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Test: E-Book-Reader Amazon Kindle 2019 mit Beleuchtung

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Amazon spendiert seinem günstigsten Kindle einen Refresh mit guter Hintergrundbeleuchtung, Bluetooth und neuem Display. Der Test offenbart aber auch Schwächen.

Erst Ende 2018 erhielt der Amazon Kindle Paperwhite (Testbericht) ein großes Update. Er wurde dünner, leichter, heller, wasserdicht und erhielt Bluetooth, um Audible-Hörbücher an externe Boxen oder Bluetooth-Kopfhörer (für unter 30 Euro im Vergleichstest) zu streamen.

Nun ist der E-Book-Reader für Einsteiger Amazon Kindle dran. Zunächst einmal steigt sein Preis von 70 auf 80 Euro. Dafür bietet er endlich eine Hintergrundbeleuchtung; außerdem kann auch er nun Bluetooth. Was sich sonst noch alles geändert hat, beziehungsweise was sich leider nicht geändert hat, zeigt der Test des Amazon Kindle 2019.

Das Display des Kindle 2019 löst nicht hoch genug auf, um Schrift scharf darzustellen.

Das nach wie vor 6 Zoll große Display setzt nun auf die von teureren E-Book-Readern gewohnte Carta-Technik. Sie soll für ein besseres Kontrastverhältnis sorgen. Was sich zu unserer großen Enttäuschung nicht geändert hat, ist die Auflösung. Die 800 × 600 statt der von Mittelklasse-E-Book-Readern gewohnten 1448 × 1072 Pixel resultieren in leicht ausgefranster Schrift. Das mag im ersten Moment vielleicht nicht auffallen. Aber spätestens, wenn man den Amazon Kindle neben einen E-Book-Reader mit höherer Auflösung legt, will man nie wieder unscharfe Schriften lesen. Ein Display mit zeitgemäßer Auflösung hätten wir uns für den neuen Kindle wirklich gewünscht.

Toll ist dagegen die Hintergrundbeleuchtung. Sie kann zwar nicht wie beim Tolino Shine 3 (Testbericht) und dem Pocketbook Touch HD 3 (Testbericht) die Farbtemperatur ändern, ist aber ausreichend hell und bis auf leichte Lichthöfe am unteren Bildschirmrand sehr gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt.

Nach wie vor reagiert der Touchscreen zuverlässig auf Berührungen. Wie gut das geht, fällt besonders beim Tippen auf der virtuellen Tastatur auf. Natürlich reagiert das Display aufgrund der E-Ink-Technik immer etwas mit Verzögerung, allerdings steht das Kindle diesbezüglich seinen teureren Konkurrenten in nichts nach. Mit Ghosting hat der Kindle nicht zu kämpfen.

Links der Kindle Paperwhite 2018; rechts der Kindle 2019.

Mit einem Gewicht von 172 g und Maßen von 160 × 114 × 8 mm liegt er trotz einer leichten Gewichtszunahme nach wie vor gut in der Hand. Der verwendete Kunststoff der uns vorliegenden weißen Variante wirkt im direkten Vergleich mit den Kindle Paperwhite etwas weniger wertig, allerdings noch immer angemessen und vor allem stabil. Fingerabdrücke sind darauf keine zu sehen. Der Rahmen um das Display steht etwa 1 mm hervor, was bei seiner Nutzung nicht stört. Eine Wasserdichtigkeit bietet der E-Book-Reader nicht.

Der interne Speicher von 4 GByte ist nicht erweiterbar. Nach Abzug des Betriebssystems stehen davon für den Nutzer gut 2,7 GByte zur Verfügung. Damit sollte er ausreichend Platz für E-Books bieten. Die Akku-Laufzeit gibt Amazon mit mehreren Wochen an. Bezüglich seiner Performance gibt es nichts zu beanstanden.

Neu ist eine Bluetooth-Schnittstelle, wie man sie auch schon beim neuen Kindle Paperwhite (Testbericht) gesehen hat. Zu einem echten MP3-Player wird der Kindle damit aber nicht, unterstützt er im Grunde doch nur von Amazons Audible heruntergeladene Hörbücher. In unserem Test belegte ein Hörbuch mit einer Länge von 9 Stunden etwa 250 MByte des Speichers. Diese Erweiterung des Einstiegs-Kindles in Richtung Hörbücher ergibt für Amazon viel Sinn, eröffnen sie dem Online-Händler doch einen weiteren Vertriebskanal, um seine Hörbücher zu verkaufen. Die Masse der Nutzer hätten sich wahrscheinlich eher ein hochauflösendes Display gewünscht und Audible den teureren Kindles überlassen.

Die Bedienung des Amazon Kindle erfolgt fast ausschließlich über das sehr gute und über die Jahre optimierte Touch-Interface. Sehr schön finden wir nach wie vor die auch von anderen Kindle-Readern gewohnte X-Ray-Funktion, die bei unterstützten Büchern Informationen über Figuren, Orte und Handlungsstränge anbietet. Auch die Synchronisation des Lesefortschritts über E-Reader und Kindle-App hinweg funktioniert bei über Amazon gekauften Büchern einwandfrei.

Als einziges haptisches Bedienelement befindet sich auf seiner Unterseite neben dem Micro-USB-Ladeport ein An-/Aus-Taster. Beim Halten des E-Readers kann es vorkommen, dass man ihn versehentlich drückt und das Gerät ungewollt ausschaltet.

Wie bei allen E-Book-Reader der Kindle-Reihe will auch sein neuster Vertreter vom Nutzer zu Beginn eine Amazon-Registrierung. Einmal im Amazon-Universum angemeldet und im WLAN eingeloggt, klappt die Synchronisation bereits erworbener E-Books und Hörbücher automatisch; der Kauf neuer Inhalte ist mit wenigen Fingertipps auf dem Touchscreen komfortabel möglich. Wer dafür statt WLAN eine in den Reader integrierte Mobilfunk-Funktion möchte, muss zu teureren Modellen wie dem Amazon Kindle Paperwhite greifen.

Neben Mobi und einer rudimentären PDF-Unterstützung kennt der Kindle lediglich sein eigenes E-Book-Format. Wer Bücher im verbreiteten EPUB-Format lesen möchte, muss sie zuvor über Drittsoftware wie Calibre am Rechner umwandeln und über die USB-Schnittstelle oder auch einfach per E-Mail auf den Kindle laden. Das ist zwar etwas umständlich, aber zumindest gibt es einen Weg. Verleihdienste wie die Onleihe der Stadtbibliotheken funktioniert aufgrund fehlender DRM-Unterstützung nicht. Wer das möchte, kann zum Beispiel zum Tolino Shine 3 (Testbericht) und dem Pocketbook Touch HD 3 (Testbericht) greifen. Um beim Kindle Bücher zu leihen, muss man zu einem der Leihdienste von Amazon wie Kindle Unlimited greifen.

Die UVP des Amazon Kindle mit Werbung liegt bei 80 Euro, ohne Werbung bei 90 Euro. Eine Kategorie höher liegt der Kindle Paperwhite mit höher auflösendem Display; er kostet mindestens UVP 120 Euro. Allerdings sind die E-Book-Reader regelmäßig bei Amazon-Aktionen im Preis reduziert. So kostete der Kindle Paperwhite im Frühling 2019 80 Euro. Es ist also davon auszugehen, dass auch der Kindle 2019 bald vergünstigt angeboten wird. Optionale Hüllen gibt für den Kindle in den Farben Blau, Schwarz, Rot und Weiß für je 30 Euro.

Amazon Kindle J9G29R 2019 weiß, mit Werbung (53-014486)

Amazon Kindle 2019 weiß, mit Werbung

Amazon Kindle J9G29R 2019 schwarz, mit Werbung (53-014485)

Amazon Kindle 2019 schwarz, mit Werbung

Amazon Kindle J9G29R 2019 weiß, ohne Werbung (53-014490)

Amazon Kindle 2019 weiß, ohne Werbung

Amazon Kindle J9G29R 2019 schwarz, ohne Werbung (53-014489)

Amazon Kindle 2019 schwarz, ohne Werbung

Amazon Schutzhülle für Kindle 2019 [10. Generation], blau (B07K8J57L4)

Amazon Kindle 2019 Schutzhülle blau

Amazon Schutzhülle für Kindle 2019 [10. Generation], rot (B07K8Q1R85)

Amazon Kindle 2019 Schutzhülle rot

Der Amazon Kindle bietet als einer der ganz wenigen auf dem Markt schon für seinen regulären Preis von 80 Euro eine für die Geräteklasse so wichtige Hintergrundbeleuchtung. An der Verarbeitungsqualität wurde nicht geschraubt: Nach wie vor ist er nicht wasserfest und nach wie vor schließt das Display nicht plan ab. Wer bei einem Kindle diese Premium-Features will, sollte zum Amazon Kindle Paperwhite 2018 (Testbericht) greifen.

Was er allerdings kann, ist Bluetooth. Verständlich, dass Amazon dieses Feature integriert, eröffnen sie damit doch einen weiteren Vertriebskanal für ihr Hörbuchangebot Audible. Als klassischer MP3-Player kann der Kindle nicht genutzt werden. Wir hätten uns statt Bluetooth lieber ein höher auflösendes Display gewünscht. Die 167 ppi sind nicht mehr zeitgemäß und lassen Schriften beim Lesen ausgefransen. Schade, schließlich ist die Darstellung von Schrift die Kernkompetenz eines E-Book-Readers – darauf hätte sich Amazon beim Kindle 2019 konzentrieren sollen.

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