der Roboter zwar nicht ab, aber er macht immerhin einen großen Teil davon. Wem ein einfacher Roboter ausreicht, kann sich zwischen dem Proscenic- und dem Pearl-Modell frei entscheiden. Die beiden Geräte sind ähnlich teuer und leisten auch ähnliches. Der Proscenic misst lediglich einen Zentimeter weniger und arbeitet etwas leiser. Das Modell von Pearl ist etwas günstiger und definitiv schicker.

Wer hohe Saugkraft und eine umfangreichere App erwartet, muss jedoch tiefer in die Tasche greifen und zum Beispiel den Neato D5 kaufen. Wem es primär um die Wisch-Funktion geht, sollte einen expliziten Wisch-Roboter kaufen. Dessen Leistung ist der eines günstigen Kombi-Modells auf jeden Fall deutlich überlegen.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige