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Test Auna Connect Soundchef: DAB+ und Spotify für 135 Euro

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Das Auna Connect Soundchef kann nicht nur DAB+, Spotify und Internetradio. Das Unterbau-Digitalradio kommt zusätzlich mit Eieruhr und Beleuchtung zum Schnippeln und Kochen. Was das bringt, zeigt der Test.

Im Rahmen unserer Themenwelt Digitalradios testen wir folgende Produkte und fassen die Ergebnisse in einem Vergleichstest zusammen.

Der Connect Soundchef klingt mäßig, aber mehr lässt sich von zwei 7 Watt (RMS) Breitbandlautsprecher wohl nicht erwarten. Die Lautsprecher befinden sich auf der Unterseite des Geräts, sodass das Gerät zwingend unter einen Schrank oder ein Regalbrett montiert werden muss. Neben acht Equalizer-Voreinstellungen bietet das Gerät die Möglichkeit, den Sound individuell einzustellen.

Ein Schnellzugriff auf der Fernbedienung sollte rasch zur Tongestaltung führen. Doch hinter dem EQ-Taster verbirgt sich die Einstellungen für das unterseitige Licht. Also gilt es, sich durch das Menü zu suchen. Doch Nachrichten und Musik klingen unabhängig von den Einstellungen stets gedämpft. Kein Vergleich zum klanglich überragenden Teufel 3Sixty (Testbericht).

Der Connect Soundchef spielt Radio über Internet, DAB+ und UKW ab. Smartphones kommunizieren über Bluetooth, Spotify Connect und diverse Apps mit dem Gerät. Mehr dazu unter dem Punkt App-Steuerung. WLAN versteht der Soundchef nach IEEE 802.11a/b/g/n lediglich im 2,4-Ghz-Bereich. Das genügt jedoch für Streaming über UPnP und DLNA. Die Verbindung über Bluetooth funktioniert einwandfrei und auch das Abspielen von Musikdateien aus dem Netzwerk erfolgt problemlos.

Das Anschließen weiterer Peripheriegeräte hält sich jedoch in Grenzen: Je ein 3,5mm-Aux-In- und Kopfhöreranschluss stehen bereit. Anders als bei anderen getesteten Geräten befinden diese sich praktischerweise auf der Vorderseite. Ein Audiokabel mit 3,5mm-Stecker an beiden Enden liegt dem Gerät genauso bei wie eine Wurfantenne mit IEC-Stecker.

Die Möglichkeiten, Musik abzuspielen, sind in Ordnung. Andere Geräte unserer Testreihe (wie das Technisat Digitradio 580 (Testbericht) oder das Hama DIR3505MSCBT (Testbericht)) bieten jedoch auch CD-Laufwerk und USB-Buchse .

Auf der Rückseite befinden sich Anschlüsse für Stromversorgung und Antenne. Die beiden Drehknöpfe verdecken die Befestigungsvorrichtung für die optionale Tablet-Halterung.

Das Radio ist für das Anbringen unter einen Küchenschrank gedacht. Dazu hat der Hersteller eine passende Schiene und acht Schrauben beigelegt. Diese Halterung ist rasch montiert, eine Bohrmaschine ist hierfür nicht notwendig.

Als Besonderheit bietet Auna für den Soundchef eine optionale Tablet-Halterung zur Befestigung an der Rückseite für gut 20 Euro an. Die maximale Belastung der Halterung gibt Auna in seiner Produktbeschreibung nicht an.

Zusätzlich leuchtet eine Leiste auf der Geräteunterseite auf das dort eingespannte Tablet, ein Kochbuch oder auf die Küchenarbeitsfläche. Die Helligkeit lässt sich in drei Stufen einstellen. Wir finden die Lampe selbst bei maximaler Helligkeit sehr dunkel. Vorteile bietet die Beleuchtung unserer Meinung lediglich, wenn das Radio in einer dunklen Ecke angebracht ist.

Das Gerät verfügt über Weckfunktionen mit programmierbarem Dual-Alarm sowie Weckintervall und Sleep-Timer. Das Gerät schaltet also nach gewisser Zeit automatisch aus. Die Funktionen sind am Gerät und über die Fernbedienung einfach einzustellen. Wir finden sie sehr praktisch für jene, die das Radio im Schlafzimmer montieren oder ihr Mittagsnickerchen in der Küche halten.

Der Hersteller spendiert seinem Küchenradio zusätzlich eine Eieruhr-Funktion. Sie lässt sich wie die Weckfunktion über Schnellwahltasten einfach einstellen. Rasch ist der Timer jedoch auch wieder zurückgesetzt, sodass Anwender vor dem tatsächlichen Einsatz die Funktion noch einmal ausprobieren sollten. Der Alarm ist viel zu leise, um ihn während des Anbratens oder bei gleichzeitigem Einsatz einer lauten Dunstabzugshaube wahr zu nehmen. Aber zum Glück stoppt bei Alarm die Musikwiedergabe. Also lässt sich darüber feststellen, wann der Braten aus dem Ofen muss oder die Eier aus dem Topf.

Zum Lieferumfang gehört zusätzlich zum Gerät, Betriebsanleitung und Stromkabel, die Fernbedienung inklusive zweier AAA-Batterien, eine Wurfantenne mit Koaxialanschluss sowie ein Audiokabel mit 3,5mm-Stecker an beiden Enden. Der Montagesatz für das Anbauen an Regalbretter oder Hängeschränke umfasst eine Schiene und acht Schrauben.

Eine Anleitung auf Deutsch und Englisch liegt bei. Je 44 Seiten informieren – inklusive zahlreicher Schreibfehler – über die einzelnen Funktionen. Ein Inhaltsverzeichnis ist nicht vorhanden. Dafür funktioniert die Bedienung am Gerät und über die Fernbedienung so selbsterklärend, dass der Griff zur Anleitung nicht nötig ist. Zehn Senderspeicherplätze stehen pro Quelle zur Verfügung.

Praktisch finden wir, dass sich das Gerät mit der Fernbedienung einfacher steuern lässt als über die wenigen Knöpfe am Gerät selbst. Dennoch sind die sechs Tasten am Gerät gut durchdacht: Sie rufen unterschiedliche Funktionen nach kurzem und langem Tastendruck auf. Damit hat der Hersteller die Zahl der Taster gering gehalten und dennoch eine Vielzahl von Schnellwahlfunktionen ermöglicht.

Zum Streamen vom Mediaplayer auf den Connect Soundchef gehen Nutzer von Windows 10 in die Systemsteuerung, drücken die Windows-Taste und „R“ und müssen dann nach „Streaming-Optionen“ suchen. Nun zeigen sich alle Geräte im Netzwerk, auch das Auna-Gerät. Im Windows Mediaplayer ist dann über einen Rechtsklick auf einen Audiotitel die Wiedergabe auf dem Connect Soundchef möglich.

Das Gerät lässt sich mit Musik über Spotify Connect füttern, jedoch benötigen Nutzer dafür einen Premium-Account. Das war bei anderen Testgeräten, dem Teufel 3sixty (Testbericht) und Technisat Digitradio 580 (Testbericht), anders: Bei den getesteten Modellen war das Abspielen von Spotify auch mit dem kostenlosen Zugang möglich.

Die App Undock findet das Digitalradio sofort, sofern sich Smartphone und Radio im gleichen Netzwerk befinden. Ohne Sicherheitsabfrage geht es dann weiter zu allen Funktionen des Connect Soundchef. Undock macht das Digitalradio auch bereit für den Einsatz im Multi-Room.

Zur Bedienung über Apps von Smartphone oder Tablet empfiehlt die Anleitung Bubble UPnP und Twonky Beam. Bubble UPnP ist rasch installiert und spielt nach etwas Probieren Musikdateien vom Handy auf dem Auna-Gerät ab. Zugriff auf Standort, Telefonie und Daten erwartet die App Twonky Player vom Nutzer. Danach funktioniert auch die Wiedergabe auf den Soundchef problemlos.

Das Farb-Display ist das Highlight des Connect Soundchef. Die Montage an ein Regalbrett funktionierte in unserem Test einwandfrei.

Ein 2,4-Zoll-Farb-Display führt uns durch das Menü. Der TFT bildet Logos und Symbole scharf ab, doch das Display ist für manche Informationen einfach zu klein ausgelegt. Weitsichtige sollten besonders beim Auswählen der Quellen zunächst ihre Brille zur Hand nehmen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit sollte bekannt sein, welche Quelle wo liegt und auch das Navigieren zu Spotify, DAB+ oder Internetradio aus einiger Entfernung per Fernbedienung möglich sein. Glücklicherweise dominiert nämlich bei den einzelnen Symbolen immer eine andere Farbe.

Uns liegt ein Gerät in braunem Holzimitat und brauner Front vor – Design „Walnuss“. Das finden wir recht altbacken und passt nicht unbedingt in eine moderne Küche aus Edelstahl oder mit hochglänzenden Oberflächen. Doch Auna bietet das Gerät aber auch in modernerem Design mit weißem Korpus und silbergrauer Bedienfläche an. Im Design „Buche“ erhalten Käufer das Digitalradio in hellem Holzimitat und weißer Front.

Eine gute Verarbeitung des Geräts setzten wir für den Einsatz in der Küche voraus: Ein Radio für die Küche muss mit Fettspritzern und Wasserdampf umgehen. Auch einer groben Reinigung sollte dieses Gerät trotzen. An der Verarbeitung des Connect Soundchef haben wir nichts auszusetzen: Die Drehregler und Taster wirken solide, die Fernbedienung erfüllt ihren Zweck sehr gut. Dennoch sollten Anwender das Radio nicht unbedingt über einem Wasserkocher anbringen. Auf der Unterseite des Geräts befinden sich schließlich die empfindlichen Lautsprecher. Wenn auch abgedeckt von einem Metallgitter.

Gut verpackt kommt der Connect Soundchef beim Kunden an.

Lediglich 1,71 kg bringt der Connect Soundchef auf die Waage. Damit hält es an jedem Küchenschrank, der schließlich auch schwere Teller, Tassen und Gläser tragen muss. Auch ein an der Wand moniertes Regalbrett dürfte dem Leichtgewicht guten Halt geben. 256 x 72 x 200 mm misst das Gerät und braucht damit lediglich den Platz eines DIN A4-Blattes. Mit 7 cm Höhe übersteigt dies nur wenig die üblichen Deckleisten von Küchenoberschränken.

Auna Connect Soundchef Walnuß

Auna Connect Soundchef Walnuß

Auna Connect Soundchef weiß

Auna Connect Soundchef weiß

Auna Connect Soundchef Buche

Auna Connect Soundchef Buche

(Kein Produktbild vorhanden)

Auna Connect Soundchef Tablet-Halterung

Das Farbdisplay gefällt uns sehr gut. Etwas größer dürfte es sein, aber für einen Preis von etwa 135 Euro, ist dies ein tolles Ausstattungsmerkmal. Am Sound hingegen hätte sich Auna etwas mehr Mühe geben können. Dass das besser geht, zeigt das sehr gute Teufel 3Sixty (Testbericht). Die falsche Tastenbelegung für Licht und Equalizer fällt genauso negativ auf wie der zu leise Alarm. Ansonsten erhalten Käufer zu einem günstigen Preis ein Digitalradio mit DAB+, UKW-Empfang und Internetradio sowie Zugriff auf Musik auf Rechnern und Router. Etwas teurer, aber dafür auch besser, ist das Hama DIR3505MSCBT (Testbericht).

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