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Test Amazon Echo Sub: 100-Watt-Subwoofer für Alexa

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Der Amazon Echo Sub erweitert die Echo-Familie und macht Sonos als Multiroom-Primus Konkurrenz. Im Test drehen wir den Bass des Subwoofers voll auf.

Wer einen guten und günstigen Sprachassistenten für zu Hause sucht, ist bei der Echo-Familie von Amazon gut aufgehoben. Modellübergreifend hören die sehr guten Richtmikrofone aufmerksam zu. Amazon und Drittanbieter erweitern die ohnehin schon umfangreichen Funktionen von Alexa und vor allem ihren Apps (Was Alexa alles kann: Musik, Smart-Home, Skills) regelmäßig.

Nachholbedarf bestand lange Zeit bei Sound. Hier besserte Amazon Ende 2018 nach. Der Einstiegslautsprecher Echo Dot (Testbericht) klingt nun viel besser als sein Vorgänger. Besonders gut gefallen klanglich die 2018er Modelle Echo Plus (Testbericht) und Echo Show (Testbericht). Hier unser Vergleichstest 2018: Amazon Echo Dot vs. Plus vs. Show.

Doch auch wenn die aktuellen Echos wissen, was Bass ist, werden sie in dieser Disziplin von anderen Multiroom-Systemen wie Sonos oder Yamaha locker überholt. Diese qualitative Bass-Lücke will Amazon nun mit dem 130 Euro teuren Echo Sub schließen. Dieser funktioniert nicht einzeln, sondern nur in Kombination mit anderen Echos. Wir brachten mit dem schicken und hochwertig verarbeiteten Echo Sub in Kombination mit dem Echo Plus und Echo Show im Test das TechStage-Büro zum Beben.

Zugegeben, der Autor dieser Zeilen ist bezüglich guten Klangs verwöhnt. Sein Wohnzimmer beschallen verschiedene Sonos-Lautsprecher unterstützt vom mächtigen Subwoofer Sonos Sub, der alleine schon 700 Euro kostet. Diese Kombination geht unter die Haut. Sie transportiert sehr fein per App justierbar jeden Akkord und jeden Beat auf Wunsch bis tief in die Magengrube. Der Subwoofer trägt einen wichtigen Teil zum positiven Gesamteindruck des Sounds bei. Schaltet man ihn aus, klingt es im Vergleich flach und schal.

Der Gruppen-Klang des Echo Sub mit Echo Plus und Echo Show kann hier nicht einmal ansatzweise mithalten. Muss er aber auch nicht. Schließlich kostet die Echo-Kombination derzeit gerade einmal gut 500 Euro. Wer sie in einer der regelmäßigen Rabatt-Aktionen von Amazon kauft, zahlt weniger.

Für diesen Preis bietet das Setup einen guten bis sehr guten Klang. Der Bass ist auf voller Stufe ein echter Nachbarschreck und auf geringer Stufe eine sinnvolle Ergänzung, um das Klangbild nach unten hin abzurunden. Egal ob Rock, Pop, Elektro, Rap oder Klassik – mit Sub klingt alles besser.

Die Einrichtung ist für Echo-Veteranen ein Kinderspiel, sollte aber auch Neulinge vor keine größeren Probleme stellen. Im WLAN die Alexa-App auf dem Smartphone öffnen, Gerät hinzufügen klicken, Knopf am Echo Sub für ein paar Sekunden gedrückt halten – schon fügt sich der Sub ins System ein.

Die App bietet nun an, den Sub als 2.1-System zu konfigurieren. Leider mit einer Einschränkung. Für einen Stereo-Effekt benötigt der Sub zwei identische 2017 Echos oder neuer. Die zweite deutlich schlimmere Einschränkung: Das 2.1-System kann man nicht für seinen Fernseher nutzen. Denn das über Klinkenstecker an ein Echo-Gerät übertragene Audiosignal wird dann nur von eben diesem Lautsprecher wiedergegeben.

Der 6-Zoll-Lautsprecher im Echo Sub strahlt nach unten ab.

Auch wenn der Sub nicht als Teil eines 2.1-Systems dient, sondern das bestehende Multiroom-Setup aus verschiedenen Echo-Lautsprechern ergänzt, besteht das Problem. Sogar wenn man einen Lautsprecher über Bluetooth ansteuert, fühlt sich der Sub nicht angesprochen und verweigert die Arbeit.

Der Sub läuft, wenn zum Beispiel Spotify die Raumgruppe über WLAN anspricht, Musik über die Amazon-App spielt oder man verbal nach Musik fragt. Still bleibt der Sub bei Alexas Sprachansagen, was durchaus sinnvoll ist.

Amazon stellt seit ein paar Wochen einen Equalizer für Höhen, Mitten und Tiefen bereit, der auch auf Sprachbefehle reagiert. Allerdings gelten diese Einstellungen dann immer für jeden Lautsprecher der Gruppe. Auch die Lautstärke kann nicht für einzelne Echo-Lautsprecher bestimmt werden. Das ist ein massiver Minuspunkt, das Festlegen von Sweetspot im Raum würde das Hörerlebnis deutlich steigern.

Optisch gliedert sich der Echo Sub perfekt in die Echo-Famile ein.

Im Test fielen ein paar Fehler auf, die vor dem Einbinden des Subs nicht auftraten. So verzögerte sich manchmal die Wiedergabe und auch das Stoppen der Musik von Lautsprecher zu Lautsprecher. Ab und an lief der Sub ein paar Sekunden nach oder einzelne Echos spielten schon Musik, während der Rest der Gruppe sich ein paar Gedenksekunden gönnte.

Schlimmer wiegt, dass das System ab und an Befehle nicht korrekt umsetzt, zum Beispiel auf Stopp stur weiterspielt. Diese Fehler sind sporatisch und lassen sich nicht zuverlässig reproduieren. Deswegen können wir auch nicht sagen, ob sie grundsätzlich auftreten. Verschiedene Rezensenten auf Amazon haben zumindest ähnliche Probleme. Insgesamt macht es den Eindruck, dass sich der Sub nicht nahtlos ins System integriert. Hier muss Amazon dringend per Software-Update nachbessern.

Bei den mit *gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer ändert sich dadurch nichts am Preis.

Der Echo Sub kostet einzeln seit seiner Einführung Ende September konstant 130 Euro und wird nur von Amazon selbst verkauft. Im Bundle will Amazon für den *Echo Sub mit zwei Echos (2017) 250 Euro und *mit zwei Echo Plus (2018) 330 Euro.

Amazon Echo Sub schwarz

Amazon Echo Sub

Amazon Echo Dot (Rev. 3) schwarz

Amazon Echo Dot 2018

Amazon Echo Plus (Rev. 2) weiß

Amazon Echo Plus 2018

Amazon Echo Show (Rev. 2) schwarz

Amazon Echo Show 2018

Amazon Echo 2. Generation schwarz (B06ZXQV6P8)

Amazon Echo 2017

Der verhältnismäßig günstige Echo Sub setzt mindestens einen weiteren Echo-Lautsprecher wie den Echo Dot 2018 (Testbericht) oder Echo Plus 2018 (Testbericht) voraus. Diesen verhilft er dank ausgeprägtem Bass zu einem volleren Klang und erweist sich so als sinnvolle Ergänzung. Wenn er denn funktioniert. Denn Audiosignale über Kabel oder Bluetooth zu den Echo-Lautsprechern nimmt er nicht an. Auch verursacht er Wiedergabeprobleme, die man vorher in seiner Echo-Gruppe so nicht kannte.

Wir hätten uns gewünscht, dass der Echo Sub standardmäßig mitdröhnt, wenn mindestens eine der Echo-Boxen in der Gruppe Audio wiedergibt. Dies ließe sich per Software-Update nachrüsten. Da Amazon bekannt dafür ist, mit regelmäßigen Updates die Funktionalität der Echos zu verbessern, könnten sich viele Probleme bald lösen. Dann würde der Echo Sub auch eine bessere Note und eine klare Kaufempfehlung erhalten. Bisher wirkt er trotz seines guten Sounds nicht ausgereift.

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