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TP-Link AV2000 Powerline ac WiFi Kit im Test

Bild: Harald Karcher

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TP-Link prescht mit Powerline-2000 vor, doch wie viel des enormen Brutto-Speeds kommt in der Praxis an? Wir testen den High-Speed-Powerline-Adapter.

Die meisten Hersteller von Powerline- oder PLC-Adaptern ruhen sich auf 1200 Mbps schnellen Adaptern aus. TP-Link geht weiter, das Top-Modell schickt bis zu 2000 Mbps über die Stromleitung. Es wird spannend zu sehen, ob der TP-Link AV2000 die Konkurrenz von Devolo oder AVM schlagen kann.

Das Testsystem besteht aus einem Adapter-Set. Der dünnere, WLAN-lose TP-Link TL-PA9020 wiegt etwa 190 Gramm. Er hat unten zwei LAN-Buchsen. An der Front leuchten im normalen Betrieb drei LEDs. Sie sind winzig, aber dennoch hell genug, um gut gesehen zu werden. Auf der Rückseite sind PLC-MAC-Adresse und PLC-Key aufgedruckt.

Der dickere, WLAN-fähige TP-Link TL-WPA9610 wiegt etwa 350 Gramm. An seiner Front leuchten bis zu fünf PLC-und-WLAN-Status-LEDs. Auf seiner Rückseite findet man neben PLC-MAC und PLC-Key die WLAN-Zugangsdaten.

Das WLAN funkt mit 300 Mbps bei 11n und 866 Mbps bei 11ac, also knapp unter dem AVM FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set (Testbericht) und exakt wie beim Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit (Testbericht). TP-Link verzichtet auf Durchschleifsteckdosen. Gerade wenn wenig Steckdosen vorhanden sind, ist das ein Nachteil. In eine Mehrfachsteckdose sollte man PLC-Adapter nie stecken, diese können den Durchsatz bremsen.

Das Adapter-Paar kam bereits ab Werk gekoppelt. Ist dies nicht der Fall, lässt sich die Verbindung einfach herstellen. Dazu müssen beide Adapter am gleichen Stromnetz angeschlossen sein. Anschließend drückt man auf die Koppelungstaste am ersten Gerät und innerhalb von zwei Minuten an die entsprechende Taste am zweiten Gerät.

Kurz nach dem Einstecken sendet der WLAN-fähige TL-WPA9610 zwei Netzwerke aus:

  • TP-LINK_392B auf 2,4 GHz
  • TP-LINK_392B_5G auf 5 GHz

Nach Eingabe des aufgedruckten Netzwerk-Schlüssels konnten sich unsere Testhandys mit beiden Funkzellen verbinden. Der Router, eine Fritzbox 7590 erkannte ebenfalls beide Geräte und führte sie in der Heimnetzübersicht auf. Ein Klick auf den Eintrag oder die Eingabe der Adresse http://tplinkplc.net führt zur aufgeräumten Konfigurationsoberfläche des Powerline-Adapters. Für den reinen Betrieb muss man gar nichts einstellen, wer aber Parameter ändern möchte, der findet hier die passenden Optionen.

Bild: Harald Karcher Der Aufbau der Testumgebung.

Die Testumgebung sieht wie folgt aus: Im Dachgeschoss steht der WLAN-Router, eine Fritzbox 7590. Diese sendet ein eigenes WLAN im 2,4-GHz- und 5-GHz-Band aus. Der WLAN-lose TL-PA9020 ist direkt mit dem Router verbunden und überträgt die Daten ins Stromnetz. Ein Stockwerk darunter empfängt der TL-WPA96100 die Informationen und verteilt sie über sein eigenes WLAN. Wir messen die Geschwindigkeit von Router und Powerline-Adapter an insgesamt sieben Messpunkten.

Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Aktivität Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Surfen ab 1 Mbps
Musik Streaming 96 Kbps (Spotify) / 256 Kbps (iTunes) /
Video Streaming ab 3 Mbit/s
Skype-Call (Audio) ab 300 Kbps
Skype-Call (Video) ab 500 Kbps / 1,5 Mbps (HD)
Gruppen-Calls ab 2 Mbps
Online-Gaming 3 -6 Mbps
IoT: Sicherheitskamera ab 25 Kbps
Bild: Harald Karcher Die Werte im WLAN-internen Durchsatz.

Die zwei roten Messkurven in der Grafik zeigen den Zellen-internen Daten-Speed zwischen dem WLAN-Router AVM FRITZ!Box 7590 und dem WLAN-Handy LG V30. Die steilere Mess-Kurve zeigt den Verlauf in der 5-GHz-Zelle, die flachere in der 2,4-GHz-Zelle.

Die weißen Daten dagegen zeigen die interne Geschwindigkeit zwischen dem TP-Link TL-WPA9610 Powerline-to-WiFi-Adapter und dem LG V30 bei 2,4 GHz und bei 5 GHz. Offenbar verstehen sich TP-Link TL-WPA9610 und LG V30 besonders gut bei 5 GHz, was die höhere der beiden weißen Kurven zeigt.

Im 2,4-GHz-Band kommt der TP-Link Adapter bis in den Keller, mit 19,9 MBit/s liefert er die bislang beste Leistung an diesem Messpunkt.

Bild: Harald Karcher Die Übertragungsrate beim Zugriff aufs Internet.

Für den Alltag relevanter ist der Internet-Durchsatz. Das Testsystem ist per VDSL-50 mit dem Internet verbunden, das ist entsprechend die Obergrenze.

Die Messungen zeigen, dass dieses Ziel zumindest im Dach- und Obergeschoss erreicht wird. Im Erdgeschoss und Keller kann der Powerline-Adapter die Abdeckung sauber halten, das gelingt der Fritzbox nicht mehr. Allerdings hat sich das Paar aus TP-Link TL-WPA9610 Powerline-to-WiFi-Adapter & LG V30 bei den 5-GHz-Messungen in Summe wesentlich besser geschlagen als im 2,4 GHz-Band. Einer der Gründe: Das 5 GHz-Band ist in der konkreten Testumgebung fast leer, das 2,4 GHz-Band ist dagegen ziemlich übervölkert.

Anders formuliert: Im 2,4-GHz-Band war der VDSL-Durchsatz in unserer konkreten Test-Umgebung mit maximal 36 Mbps auffallend schwach, wenn man bedenkt, dass die PLC-Backbone-Teil-Strecke auf dem Papier maximal 2000 Mbps schafft, und auch die WLAN-Teil-Strecke mit bis zu 300 Mbps angegeben ist. Dass bei einer derart „dicken Pipeline“ nicht einmal die vollen 50 Mbps VDSL ungebremst durchrauschen, liegt unter unseren Erwartungen. Vielleicht kann das TP-Link-AV2000-Kit ja in einer anderen Test-Umgebung seine volle Power besser entfalten.

Bild: Harald Karcher Messung des Stromverbrauchs.

TP-Link gibt für den WLAN-losen PLC-Adapter TL-PA9020 einen maximalen Verbrauch von 5,8 Watt an. Im Power Saving Modus sollen es nur maximal 0,6 Watt sein. Hinzu kommt der Verbrauch des WLAN-bestückten Adapters TL-WPA9610 mit maximal 14 Watt. Das wären zusammen dann maximal 19,8 Watt, wenn alle Teile nonstop auf höchstem Verbrauch arbeiten.

In der kurzen PLC-Messstrecke, mit nur einem auf 5 GHz verbundenen WLAN-Handy LG V30, konnten wir dem Pärchen beim aktiven VDSL-50-Download maximale Stromspitzen von 12 Watt entlocken. Bei größeren PLC-Entfernungen und mehreren aktiven Endgeräten mag der Stromverbrauch noch weiter ansteigen.

Die beiden PLC-Adapter brauchen kein externes Netzteil, weil sie direkt in der 230-Volt-Steckdose stecken. Zieht man sie aus der Dose heraus, dann geht ihr Stromverbrauch garantiert auf 0,00 Watt zurück.

Die exzellenten technischen Daten des TP-Link AV2000 Powerline ac WiFi Kits führen zu hohen Erwartungen: Powerline-2000-Mbps, plus 11ac-WiFi-866, plus 11n-WiFi-300: Das klingt stark. Doch die Realität war ernüchternd. Der Zellen-interne Netto-Durchsatz war zwar gut, aber beim VDSL-Durchsatz waren die Netto-Werte, vor allem bei 2,4-WLAN, nicht zufrieden stellend.

Ansonsten spürt man schon bei der Erstkonfiguration, dass das Powerline-Kit von TP-Link sehr schnell reagiert. Auch die Software des PLC-to-WLAN-Kits ist schön, klar und übersichtlich gestaltet.

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