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Test Acer H7550ST: Viel Beamer fürs Geld

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Full-HD, inklusive 3D-Brillen und Hidden Port – Der Kurzdistanz-Beamer Acer H7550ST lässt im Test dank umfangreicher Ausstattung kaum Wünsche offen.

Der DPL-Projektor Acer H7550ST wird als Kurzdistanz-Beamer geführt. Bei einem Mindestabstand von 60 cm zur Wand oder zur Leinwand erreicht er ein Bild mit einer maximalen Diagonale von 100 cm (ca. 40 Zoll). Wer mehr will, muss deutlich weiter weg. So benötigt er für 255 cm (ca. 100 Zoll) schon einen Abstand von 150 cm. Der optische Zoom zieht von der Diagonale auf Wunsch nochmal zehn Prozent ab.

Damit ist das Projektionsverhältnis für einen Kurzdistanz-Beamer eher schlecht. Zum Vergleich: Der Optomo GT1080 Darbee (Testbericht) 100 cm für 235 cm Diagonale, der LG HF85JS (Testbericht) sogar nur 20 cm für eine Diagonale von 250 cm. Grundsätzlich sind die Bedingungen am geplanten Aufstellungsort entscheidend, ob das Projektionsverhältnis passt, oder eben nicht. Allerdings entfaltet der Acer H7550ST nicht die Vorteile eines Ultra-Kurzdistanz-Beamers wie dem Xiaomi Laser Projector (Testbericht), der nah an der Wand stehen kann. Trotzdem müssen normale Beamer fast doppelt so weit von der Leinwand entfernt stehen, um ein ähnlich großes Bild zu projizieren.

Der H7550ST hat einen optischen Zoom.

In den meisten Fällen einer dauerhaften Installation wird sich der Acer-Projektor an der Decke wiederfinden. Acer verbaut dafür an seiner Unterseite Gewinde für eine optional erhältlich Deckenbefestigung. Dank eines Lagesensors dreht der H7550ST eigenständig und führt eine automatische, digitale Trapezkorrektur durch.

Laut Acer schafft die 210-Watt-Lampe von Osram eine Helligkeit von 3000 Lumen bei einem Kontrastverhältnis von 16.000:1. Sie soll eine Lebensdauer von 4000 Stunden (6000 im Eco-Modus) haben. Die Ersatzlampe Acer MC.JKY11.001 kostet 130 Euro.

Die Bildqualität gefiel uns im Test. Der H7550ST ist hell genug, um auch bei wenig Licht noch ein ordentliches Bild an die Leinwand zu werfen. Für die Nutzung bei Tageslicht oder in hell beleuchteten Konferenzräumen ist er jedoch weniger geeignet.

Die Full-HD-Auflösung wird klar wiedergeben, einzelne Pixel sind deutlich voneinander zu unterscheiden. Die Helligkeit verteilt sich gleichmäßig über das Bild, einzelne Lichthöfe gibt es nicht. Allerdings hatten wir Probleme mit dem Fokus. Ist die rechte Seite scharf, verschwimmen die Pixel auf der linken Seite und umgekehrt. Das fällt bei Textdarstellung auf, in Filmen jedoch nicht.

Die beiliegende Tasche schützt das Gerät sicher, sieht schick aus und bietet genügend Platz für das komplette Zubehör.

In den Menüs gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Bildqualität zu beeinflussen. Standardmäßig stellt der Acer H7550ST Bilder etwas zu blaustichig dar. Dadurch wirkt das Bild heller, das soll bei Vorführungen verkaufsfördernd wirken. Beim Xiaomi Laser Projector (Testbericht) hatten wir ein ähnliches Problem. Im Normalbetrieb empfehlen wir, eine etwas wärmere und damit natürlichere Farbe zu wählen.

Obwohl der Acer-Beamer ohnehin schon recht leise ist, senkt der Eco-Modus den Geräuschpegel weiter und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer der Lampe. Nutzer müssen dann allerdings mit einem etwas dunkleren Gesamtbild leben.

Insgesamt ist das Menü übersichtlich strukturiert, teilweise hat Acer die Punkte mit selbsterklärenden Schaubildern ergänzt. Das erleichtert die Navigation weiter.

Die Fernbedienung wirkt etwas billig und altbacken. Schade, dass sich so wenige Unternehmen wirklich Gedanken beim Design machen, schließlich hält man die Fernbedienung bei der Nutzung regelmäßig in der Hand. Immerhin ist sie funktional. Im oberen Drittel führen Knöpfe direkt zu Funktionen wie Zoom, Eingangsquelle, Bildschirmverhältnis oder 3D. Die Pfeiltasten in der Mitte dienen zur Navigation, das untere Drittel ist für Zahlen reserviert.

Dem Acer H7550ST liegen zwei 3D-Brillen im Wert von 60 Euro bei.

Der Acer H7550ST kann 3D simulieren und echtes 3D wiedergeben. Das können mittlerweile einige Beamer. Bemerkenswert ist jedoch, dass Acer gleich zwei aktive 144-Hz-3D-Brillen beilegt, die zusammen mindestens 60 Euro kosten. Die Brille ist leicht, bequem und kann auch zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Brille getragen werden. Geladen wird sie über ein mitgeliefertes USB-Kabel.

Im Test enttäuschte die Option 2D zu 3D. Der 3D-Effekt war gering und das Bild wirkte irgendwie verschoben, auf jeden Fall nicht richtig. Echtes 3D probierten wir über ein Macbook und der Software Bino 3D aus. Das funktionierte schon besser. Der Tiefeneffekt war ähnlich deutlich spürbar wie im Kino. Allerdings verdunkelt die Brille das Bild etwas. Auch strengt der 3D-Effekt auf Dauer das Auge an.

Jede Menge Anschlüsse, darunter auch Exoten wie der serielle Port RS-232.

Der Acer H7550ST hat richtig viele Anschlüsse. An seiner Rückseite nimmt er Videosignale über zwei HDMI-Ports, von denen einer MHL-fähig ist, auf. Außerdem bietet er VGA In und Out, S-Video, einen Chinch Video-Eingang und einen Chinch-Komponenten-Eingang. Retro-Fans wirds freuen: Dank dieser Anschlüsse gibt der H7550ST auch Videosignale alter Videokonsolen wieder. Natürlich könnte man auch zu aktuellen Nachbauten beliebter Retro-Konsolen greifen, die bieten eine Videoverbesserung und den digitalen HDMI-Standard. Sogar der mittlerweile sehr ungewöhnliche RS-232, ein Mini-USB-Port (Service) sowie ein USB-A-Port zur Stromversorgung externer Geräte hat Acer verbaut.

Übrigens steckt Acer in die schicke und stabile zum Lieferumfang gehörende Transporttasche ein VGA-Kabel, allerdings kein HDMI-Kabel. Für Audiodaten nutzt der Beamer je einen Klingenstecker für eingehende, und einen Klinkenstecker für ausgehende Signale. Optional verbindet sich der H7550ST auch via Bluetooth mit externen Lautsprechern oder einem Kopfhörer.

Im Inneren ist Fach, um passende Streaming-Sticks zu verstecken.

Unter der verschraubten Abdeckung des H7550ST verbirgt Acer einen dritten MHL-fähigen HDMI-Port und einen Micro-USB-Stecker zur Stromversorgung für Streaming-Sticks. An sich eine fantastische Idee, so baumelt nichts hinten am Beamer. Allerdings dürfen die Sticks die Maße 9,3 × 3,3 × 2 cm nicht überschreiten, um in die Aussparung zu passen. Damit passen der bald nicht mehr verkaufte Fire TV Stick (Testbericht), der Google Chromecast aus dem Jahr 2013 und sogar ein Raspberry Pi Zero W. Für größere Lösungen wie den Google Chromecast 2015 (Testbericht), Ultra und Apple TV oder den etwas zu langen Fire TV Stick 4K (Testbericht) ist kein Platz.

Amazon Fire TV Stick mit Alexa Sprachfernbedienung

Amazon Fire TV Stick

Google Chromecast 2013 (H2G2-42)

Google Chromecast 2013

Google Chromecast 2015

Google Chromecast 2015

Google Chromecast Ultra

Google Chromecast Ultra

Apple TV  4K 32GB (MQD22FD/A)

Apple TV 4K 32 GByte

Amazon Fire TV Stick 4K mit Alexa Sprachfernbedienung (53-008357)

Amazon Fire TV Stick 4K

Der Acer H7550ST kostet derzeit 839 Euro und ist bereits seit März 2015 auf dem Markt. Seitdem erlebte er nur selten größere Preisschwankungen, ist jedoch ab und an für unter 800 Euro zu haben. Die Ersatzlampe Acer MC.JKY11.001 kostet 129 Euro. Wer mehr 3D-Brillen will, zahl für jede weitere knapp 30 Euro.

Acer H7550ST (MR.JKY11.00L)

Acer H7550ST

Acer MC.JKY11.001 Ersatzlampe

Ersatzlampe

Acer DLP 3D E4W 3D-Brille weiß (MC.JFZ11.00B)

Acer Shutter-Brille

Der Acer H7550ST ist zwar schon 3,5 Jahre alt, gehört aber nicht zum alten Eisen. Seine Full-HD-Bildqualität kann auch ohne HDR oder anderen Bildverbesserern noch mit den jüngeren Beamern mithalten. Obwohl er als Kurzdistanz-Beamer gilt, ist sein Projektionsverhältnis vergleichsweise gering. Der etwa gleich teure Optomo GT1080 Darbee (Testbericht) macht das besser, der doppelt so teure LG HF85JS (Testbericht) braucht gar nur wenige Zentimeter Abstand zur Wand. Trotzdem führt das nicht zu einem Abzug der sehr guten Note, da er noch immer nur etwa halb so viel Abstand zur Leinwand braucht wie ein konventioneller Beamer und deswegen flexibler einsetzbar ist.

Dass er kein 4K über Pixel-Shifting beherrscht wie der sehr gute 1600-Euro-Beamer Xiaomi Laser Projector (Testbericht) ist schade. Allerdings haben 4K-Beamer in der Preisregion um die 800 Euro Seltenheitswert. Dafür punktet er bei der Ausstattung. Wir hatten noch keinen Beamer im Test, der derartig viele Anschlüsse bietet – sogar unter der Blende verbirgt sich ein HDMI-Port zum Verstecken von Streaming-Sticks. Auch, dass Acer zwei 3D-Brillen beilegt, finden wir sehr löblich. Erstaunlich ist, dass er in den 3,5 Jahren seit seinem Erscheinen kaum im Preis nachgegeben hat, was für die Qualität des sehr guten Beamers spricht.

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