TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Test: AVM Fritz WLAN Repeater 1750E mit Mesh-Unterstützung

6

Bild: Harald Karcher

von  //  Facebook Twitter Google+

Reichweiten-Boost samt Mesh-Unterstützung: In AVM-Umgebungen protzt der Fritz WLAN Repeater 1750E mit vielen Funktionen. Ob er in der Leistung mithalten kann, zeigt unser Test.

Der AVM Fritz WLAN Repeater 1750E ist ein WLAN-Range-Extender mit Dual-Band-Unterstützung. Im 2,4 GHz-Band erreicht er einen theoretischen Maximaldurchsatz von 450 MBit/s, im 5 GHz-Band liegt die Geschwindigkeit bei maximal 1300 MBit/s. Das Gerät erweitert bestehende Netzwerke, entsprechend muss der existierende WLAN-Router ebenfalls Dual-Band-Unterstützung bieten. Mehr dazu in unserem Grundlagenartikel.

Der AVM Repeater 1750E steckt ein einer weiß-roten Plastikhülle. Für Fritz-Box-Kenner hat das einen hohen Wiedererkennungswert, an sich wirkt das Design modern und zeitgemäß. Die Verarbeitung ist solide, der silberne WPS-Knopf bietet einen guten Druckpunkt. Die fünf Feldstärke-LEDs leuchten grün. Damit sind sie beim Setup und im späteren Betrieb viel besser zu erkennen als etwa die weißen LEDs am weißen Devolo WiFi Repeater ac (Testbericht). Hinzu kommen drei weitere grüne LEDs für LAN, WLAN und Power. Falls die Beleuchtung stört, lässt sie sich komplett abschalten.

Der AVM Fritz WLAN Repeater 1750E wird direkt in die Steckdose gesteckt. Das spart Kabel, allerdings ist man bei der Positionierung beschränkt. Unten am Gerät befindet sich eine Ethernet-Buchse für Gigabit-LAN. Diese kann WLAN-lose Endgeräte ans Netzwerk anschließen, etwa Fernseher oder Blu-Ray-Player. Alternativ lässt sich der Repeater darüber mit dem Router verbinden. Das lohnt sich, wenn eine lokale Verkabelung vorhanden ist oder ein bestehendes Modem um WLAN-Funktionen erweitert werden soll. Im Test fokussieren wir uns aber auf die Funk-Anbindung und die Repeater-Funktionen.

Grundsätzlich verbindet sich der AVM-Repeater mit Routern aller Hersteller. Um allerdings alle Funktionen zu nutzen, braucht es auf der Gegenseite ebenfalls ein AVM-Produkt. Für den Test haben wir den Range Extender mit einer Fritz Box 7590 gekoppelt.

Die Einrichtung über WiFi Protected Setup (WPS) ist so einfach wie schnell: Zuerst den WPS-Taster am Repeater gut sechs Sekunden drücken. Danach binnen zwei Minuten entsprechende Taste am Router drücken und der Repeater ist konfiguriert. Je nach Drückdauer hat der WPS-Knopf am Repeater 1750E folgende Funktion:

  • WPS WLAN an-/ausschalten 1 Sekunde
  • WPS-Schnellverbindung starten 6 Sekunden
  • Werkseinstellungen laden 15 Sekunden
Bild: Harald Karcher Nach der WPS-Konfiguration taucht ein zweites Netzwerk im 2,4 GHz- und 5 GHz-Band auf. Dieses trägt den gleichen Namen wie das Fritz Box WLAN, auch das Passwort ist gleich.

Zusätzlich zur WPS-Methode lässt sich der Repeater auch über den Browser einrichten. Dabei überrascht uns das AVM-Gerät mit Einstellungen, die wir bisher in diesem Umfang in keinem anderen Range Extendern so gesehen haben. Wer sich die Zeit dafür nimmt, kann so ziemlich jeden Menüpunkt genau einstellen.

Der größte Vorteil dabei ist die Mesh-Funktion: Anders als bei einem klassischen Range Extender steckt in einem WLAN-Mesh mehr Intelligenz. Bei AVM ist die vor allem auf der Router-Seite. Mittelfristig werden hoffentlich auch Funktionen wie das Roaming von Clients im WLAN ausgebaut. Das klappt aber nur, wenn alle Komponenten vom gleichen Hersteller sind – leider gibt es noch keinen offenen Mesh-Standard, der von allen Anbietern gemeinsam unterstützt wird.

Um die Leistung des Range Extenders zu messen nutzen wir den gleichen Versuchsaufbau wie bei den anderen getesteten Produkten: Der eigentliche Router steht im Dachgeschoss, der Repeater ein Stockwerk darunter. Mit einem LG V30 (Testbericht) im WLAN-Modus messen wir nun an sieben Punkten die Geschwindigkeit innerhalb unseres Netzwerks.

Bild: Harald Karcher Der Versuchsaufbau: Der WLAN-Router steht im Dachgeschoss, der Repeater ein Zimmer darunter.
Bild: Harald Karcher Der größte Mehrwert des AVM 1750E Repeaters zeigt sich im EG und im Keller. Hier gibt es ohne das Gerät gar keine Funkversorgung. Bei 5 GHz hat sich auch im OG eine Verbesserung ergeben, bei 2,4 GHz nicht wirklich.

Es lässt sich gut erkennen, dass AVM offensichtlich ähnliche Komponenten in der rot dargestellten Fritz Box und dem weiß dargestellten Range Extender verwenden. Die steileren Kurven stellen jeweils das 5-GHz-Band dar. Gerade hier kann der 1750E seine Stärken voll ausspielen. Alle vier Messpunkte im Obergeschoss sind mit einem soliden Datendurchsatz im Netzwerk, das WLAN reicht bis in den Keller.

Im 2,4-GHz-Bereich machen sich die Verbesserungen ebenfalls bemerkbar, wenn auch nicht so ausgeprägt. Es reicht aber, um Geräte im Keller oder im Erdgeschoss solide ins WLAN zu bringen. Nur mit dem Router-WLAN ist hier keine Verbindung bis in den Keller mehr machbar.

Bild: Harald Karcher Beim VDSL-Surfen kam der Mehrwert des AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E im EG und im Keller zum Tragen: Dort wo die AVM 7590 alleine gar nicht mehr hin kam.

Der Testrouter ist per VDSL 50 mit dem Internet verbunden. Im Download erreicht der Anschluss relativ zuverlässig zwischen 47 Mbit/s und 49 Mbit/s, der Upload geht mit 9 Mbit/s bis 10 Mbit/s. Diese Bandbreite soll der Repeater über das komplette Haus ausweiten.

Die Grafik zeigt schön, wie die weiße Kurve des Range Extender die Internetversorgung weiter verteilt als der eigentliche WLAN-Router. So lässt sich das Erdgeschoss angenehm schnell anbinden – ideal etwa für Smart Home Geräte wie Klingel, Kamera oder Alarmanlage. Selbst im Keller gibt es noch Internet, auch wenn die Geschwindigkeit dort nicht für wirklich viel Surf-Spaß taugt. Hier konnte der EX7000 von Netgear (Testbericht) bessere Ergebnisse liefern.

Beim VDSL-Test brauchte der AVM 1750E knapp 4,2 Watt. Damit liegt der AVM-Repeater über dem Devolo WiFi ac mit knapp 3 Watt aber deutlich unter dem Netgear EX7000, der 9 Watt verbraucht.

Bild: Harald Karcher Mit 4,2 Watt Verbrauch unter Last ist der AVM 1750E im soliden, mittleren Bereich.

Es gibt kein externes Netzteil: Wird der Repeater vom Strom getrennt, fällt der Verbrauch entsprechend auf null.

Der AVM Fritz WLAN Repeater 1750E konnte im Test mit guter Leistung überzeugen, vor allem, wenn das WLAN-Endgerät via 11ac im 5 GHz-Band mit dem Repeater funken. Hinzu kommt eine ausgereifte Software. AVM hat zudem zu Recht einen exzellenten Ruf was Updates und Software-Support für Bestandskunden angeht.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige