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Staubsauger-Roboter Neato Botvac D7 Connected im Test

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Der Botvac D7 Connected des US-amerikanischen Herstellers Neato Robotics ist ein Flaggschiff der Staubsauger-Roboter und hat eine UVP von 899 Euro. Ob der Preis gerechtfertigt ist, verrät der Test.

Der Botvac D7 Connected ist ein Roboter in D-Form. Theoretisch will er so in jede Ecke des Raums eindringen und bis zur Kante fahren. In der Praxis macht er das auch hervorragend, allerdings ist die Seitenbürste auf der rechten Seite etwas zu klein. Sie soll den Schmutz direkt vor die Saugeinheit kehren – das ist ihre hauptsächliche Funktion. Wegen der kurzen Borsten kommt sie allerdings nicht immer unter die Fußleisten. Das lösen runde Staubsauger-Roboter mit Seitenbürsten links und rechts besser, wie etwa der Deebot Ozmo Slim 10 (Testbericht) oder der Eufy Robovac 30C (Testbericht).

Neato Botvac D7 Connected

In der bisherigen Testreihe ist der Botvac D7 Connected mit 3,4 kg Gewicht am schwersten. Dafür, dass der Neato-Roboter einen integrierten Griff zum Tragen hat, ist das gerade nicht vom Vorteil. Die anderen zwei Roboter liegen im Schnitt bei 2,6 kg. Fairerweise muss man hinzufügen, dass sie deutlich weniger Technik und einen kleineren Akku besitzen. Auch der Antrieb ist schwächer, als beim Botvac D7 Connected. Wenn es darum geht, unter die Möbel zu saugen, schneidet der Neato-Roboter wegen der Bauhöhe von 10 cm etwas suboptimal ab. Der Deebot Ozmo Slim 10 mit seinen 5,7 cm meistert auch diese Disziplin souverän – dafür fehlt ihm das Lasermessgerät zur präzisen Navigation.

Neato Botvac D7 Connected

Die Verarbeitung des Botvac D7 Connected ist qualitativ gut. Das Gehäuse ist größtenteils aus Kunststoff hergestellt, dennoch ist die Ausführung hochwertig. Während der Fahrt auf hartem Boden wirkt das Konstrukt manchmal klapperig, die Funktionsweise ist dadurch nicht beeinträchtigt. Vorne hat der Botvac D7 Connected eine Stoßleiste und berührt damit oft Hindernisse wie Möbel oder offene Türen – Kratzer verursacht er dadurch nicht. Wer allerdings empfindliche Möbel Zuhause hat, aktiviert den Care-Modus des Neato-Roboters in der App. Danach tastet er sich vorsichtiger und langsamer heran an Möbel heran. Oft umfährt er die Hindernisse auch mit großem Abstand.

Neato Botvac D7 Connected

Der Botvac D7 Connected hat eine starke Saugleistung von bis zu 2000 Pa, damit zählt er zu den leistungsstärksten Staubsauger-Robotern. Die bisherigen Produkte kommen auf 1000 und 1500 Pa. Ausgelegt ist der Neato-Roboter für alle Art von Böden: Teppich, Hartholz, PVC, Fliesen und mehr. Gerade bei einem dicken Teppich hinterlässt die starke Saugleistung einen positiven Eindruck: Die Borsten der langen Walz- sowie Spiralbürste dringen tief ein. Sie führen den feinen als auch den groben Schmutz zum Sauger. Doch bei Teppichen mit langen Fasern ist Vorsicht geboten: Diese verfangen sich schnell und oft in der Walz- und Spiralbürste. Spätestens hier ruft der Neato-Roboter nach dem Anwender. Für die nächsten Reinigungsvorgänge lässt sich ein solcher Teppich als eine No-go-Zone deklarieren. Dies geschieht entweder in der App ganz digital oder über das mitgelieferte Magnetband, das sich unsichtbar unter dem Teppich verlegen lässt. Im Test haben beide Möglichkeiten gut funktioniert.

Unterseite des Neato Botvac D7 Connected

Ein weiterer Nachteil der Walzbürste ist, dass sich lange Menschen- und Tierhaare einfangen. Von Zeit zu Zeit oder je nach Nutzung muss der Anwender die Walzbürste entnehmen und sie reinigen. Das Auseinanderbauen und die Reinigung sind simpel.

Die zwei Räder des Botvac D7 Connected sind groß und geriffelt. Durch den starken Antrieb manövriert der Neato auf fast allen Terrains. Anders als bei den günstigen Robotern, wie der Deebot Ozmo Slim 10 von Ecovacs, der oft stehen bleibt, fährt der Botvac D7 Connected problemlos hoch und runter. Mit hohen Teppichkanten kommt der Neato-Roboter ebenfalls gut klar: Bis zu 1,6 cm sind möglich. Alles darüber nimmt er entweder als Hindernis wahr und fährt weg oder versucht es einmal, je nach Widerstand des Objektes. Ein gutes Beispiel sind die Badematten: Manchmal dreht er sich vor denen um und manchmal besteigt er dieselbe Stelle.

Räder des Neato Botvac D7 Connected

Der 4200 mAh große Akku im Botvac D7 Connected soll offiziell eine Betriebszeit von bis zu 120 Minuten bieten. Im Test kommt der Roboter im Durchschnitt auf 110 Minuten. Eine Wohnfläche von 75 m2 arbeitet er systematisch in 59 Minuten ab. Die Ladezeit beträgt 3,5 h. Der Behälter des Staubsauger-Roboters ist mit 0,7 l verhältnismäßig sehr groß. Sein Volumen ist mehr als doppelt so viel, wie das des Deebot Ozmo Slim 10. Beim Botvac D7 Connected verzichtet Neato auf einen HEPA-Filter und greift stattdessen auf die Alternative eines Hochleistungs-Feinstaubfilters zurück. Er soll ähnlich gut für Allergiker und Asthma-Patienten sein.

Seitenansicht des Neato Botvac D7 Connected

Im Test verhält sich der Botvac D7 Connected nicht wirklich ruhig: Er kommt auf einen Geräuschpegel von 69 dB bei einem Abstand von einem Meter. Unmittelbar am Gehäuse sind 72 dB messbar. Das sind die lautesten Werte bisher in der Testreihe. Ankers Eufy Robovac 30C kommt auf leise 57 dB.

Der Botvac D7 Connected hat eine Stoßleiste und für die Erkennung von Hindernissen besitzt er ein rotierendes Lasermessgerät auf der Oberseite. Letzteres ermöglicht dem Roboter viele intelligente Funktionen, wie etwa eine Kartendarstellung, eine Positionsbestimmung oder ein Fortsetzungsmodus, falls der Akku leer geht. Anders als die bisherigen Roboter reinigt der Neato nach System und nutzt die Ressourcen effizient. Dadurch deckt er die Fläche besser ab.

In der Automatik arbeitet der Neato Botvac D7 Connected nach dem SLAM-Prinzip und fährt die Bahnen ab. Verbotene Zonen, die entweder mit dem Magnetband gekennzeichnet oder in der App als solche definiert sind, umfährt er zuverlässig.

Ladekontakte des Neato Botvac D7 Connected
Ausgebaute Walz- und Spiralbürste des Neato Botvac D7 Connected

Die Bedienung des Botvac D7 Connected ist simpel und vielfältig. Ein Knopfdruck auf der Oberseite des Roboters startet den Automatikmodus für die gesamte Wohnfläche. Über die App und dessen Oberfläche gibt es deutlich mehr Auswahl: Reinigungsoptionen, Reinigungsprofile und vieles mehr. Alternativ startet der Neato-Roboter auch per Google Home oder Amazon Alexa. Hier muss der Anwender den entsprechenden Skill oder die Action herunterladen und den Zugang gewähren. Die Smart-Home-Integration klappt nahtlos. Eine Fernbedienung wäre angesichts des hohen Preises angebracht gewesen. Schnell auf einen Startknopf drücken oder den Sauger manuell manövrieren ist in manchen Situationen praktischer, als das Smartphone erst herausholen zu müssen.

Die Applikation gibt es für die Betriebssysteme Android und Apple iOS. Sie verbindet den Roboter mit dem heimischen WLAN und bringt ihn so ins Internet. Die App ist intuitiv und einfach gestaltet. Sie verwaltet viele Geräte von Neato und erfordert unter anderem wegen der Freigabe für Amazon Alexa und Google Home eine Registrierung. In der App stehen verschiedene Reinigungs-Modi und andere Funktionen zur Verfügung. Neben der Automatik gibt es eine Spot- und eine selektive Zonenreinigung. In der Applikation lassen sich auch Tage und Uhrzeiten für eine Routinen-Reinigung einplanen. Nach einer abgeschlossenen Reinigung der gesamten Wohnfläche gibt die App eine Übersicht, wo der Roboter alles gesaugt hat. Die Kartendarstellung ist ziemlich präzise, außerdem zeigt sie die gereinigte Fläche sowie die dafür benötigte Zeit an.

Kleine Seitenbürste des Neato Botvac D7 Connected

Wer den Staubsauger-Roboter oft und viel nutzt, muss diesen auch warten. Dazu zählen verschiedene Dinge, wie etwa das Leeren des Schmutzbehälters. Alle Wartungstätigkeiten sind selbsterklärend und setzen kein Fachwissen voraus. Zudem hilft und erinnert die App den Nutzer dabei, der Wartung nachzugehen. Beispielsweise gibt sie einen Hinweis, wenn der Behälter voll ist oder die Bürsten nach einer definierten Zeit abgenutzt sind.

Der Lieferumfang des Botvac D7 Connected ist mau: Staubsauger, Ladestation und ein Universalwerkzeug zum Schneiden von Haaren sowie zum Reinigen der Borsten. Außerdem ist eine Magnetrolle dabei. Eine Fernbedienung ist nicht dabei. Ersatzteile, wie es andere Hersteller beispielhaft vormachen, gibt es nicht dazu. Filter und Seitenbürsten sind für unter 20 Euro erhältlich, eine neue Walz- und Spiralbürste liegt bei 40 Euro.

Lieferumfang des Neato Botvac D7 Connected
(Kein Produktbild vorhanden)

Neato Robotics Botvac D7 Connected

(Kein Produktbild vorhanden)

Ersatzfilter und Ersatzseitenbürsten

(Kein Produktbild vorhanden)

Ersatzwalze

Der Botvac D7 Connected kann nicht wischen, wie beispielsweise der Deebot Ozmo Slim 10. Darüber hinaus bietet er keine sonderbaren Funktionen an. Auch die Verwendung durch mehrere Benutzer oder eine Teppicherkennung fehlen. In der Tat hat Vorwerks Robotikunternehmen Neato auf Alleinstellungsmerkmale verzichtet. Was unter dem Strich übrig bleibt ist die Intelligenz sowie der starke Sauger.

Der Botvac D7 Connected ist schwer zu schlagen: er fährt die Wohnfläche teilautom ab und schließt den Reinigungsvorgang erst ab, wenn alles durchfahren ist. Dabei achtet er stets auf die No-go-Zonen, in denen er sich verfangen kann oder nicht gewollte Objekte aufsaugt.

Wer das passende Kleingeld hat und einen zuverlässigen Staubsauger-Roboter mit ausgereifter Technik für eine größere Wohnfläche sucht, findet mit dem Botvac D7 Connected von Neato Robotics einen interessanten Kandidaten.

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