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Test Amazon Fire TV Stick 4K – UHD-Streaming für 60 Euro

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Der Amazon Fire TV Stick 4K ist günstig, kann UHD, HDR, Dolby Vision und kommt mit einer neuen Fernbedienung. Wie gut der Streaming-Stick ist, klärt der Test.

Der neue Amazon Fire TV Stick eifert seinem großen Bruder, dem Fire TV 4K nach. Denn nun kann auch er 4K und HDR darstellen. Noch dazu kommt er mit einer Fernbedienung, die endlich Laut- und Leisetasten sowie einen On- / Off-Taster besitzt. Dabei kostet der Amazon Fire TV Stick 4K zu seiner Einführung nur 60 Euro, der große Fire TV 4K liegt aktuelle bei 80 Euro. Ob der Kleine dem Großen den Rang abläuft, zeigt dieser Test.

Die wichtigste Neuerung betreffen Verbesserungen in der Video- und Audioqualität. Der kleine Fire TV Stick unterstützt nun 4K-Auflösung mit HDR bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Außerdem kennt er Dolby Vision, HDR10, HDR10+, HLG und unterstützt das Audio-Format Dolby Atmos.

Dies setzt jedoch einen hochauflösenden Fernseher (Kaufberatung: 4K-Fernseher), eine schnelle Internetverbindung von mindestens 25 Megabit pro Sekunde und das entsprechende Quellmaterial voraus. Im Test zeigte der Amazon Fire TV Stick 4K bei der Wiedergabe in höchster Audio- und Video-Qualität ein ruckelfreie Performance und keine Verzögerung.

Außer einem Micro-USB-Port für den Strom hat der Amazon Fire TV Stick 4K keine Anschlüsse.

Der kleine Neue legt dank eines Vierkernprozessors mit 1,7 GHz und 1,5 GByte RAM deutlich an Tempo zu. Er überholt locker seinen Vorgänger Fire TV Stick (1,3 GHz / 1 GByte RAM) und sogar knapp den Fire TV 4K (1,5 GHz / 2 GByte RAM) aus dem letzten Jahr. Dieses Plus an Performance bestätigt sich im Test. Der Amazon Fire TV Stick 4K navigiert schnell durch sein Menü und öffnet Apps flott. Auch Spiele wie Asphalt 8: Airborne laufen flüssig. Allerdings spürten wir im Test den etwas geringeren Arbeitsspeicher im Vergleich zum Fire TV 4K. Wechselt man beim Stick 4K zwischen Apps, müssen sich diese häufiger komplett neu laden als das beim großen Fire TV 4K der Fall ist.

Für Spiele und Apps steht intern ein nicht erweiterbarer Speicher von 8 GByte (4,5 GByte netto) zur Verfügung. Auch deswegen unterstützen TV-Streaming-Apps wie Magine oder Zattoo auf dem Gerät keine Aufnahme-Funktion. Laut Amazon hat der Fire TV Stick 4K Bluetooth 4.2 und eine leistungsstärkere WLAN-Antenne. Wir hatten im Test keine Verbindungsprobleme.

Die Fernbedienung hat nun deutlich mehr Funktionen.

Die Fernbedienung wurde um Knöpfe für lauter, leiser, stumm und Power ergänzt. Wer nun allerdings vermutet, dass er damit tatsächlich wie von vielen Nutzern seit langem gefordert den Fire TV Stick 4K ausschalten kann, hat sich getäuscht. Nach wie vor hat Amazon keine Ausschalt- oder Standby-Funktion für Nutzer freigegeben.

Die neuen Tasten steuern nicht den Fire TV Stick 4K, sondern über den ebenfalls neuen Infrarot-Sensor an der Fernbedienung den Fernseher. Das funktionierte bei uns im Test sowohl mit einem Samsung-Fernseher, als auch mit dem LG HF85JS (Testbericht) anstandslos. Ein Feature, welches wir sehr schätzen, schließlich erspart es in vielen Fällen die Nutzung der TV-Remote.

Dank der kleinen HDMI-Verlängerung passt er klobige Stift an jeden Fernseher.

In vielen Fällen, aber nicht in allen. Zum einen ist die auf dem Gerät einsehbare Liste unterstützter Marken zwar lang, aber nicht vollständig. Zum anderen gibt es Nutzerszenarien, welche von Amazon nicht abgedeckt werden.

In unserem Fall hat der Autor an seinem von Amazon unterstützten Samsung-Fernseher über ein optisches Kabel ein Sonos-5.1-System für die Audio-Wiedergabe angeschlossen. Wer Audio über das verlustfreie optische Kabel zur externen Audiowiedergabe leitet, kann diese allerdings nicht mehr über die TV-Fernbedienung steuern. Damit hebelt man auch die neue Fire-TV-Funktion aus, die neben dem Fernseher kein weiteres Gerät steuern kann.

Der Fire TV Stick 4K unterstützt nun die Steuerung über Alexa-Geräte wie dem Amazon Echo (Vergleichstest 2018: Amazon Echo Dot vs. Plus vs. Show). Spule zurück, Spiele Sinner auf Netflix, Pause und vieles weiteres funktioniert problemlos. Zur Information und Inspiration zeigt das Gerät in seinem Menü unter dem Punkt „zum Ausprobieren“ viele weitere auf den Fire TV Stick 4K zugeschnittene Sprachbefehle.

In diese Liste sollte man hineinsehen, denn wenn man nicht weiß, welche Sprachbefehle Alexa versteht, laufen Anfragen gerne mal ins Leere. Zum Beispiel lassen sich außer bei Amazon Prime und Netflix Inhalte von Apps nicht per Sprache ansteuern. Spiele die Tagesschau in der ARD Mediathek funktioniert nicht. Allerdings hat Amazon in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass Alexa mit neuen Updates immer mehr dazulernt.

Das 5-Watt-Netzteil liegt bei.

Der Fire TV Stick 4K ähnelt optisch dem Vorgänger, ist jedoch minimal in der Länge gewachsen und ein klein wenig schwerer. Damit er trotz seiner Länge von knapp 10 cm hinter jeden Fernseher passt, legt Amazon ein 11 cm langes Verlängerungskabel bei. Seinen Strom bezieht das Gerät über einen Micro-USB-Port. Die Stromversorgung über die USB-Buchse am TV-Gerät funktionierte bei uns wegen zu geringer Leistung nicht. Wir mussten auf das mitgelieferte 5-W-Netzteil zurückgreifen.

Die weitere Einrichtung läuft sehr unkompliziert ab. Erst verbindet sich die Fernbedienung mit dem Stick, dann wählt man Sprache und das WLAN-Netzwerk. Nach dem automatischen Download und der Installation eines Updates fragt der Stick nach dem Amazon-Konto. Ohne dieses lässt sich das Gerät nicht nutzen. Allerdings ist Amazon Prime und der damit verbundene Zugang zu Amazon Prime Video und Music nicht verpflichtend. Jedoch wirbt die Startseite des Sticks massiv mit Inhalten, die entweder etwas kosten oder nur mit Amazon-Prime-Mitgliedschaft abgespielt werden.

Hat sich der Nutzer angemeldet, will sich die Fire-TV-Fernbedienung mit dem Fernseher verbinden und das Gerät fragt, ob eine Kindersicherung erwünscht ist. Insgesamt vergingen im Test von Auspacken bis zum ersten 4K-Stream keine zehn Minuten.

Screen-Mirroring vom Smartphone unterstützt der Fire TV Stick 4K von Haus aus nicht. Allerdings können iPhone-Nutzer über teilweise kostenpflichtige Drittanbieter-Apps AirPlay und Android-Nutzer Miracast-Unterstützung nachrüsten.

Der Amazon Fire TV Stick 4K kostet zu seiner Einführung 60 Euro. Allerdings gehen wir davon aus, dass er beginnend mit der am 19. November startenden Cyber Week regelmäßig zu ermäßigten Preisen den Besitzer wechselt. Der Fire TV 4K aus dem Jahr 2017 kostet 80 Euro, der Fire TV Stick ohne 4K-Suffix 40 Euro.

Amazon Fire TV Stick 4K mit Alexa Sprachfernbedienung (53-008357)

Fire TV Stick 4K

Amazon Fire TV 4K Ultra HD 2017 (53-006549)

Fire TV 4K

Amazon Fire TV Stick mit Alexa Sprachfernbedienung

Fire TV Stick

Amazon Ethernet Adapter für Fire TV und Fire TV Stick (53-006017)

Amazon Ethernet Adapter für Fire TV und Fire TV Stick

Die Konkurrenz ist mager. Zwar tummeln sich unzählige, recht günstige Android-TV-Boxen auf dem Markt. Allerdings sind diese häufig umständlich im Handling. Wichtige Alternativen sind Apple TV und Nvidia Shield, welche jeweils ein Vielfaches kosten, und Chromecast, welcher nicht bequem über eine Fernbedienung, sondern nur über Smartphone oder Tablet steuerbar ist. Auch bieten sich die Xbox One X als 4K-Zuspieler (Testbericht) und die Playstation 4 Pro als 4K-Zuspieler (Testbericht) an.

Apple TV  4K 32GB (MQD22FD/A)

Apple TV 4K 32 GByte

NVIDIA SHIELD TV 2017 (945-12897-2505-100)

NVIDIA SHIELD TV 2017

Google Chromecast Ultra

Google Chromecast Ultra

Sony PlayStation 4 Pro - 1TB schwarz

Sony PlayStation 4 Pro

Microsoft Xbox One X - 1TB schwarz

Microsoft Xbox One X - 1TByte

Amazon holt sich selbst Konkurrenz ins Haus. Denn der Fire TV Stick 4K ist günstiger als der Fire TV 4K, ist ihm aber in den entscheidenden Punkten ebenbürtig, teilweise sogar überlegen. Besonders gut hat uns gefallen, dass die Fernbedienung nun den Fernseher in Teilen steuert. So sparen sich Nutzer eine Fernbedienung auf der Couch.

Trotzdem lohnt sich der Kauf für viele Besitzer eines 4K-Fernsehers nicht, da diese meist bereits entsprechende 4K-Smart-Features an Bord haben. Wer dennoch lieber auf eine externe Streaming-Lösung setzt, findet ihn ihm eine der besten und günstigsten 4K-Lösungen am Markt. Wir empfehlen bei einem Neukauf auf den 4K-Stick und nicht auf den etwas teureren Fire TV 4K zu setzen. Ein Umstieg von Fire TV 4K auf den Fire TV Stick 4K lohnt sich jedoch kaum. Auch wer lediglich einen HD-Fernseher besitzt, braucht von keinem älteren Fire-TV-Gerät umsteigen, beziehungsweise kann sich gleich den deutlich günstigeren Fire TV Stick (Testbericht) ohne 4K holen.

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