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Test Corsair Hydro Series H115i Wasserkühlung: eiskalt & leise

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Die Hydro Series H115i von Corsair setzt auf zwei Lüfter, die mit RGB-Beleuchtung und geringer Lautstärke punkten. Ob die Rechnung aufgeht, klären wir im Test.

Nach unserem Test der Alphacool Eisbaer 280 (Testbericht) beschäftigen wir uns jetzt mit der Hydro Series H115i Wasserkühlung von Corsair. Ähnlich wie Alphacool verspricht auch Corsair für diese Kühlung maximale Leistung mit flüsterleisen Lüftern. Außerdem bietet die Hardware neben einer frei konfigurierbaren RGB-Beleuchtung zum Preis von 149,90 Euro folgende Features:

  • Radiator aus Aluminium mit Kühlplatte aus Kupfer
  • Lüfter: ML Series PWM 140mm mit 1200 U/min und einer Lautstärke von 20,4 dBA
  • USB-Kabel für Corsair iCUE
  • Halterung für Intel- und AMD-Prozessoren
  • präapplizierte Wärmeleitpaste

Die Corsair Hydro Series H115i besteht aus einem Pumpen-Header, der auf der CPU sitzt, einem Radiator mit zur Pumpe verlaufenden Schläuchen sowie zwei Lüftern. Die Pumpengeschwindigkeit sowie die Lüfterleistung lässt sich über die hauseigene Corsair iCUE-Software steuern, dazu später mehr. Der spezielle Zero-RPM-Modus erlaubt außerdem den vollständigen Stop der Lüfter bei niedrigen Temperaturen zur Geräuschvermeidung.

Die RGB-Beleuchtung erstreckt sich auf den Pumpen-Header und die Lüfter. Sie lässt sich ebenfalls mithilfe von iCUE steuern und modifizieren. Die beiden 140-mm-PWM-Lüfter funktionieren mit Magnetschwebetechnik, weshalb sie besonders leise arbeiten und lediglich 20 dBA Lautstärke produzieren sollen.

Käufer der Hydro Series H115i können die Wasserkühlung sowohl auf Intel- als auch AMD-Prozessoren montieren. Die benötigten Bauteile liegen dem Produkt bei. Die Corsair-Hardware unterstützt dabei folgende Sockel:

  • Intel: LGA 115X, 1366, 2011, 2011-3, 2066
  • AMD: alle gängigen AMD-Sockel inklusive TR4

Leider bietet Corsair keine Möglichkeit, zusätzliche Lüfter der Hydro Series als Ergänzung zu den beiden vorhandenen Ventilatoren nachzukaufen. Wer eine Push-Pull-Lösung installieren möchte, muss also auf einzelne, separate Lüfter von Corsair oder einem anderen Hersteller zurückgreifen. Die entsprechende Lüftergröße vorausgesetzt, bietet der Radiator aber ausreichend Flexibilität zur Montage weiterer Lüfter.

Demgegenüber machte sich ein anderes Merkmal der Hydro Series H115i aber positiv bemerkbar: Wir müssen nicht jeden Bestandteil der Kühlung einzeln an das Mainboard anschließen, sondern können alle Kabel in einem USB-Anschluss zusammenführen. Dadurch sparen wir nicht nur Steckplätze am Mainboard, sondern können die einzelnen Lüfter ansteuern, ohne genau auf die Markierungen der Anschlüsse am Mainboard achten zu müssen.

Wie bei anderen Wasserkühlungen benötigt man für die Hydro Series H115i vor allem Platz im Gehäuse. Wer das entsprechende Case vorweisen kann, hat beim Einbau der Corsair-Wasserkühlung aber verhältnismäßig leichtes Spiel. Für den Test nutzen wir erneut ein P110 Luce von Antec.

Der Einbau der Hydro Series H115i geht dank der simplen Befestigungskonstruktion einfach und leichtgängig von der Hand.

Nachdem man die zum Prozessor passende Befestigung (Intel oder AMD) ausgewählt und am Kühlkörper aufgesteckt hat, wollen die vier Abstandhalter an den entsprechenden Stellen im Mainboard montiert werden. Danach setzen wir die Pumpe mit der vorapplizierten Wärmeleitpaste auf den Prozessor im Sockel und befestigen sie mit den zugehörigen Schrauben in den Abstandhaltern.

Der ganze Prozess geht angenehm leicht von der Hand, weil die Schrauben für die Pumpe sich griffig anfühlen und sich problemlos in das Mainboard einsetzen lassen. Deshalb ist es auch nicht unbedingt nötig, das Mainboard aus dem Gehäuse zu entfernen, um die Wasserkühlung einzubauen.

Lässt es das Gehäuse zu, können wir auch beim Einbau des Radiators auf umständliche Maßnahmen verzichten. Mit ein paar Handgriffen und dank der großzügig bemessenen Kühlschläuche haben wir den Radiator samt Lüftern im Handumdrehen ebenfalls eingebaut – je nach Wunsch als Push- oder Pull-Lösung.

Auch sonst fällt die Hydro Series H115i beim Einbau positiv auf. Mit etwas technischem Geschick ist die Montage innerhalb von 15 Minuten erledigt. Entwarnung gibt es auch für besonders unkoordinierte Bastler: Corsair liefert einen ausreichend großen Schraubensatz mit, sodass genügend Material zum Einbau der Kühlung vorhanden ist.

Die Hydro Series H115i besitzt als Besonderheit eine RGB-Beleuchtung, die sich zusammen mit der Lüftergeschwindigkeit über Corsairs iCUE-Software steuern lässt. Diese Software kommt auch bei anderer Corsair-Hardware zum Einsatz, etwa Corsair-Tastaturen (Testbericht) und Mäusen. Wer die entsprechenden Produkte besitzt, kann die RGB-Beleuchtung der gesamten Hardware dann via iCUE aufeinander abstimmen.

Die RGB-Beleuchtung an Pumpe und Lüftern der Hydro Series H115i lässt sich mithilfe der Corsair iCUE Software den eigenen Wünschen anpassen.

Die Bedienbarkeit der iCUE-Software fällt insgesamt durchaus angenehm auf: Die Menüs sind übersichtlich und die RGB-Beleuchtung ist nach eigenen Wünschen in Bezug auf Farbe und Effekt konfigurierbar. Außerdem stellen wir die Geschwindigkeit der Lüftter ein. Corsair iCUE zeigt uns die Geschwindigkeit der Lüfter und Temperatur der einzelnen Bereiche auf dem Mainboard in dem separaten Dashboard-Menü an.

Sobald die Kühlung eingebaut und die Steuerung mit dem Mainboard verbunden ist, kann der Kühlspaß beginnen. Wir haben unter verschiedenen Bedingungen getestet, wie gut die Leistung der Kühlung im Einzelnen ausfällt.

Dazu haben wir die Corsair Hydro Series H115i bei einer durchschnittlichen Zimmertemperatur von 22 Grad Celsius sowohl im Leerlauf als auch unter Volllast im Stresstest laufen lassen. Nach rund 20 Minuten Laufzeit haben wir anschließend die Temperatur der CPU mithilfe des Programms Hwinfo gemessen. Das System (Intel Core i5 3750, AMD Radeon RX 480) erreichte dabei folgende Temperaturwerte:

  • CPU-Temperatur bei 50 Prozent Lüfterleistung: 34 Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 75 Prozent Lüfterleistung: 33 Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 100 Prozent Lüfterleistung: 31 Grad Celsius

Unter Volllast im Stresstest ergaben sich leicht erhöhte Temperaturen:

  • CPU-Temperatur bei 50 Prozent Lüfterleistung (1300 RPM): 44 Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 75 Prozent Lüfterleistung (1950 RPM): 41 Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 100 Prozent Lüfterleistung (2600 RPM): 40 Grad Celsius

Bei der Kühlleistung der Hydro Series H115i gibt es also absolut nichts zu meckern: In unseren Tests blieben die gemessenen Temperaturen durchweg deutlich unter der Schmerzgrenze von 70 Grad Celsius, ab der es für Prozessoren langsam kritisch wird. Selbst bei rund zwanzig minütiger Vollauslastung maßen wir maximal 44 Grad Celsius CPU-Temperatur.

In Sachen Verarbeitung gibt es bei der Hydro Series H115i nichts zu meckern: Der Radiator besteht aus hochwertigem Aluminium, während ein Großteil der restlichen Wasserkühlung ebenfalls aus Metall gefertigt ist. Auch die Halterung für die jeweiligen Sockel besteht aus Metall.

Bei den Lüftern setzt Corsair auf Plastik, allerdings punktet der Hersteller hier ebenfalls mit einer soliden Verarbeitung, die eine lange Lebensdauer verspricht. Die Kühlschläuche machen schließlich auch einen robusten Eindruck, bleiben aber flexibel, sodass sie sich recht frei im PC-Gehäuse platzieren lassen.

Die Geräuschentwicklung der Hydro Series H115i hält, was Corsair verspricht: Im Leerlauf bei 50 Prozent Lüfterleistung maßen wir in einem Abstand von circa einem halben Meter eine Lautstärke von 24 Dezibel. In direkter Nähe zum Gehäuse lag dieser Wert bei 26 Dezibel. Stellt man die Lüfterleistung auf 100 Prozent, arbeiten die Lüfter etwas lauter, aber noch im erträglichen Rahmen. Hier stellten wir 30,2 Dezibel beziehungsweise 34,5 Dezibel fest. Damit bewegt sich die Hydro Series H115i im Dunstkreis der leisen Kühlungen.

Corsair Hydro Series H115i RGB Platinum (CW-9060038-WW)

Corsair Hydro Series H115i RGB Platinum

Corsair Hydro Series H115i Pro (CW-9060032-WW)

Corsair Hydro Series H115i Pro

Vor unserem Test haben wir uns gefragt, ob Corsair mit der Hydro Series H115i eine Wasserkühlung anbietet, die zwar mit der RGB-Beleuchtung auf schicke Optik setzt, aber dafür bei der Kühlleistung enttäuscht. Doch die Hydro Series H115i belehrte uns eines Besseren.

Denn diese Wasserkühlung von Corsair überzeugte nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich: Der Einbau könnte für eine Wasserkühlung kaum einfacher vonstattengehen; die Steuerung der Lüfter sowie der RGB-Beleuchtung funktioniert bequem und eingängig. Sowohl bei Verarbeitung als auch Lautstärke kann die Hardware punkten.

Entscheidend bleibt freilich die tatsächliche Kühlleistung. Auch hier liefert Corsair ein hervorragendes Paket ab, das die CPU auch unter Volllast in angemessenen Temperaturbereichen hält. Lediglich die fehlende Modularität der Hydro Series H115i inklusive des mangelnden Angebots zusätzlicher Lüfter enttäuscht.

Wer also eine Wasserkühlung mit hervorragender Kühlleistung sucht, die sich leicht einbauen lässt und auch noch schick aussieht, bekommt mit der Corsair Hydro Series H115i auf jeden Fall viel Gegenwert für das investierte Geld. Besitzer leistungsfähiger PCs kommen also mit dieser Kühlung voll auf ihre Kosten – und genießen die Ruhe leiser Lüfter.

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