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TP-Link Archer AX6000 im Test: Wifi-6 mit Top-Reichweite

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Der schwarze TP-Link Archer AX6000 Router verspricht schnelles WiFi-6 und kostet weniger als 300 Euro. Wir testen, was vom schnellen WLAN beim Endgerät ankommt.

Wir testen den Wifi-6-Router TP-Link Archer AX6000 im Rahmen unserer Themenwelt zu Wifi-6-Routern. Dort sind bereits zahlreiche andere Tests erschienen, mehr dazu am Ende des Artikels.

Das Gehäuse des TP-Link Archer AX6000 wirkt schwer, schwarz und wuchtig. Das Design signalisiert massig WLAN-Power und das wird durch acht externe WLAN-Antennen noch verstärkt. Letztere lassen sich zwar nicht auswechseln, aber herunterklappen: Das ist sinnvoll, wenn man den Router etwa an die Wand hängen will.

Bei der Datenübertragung per WLAN setzt der AX6000 auf den neuen WiFi-6-Standard. Im 5-GHz-Band sind mit dem Gerät dank 4-Stream-11ax theoretisch bis zu 4804 MBit/s möglich. Im 2,4-GHz-Band werden vier weitere 11ax-Streams versprochen, hier erreicht der Router theoretisch maximal 1148 MBit/s.

Interessant ist die Anzahl der LAN-Ports. Wo viele Hersteller gerade einmal vier oder fünf Anschlüsse verbauen, punktet TP-Link mit acht Gigabit-LAN-Anschlüssen. Leider gibt es keinen schnelleren Port, gerade bei einem Wifi-6-Gerät könnte man eigentlich einen 2,5-GBit/s-Port erwarten. Moment, das stimmt nicht ganz: Der blaue WAN-Port zum Anschluss am Modem schafft bis zu 2,5 GBit/s – allerdings sind derartige Internet-Anschlüsse im privaten Umfeld deutlich seltener als etwa eine NAS mit entsprechend hoher Geschwindigkeit (Ratgeber). Gerne hätten wir die Ports vertauscht, damit unser 10-Gig-Test-NAS am blauen 2,5-Gig-Port hängt und für den Internetzugang ein schwarzer 1-Gig-Port zum Einsatz kommt. Doch, das sieht der TP-Link Archer AX6000 leider nicht vor.

TP-Link Archer AX6000 (4 Bilder)

Der TP-Link Archer AX6000 hat acht kurze Antennen, die sich nicht abnehmen, aber herunter klappen lassen (Bild: Harald Karcher).

Im Inneren arbeitet eine flotte 4-Kern-CPU. Das hilft nicht nur beim WLAN, sondern auch, wenn eine Festplatte Daten im Netzwerk freigeben soll. Dazu hat der Archer AX60000 zwei USB-Ports: Einmal Typ A, einmal Typ C, beide unterstützen USB 3.0.

Die schwarzen Taster für WPS, WiFi-Ein/Aus und LED-Ein/Aus sind groß genug und geben knackiges Feedback. Aber man muss erst mal suchen, bis man sie am schwarzen Plastik-Gehäuse findet. Dass man die große Status-LED per Hardware-Knopf abschalten kann, ist praktisch, falls der Router etwa im Schlafzimmer steht, und das starke LED-Licht dort beim Schlafen stört.

Der TP-Link Router Archer AX6000 lässt sich per Browser am Rechner oder per App am Smartphone einrichten. Via Browser stehen mehr Funktionen zur Verfügung als per Handy-App. Wir dokumentieren hier nur die Browser-Version. Über die aktuelle IP oder die URL http://tplinkwifi.net landen wir in der Konfiguration des Routers. Nach Umstellung von Englisch auf Deutsch bot er folgende Optionen:

  • Schnellinstallation
  • Basiseinstellungen
  • Erweitert

Letztere ist am ausführlichsten, die zeigen wir in der folgenden Fotostrecke:

TP-Link Archer AX6000: Software (105 Bilder)

Insgesamt wirkt die grafische Oberfläche frisch und übersichtlich. Die einblendbaren Hilfetexte helfen Anfängern und Fortgeschrittenen. Der schiere Funktionsumfang der Software sollte auch Netzwerk-Profis weitgehend zufriedenstellen. Zu den Features gehören unter anderem ein VPN-Server und ein Trend Micro Sicherheitspaket.

Im WLAN-Bereich sendet der Router ab Werk zwei getrennte SSID-Netzwerknamen für 2,5 und 5 GHz. Wir fanden das goldrichtig, zumal auch in unserer Testwohnung das 5-GHz-Band fast immer weitaus bessere Messwerte bringt als das 2,4-GHz-Band. Deshalb legen wir gerne langsame Geräte wie WLAN-Drucker in das 2,4-GHz-Band. Schnelle und moderne dagegen vorzugsweise in den 5-GHz-Bereich. Viele Hersteller predigen zwar seit 2017 den vermeintlich unschlagbaren Komfort durch eine einzige Single-SSID auf beiden Frequenz-Bändern. Allerdings ist das in der Praxis häufig wenig brauchbar. Oft bleiben die WLAN-Geräte im untersten Gang bei 2,4 GHz kleben. Hier wird WLAN-Speed verschenkt. Ebenfalls positiv ist, dass der Archer AX6000 nach einem Firmware-Update WPA3 bereitstellt.

Wie bei allen WLAN-Tests verbinden wir den TP-Link Archer AX6000 mit einer AVM FRITZ!Box 6660 für den Internetzugang. Die Testdateien liegen auf einem NAS, das an einem der LAN-Ports sitzt. Die erste Messreihe absolvieren wir mit unserem derzeit schnellsten WLAN-Laptop mit Intel AX201 Funkmodul. Das Gerät funkt maximal 2×1200 MBit/s Wifi-6 = 2400 MBit/s aus zwei WLAN-Antennen, kann aber auf die älteren WLAN-Gattungen zurückschalten. Wir messen den echten Netto-Durchsatz mit 50 GByte-großen Dateien von der NAS über den Router bis auf den Laptop an den fünf Messpunkten unserer Testwohnung.

Messaufbau in unserer Testwohnung: Rechts oben zwei schnelle Zuspieler großer Testdateien (10-Gig-NAS Synology DS1618+) und flotten Internets (Fritzbox 6660). Links oben der Wifi-6-Router TP-Link Archer AX6000. Ganz unten zwei Wifi-6-Endgeräte (Samsung Note10+ und Asus Flip 15), mit denen wir den Netto-Durchsatz an 5 Punkten der Testwohnung messen (Bild: Harald Karcher).

Bei der blauen Kurve der folgenden Grafik war der Laptop im 2,4-GHz-Band mit dem Archer verbunden. 203 MBit/s im gleichen Raume wie der Router und 73 MBit/s im hintersten Zimmer sind zwar Lichtjahre vom offiziellen Marketing entfernt, markieren aber trotzdem eine passable Reichweite.

Messung mit einem Wifi-6-Laptop Asus ZenBook Flip 15 in fünf Räumen: In der roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit 160 MHz Kanalbreite mit dem TP-Link Archer AX6000 verbunden. Das brachte guten Durchsatz, auch in den entfernten Räumen drei bis fünf (Bild: Harald Karcher).

Bei der höheren, roten Kurve war der Laptop im 5-GHz-Band mit dem Archer AX6000 verbunden. Dabei haben wir das Gespann in den 11ax-Only-Modus und 160 MHz breite Kanäle gezwungen, weil dies eine weitaus bessere Messkurve ergab als die 5G-Vollautomatik ab Werk. Am Beginn der roten Messkurve sieht man sehr deutlich, dass der 1000-MBit/s-LAN-Port des 4800-MBit/s-WLAN-Routers den finalen Durchsatz zwischen der 10-GBit-NAS und dem 2400-MBit/s-Laptop schon unter 1000 MBit/s abschneidet. Sehr schade! Danach fällt der Durchsatz in den entfernteren Räumen aber nur noch relativ langsam herunter. Platt gesagt: Der AX6000 hat zwar eine gedrosselte Höchstgeschwindigkeit, jedoch eine bemerkenswert gute Reichweite. Letzteres ist oft wichtiger als tolle Spitzenwerte auf ganz kurze Distanz im gleichen Raum.

Die nächste Messreihe absolvieren wir mit dem WiFi-6-Smartphone Samsung Galaxy Note10+. Es funkt maximal 1200 MBit/s Wifi-6, kann aber ebenfalls auf die älteren WLAN-Gattungen zurückschalten. Bei der ersten 5GHz-Messung war das Note+ mit dem Wifi-6-Router im Automatikmodus verbunden. Damit ergab sich eine relativ normale, stetig abfallende Durchsatzkurve: Im ersten Zimmer knapp 700 MBit/s, im letzten um die 70 MBit/s.

5 GHz Automatik-Modus: Hier war das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ über fünf Zimmer hinweg insgesamt 5 Minuten lang mit dem Wifi-6-Router TP-Link Archer AX6000 verbunden (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).

Bei der zweiten 5GHz-Messung war das Note+ mit dem Wifi-6-Router im erzwungenen 11ax-Only-Modus und mit 160 MHz Kanalbreite verbunden: Dabei war der Durchsatz im ersten Raum auf kurze Distanz zwar besser als in der Automatik, nämlich oberhalb 700 MBit/s. Doch ab dem zweiten Zimmer stürzte er viel schneller ab, als mit dem toleranteren Automatikmodus. Was für den modernen 2-Stream-Wifi-6-Laptop die mit Abstand beste Router-Einstellung war, führt beim 1-Stream-Wifi-6-Handy zum Durchsatzabsturz ab dem dritten Zimmer. Wie gut ein WLAN-Router abschneidet, hängt also davon ab, ob seine Einstellungen optimal zum Endgerät passen. Wer solche Optimierungsexperimente scheut, lässt den Router am besten in der Werkseinstellung, die oftmals einen passablen Kompromiss erbringt.

5 GHz 11ax-Only-Modus mit 160 MHz Kanalbreite: Hier war das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ über fünf Zimmer hinweg insgesamt 5 Minuten lang mit dem Wifi-6-Router TP-Link Archer AX6000 verbunden: Ergebnis: Krasser Absturz (aber ohne Abriss) ab dem dritten Zimmer (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).

Bei der dritten Messung war das Note10+ über 2,4 GHz verbunden, erneut kommt der Automatikmodus zum Einsatz. Der Durchsatz nahm einen normalen Verlauf: Von 130 MBit/s im ersten Zimmer bis hin zu schlappen 15 MBit/s im hintersten Winkel des letzten Zimmers. Nach solchen Messungen kann sich jeder selbst ein Bild machen, mit welchen Einstellungen er in welchem Zimmer in welchem Frequenzband am besten surft. Die Beispiele erklären aber auch, warum unterschiedliche User, wie auch unterschiedliche Tester, zu sehr unterschiedlichen Bewertungen kommen können.

2,4 GHz Automatik-Modus: Hier war das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ über fünf Zimmer hinweg insgesamt 5 Minuten lang mit dem Wifi-6-Router TP-Link Archer AX6000 verbunden (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).

Bei der folgenden Stromkurve waren alle Geräte mit dem Archer AX6000 Router verbunden, die in der Testwohnungsgrafik oben eingezeichnet sind: Sprich 10-Gig-NAS und Kabel-Modem per LAN-Kabel, dazu Samsung-Handy und Asus-Laptop via Wifi-6-Funk. Im Standby gingen die Stromwerte bis 10,37 Watt herunter. Bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop gleichzeitig zog der Wifi-6-Router bis zu 14,73 Watt aus der 230-Volt-Dose.

In unserem Testsetup zog der TP-Link Archer AX6000 Router knapp 10,4 bis knapp 14,8 Watt aus der 230-Volt-Dose (Screenshot: Harald Karcher / mit FRITZ!DECT 200 Software).

Der TP-Link Archer AX6000 besitzt eine UVP von 399 Euro, in der Realität liegt der Preis unter 300 Euro. Zum Testzeitpunkt war er für etwa 270 Euro zu bekommen.

Der wuchtige Wifi-6-Router TP-Link Archer AX6000 verspricht bis zu 4800 MBit/s im 5-GHz-Band. Im Test lag der maximale Durchsatz aber mit knapp 1 GBit/s deutlich darunter. Klingt erst mal frustrierend. Der Archer performt aber auch in den ferneren Zimmern zwei bis fünf unserer Testwohnung noch gut, zeigt somit eine gute Reichweite, was oft wichtiger ist als Topdurchsatz auf kurze Distanz. Der Grund für den Geschwindigkeitseinbruch liegt am fehlenden schnellen LAN-Port. Ja, das Gerät hat 8 Gigabit-LAN-Anschlüsse, wenigstens einer davon hätte aber mit einem Durchsatz von 2,5 GBit/s kommen dürfen.

Es bleibt unterm Strich ein vergleichsweise günstig zu bekommender Wifi-6-Router, der zahlreiche Software-Features mitbringt und eine ordentliche Reichweite besitzt.

Im Rahmen der Themenwelt zu Wifi-6-Geräten geben wir eine Marktübersicht zu den Vor- und Nachteilen von Wifi-6. Dazu haben wir bereits mehrere Produkte getestet, darunter den Netgear Nighthawk RAX80 (Testbericht), die Fritzbox Cable 6660 (Testbericht), den Asus GT-AX11000 (Testbericht) oder das Asus ZenWiFi AX (XT8) Wifi-Mesh (Testbericht).

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