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Test: Amazon Echo Link Amp – die verstärkte Anschlussvielfalt

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Der Amazon Echo Link Amp ist ein Audio-Verstärker, der vorhandene Boxen in das Multiroom-Echo-Ökosystem anschließen kann. Aber es gibt einen Haken.

Der Amazon Echo Link Amp zielt auf Käufer mit feinem Gehör. Denn bisher mussten sie, um Alexa auf ihrer HiFi-Anlage zu hören, ein Echo-Gerät via 3,5-mm-Klinkenkabel mit der Musikanlage verbinden, was zu spürbaren Qualitätsverlusten führen kann. Der Echo Link Amp verbessert nicht nur die analoge Audio-Übertragung, sondern ist auch das erste Echo-Gerät mit digitalen Audio-Ports. Außerdem ist es möglich, zwei Passiv-Boxen direkt anzuschließen.

Zwei Dämpfer gleich vorneweg: Zum einen kommt der Amazon Echo Link Amp ohne Mikrofone – und damit letztlich ohne die Sprachassistenten Alexa, die bislang fast synonym zu den Echo-Lautsprechern genannt wurde. Bisher war der Amazon Echo Sub (Testbericht) das einzige Echo-Gerät ohne Alexa. Wer sprachsteuern will, benötigt ein zusätzliches Echo-Gerät mit Alexa-Funktionalität, etwa den Echo Input (Testbericht), der wiederum nur aus Mikrofonen besteht und keinen Lautsprecher mitbringt. Das sollte die meisten Alexa-Nutzer nicht abschrecken, schließlich ist der Echo Link Amp als Upgrade eines existierenden Systems gedacht. Dennoch wären ein paar zusätzliche Alexa-Mikrofone durchaus wünschenswert, denn so fehlt einfach etwas. Zum anderen integriert sich der Echo Link Amp nicht perfekt in den Alexa-Kosmos. Während des Tests ärgerte er uns an mancher Stelle unnötig.

Folgende Echo-Geräte haben wir bereits getestet:

Der Echo Link Amp ist neben dem Echo Link das einzige Echo-Gerät mit digitalen Ausgängen.

Der Echo Link Amp verfügt auf seiner Rückseite über jede Menge Anschlüsse. Ein zweipoliger Stecker versorgt ihn mit Strom, das Netzteil integriert Amazon in das 2,28 kg schwere Gerät mit den kompakten Maßen von 21,7 × 21,1 × 8,5 cm. Wer am Aufstellungsort nur schlechtes WLAN hat, kann ein LAN-Kabel über den RJ45-Port verbinden.

Als Eingangsquellen nutzt der Echo Link Amp zwei Cinch-Stecker für den linken und rechten Audiokanal, einen digitalen Koax-Port und eine optische Toslink-Verbindung. Smartphones und andere externe Audioquellen können den Link Amp auch über Bluetooth (A2DP) ansprechen.

Seinen analogen 2.1-Sound gibt er an Aktivboxen über Cinch-Buchsen für Links, Rechts und Subwoofer aus. Als digitale Ports steht ein Koax-Ausgang- und ein optischer Toslink-Steckplatz bereit. An seiner Vorderseite kann ein Kopfhörer über einen 3,5-mm-Klinkenstecker mit TPA6120A2-Verstärker angeschlossen werden.

Das Besondere am Echo Link Amp im Gegensatz zum etwa 100 Euro günstigeren Echo Link ist sein integrierter Verstärker, der zwei Passivboxen mit bis zu je 60 Watt ansteuert. Dafür passen Bananenstecker, aber auch die blanken Kabel.

Wer ohne Echo Link Amp (oder Echo Link) die Sprachassistentin Alexa auf seine große Musikanlage bringen will, muss dies zwingend über den analogen Klinkenport des kompatiblem Echo-Geräts oder Bluetooth tun. Dabei kommt es zu Qualitätsverlusten, die Audiophile als störend empfinden könnten. Genau hier springt der Link Amp helfend zur Seite. Denn er steuert kompatible Anlagen digital mit einer Abtastrate von 44.1, 48.0, 88.2, und 96.0 kHz an.

Aber auch analog soll die Audioqualität steigen. Um das zu belegen, vergleicht Amazon auf ihrer Shop-Seite die Ausgangsleistungen des kleinen Echo Dots mit der des Echo Link Amp. So bietet der Dot eine THD (Total Harmonic Distortion) von unter 0,04 Prozent, der Link Amp jedoch unter 0,008 Prozent. Auch der Dynamikumfang ist beim Dot mit 80 dB geringer als die 94 dB bei Link Amp. Beim Kanalraster gibt Amazon beim Echo Dot mindestens 80 dB an, beim Link Amp mindestens 100 dB.

Wir testeten zunächst den Link Amp mit Deezer-Stream an 2.0-Aktivboxen, dann einen über 3,5-mm-Klinkenkabel an dieselben Boxen angeschlossenen Echo Dot mit HiFi-Deezer, dann wieder den Link Amp. Möglicherweise ist der Autor dieser Zeilen nicht audiophil genug oder die zeitlichen Abstände der Hörproben waren wegen des Umstöpselns zu groß; aber zumindest er hörte keinen nennenswerten Unterschied. Andere mit feinerem musikalischen Gehör vielleicht schon.

Die Anschlüsse für passive Lautsprecher.

Die passiven Drei-Wege-Lautsprecher Sony SS-E410 klangen zunächst dumpf, Mitteltöne und vor allem Höhen waren deutlich unterrepräsentiert. Glücklicherweise kennt die Alexa-App einen Equalizer. Nach der Anpassung klangen die (zugegeben nicht besonders hochwertigen) Boxen sehr viel besser.

Leider ist es nicht möglich, externe Audioquellen wie einen CD- oder Plattenspieler in das Alexa-Multiroom-System einzubinden. Dieses spielt nur auf der direkt mit dem Echo Link Amp verbundenen Anlage oder den Passivlautsprechern ab.

Eines haben wir dann doch geschafft: Sonos spielt im Einklang mit Echo-Lautsprechern Musik ab. Dafür schließen wir die Sonos Playbar über ein optisches Kabel an den Toslink-Ausgang des Echo Link Amp an und gruppieren anschließend per App den Amazon-Verstärker mit weiteren Echo-Geräten. Wobei echter Einklang hier nicht zustande kommt. Denn Sonos hinkt dem Sound aus den Echo-Lautsprechern gefühlt zwei-zehntel Sekunden hinterher. Das versaut auch wenig Audiophilen Zuhörern jeglichen Musikgenuss. Spielen Sonos und Echo in zwei verschiedenen Räumen dieselbe Musik, fällt die kleine Verzögerung wohl nicht mehr ins Gewicht. Allerdings läuft so der Sound des Fernsehers nicht mehr über die Sonos Playbar, obwohl wir das Fernsehsignal über den optischen Toslink-Eingang mit dem Echo Link Amp verbinden. Spielen nur Echo-Lautsprecher, klappt das aber synchron.

Die Verarbeitungsqualität des Amazon Echo Link Amp ist hervorragend.

Die Sprachsteuerung des Echo Link Amp ist umständlich. Ein Echo Dot, der per Klinkenkabel an der Anlage hängt, macht alles viel einfacher. Denn klassisch per Klinkenkabel spielt die damit verbundene Anlage stoisch alles ab, was der Dot wiedergibt – auch Sprachausgabe der Assistentin selbst. Sind die Passiv- oder Aktivlautsprecher beziehungsweise die HiFi-Anlage über Echo Link Amp eingebunden, muss der Nutzer zusätzlich den (zumindest frei wählbaren) Gerätenamen nennen, also „Alexa, spiele Eminem auf Echo Link Amp“. Das gleiche gilt für das Stoppen der Wiedergabe und die Lautstärkeregelung. Vergisst man diesen Zusatz, fängt der Echo Dot, oder welchen Echo man auch immer anspricht, an zu dudeln. Das verwirrt auch insofern, dass wir in der App innerhalb einer Gruppe einem Echo-Gerät einen bevorzugten Lautsprecher zuweisen können. Genützt hat das jedoch auch nichts.

Zum Regeln der Lautstärke gibt es die Möglichkeit der Sprachbefehle sowie die Bedienung per App. Das ist leider umständlich gelöst. Denn der Nutzer muss dafür in einem Untermenü per Fingerwisch einen Regler verschieben. Die Laut-/Leisetasten des Smartphones funktionieren hier nicht. Alle, die diese Funktion von Sonos kennen, fragen sich: Warum?!

Eine Fernbedienung zur Laustärkeregelung gibt es nicht, genauso wenig kann die Alexa Fernbedienung der 2. Generation eingebunden werden. Diese arbeitet (bisher) nur mit Fire-TV-Geräten zusammen. Immerhin kann man direkt am Gerät über einen optisch ansprechenden und wertig verarbeiteten Metalldrehregler laut und leise stellen. Dabei leuchten sehr schick sonst unsichtbare weiße LEDs durch die matte Kunststofffront.

Typisch für Echo-Geräte erfolgt die Einrichtung sehr einfach über die Alexa-App. Die Screenshots der Bildergalerie zeigen die einzelnen Schritte.

Der *Echo Link Amp kostet zum Markstart 299,99 Euro, der *Echo Link ohne Verstärker 199,99 Euro.

Bei den mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer ändert sich dadurch nichts am Preis.

Amazon Echo Link Amp

Amazon Echo Link Amp

Amazon Echo Link

Amazon Echo Link (ohne Verstärker)

Der toll verarbeitete Amazon Echo Link Amp hat viele Anschlüsse und bietet eine bessere Audio-Ausgabe an die HiFi-Anlage, als es mit bisherigen Echo-Geräten möglich war. Wer sich bisher über den mäßigen Alexa-Sound auf seiner Musikanlage geärgert hat, könnte mit dem Echo Link Amp glücklich werden. Allerdings könnte ihm auch der Amazon Echo Link reichen, der die gleichen Anschlüsse, aber keinen integrierten Verstärker mitbringt.

Überhaupt will vermutlich nur einer sehr spitze Zielgruppe dieses Gerät. Denn zum einen ist der Verstärker in der Einstiegsklasse verortet, wo doch die restlichen Features eher auf Audiophile zielen. Zum anderen werden die allermeisten Audio-Enthusiasten bereits einen besseren Verstärker an ihrer Anlage nutzen. Diesen wird der Amazon Echo Link Amp nicht adäquat ersetzen können. Lediglich, wer noch alte Boxen im Keller stehen hat oder seinen alten Verstärker nicht mehr nutzen kann oder will, profitiert von Echo-Verstärker.

Dann hätten wir uns noch eine bessere Integration in den Alexa-Kosmos gewünscht. So funktionieren keine am Link Amp angeschlossenen externen Audioquellen wie Platten- oder CD-Spieler im Multiroom und die Sprachsteuerung, die bei jedem Befehl den Namen des Geräts erfordert, nervt. Außerdem fehlten uns sowohl eigene Mikrofone als auch eine Fernbedienung für die Lautstärkeregelung. Die aktuelle Alexa-Sprachfernbedienung verbindet sich nicht.

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