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Sportuhr Polar Vantage M im Test

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Wir testen die Polar Vantage M, eine Multisportuhr mit Pulsmesser, Fitness-Tracking und leichten Software-Macken für um die 210 Euro.

Polar ist einer der großen Namen in der Sportwelt. Mit der Vantage M will der Hersteller eine Multisportuhr mit integrierter Pulsmessung liefern, die nicht nur alle Trainingseinheiten aufzeichnet, sondern den Alltag gleich mit überwacht. Wir testen die Uhr im Rahmen unserer Themenwelt rund um Sportuhren.

Folgende Artikel sind in dieser Themenwelt bislang erschienen:

Polar schafft es, die Vantage M eher wie eine Uhr statt einen Pulsmesser aussehen zu lassen. Das recht große Display mit knapp 3 cm Durchmesser zeigt die Zeit standardmäßig digital an. Seitlich am Gehäuse sitzen fünf Knöpfe, über die die Uhr gesteuert wird – einen Touchscreen gibt es nicht. Alles in allem ähnelt die Polar Vantage M der Suunto 3 Fitness (Testbericht), letztere ist allerdings etwas kleiner.

DIe Polar Vantage M.

Der Körper der Sportuhr ist aus Kunststoff und einfarbig. Diese Farbe zieht sich über das bequem zu tragende Silkonarmband durch. Sprich, wer die weiße Option wählt, bekommt ein weißes Corpus und ein weißes Armband. Zur Auswahl stehen mehrere Farboptionen, darunter weiß, schwarz, rot oder orange. Vorsicht beim Kauf, denn die „Large” oder „Small”-Beschreibung bezieht sich auf die Länge des Armbandes. Wer die falsche Version gekauft hat oder mit dem Armband nicht zufrieden ist, kann es auswechseln. Über zwei kleine Schieber lassen sich die Armbänder ohne Werkzeug entfernen und durch 22-mm-breite Alternativen ersetzen. Die gibt es von Polar selbst oder Drittanbietern. Der Hersteller Laufbursche etwa hat Alternativen aus Edelstahl oder Leder im Angebot.

Im Paket liegt relativ wenig, neben der Uhr nur etwas Lesematerial sowie die Ladeplattform. Leider ist diese proprietär, schöner wäre es gewesen, wenn Polar direkt einen USB-Anschluss verbaut hätte. Sehr gut gefallen hat uns, dass man das erste Setup wahlweise auf der Uhr, am PC oder per Smartphone vornehmen kann. So oder so benötigt man aber ein Konto bei Polar.

Die Daten der Uhr liest die App Polar Flow aus. Sie zeigt auch die Trends an und bietet verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten. Wir haben die App beim Test des Fitness-Trackers Polar A370 (Testbericht) bereits genauer erklärt, deswegen fassen wir uns hier kurz.

An sich liefert Polar Flow alle wichtigen Funktionen und bereitet die Daten übersichtlich auf. Im Vergleich zu Herstellern wie Huawei oder Samsung ist das Interface aber gewöhnungsbedürftig, mit etwas Ausprobieren lernt man es aber schnell kennen.

Nerviger ist da schon, dass Uhr und App nicht immer zusammenarbeiten. Wie schon beim Fitness-Tracker hatten wir regelmäßige Verbindungsabbrüche und einfach eine insgesamt instabile Verbindung. Zuverlässig wurden Daten nur synchronisiert, wenn wir die App geöffnet hatten und den Abgleich manuell an der Uhr durch langes drücken auf die „Zurück”-Taste links unten auslösten.

Nervig war das vor allem bei den Benachrichtigungen, die nicht zuverlässig funktionierten. Zum Vergleich, das Mi Band 4 (Testbericht) konnte am gleichen Smartphone eine stabile Verbindung aufrechterhalten und Benachrichtigungen empfangen. Hier sollte Polar dringend nacharbeiten.

Flow ist nicht nur die App, sondern bietet zusätzlich eine PC-Applikation sowie ein umfangreiches Web-Portal. Hier lassen sich die Daten nicht nur einsehen, sondern auch komplette Trainingspläne erstellen. Diese beinhalten neben Lauftrainings auch unterstützende Übungen. Das geht soweit, dass man eine komplette Saison vorplanen kann, etwa um sich auf Wettkämpfe vorzubereiten. Anders als bei anderen Anbietern ist die Funktion komplett kostenlos. Dazu gibt es zahlreiche Gruppen, in denen man sich austauschen und anfeuern kann.

Die Polar Vantage M erkennt nicht nur einfache Schritte, sondern fasst sämtliche Bewegungen unter dem Punkt „Aktivität” zusammen. Das funktioniert in der Praxis sehr gut, die Uhr ist zudem präzise genug, dass sie dem Nutzer nichts schenkt. Wer das voreingestellte Ziel erreichen will, der muss schon aktiv etwas tun.

EIn langer Druck auf die rechte Mitteltaste zeigt mehr Informationen zu den jeweils gewählten Anzeigen.

Gut gefällt uns, wie die Aktivität in der App dargestellt wird. Dort sieht man die täglichen 24 Stunden als Kreis und kann gezielt in einzelne Abschnitte eintauchen. Das tägliche Ziel berechnet die Uhr aus den Angaben des Nutzers und der Auswahl des Niveaus. Drei Stufen stehen zur Verfügung (wenig Bewegung, mittlere Bewegung und Sportler). Die Vorgaben berechnet Polar dann automatisch. Über die Webseite von Polar Flow lässt sich das Ziel anpassen. Insgesamt gefällt uns diese automatische Anpassung aber sehr gut, ähnlich wie bei Garmins Vivoactive 3 Music (Testbericht) ist man nicht starr auf eine Schrittanzahl festgelegt, sondern bekommt individuell passende Vorgaben.

Hier leistet sich Polar keine Schwächen. Bis zu 20 Sportprofile lassen sich auf der Uhr hinterlegen, neben Laufen oder Radfahren sind auch Dinge wie Ballett, Bootcamp, Fußball, Judo oder Surfen möglich.

Über die Uhr kann man Trainings jederzeit starten. Wer allerdings die Strecke mit aufzeichnen will, der muss ein Smartphone in Reichweite haben. Die Vantage M besitzt ein integriertes GPS um Daten wie Geschwindigkeit oder Strecke aufzuzeichnen. Im Test funktionerte das meist zuverlässig, lediglich zu einzelnen Sessions wurden keine Tracks hinterlegt. Hier schadet es nicht, vor dem Training kurz einen manuellen Abgleich mit der App durchzuführen, um die A-GPS-Daten zu erneuern.

Fünf Sensoren messen den Puls und funktionieren auch im Wasser.

Im Test war das Display gut abzulesen. Besonders gut gefallen hat uns, dass Polar die jeweilige Herzfrequenzzone prominent darstellt. So kann gezielt darauf hinarbeiten, in einem Bereich zu bleiben. Das Umschalten der Bildschirme über die Tasten hat den Vorteil, dass man auch mit verschwitzten Fingern gezielt schalten kann, nicht jeder Touchscreen reagiert hier korrekt.

Wie bei Garmin merkt man auch der Polar Vantage M an, dass der Hersteller aus dem Sportsegment kommt. So muss man sich nicht nur auf die internen Sensoren verlassen, sondern kann einen Bluetooth-Pulsgurt oder einen Radcomputer koppeln.

Als eine der wenigen Sportuhren ist die Vantage M nicht nur gegen Wasser geschützt, sondern kann auch im Wasser den Puls zumindest grob messen. Das macht die Uhr für Schwimmer und angehende Triathleten interessant. Polar gibt eine Wasserdichtigkeit von 30 Metern an, nennt diese aber nur für Schwimmen. Damit lässt sich die Uhr an der Oberfläche oder in der Dusche tragen, wir raten aber von schnellen Sportarten (Wasserski etc) oder Gerätetauchen ab.

Die Uhr ist auch nachts überraschend angenehm zu tragen. Ja, sie trägt etwas mehr auf als ein Fitness-Tracker, stört aber dennoch nicht. Man sollte allerdings in den Einstellungen unbedingt die „Stille Zeit” definieren. Während dieser Stunden schaltet sich die Uhr automatisch in den Nicht-Stören-Modus und weckt so nicht mit Benachrichtigungen.

Gesteuert wird die Uhr über fünf Tasten links und rechts, einen Touchscreen gibt es nicht.

Die Vibration des Weckers war im Test stark genug, um den Tester zuverlässig aufzuwecken. Die Uhr zeigt die Daten zum Schlaf sowohl auf dem Display wie auch in der App an. Dort erhält man zusätzliche Informationen zur allgemeinen Schlafqualität. Polar geht aber nicht so tief in die einzelnen Schlafphasen, wie es etwa Fitbit macht.

Wie oben erwähnt lassen sich über die App die „Smart Notifications” einstellen. Diese sind allerdings nicht wirklich smart, so vibrierte die Uhr quasi immer, wenn ein Lied weitergeschaltet wurde. Wer die Funktionen nutzt, sollte genau auswählen, welche Apps Benachrichtigungen schicken dürfen, sonst wird es schnell nervig.

Die Benachrichtigungsfunktion funktionierte im Test mehr schlecht als recht.

Wie beim A370 von Polar hatten wir auch hier das Problem, dass keine zuverlässige Verbindung zwischen Testhandy (Honor Play) und Uhr bestand. Warum die Verbindung immer wieder abbrach, konnten wir nicht nachvollziehen. Andere Geräte, wie das Mi Band 4, hatten dieses Problem im gleichen Zeitraum nicht.

Mit allen Funktionen aktiv, also inklusive dauerhafter Pulsmessung, Schlafüberwachung und ein paar Trainings hält die Uhr zwischen fünf und sieben Tagen lang durch, ein sehr solider Wert. Polar verspricht bei Dauernutzung von GPS und Herzfrequenzmonitor 30 Stunden am Stück - das sollte für die meisten Nutzer reichen.

Der UVP von knapp 280 Euro wird inzwischen für fast jedes Modell deutlich unterboten, zum Testzeitpunkt hat sich ein Straßenpreis von etwa 210 Euro eingependelt. Bislang gab es nur eine Aktion im Juli 2019, bei der es die Uhr deutlich günstiger gab – wer aber etwas warten möchte, kann hier vielleicht noch ein Schnäppchen machen (und sollte einen Preisalarm in unserem Preisvergleich setzen). Beim Kauf der Uhr sollte man aufpassen, welche Version man nutzt. Wie eingangs erwähnt bezieht sich das „Large“ oder „Small“ auf die Länge des Armbandes.

Polar Vantage M Medium/Large weiß (90069738)

Polar Vantage M, weiß, Medium

Polar Vantage M Small weiß (90069744)

Polar Vantage, weiß, Small

Polar Vantage M Medium/Large schwarz (90069736)

Polar Vantage M, schwarz, Large

Polar Vantage M Small schwarz (90069740)

Polar Vantage, schwarz, Small

Polar Vantage M Medium/Large Limited Edition grün (90075954)

Polar Vantage M, grün, Large

Polar Vantage M rot (90069747)

Polar Vantage M, rot, Large

Die Polar Vantage M ist eine solide Sportuhr für Sportler, die etwas anspruchsvoller sind. Die Uhr liefert einen umfassenderen Blick in den Körper, als es etwa Fitness-Tracker schaffen, ein großes Plus ist dabei die Pulsmessung beim Schwimmen. Ein Manko ist die unzuverlässige Verbindung mit der Software. Das ist schade, denn gerade Polar Flow bietet über sein Web-Interface enorm viele Möglichkeiten, die eigene Leistung zu überwachen und zu verbessern.

Wir empfehlen die Uhr allen, die neben klassischen Einzelsportarten vielleicht Lust auf kombinierte Disziplinen haben, etwa in Richtung Triathlon, oder die einfach mehrere Sportarten ausüben möchten, die Daten aber zentral sammeln wollen.

HInweis: In einer früheren Test-Version hatten wir das integrierte GPS unterschlagen

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