Google Nexus 6 im Test | TechStage
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Test: Google Nexus 6

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Das Google Nexus 6 wurde vor kurzem in den USA vorgestellt. Mitte Oktober ging es offiziell durch die Medien, wenn es genauer sein soll. Hier in Deutschland ist das Smartphone noch nicht erhältlich. Irgendwann im Dezember wird es wohl soweit sein – laut der hiesigen Niederlassung soll schon ab Freitag, den 5. Dezember verfügbar sein.

Ich habe das Telefon jetzt seit knapp zwei Wochen bei mir. Was kann ich Euch alles aus meiner Erfahrung berichten? Die Kurzfassung: Es ist ein größeres Moto X (2014, 2nd Generation), das mit dem neuesten Google-Betriebssystem ausgeliefert wird. Aber diese eine Information reicht Euch vermutlich nicht, oder? Nachfolgend lest und seht Ihr alles Wissenswerte über das große Smartphone aus Mountain View, Kalifornien.

Motorola Moto X (2nd Generation) vs. Google Nexus 6
Motorola Moto X (2nd Generation) vs. Google Nexus 6

Das Google Nexus 6 ist fast baugleich mit dem Moto X. Wie Ihr also aus dem obigen Vergleich sehen könnt, ist der Hersteller in diesem Jahr die Lenovo-Tochter Motorola Mobility. Die vergangenen zwei Generationen, Nexus 4 sowie Nexus 5, kamen von LG Electronics. Davor war Samsung mit dem Galaxy Nexus und Nexus S zweimal dran. Das Ur-Nexus wurde von HTC gemacht, es basierte auf das damals sehr erfolgreiche HTC Desire.

Google Nexus-Portfolio
Das bisherige Nexus-Portfolio von Google

Das Nexus 6 hat auf der vorderen Seite ein robustes Schutzglas. Der Rahmen um die Anzeige ist aus Metall gemacht. Er stabilisiert das Gerät nicht nur, sondern dient auch als integrierte Antenne für WLAN, Mobilfunk und Bluetooth. Zudem verleiht er dem Gerät ein hochwertiges Aussehen. Ähnlich wie beim Moto X ist auch hier der Rücken schön oval und passt sich der Handfläche hervorragend an. Selbst wenn man das Telefon nicht anpackt, bleibt es in der Hand liegen. Wo andere Geräte runterrutschen, haftet das Nexus 6 sicher und stabil. Trotz der Größe und der Masse von 184 Gramm, wurde das gut umgesetzt. Darüber hinaus ist die Verarbeitung gut. Man hat viel Wert auf Detail gelegt. Spaltmaßen gibt es nicht, aber das Nexus 6 ist ein kleiner Staubfänger – hat man es einmal in der Jeans- oder Jackentasche gesteckt, schon ist es mit feinem Schutz bedeckt.

Das augenscheinlichste Merkmal des Nexus-Smartphones ist die Größe. Googles Motto beim Nexus 6 lautet: „Zeigt mehr, kann mehr“. Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten, ist das Nexus 6 schon echt groß. Es ist höher, breiter und sogar dicker als das iPhone 6 Plus von Apple und Samsungs Galaxy Note 4. Liegt unter anderem auch am Display: 5,96 Zoll gegen 5,5 und 5,7.

Galaxy Note 4 vs. iPhone 6 Plus vs. Nexus 6 vs. Moto X vs. iPhone 6
Größenvergleich: Samsung Galaxy Note 4 vs. Apple iPhone 6 Plus vs. Google Nexus 6 vs. Motorola Moto X vs. Apple iPhone 6
Größenvergleich: Google Nexus 6 vs. Apple iPhone 6 Plus vs. Samsung Electronics Galaxy Note 4
Höhe Breite Tiefe Masse Display Oberflächenverhältnis
Google Nexus 6
159,26 mm 82,98 mm 10,06 mm 184 Gramm 5,96 Zoll 74,1 Prozent
Apple iPhone 6 Plus 158,1 mm 77,8 mm 7,1 mm 172 Gramm 5,5 Zoll 67,8 Prozent
Samsung Electronics Galaxy Note 4 153,5 mm 78,6 mm 8,5 mm 176 Gramm 5,7 Zoll 74,2 Prozent

Eine Einhandbedienung ist bei dem Nexus 6 so gut wie kaum möglich, und wenn doch, dann ist sie weder komfortabel noch sieht es bequem aus, wenn man da seine Finger bis zu einem Krampf streckt. Das Telefon hat insgesamt drei Tasten, alle haben einen guten Druckpunkt und befinden sich in der Reichweite des Daumens oder Zeigefingers.

Google Inaktivitätsdisplay beim Nexus 6
Google Inaktivitätsdisplay beim Nexus 6

Eine einfache Double-Tap-To-Wake-Geste gibt es beim Nexus 6 genau so wenig, wie eine Benachrichtigungs-LED – zumindest sind diese Features ab Werk nicht dabei. In einigen Foren findet man zwar Anleitungen, wie man diese freischalten kann, aber wie gesagt: offiziell ist das alles nicht. Neu hingegen ist das sogenannte Inaktivitätsdisplay, das von der OLED-Technologie profitiert: Meldungen, Status-Updates oder sonstige Benachrichtigungen werden wie beim iPhone auf der Display-Sperre angezeigt, wenn sie eintreffen. Die Darstellung ist Schwarz-Weiß, im Vergleich zu einer Flüssigkristallanzeige ist das energiesparsamer, da nur die sichtbaren Pixel beleuchtet werden. Die Elemente werden jedes Mal eingeblendet, wenn man das Gerät bewegt oder es in die Hand nimmt. Ein sehr hilfreiches Feature, finden wir.

Technische Daten des Google Nexus 6 (Shamu)
Modell Google Nexus 6 (Shamu)
Straßenpreis unbekannt
Betriebssystem Android
Display 6 Zoll / AMOLED
Auflösung 2560 × 1440 Pixel / 493 ppi
Kamera 13 Megapixel / BSI-CMOS
Blitz, Videoleuchte Foto-LED
Bildstabilisator optisch
Auflösung (Video) 3840 × 2160
Frontkamera 2 Megapixel
Prozessor Qualcomm Snapdragon 805 APQ8084 / 2,7 GHz / 4 Kerne
Speicherkartenslot nein / k. A.
LTE ja / 700, 800, 850, 900, 1800, 2100
WLAN 802.11a/b/g/n und ac
Bluetooth 04. Jan
NFC ja
GPS / Glonass ja / ja
Radio / FM-Transmitter nein / nein
Akku-Kapazität 3220 mAh / k. A.
Standby / Gesprächszeit 2G k. A. / k. A.
Standby / Gesprächszeit 3G k. A. / k. A.
Abmessung 83 × 159 × 10 mm
Gewicht 182 Gramm
Google Nexus 6: Kamera

Auf der vorderen Seite des Nexus 6 gibt es eine herkömmliche Kamera mit 2 Megapixeln. Weitwinkel oder spezielle Selfie-Funktionen hat Google in dieser Generation nicht integriert. Die Qualität ist okay; gut genug für Videotelefonie über Skype oder andere Messenger. Aber in Zeiten, wo es dedizierte Geräte für Selbstportraits gibt, sollten Google und Motorola schon eine hochauflösende Kamera einsetzen.

Die primäre Kamera auf der Rückseite schießt Bilder in einer 13-Megapixel-Auflösung und Videos in 4K Ultra High Definition. Die Optik beherbergt eine f/2.0-Linse. Mit diesem Öffnungsverhältnis trifft viel Licht auf den Kamerasensor, so werden Aufnahmen natürlich hell. Außerdem hat das System einen mechanischen Bildstabilisator (OIS). Leichte Wackler werden somit automatisch ausgeglichen und man erhält gute und scharfe Resultate – gerade bei wenig Licht.

Die Kamera ist gut – Motive zeigen viel Schärfe und Detail. Auch die Farbdynamik ist solide.

Testbilder

Test: Google Nexus 6 (Kamerabilder) (10 Bilder)

Test: Google Nexus 6 (Kamerabilder)

In Kunstlicht aufgenommen.

Google Nexus 6: Display
Quad-High-Definition AMOLED-Display des Nexus 6

Die Anzeige des Nexus 6 ist – wie Ihr mittlerweile schon gelesen habt – 5,96 Zoll in der Diagonale groß. Das ist verdammt groß, zu groß für ein Smartphone, finden wir. Für die Vorstellung: das sind 15,1 Zentimeter. Unabhängig von der Größe ist es ein sehr qualitatives AMOLED-Panel mit ausreichender Helligkeit und Farbsättigung. Blickwinkel sind 1A, so wie sie sein sollten. Schwarzwert ist ebenso gut. Bei der Darstellung von Weiß sehen wir von rechts einen leichten Grünstich und von links einen Rotstich – störend ist das alles aber nicht gewesen. Die Anzeige hat ein Oberfläche-Verhältnis von 74,1 Prozent. Die Auflösung ist Quad-High-Definition, also 2560 × 1440 Pixel. Das ergibt eine sehr hohe Pixeldichte von 493 Pixel pro Zoll.

Genau wie das Nexus 9 hat auch das Nexus 6 zwei Lautsprecher auf der vorderen Seite. Sie sind monströs laut und haben viel Volumen, allerdings ist das Klangbild etwas stumpfer, als bei dem BoomSound-System von HTC.

Mit Empfang und Gesprächsqualität hatten wir in Hamburg über Vodafone und Telefónica Germany keine Probleme: das mobile Internet, Sprache als auch Erreichbarkeit waren tadellos.

Test: Google Nexus 6 (Benchmarks) (5 Bilder)

Test: Google Nexus 6 (Benchmarks)

3D Mark

Motorola Turbo Charger für das Google Nexus 6
Motorola Turbo Charger für das Google Nexus 6

Im Nexus 6 sitzt ein 3220 mAh Akku. Bei voller Last erreicht das Nexus 6 knapp zwölf Stunden. Nutzt man es gewöhnlich, dann kommt man auf seinen gewöhnlichen Arbeitstag. Das ist ehrlich gesagt nicht viel, wenn man so einen großen Akku hat. Zumindest war das unsere Erwartungshaltung. Aber das große Display braucht wohl doch mehr Energie, als gedacht. Positiv: Google liefert ab Werk ein Schnellladekabel mit. Damit lässt sich der Akku in 1:04 Stunden vollaufladen. Das ist abgefahren schnell. 15 Minuten sorgen für eine erweiterte Nutzung von bis zu 5:41 Stunden. Der Akku ist fest installiert und kann auch drahtlos über eine Qi-Ladestation aufgeladen werden. Dann dauert es aber etwas länger.

Wer das Nexus 6 kaufen möchte, dem stehen zwei Farben zur Auswahl: Weiß und Midnight Blue. Beide Telefone gibt es mit 32 GByte oder 64 GByte internem Speicher. Bei der kleineren Variante stehen dem Nutzer rund 25,98 GByte frei zur Verfügung. Erweitern kann man den Speicher leider nicht. Die Preise sind 649 Euro für 32 GByte und 699 Euro für 64 GByte. Einige Märkte, wie zum Beispiel die MSH-Töchter Media Markt und Saturn sind etwas günstiger.

Test: Google Nexus 6 (Produktbilder) (15 Bilder)

Google Nexus 6: vordere Seite

Auf der vorderen Seite des Nexus 6 befindet sich das große Display, eine 2 Megapixel Kamera sowie zwei Lautsprecher.

Google Nexus 6 in Midnight Blue und White

Googles Nexus-Smartphone der sechsten Generation ist nicht schlecht. Es ist – wie anfangs gesagt – ein etwas größeres Motorola Moto X. Positiv waren Dinge, wie zum Beispiel das Display, der Prozessor und das Internet – egal über Mobilfunk oder WLAN, beides hat gut und schnell funktioniert. Etwas enttäuscht war die Leistung des Akkus: Bei 3220mAh haben wir schon mehr erwartet, als ein Tag. Wie dem auch sei, wir mögen das mitgelieferte Schnellladekabel. Es ist wirklich sehr hilfreich, gerade wenn man nicht viel Zeit hat. Das Nexus 6 ist das erste Telefon, das ab Werk mit Android OS 5.0 Lollipop ausgestattet ist. Neben den neuen Funktionen, die das Betriebssystem so mit sich bringt, gefällt uns auch die Optik. Sie ist modern, verständlich und man kommt sich nicht überfordert vor. Andere Android-Hersteller sollten sich hier ein Beispiel nehmen.

Das größte Problem des Nexus 6 ist jedoch die Größe: Der Rahmen um das Display kann so klein sein, wie er möchte, sechs Zoll sind aber eben sechs Zoll – und damit umgehen kann und möchte nicht jeder. Das Nexus 6 ist stark, die Verarbeitung ist gut und auch andere Punkte wie Kamera, Klang und Empfang stimmen, aber wegen seinen übertriebenen Dimensionen disqualifiziert es sich selbst. Diejenigen, die mit der Größe kein Problem haben, die werden das Google-Smartphone lieben.

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