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Suunto 3 Fitness im Test: Uhr für angehende Sportler

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Die Sportuhr 3 Fitness ergänzt Suuntos Einsteigerangebot: Sie ist für Leute gedacht, die sich einfach mehr bewegen wollen. Wir testen, ob das Konzept aufgeht.

Suunto ist bekannt für Tauchcomputer und Sportuhren im High-End- und Profibereich. Die Suunto 3 Fitness ist ein Versuch, die Zielgruppe weiter in Richtung „Spaßsportler” zu erweitern. Das Ziel sind Leute, die sich mehr bewegen möchten, dafür aber nicht direkt eine High-End-Uhr nutzen (und bezahlen) wollen.

Suunto 3 Fitness

Suunto liefert die 3 Fitness in mehreren Farben. Allen gemein ist, dass sie eine klassisch runde Uhrenform hat, eine metallene Lünette legt sich zur Zierde um das LED-Display. Interessant ist, dass keins der Geräte einen Touchscreen nutzt. Stattdessen wird es über fünf Knöpfe (zwei Links, drei Rechts) gesteuert. Das ist für Touchscreen-verwöhnte Nutzer zu Beginn etwas ungewohnt, die durchdachte Steuerung geht aber nach kurzer Zeit schnell von der Hand. Gerade im Training gibt das einen deutlich besseres Feedback als ein Touchscreen, der wegen möglicherweise schweißnassen Fingern nicht reagiert. Die Druckpunkte der Knöpfe wirken schlimmer als sie sind, tatsächlich reagiert die Uhr schnell auf die Eingaben. Die Anzeige der Uhr hat mehrere Ziffernblätter in petto, die jeweils auch noch unterschiedliche Farben anbieten. Leider lassen sich keine zusätzlichen Funktionen, Apps oder Ziffernblätter installieren.

Suunto bietet die Sportuhr in unterschiedlichen Farben an. Für den Test nutzen wir die „Ocean”-Variante in einer Mischung aus Türkis und Grün. Das ist gewöhnungsbedürftig, entsprechend würden wir beim Kauf eher zu einer klassischen Option in Schwarz oder mit Schwarz und Gold raten. Das Armband der Suunto 3 Fitness lässt sich einfach und ohne Werkzeuge austauschen. Das ist auch gut, denn im Test schnitt es immer wieder merklich ein.

Zum Gerät gibt es noch eine Ladeklammer und etwas Lesematerial. Dabei unterscheidet sich das Suunto 3 Fitness nicht von anderen Sportuhren.

Die Suunto-App bereitet einzelne Trainings anschaulich auf. Die Uhr kann dazu die GPS-Funktion des Smartphones mitnutzen.

Was uns besonders gut gefallen hat ist, dass sich die Uhr ohne App direkt nach dem Auspacken nutzen lässt. Das erste Einrichten erfolgt auf der Uhr, danach kann man sofort Schritte zählen, Puls und Schlaf messen oder den Wecker nutzen.

Natürlich gibt es aber auch hier eine passende Begleit-App für Android und iOS. Diese sorgt beispielsweise für die Installation neuer Firmware, schickt Benachrichtigungen vom Handy aufs Handgelenk und, am wichtigsten, liefert GPS-Koordinaten beim Training.

Dennoch ist die Uhr überraschend selbstständig. Nach dem Aufwachen liefert sie nicht nur automatisch einen kurzen Überblick zum Schlaf, sondern zeigt gleich noch, was heute an Trainings in welcher Intensivität ansteht. Leider merkt man aber auch den Verzicht aufs GPS. Denn während sich beispielsweise in der App verschiedene Strecken planen lassen, können diese anschließend nicht auf die Uhr übertragen werden – das ist den höherwertigen Modellen mit integriertem GPS vorenthalten.

Ähnlich wie bei den Fitness-Trackern von Garmin merkt man aber, dass viel Hirnschmalz in die App geflossen ist. Sie zeigt Ziele nicht nur an, sondern unterstützt den Nutzer aktiv mit Trainingsplänen. Diese passen sich zudem dem jeweiligen Niveau an. Das verhindert, dass man sich unnötig übernimmt.

Insgesamt hat uns die App sehr gut gefallen. Die Daten werden übersichtlich aufbereitet und geben jede Menge Zusatzinformationen. Wer im Urlaub oder auf Reisen ist, kann über die App nach Trainingsstrecken suchen, die andere Nutzer absolviert und öffentlich freigegeben haben. Zu diesser Datenbank kann man auch selbst beitragen. Das muss aber aktiv geschehen, standardmäßig sind sämtliche Informationen privat. Wer möchte, der kann sein Profil für Freunde in der App oder die gesamte Öffentlichkeit freigeben.

Der optische Pulsmesser der Uhr.

Wie die bereits getesteten Fitness-Tracker (Vergleichstest) richtet sich auch die 3 Fitness an Leute, die einfach aktiver sein möchten. Dazu zählt sie die täglich zurückgelegten Schritte und misst andere Faktoren wie den Schlaf. Das alles fließt dann in das Fitnessniveau ein. In diesem zeigt die Uhr eine allgemeine Übersicht zur Fitness des Nutzers an, dieser basiert auf dem VO2max-Wert.

VO2max steht für die maximale Sauerstoffaufnahme. Dieser Wert setzt sich immer mehr durch und gilt als Basis für den allgemeinen Ausdauerzustand des Nutzers. Die Uhren berechnen den Wert aus der Herzfrequenz. Ähnlich wie beim Schlaf-Tracking ist die Aussagekraft eines einzelnen Wertes aber begrenzt. VO2max sollte, zumindest wenn er nur von einer Pulsuhr ermittelt wird, maximal als Trend gesehen werden. Die Suunto 3 Fitness misst die Pulsrate regelmäßig, bei aktivem Training auch kontinuierlich.

Nach jedem lassen sich die HF-Zonen einsehen - hier haben wir es etwas übertrieben.

Das Herzstück von Suunto ist eigentlich das Training mit Rad, Laufschuhen oder anderen Sportarten. Hier kann die App all ihre Stärken ausspielen, die Uhr mangels GPS leider nicht. Direkt von der Uhr lassen sich verschiedene Trainings starten. Die 3 Fitness sucht dann eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, um sich GPS-Koordinaten zu holen.

Wer bei einem Lauf ein Handy dabei hat, der bekommt neben der Zeit, den zurückgelegten Schritten und dem Puls auch die Strecke auf der Uhr angezeigt. Gleichzeitig fließen die Daten in die Suunto-App, die sie nach dem Lauf übersichtlich aufbereitet.

Was uns sehr gut gefallen hat: Die Uhr misst den Puls nicht nur am Handgelenk, sondern kann sich per Bluetooth mit kompatiblen Brustgurten verbinden. Neben den Pulsgurten unterstützt die 3 Fitness auch die Bike-Pods und Walk-Pods von Suunto. Dabei handelt es sich um spezielle Messgeräte, die genauere Daten beim Radfahren und Laufen bieten.

Die Uhr ist auch für den nächtlichen Einsatz gedacht. Dazu definiert man eine Zeit, in der man normalerweise schläft. Anhand der Herzfrequenz erkennt die Uhr dann, in welcher Schlafphase man steckt. Nach dem Aufwachen zeigt sie direkt eine Zusammenfassung. Diese zeigt auch, ob man die angepeilte Stundenanzahl erreicht hat oder sogar darüber liegt. In der Praxis fanden wir die Ergebnisse in Ordnung, zumindest langfristig liefern sie einen sehr schönen Trend ab. Ebenfalls praktisch ist, dass sich ein automatischer „Nicht stören”-Modus während der Nachtstunden definieren lässt.

Bei der Suunto Fitness 3 laufen die Benachrichtigungen ähnlich wie bei der Huawei Fit (Testbericht) oder jedem anderen Fitness-Tracker: Voraussetzung ist, dass die zugehörige App installiert ist und die notwendigen Berechtigungen hat, um auf die Handy-Funktionen zugreifen zu können. Ist das vorhanden, zeigt die Uhr eingehende Anrufe sowie eingehende Nachrichten auf dem Display an. Das funktioniert gut und unterscheidet sich wenig von anderen getesteten Geräten.

In der Praxis erreichten wir eine Laufzeit von rund fünf Tagen. Hier lohnt sich der Verzicht auf GPS, da die Funktion enorm Leistung fressen kann. Geladen ist die Uhr mit der beiliegenden Klammer in rund einer Stunde.

Die Ladekralle lädt die Uhr in knapp einer Stunde.
Suunto 3 Fitness schwarz (SS050018000)

Suunto 3 Fitness, schwarz

Suunto 3 Fitness ocean (SS050051000)

Suunto 3 Fitness, Ocean

Suunto 3 Fitness gold (SS050053000)

Suunto 3 Fitness, Gold

Polar H10 M-2XL Herzfrequenz-Sensoren Set

Pulsgurt, Bluetooth

Suunto Bike POD

Suunto Bike Pod

Die Suunto 3 Fitness richtet sich klar an Einsteiger, die mehr Sport treiben wollen. Sie lässt sich nicht mit einer hochwertigen Smartwatch verwechseln. Es ist immer klar, dass es sich auch um eine Sportuhr handelt. Allerdings wirkt es, als habe Suunto verzweifelt Möglichkeiten gesucht, die 3 Fitness von den anderen (teureren) Trainingsuhren abzugrenzen. Schade, dass es das GPS-Modul getroffen hat. Denn so muss man immer noch ein Smartphone zum Lauf mitnehmen. Praktischer wäre es, die für ein Training notwendigen Funktionen direkt in der Uhr zu haben. Ebenfalls nicht gefallen hat uns das Armband, im Test schnitt es unangenehm in den Arm. Glücklicherweise lässt es sich leicht austauschen.

Auf der Haben-Seite sind die sehr gute Verarbeitung, die Bedienbarkeit und die gute Laufzeit. Der fehlende Touchscreen mag am Anfang irritieren, im Alltag gewöhnt man sich sehr schnell an die präzise Steuerung über die seitlichen Tasten. Gerade beim Training ist das intuitiver als ein herumwischen am Bildschirm.

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