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Teasi One3 Extend im Test: Günstig und viele Funktionen

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Das Teasi One3 Extend von aRival ist ein sogenanntes Outdoor-Navigationsgerät für unter 150 Euro. Es eignet sich für Wander-, Ski- und Bootstouren. Durch die Zusatzfunktionen empfiehlt es sich aber vor allem für die Nutzung am Fahrrad. Nicht nur der günstige Preis, sondern auch die üppige Ausstattung sprechen für den Teasi One3 Extend. TechStage hat getestet, wie sich der Fahrradcomputer in der Praxis schlägt und ob sich ein Kauf lohnt.

Das Teasi One3 Extend verfügt über die Nutzungsprofile Rad, Wandern, Ski und Boot. Im Profil Rad kann aber noch weiter unterschieden werden, zwischen Tourenrad, Rennrad und Mountainbike. Zu den Grundfunktionen gehören Navigation mit Kartenanzeige auf dem 8,8-cm-Farbdisplay (480 × 800 Pixel), Pfeilanzeige, akustischer Alarm bei Abbiegepunkt, Adresseingabe, POI-Suche, Zwischenzieleingabe und Neuberechnung bei Verlassen der Route. Ein barometrischer Höhenmesser ist eingebaut. In der Version Extend ist zusätzlich ein elektronischer Kompass integriert. Kartenupdates und Erweiterungen sowie Softwareupdates gibt es lebenslang kostenlos, über die Software Tahuna. Für aufgezeichnete Touren hat der Nutzer vielfältige Auswertungsmöglichkeiten. Mitgetrackt werden unter anderem Geschwindigkeit, Fahrtdauer und Höhenprofil. Über Bluetooth 4.0 sind Sensoren für die Tritt- und Herzschlagfrequenz (Brustgurt) anschließbar, die dann ein umfangreiches Fitnesstracking erlauben. Die weit verbreitete ANT+-Sensorik unterstützt das Teasi allerdings nicht. Der Akku erreicht in der Praxis eine Laufzeit von 10 Stunden, der interne Speicherplatz von 8 GByte ist durch eine microSDXC-Karte erweiterbar. Ein miniUSB-Kabel und eine Lenkermontageset mit Kabelbindern gehört zum Lieferumfang.

Mit der beigelegten Montageplatte und Kabelbindern lässt sich das Gerät nur unzureichend befestigen. Schon auf guten Asphaltstraßen vibriert das Display nach unten aus dem Sichtbereich, so dass man es immer wieder nach oben drehen muss. Wir empfehlen, ein hochwertiges Montageset für 9 bis 15 Euro zu verwenden.

Die Lenkerhalterung des Teasi funktioniert zwar, kann uns aber nicht überzeugen.

Das Display ist ausreichend groß, die Kartendarstellung detailliert und übersichtlich. Nachteil ist die schlechte Ablesbarkeit bei starker Sonneneinstrahlung. Es ist möglich über magicmaps oder Kompass noch detailliertere Karten, auch speziell für das Fahrrad, herunterzulagen. Routen kann der Nutzer direkt auf dem Gerät eingeben. Dies funktioniert mit Hilfe von konkreten Adressen, Punkten von Interesse (POIs) oder der Eingabe von GPS-Koordinaten. Auch Postleitzahlen verarbeitet das Gerät problemlos. Die Auswahl der Menüs über die wabenförmig aufgebaute Nutzeroberfläche ist nicht besonders intuitiv aufgebaut. Vom Umschalten zwischen Radcomputer, Fitnesstracking und Navigation während des Fahrens ist dringend abzuraten. Die Eingabe dauert zu lange und das Unfallrisiko beim Blindflug ist einfach zu hoch.
Unter Tahuna-Tool, GPSies, und bikemap.net plant der Nutzer eigene Touren oder kann diese aus fretig bebilderten Reiseführern herunterladen. Die Handhabung der einzelnen Plattformen ist unterschiedlich und braucht etwas Eingewöhnung. Wo und wie man am besten plant, ist Geschmackssache. Hat sich der Nutzer aber eingearbeitet, geht die Planung von Touren mit vielen Wegmarken online deutlich schneller, als direkt auf dem Fahrradcomputer. Zudem profitiert der Nutzer von der Erfahrung anderer Nutzer; Ob eine Strecke landschaftlich interessant ist, weiß der Fahrradcomputer schließlich nicht.

Speicherkartenslot und Ladebuchse sind durch eine Gummiabdeckung geschützt.

Die drei Streckenprofile Vorschlag, Einfach und Kurz stehen zur Wahl. Wir konzentrieren uns auf die Standard-Variante Vorschlag. Diese zeigt uns sogar Höhenprofile der Strecke an. Praktisch, dass ein barometrischer Höhensensor direkt integriert ist. Auf Abbiegepunkte weist uns der Fahrradcomputer mit Pfeildarstellung und akustischem Alarm hin. Gerade im Stadtverkehr mit vielen Kreuzungen nervt der Piepton auf auf Dauer. Der Teasi One3 signalisiert uns nämlich auch Abbiegungen, die wir gar nicht als solche wahrnehmen. Oft reicht schon eine leichte Kurve und Teasi schlägt Alarm. Die Orientierung nur anhand der Pfeildarstellung ist aber auch keine Lösung. Denn das vermeintlich geforderte Abbiegen kann sich beim Blick auf die Karte auch als Anweisung entpuppen, weiter dem Straßenverlauf geradeaus zu folgen. Wenn man die Tourstrecke verlässt berechnet der One3 eine Alternativroute. Das geht ausreichend schnell, funktioniert aber nur, wenn das Navigationsziel direkt im Gerät eingegeben wurde. Hat der Nutzer eine fertig geplante Tour über das Tahuna-Tool, GPSies oder bikemap geladen, funtioniert die Alternativroute nicht. Der Teasi leitet uns dann immer wieder auf die Ursprungsroute zurück.

Die Akkulaufzeit ist mit 10 Stunden absolut ausreichend. Gewöhnungsbedürftig ist aber, dass beim Laden die Akkustandsanzeige immer auf 100% steht und es deshalb nicht möglich ist, den Ladefortschritt zu beobachten und zu erkennen, wann das angesteckte Gerät voll ist.

Die Möglichkeit, den Speicher über eine microSDXC-Karte zu erweitern, ist ein nettes Gimmick. Wirklich brauchen werden das aber wohl nicht viele Nutzer. Denn man muss schon sehr intensiv auf Touren gehen, um mit dem integrierten Speicher an die Grenzen zu stoßen.

Der Teasi bietet eine beeindruckende Vielzahl von Funktionen für einen fairen Preis. Jedoch gibt es einen entscheidenden Nachteil: Das Gerät hat die Tendenz sich aufzuhängen. Bricht der Empfang des GPS-Signals ab, passiert es manchmal, dass das Gerät den aktuellen Bildschirm einfriert und sich nicht mehr bedienen lässt. Das ist insbesondere auf Touren ärgerlich, weil man es nicht sofort merkt. Dagegen hilft nur ein Reset durch langes Drücken der Powertaste. Anschließend muss der Nutzer das One3 neu starten und die Navigation erneut aktivieren. Uns ist das in einer Woche mit täglichen Tests zwei Mal auf dem Fahrrad passiert. Auch bei der Bedienung im Büro, wo kein GPS-Empfang möglich ist, war insgesamt drei Mal ein Reset nötig. Im Forum berichten einige Benutzer sogar über Geräte, die nach einiger Zeit gar nicht mehr resetfähig waren und umgetauscht werden mussten. Allerdings taucht dieses Problem erst ab einer gewissen Softwareversion auf. Es scheint also kein Hardwareproblem zu sein. Wir hoffen, dass der Hersteller da nochmal nachberssert. Aktuelle Firmware steht auf der Tahuna-Homepage kostenlos zur Verfügung.

Das Teasi One3 Extend bietet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis mit einer Ausstattung, die teilweise doppelt so teure Geräte in den Schatten stellt. Die Handhabung überzeugt im Großen und Ganzen, wenn auch gelegentlich ein paar Unstimmigkeiten auftreten. Das größte Ärgernis ist, dass der Teasi gelegentlich abstürzt und die Navigation dann neu gestartet werden muss.

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