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Test: Amazon Echo 2 – schlauer Speaker, mäßiger Sound

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Nach dem Echo Plus, muss nun der günstigere Echo 2 zeigen, was er drauf hat. Wir haben getestet, was der Lautsprecher kann und erklären, wo die Unterschiede zum Top-Modell liegen.

Der Lieferumfang des Echo 2 beschränkt sich auf den smarten Lautsprecher und ein passendes Netzteil. Ein Klinkenkabel zum Anstecken externer Lautsprecher oder dem Anschluss an eine Stereoanlage, ist nicht beigelegt.

Das Design des Echo 2 ist unauffällig. Der runde, aufrecht stehende Lautsprecher in Form eines Zylinders hat einen Durchmesser von knapp 9 cm und eine Höhe von fast 15 Zentimeter. Mit 820 Gramm Masse ist er verhältnismäßig schwer. Auf der Oberseite befinden sich eine rundumlaufende Status LED und die vier Bedientaster. Neben dem Setup-Button und Tasten für lauter und leiser, gibt es noch einen Mute-Knopf. Dieser deaktiviert die Mikrofone des Echo 2.

Den Echo 2 gibt es in den verschiedensten Farben. Wer sich an seiner Box irgendwann sattgesehen hat, kann die äußere Hülle des Lautsprechers auch ganz unkompliziert auswechseln.

Der Echo 2 ist weit mehr, als nur ein Lautsprecher; Er ist eine Jukebox mit einem schier unerschöpflichen Musikangebot. Durch die direkte Internetanbindung stehen das komplette Angebot von Amazon Music und ein schier unerschöpflicher Fundus an weiteren Angeboten zur Verfügung. Das wäre eigentlich alleine schon ein Kaufargument. Aber statt mit einer schnöden App, bedienen wir den Echo 2 mit Hilfe unserer Stimme. Die sprachgesteuerte Assistentin „Alexa“ hört auf uns, sobald wir ihren Namen am Satzanfang nennen. Ein kurzes “Alexa, spiele deutschen Hip-Hop der 90er Jahre” und der smarte LAutsprecher spielt eine umfangreiche Playlist mit passenden Songs ab. Auch den Wunsch nach Jungel-Sound oder Meeresrauschen erfüllt Alexa promt.

Wer sich in den Echo-Erweiterungen, den sogenannten Skills, umsieht, kann die Möglichkeiten des Speakers noch um ein ganzes Stück erweitern. Mit den richtigen Skills sagt uns Alexa das Wetter, spielt mit uns Stadt-Land-Fluss oder erzählt uns, ob die S-Bahn pünktlich abfährt. Es geht so viel: Auch Hörbücher, Nachrichten, Verkehrsfunk oder Hilfe beim Rechnen und Übersetzen steht mit Alexa immer zur Verfügung.

Wer die Funktion nicht deaktiviert kann nun auch per Zuruf bei Amazon einkaufen. Es funktioniert absolut unkompliziert und einfach; das System hat aber eine Lücke: Alexa merkt nicht, wer ihr gerade Befehle gibt. So kann jeder, der in Ruf-Reichweite unseres Echos kommt, einfach und ohne jegliche Passwörter Bestellungen für uns aufgeben. Wir haben die Funktion deshalb vorerst nicht aktiv.

Auch mit der Steuerung von einigen Smart-Home-Geräten kommt der Echo 2 klar. Die Einschränkungen findet Ihr im nächsten Abschnitt.

Der Hauptunterschied zwischen Echo Plus und dem Echo 2 ist der Smart-Home-Hub. Im Plus-Modell ist ein Zigbee-Hub integriert. LED-Leuchten wie Philips Hue lassen sich so ohne die ansonsten benötigte Bridge in Betrieb nehmen. Eine solche Bridge kostet einzeln etwa 50 Euro. Smart-Home-Geräte, die per Netzwerk erreichbar sind – etwa der Staubsauger-Roboter Neato Botvac D5, WLAN-Steckdosen, Lautsprecher von Sonos – funktionieren sowohl mit der Plus- als auch mit der normalen Version.

Der zweite große Unterschied ist die Soundqualität. Der etwas größere Echo Plus hat einfach einen runderen Sound und weit bessere Bässe, als der kleinere Echo 2.

Für satten Sound schließen wir den Echo 2 einfach an die Stereoanlage an.

Die kostenlose App Amazon Alexa ist für iOS und für Android verfügbar. Wir haben im Test sowohl ein iPhone, als auch ein Android-Smartphone benutzt und hatten bei beiden Systemen keinerlei Probleme. Das Einbinden des Echo 2 ins WLAN und die Nutzung der App funktioniert dank Tipps auf dem Display und den Sprachanweisungen aus dem Speaker erstaunlich einfach. Voraussetzungen für die Einrichtung sind ein aktiver Amazon-Prime-Account und ein verfügbares WLAN inklusive Passwort.

Die App selbst gibt vor allem Ratschläge zur Kommunikation mit Alexa und bietet eine Übersicht über die Aktionen unseres Echo 2.

Außerdem verwaltet man in der App kompatible Smart-Home-Geräte, die im Heimnetz erreichbar sind. Neben eindeutigen Namen („Stehlampe im Wohnzimmer“), stellen wir hier auch Gruppenzugehörigkeiten ein.

Die Einrichtung war, wie beim Echo Plus, unproblematisch und innerhalb von 5 Minuten abgeschlossen. Die Bedienung ist dank der erstaunlich schlauen Alexa sehr einfach. Zwar bekommen wir am Anfang manchmal zu hören “das weiß ich leider nicht”, aber je mehr wir herumprobieren, desto besser kommen wir zurecht. Selbst Kinder haben schnell den Dreh raus und man muss aufpassen, dass die Kids es nicht übertreiben.

Wirklich erschreckend finden wir, wie schnell man sich an Alexa gewöhnt. Was die ersten Tage noch einen tollen Vorführ-Effekt hat, wird schnell zur Routine. Wer dann nur einen schlauen Speaker von Amazon zu Hause hat, merkt schnell, dass der Echo eigentlich in mehr Räume gehört. Egal ob Musik beim Kochen, im Esszimmer, beim Baden oder zum Einschlafen – praktisch wäre Alexa überall.

Amazon Echo 2. Generation eiche (B0751ZH2Z9)

Amazon Echo 2. Generation sandstein (B06ZYW1XBT)

Echo2 Sandstein

Amazon Echo 2. Generation silber (B0751YTXC3)

Echo2 Silber

Amazon Echo 2. Generation nuss (B07521MP71)

Echo2 Nuss

Amazon Echo 2. Generation hellgrau (B0749ZSPP6)

Echo2 Stoff hellgrau

Amazon Echo 2. Generation schwarz (B06ZXQV6P8)

Echo2 Stoff schwarz

Die Soundqualität von unserem Echo 2 ist ok, wenn man seine Ansprüche einschränkt. Um nebenher Musik laufen zu lassen ist der Klang absolut in Ordnung. Drehen wir bei einem coolen Song aber zu sehr am Lautstärkeregler, kommt der Speaker schnell an seine Grenzen. Verglichen mit anderen Aktiv-Lautsprechern, schneidet der Echo 2 nur mittelmäßig ab. Es fehlt deutlich an Bass und bei hoher Lautstärke sind die Hochtöner ebenfalls überfordert. Der Echo Plus ist zwar auch kein Sound-Wunder, die Qualität bei mittlerer Lautstärke ist aber deutlich besser.

Wer gerne laut Musik hört, steckt den Echo 2 einfach per Klinkenkabel an andere Lautsprecher oder eine Stereoanlage. Wer nur nebenher etwas Hintergrundbeschallung braucht, wird mit der Qualität zufrieden sein. Der Vergleich mit einem hochwertigen Küchenradio klingt zwar gemein, ist soundtechnisch aber durchaus gerechtfertigt.

Die Bedienelemente sind sehr übersichtlich.

Die Gegner von Alexa und Co. fragen sich, wie man sich nur freiwillig eine Wanze im Haus installieren kann. In Foren und in sozialen Netzen diskutieren gegner und Befürworter heftig über dieses Thema.

Und natürlich hört Alexa mit, sonst könnte sie auch nicht auf Zuruf funktionieren. Wir machen uns aber nur überschaubare Sorgen. Zum einen haben verschiedene Security-Spezialisten die Echo-Lautsprecher bereits mehrfach unter die Lupe genommen und dabei nichts ungewöhnliches oder verdächtiges festgestellt. Zum anderen sollen Alexa und vergleichbare Systeme unsere Zukunft maßgeblich mitgestalten – das würde niemals klappen, könnte man den Anbietern ungebührliches Verhalten nachweisen.

Ein theoretisches Restrisiko bleibt. Wer nicht auf den Komfort einer Sprachsteuerung verzichten möchte, kann die Echos aber einbremsen – etwa mit einer Traffic-Begrenzung im Heimnetz. Für solche Kniffe sind allerdings weitergehende Netzwerkkenntnisse notwendig.

Neato Robotics BotVac D5 Connected

Staubsauger-Roboter

(Kein Produktbild vorhanden)

Staubsauger-Roboter

TP-Link HS100, Funksteckdose (HS100(EU))

Funksteckdose

(Kein Produktbild vorhanden)

Funksteckdose

(Kein Produktbild vorhanden)

Funksteckdose Doppelpack

Wer viel Musik hört und sich mit der Soundqualität des Echo 2 arrangiert, bekommt eine sehr schlaue Jukebox mit tollen Extras. Der Funktionsumfang der Sprachassistentin Alexa ist beeindruckend.

Wer mit dem Echo 2 den Einstieg zum Smart-Home wagen möchte, sollte lieber knapp 50 Euro mehr investieren und sich den Echo Plus kaufen. Die Auswahl derdirekt ansteuerbaren Geräte ist einfach weit größer. Zum anderen ist auch einfach die Soundqualität deutlich besser.

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