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Suunto 7 Smartwatch im Test: Sportuhr mit Google Wear OS

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Suunto 7 fällt neben ihrem wuchtigen Äußeren vor allem mit einem hohen Preis auf. Ob die Smartwatch ihr Geld wert ist, klären wir in unserem Test.

Die Suunto 7 ist ein echter Blickfang – und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Denn die Smartwatch des finnischen Herstellers gehört zu den Modellen mit einem ausladenden Gehäuse, das nicht an jedem Handgelenk eine gute Figur abgibt. Trotzdem beweist die Suunto 7, dass der erste Eindruck täuschen kann, wie wir in unserem Test festgestellt haben. Wir haben die Smartwatch auf Herz und Nieren geprüft und herausgefunden, inwiefern sich hinter dem klobigen Design eine brauchbare und geldwerte Hardware für Technikenthusiasten und Sportler verbirgt.

Der Test erscheint im Rahmen unserer Themenwelt zu Sportuhren. Dort haben wir bereits Artikel zu Geräten wie der Garmin Venu (Testbericht), der Honor Magic Watch 2 (Testbericht), der Fitbit Versa 2 (Testbericht) oder der Polar Vantage M (Testbericht) veröffentlicht. Nicht sicher, ob eine Sportuhr oder ein Fitness-Tracker passt? Dann empfehlen wir einen Blick in den Ratgeber: Sportuhren oder Fitness-Tracker für Jogger.

Die Suunto 7 fällt optisch wie bereits erwähnt reichlich klobig aus und ist zugleich mit ihrem klassischen Uhrendesign und den vier seitlichen Bedienknöpfen unverkennbar als Smartwatch zu identifizieren. Suunto verkauft die Uhr in vier verschiedenen Farbvarianten, darunter in schlichtem Schwarz, in Schwarz mit innenseitig limettenfarbenen Armband, in Schwarz mit teils kupferfarbenem Gehäuse sowie in Weiß mit einem teils rosengoldenen Gehäuse. Die weiß-rosengoldene Variante wirkt gegenüber den eher schlichten schwarzen Versionen ziemlich extravagant. Ansonsten bietet die Suunto 7 aber keine größeren optischen Überraschungen.

Das Gehäuse der Suunto 7 besteht aus glasfaserverstärktem Polyamid, das Glas des AMOLED-Displays aus bruch- und kratzfestem Gorillaglas. Beides machte in unserem Test eine gute Figur und das Display blieb trotz hoher Beanspruchung im Freien und bei sportlicher Betätigung frei von Kratzern. Die Uhr übersteht außerdem das Eintauchen in Wasser von bis zu 50 Metern Tiefe, wir raten aber dennoch davon ab, die Uhr als Tauchuhr zu verwenden, weil sie dafür nicht konzipiert ist. Normales Schwimmen ist mit der Suunto 7 aber möglich.

Der Lieferumfang der Suunto 7 besteht neben der Uhr selbst und dem Silikonarmband aus einem Ladeadapter mit USB-C-Anschluss sowie einer zusätzlichen Armbandschlaufe. Das Armband empfanden wir wegen seiner Flexibilität als sehr angenehm – es lässt sich gut dehnen, weshalb wir die Uhr bei Benutzung angenehm schnell an- und ablegen können.

Wer die Suunto 7 das erste Mal startet, den führt die Uhr direkt durch einen einfachen Einrichtungsprozess. Wir wählen die Sprache der Uhr und verbinden die Suunto dann laut Anleitung mit unserem Smartphone, auf dem wir zuvor die Suunto App und Googles Wear OS installiert haben.

Anschließend erklärt die Uhr in einem kurzen Tutorial die Bedienung des Displays per Gestensteuerung und macht den Nutzer mit den wichtigsten Funktionen vertraut. Das macht es auch für Erstbesitzer einer Smartwatch sehr einfach, einen schnellen Einstieg in die Hardware zu finden.

Warum soll man eine eigene Smartwatch-Software entwickeln, wenn es Wear OS gibt? Das dachte sich offenbar auch Suunto und stattet die Uhr direkt mit Googles Smartwatch-Betriebssystem ausgestattet. Wir verzichten deshalb an dieser Stelle auf eine umfassende Beschreibung der Wear-OS-Funktionen, die Interessierte in unserem Artikel zu Smartwatches mit Wear OS für unter 200 Euro nachlesen können. Nur so viel: Die Suunto 7 zeigt mithilfe von Wear OS eingehende Nachrichten und Anrufe an, verfügt über eine Stoppuhr, eine Weckfunktion sowie einen Schrittzähler.

Wir können in der Wear-OS-App Anpassungen an den Einstellungen der Suunto 7 vornehmen und unter anderem die Optik des Ziffernblatts ändern. Per Klick auf die Uhr wechseln wir direkt in die Suunto-App, die ein detailliertes Aktivitätstracking erlaubt.

Die Suunto-App selbst zeigt die gesammelten Tracking-Daten und bietet einen umfangreichen Überblick zu Trainingsabläufen wie zurückgelegten Laufstrecken inklusive Puls- und Höhenmessung. Zusätzlich braucht man dann noch Google Fit, um die Details zur normalen Aktivität zu sehen, mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Suunto 7: App (3 Bilder)

Suunto App

Das Aktivitäts-Tracking der Suunto 7 funktioniert erwartungsgemäß intuitiv und problemlos. Allerdings müssen wir für sämtliche Tracking-Bedürfnisse zusätzlich zu Wear OS und der Suunto App auch Google Fit auf unserem Smartphone installieren und mit der Smartwatch verknüpfen. Wir können in Google Fit spezifische Aktivitätsziele wie Aktivitätsminuten (Dauer körperlicher Aktivität) und Kardiopunkte (erhöhen sich bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten) festlegen und den Fortschritt direkt auf der Uhr anzeigen lassen.

Google Fit misst außerdem die Herzfrequenz, die zurückgelegten Schritte und Kilometer sowie die verbrauchten Kalorien. Die Messergebnisse können wir sowohl direkt auf der Uhr als auch in der Smartphone-App abrufen. Ergänzend haben wir die Möglichkeit, Atemübungen via Google Fit zu absolvieren – das funktioniert direkt über die Suunto 7, die dabei unseren Puls misst. Praktisch: Die Uhr und die Smartphone-App synchronisieren sich automatisch, das heißt, wenn wir unsere Uhr irgendwo vergessen oder das Smartphone zu Hause liegen lassen, überträgt das jeweils andere Gerät die zurückgelegte Strecke und weitere Daten an die Uhr oder das Smartphone. Dadurch sind wir auf beiden Geräten stets auf dem aktuellen Stand.

Wer auf Google Fit verzichten möchte, muss mit Abstrichen leben, denn die Sunnto-App bietet zwar umfangreiches Trainings-Tracking (dazu siehe unten), aber keinen Schrittzähler oder eine Aufzeichnung der Herzfrequenz.

Die Suunto 7 taugt in einigen Design-Varianten als Schmuckobjekt, doch unter der Haube verbirgt sich eine waschechte Sportuhr. Denn die Suunto-App bietet ergänzend zu Google Fit diverse Möglichkeiten, das eigene Training umfassend zu tracken und spezifische Trainingsziele zu setzen. Alternativ können wir die Uhr mit anderen Sportdiensten wie Strava, Endomondo und TrainingPeaks verknüpfen.

Google Fit zeigt Bewegung und Kardiopunkte auf der Uhr an.

Ein Druck auf den oberen rechten Bedienknopf der Uhr reicht aus, um das Suunto-Trainingsmenü aufzurufen. Hier können wir einen von über 70 verschiedenen Sportmodi wählen, geordnet nach den Kategorien Laufen, Radfahren, Leistung (Hindernislauf, Rollski etc.), Hallensportarten (Kraftraining, Boxen, Ruderergometer, etc.), Outdoor-Abenteuer (Klettern, Reiten, Trekking, etc.), Wintersportarten (Skifahren, Snowboard, etc.), Wassersportarten (Schwimmen, Surfen, Rudern, etc.) sowie Mannschafts- und Schlägersportarten. Wer die eigene Sportart nicht findet, kann ein allgemeines Tracking für nicht näher spezifizierte Aktivitäten aktivieren.

Die Suunto-App erlaubt darüber hinaus das Festlegen einer wöchentlichen Trainingsdauer, das sich in 15-Minuten-Schritten zwischen einer Stunde und 25 Stunden pro Woche einstellen lässt. Die App zeigt dann prominent auf der Startseite an, wie lange wir in der jeweiligen Woche bereits trainiert haben. Wenn wir ein Training aufgezeichnet haben, bietet die App eine detaillierte Übersicht zum Trainingsergebnis und fasst Herzfrequenz, Dauer, Strecke, Schritte, Kalorien, Höhenmessung und weitere Daten an. Wer mag, kann sich die Daten für einzelne Runden in Schritten von einem, fünf und zehn Kilometern aufbereiten lassen. Dadurch steht Sportlern eine sehr umfassende Übersicht zum eigenen Trainingserfolg zur Verfügung, die eine detaillierte Analyse der sportlichen Leistung erlaubt.

Eine Besonderheit der Suunto 7 besteht in der integrierten GPS-Funktion mitsamt Offline-Karten. Suunto stellt für die App kostenloses Kartenmaterial zur Verfügung, das Nutzer sich direkt auf der Uhr anzeigen lassen können. Die Karte funktioniert sowohl beim normalen Gebrauch der Smartwatch als auch während des Trainings und liefert brauchbare Wegdaten.

Zusätzlich liefert die Suunto 7 spezielle Heatmaps für das Lauf-, Radfahr- und Schwimmtraining, an denen Nutzer ablesen können, auf welchen Strecken besonders viel oder wenig los ist. Weil die Karten offline verfügbar sind, erlaubt die Suunto 7 eine zuverlässige Orientierung im Gelände ohne Smartphone.

Suunto 7 (10 Bilder)

Suunto 7

Die Steuerung von Musik funktioniert auf der Suunto 7 einfach über einen Knopfdruck auf die rechte mittlere Seitentaste. Die Uhr wechselt dann zu einer Anzeige der aktuellen Musik- oder Videowiedergabe auf dem Smartphone. Nutzer können die Wiedergabe pausieren, zwischen Tracks vor- und zurückspringen sowie die Lautstärke anpassen. Das Ganze funktioniert mit allen gängigen Apps für Musik- und Videowiedergabe. Die Suunto 7 hat zwar 8 GByte Speicher für Musik, der ist allerdings für den Offline-Modus von Streaming-Diensten wie Google Play Music oder Spotify gedacht. Über den Umweg von Google Play Music kann man zwar eigene Songs auf die Uhr laden, ein direkter, lokaler Zugriff wie bei der Garmin Vivoactive 3 Music (Testbericht) oder der Fitbit Versa 2 (Testbericht) ist aber nicht möglich.

Käufer der Suunto 7 müssen auf eine eigene Telefonie-Funktion verzichten. Zwar können wir mit der Smartwatch einen eingehenden Anruf annehmen, zum Telefonieren benötigen wir aber ein Headset oder unser Smartphone.

Die Suunto 7 besitzt keine eigene Funktion für das Schlaf-Tracking. Wer den eigenen Schlaf trotzdem messen will, kann eine App wie Android Sleep verwenden. Die Smartwatch liefert hier ebenfalls detaillierte Messdaten – aber die Zuverlässigkeit und der Nutzen von Schlaf-Tracking bleibt mit der Suunto 7 im mittelmäßigen Bereich. Tatsächlich hatten wir mehrfach Probleme, den Schlaf zuverlässig zu tracken. Kombiniert mit der recht kurzen Akkulaufzeit (mehr dazu später) sollte man für die Nacht eher einen billigen Fitness-Tracker wie das Mi Band 4 (Testbericht) oder das Honor Band 5 (Testbericht) tragen.

Die Suunto 7 unterstützt bargeldloses Bezahlen mit Google Pay. Wie alle anderen Google-Dienste ist Google Pay hervorragend in die Funktionen der Smartwatch integriert und lässt sich einfach per Knopfdruck über das Menü der Uhr aufrufen. Die Bezahlung funktionierte problemlos.

Neben Google Pay können wir den Google Assistant mit der Suunto 7 per Sprachsteuerung bedienen. Wischen wir auf der Uhr nach rechts, erscheint das entsprechende Menü, das uns Uhrzeit, Datum und Wetterdaten anzeigt. Per Druck auf das Mikrofon erteilen wir einen Sprachbefehl. Außerdem können wir einen Timer aktivieren oder SMS verschicken.

Benachrichtigungen und Termine lassen sich auf der Uhr anzeigen. Zudem kann man neue Erinnerungen dem Google Assistant diktieren.

Wischen wir auf der Suunto 7 nach oben, zeigt die Smartwatch alle aktuellen Benachrichtigungen an, die auf unserem Smartphone eingegangen sind. Ein Tippen auf die zugehörige Nachricht ruft diese vollständig auf und erlaubt weitere Bedienoptionen, zum Beispiel das Antworten auf eine Whatsapp-Nachricht. Ein runder weißer Kreis im Hauptbildschirm der Uhr zeigt außerdem an, wenn wir eine oder mehrere ungelesene Benachrichtigungen erhalten haben.

Suunto gibt die Akkulaufzeit der Suunto 7 im normalen Smartwatch-Betrieb mit bis zu zwei Tagen und im Traingsmodus mit GPS mit bis zu 12 Stunden an. Das deckt sich mit unseren Testerfahrungen: Die Uhr hielt rund 36 Stunden durch, während wir sie sowohl als normale Smartwatch als auch beim Training nutzten. Das bedeutet zwar, dass wir die Suunto 7 häufig aufladen müssen, wenn sie sich täglich in Gebrauch befindet. Allerdings beträgt die Ladedauer über das mitgelieferte USB-Kabel weniger als eine Stunde – ein noch verschmerzbarer Wert.

Verglichen mi anderen Wear-OS-Geräten ist die Laufzeit vergleichsweise normal. Kombiniert mit dem mittelmäßigen Schlaf-Tracking sollte man sich angewöhnen, die Uhr über Nacht abzulegen und aufzuladen.

Die Suunto 7 kostet laut UVP in allen vier Design-Varianten 479,00 Euro und liegt damit im oberen Preissegment für Smartwatches. Der Straßenpreis lag zum Testzeitpunkt bei 449,00 Euro für die beiden schwarzen Modelle und 479,00 Euro für die übrigen Versionen. Suunto selbst verkauft Armbänder aus Silikon ab 29 Euro, aus Textil ab 49 Euro und aus Leder ab 59 Euro.

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Suunto 7 all black (SS050378000)

Suunto 7, schwarz

Suunto 7 black lime (SS050379000)

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Suunto 7 graphite copper (SS050382000)

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Suunto 7 white burgundy (SS050380000)

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Ja, die Suunto 7 gehört preislich gesehen zur Oberklasse unter den Smartwatches – aber das merkt man an jeder Ecke, und zwar im positiven Sinne. Der finnische Hersteller liefert mit der Suunto 7 ein fast perfektes Gesamtpaket ab, das sowohl Sportbegeisterte als auch Technikenthusiasten zufriedenstellt, die sich eine Smartwatch wünschen, die ihre Qualität äußerlich zeigt.

Die Bedienung der Uhr funktioniert stets reibungslos und bei schweißtreibenden Aktivitäten bleibt sie durchweg intuitiv und flüssig. Die umfangreichen Tracking-Möglichkeiten und die hervorragende Verarbeitung runden den stimmigen Eindruck ab, der lediglich durch die Tatsache getrübt wird, dass wir für den vollen Funktionsumfang der Uhr mehrere Apps installieren müssen.

Zudem gibt es Schwächen bei der Akkulaufzeit und beim Schlaf-Tracking. Wer aus der Sportuhr-Ecke kommt, der wird enttäuscht sein. Schließlich halten andere Geräte deutlich länger, die Honor Magic Watch schafft etwa zehn Tage, die Garmin Venu läuft drei bis vier Tage, die Suunto 3 Fitness (Testbericht) erreicht fünf Tage. Dafür verliert man aber die breite App-Unterstützung von Wear OS.

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