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Spiegel-Dashcam im Test: DVR-M6 von Auto-Vox

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Das Konzept einer im Rückspiegel integrierten Dashcam klingt verlockend. Wir haben getestet, ob Videofunktion und Qualität des Rückspiegels mit integriertem Monitor in der Praxis überzeugen.

Die Dashcam DVR-M6 kommt ordentlich verpackt in einem Karton mit Magnetverschluss beim Kunden an. Der Lieferumfang besteht aus der Dashcam im Rückspiegel-Design, insgesamt vier Gummibändern zur Befestigung, einem Netzteil für den Anschluss im Zigarettenanzünder und einer zusätzlichen Rückfahrkamera. Die Kabel von Netzteil und Rückfahrkamera sind ausreichend lang, um auch in einem großen Kombi ordentlich verlegt werden zu können. Auch eine deutsche, ausführlich bebilderte Anleitung ist beigepackt. Eine MicroSD-Speicherkarte zur Aufzeichnung der Bilder gehört nicht zum Lieferumfang.

Eine Speicherkarte gehört nicht zum Lieferumfang.

Der Rückspiegel ist auf den ersten Blick lediglich ein Stück breiter als herkömmliche Modelle. Erst der Blick auf die Rückseite enttarnt die integrierte Dashcam. Diese ist Außen auf der Fahrerseite angebracht und steht ein paar Zentimeter aus dem Spiegelgehäuse heraus. Der Rückspiegel sitzt also nicht ganz mittig, sondern nach links versetzt auf den Originalspiegel.

Auf der Oberseite des Spiegels sitzen der Mini-USB-Eingang für das Netzteil, eine Klinkenbuchse zum Anschluss der Rückfahrkamera und der Slot für die Speicherkarte. Auf der Rückseite ist ein Reset-Taster und auf der Unterseite ein Power-Taster untergebracht.

Die Dashcam zeichnet Fahrten mit 30 Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 720p bis 1296p auf. Der Sichtwinkel beträgt 130 Grad nach vorne. Die Rückfahrkamera verfügt über einen Sichtwinkel von 170 Grad und eine Auflösung von 720x576 Bildpunkten (PAL). Da sie außen am Fahrzeug befestigt wird, ist sie nach IP68 wasserdicht.

Zur Bedienung verbirgt sich hinter dem eigentlichen Spiegelglas ein 4,5-Zoll großer IPS-Bildschirm mit Touch-Funktion. Dieser ist im ausgeschalteten Zustand und während der Fahrt nicht zu sehen. Erst nach einer Berührung des Spiegels oder nach dem Einlegen des Rückwärtsganges schaltet er sich ein. Zumindest wenn die optionale Rückfahrkamera korrekt angeschlossen ist. Zum Wechseln der Kamera-Ansichten reicht alternativ ein Druck auf den Power-Taster.

Der Bildschirm sitzt ganz links, so ist ein Großteil der Spiegelfläche trotz Bildeinblendung sichtbar. Zieht man die Display-Fläche von der Gesamtbreite ab, bleibt etwa die Fläche eines Standard-Rückspiegels.

Die optionale Rückfahrkamera ist eine praktische Ergänzung zur Dashcam.

Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen zählen Loop-Funktion, Fotofunktion, Parküberwachung per Erschütterungs- und Bewegungssensor sowie die Rückfahr-Kamerafunktion. Im sogenannten Loop-Modus zeichnet der DVR-M6 solange Videoclips auf, bis die Speicherkarte voll ist. Anschließend überschreibt er die ältesten Aufzeichnungen und erfüllt somit die rechtlich geforderten Bedingungen in Sachen Datenschutz. Die Länge der Videos beträgt, je nach Einstellung, eine, zwei, drei, fünf oder zehn Minuten.

Damit der integrierte Monitor nicht von der Fahrt ablenkt schaltet er der voreingestellten Zeit von zehn, 30 oder 60 Sekunden ab.

Die optionale Rückfahrkamera bekommt den Strom über das Verbindungskabel zur Dashcam. Wer sie nutzt, muss sie hinter dem Heck-Nummernschild befestigen und zusätzlich mit der Rückfahrleuchte verbinden. Die Kamera funktioniert zwar auch ohne Anschluss an die Rückfahrleuchte, dann aber wechselt der Monitor beim Einlegen des Rückwärtsgangs nicht automatisch auf das passende Videosignal.

Der Beschleunigungssensor überwacht die Fahrt und speichert bei starker Verzögerung den aktuellen Videoclip in einem separaten Ordner. Relevante Ereignisse, wie ein Unfall, sind somit sicher und können nicht versehentlich von der Loop-Funktion überspielt werden. Wer möchte, kann einzelne Videos auch händisch sichern. Dazu muss der Nutzer zuerst per Berührung den Bildschirm aktivieren und anschließend auf das Vorhängeschlosssymbol drücken. Im Parkzustand reagiert der Beschleunigungssensor ebenfalls und hilft so Parkrempler oder Vandalismus auf Video festzuhalten.

Zur Auswertung von Videos muss der Spiegel abgebaut und die MicroSD-Speicherkarte entnommen werden. Die Positionierung des Karten-Slots ist unpraktisch gewählt. Wäre er seitlich oder auf der Unterseite angebracht, müsste man die Dashcam nicht extra abmontieren.

Die Befestigung des Dashcam-Spiegels erfolgt unkompliziert durch zwei Gummibänder. Der Halt im Testfahrzeug ist sehr gut, die DVR-M6 sitzt fest und wackelt nicht. Damit das auch bei anderen Fahrzeugmodellen gewährleistet ist, haben die beigepackten Gummibänder zwei unterschiedliche Längen.

Die Steuerung per Touchscreen ist logisch und funktioniert gut. Neben Einstellungen bezüglich der Helligkeit, Auflösung oder Länge der Video-Clips kann der Bewegungssensor aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden. Wer möchte, kann auch die Empfindlichkeit des Bewegungssensors verändern. Das Ausschalten des integrierten Mikrofons ist ebenfalls möglich. Was nervt, sind die Fingerabdrücke die bei der Nutzung des Touchsceens auf dem Spiegel zurückbleiben.

Ist die Dashcam einmal fertig konfiguriert, muss sich der Fahrer nicht weiter darum kümmern. Sobald sie Strom bekommt oder Bewegungen wahrnimmt, schaltet sie sich ein und beginnt mit der Aufzeichnung. Die Nutzung der Parkraumüberwachung funktioniert auch bei ausgestecktem Netzteil. Der interne Akku hält im Test mindestens 12 Stunden lang durch und dokumentiert so beispielsweise Fußgänger die vor dem Auto entlang laufen.

Auch höhere Temperaturen im PKW machen dem DVR-M6 keine Probleme. Trotz über 40 Grad im Fahrzeuginneren, macht die Dashcam beim Test keine Probleme. Wer sein Auto lange Zeit in der Sonne parkt, sollte sich trotzdem überlegen, ob ein Sonnenschutz nicht sinnvoll wäre.

Die Bildqualität ist in Ordnung, kann aber mit den sehr guten Ergebnissen der Modelle von Rollei (Rollei CarDVR-318 Testbericht) und Garmin (Dashcam 65W Testbericht) nicht mithalten. Der Grund dafür ist sowohl eine leichte Unschärfe in den Videos als auch die niedrige Bildwiederholungsrate. Während das Modell von Rollei 60 fps in Full-HD schafft, ist beim Modell im Test bei 30 Bildern pro Sekunde schluss. Im Stadtverkehr ist das nicht besonders relevant. Doch gerade bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn ist der Unterschied beim Sichten der Standbilder deutlich sichtbar.

Die Bildqualität ist trotz FHD-Auflösung nur mittelmäßig.

Der Blickwinkel von 130 Grad ist ausreichend groß, um das ganze Geschehen vor der Windschutzscheibe aufzuzeichnen. Fahrzeuge auf annähernd gleicher Höhe sind allerdings nicht auf dem Video zu sehen. Hier sind Dashcams mit einem größeren Sichtfeld (FOV: Field of view) deutlich im Vorteil.

Das Sichtfeld ist mit 130 Grad nicht besonders groß.

Die Videos bei Dunkelheit sind ausreichend detailreich und das Geschehen vor dem PKW ist gut zu erkennen, allerdings nur im Lichtkegel der Scheinwerfer. Nummernschilder entgegenkommender Fahrzeuge sind auf Grund der Reflektionen nicht zu erkennen.

Der Hauptkritikpunkt der Spiegel-Kamera von Nextbase (Testbericht), die schlechte Qualität des Spiegelglases, ist beim DVR-M6 nicht gegeben. Wer die Dashcam ordentlich auf dem originalen Rückspiegel platziert, hat kaum Qualitätseinbußen. Das Spiegelbild erscheint zwar minimal in der Breite verzerrt, aber in der Praxis fällt das nicht auf. Im Test funktioniert der Spiegel wie das Original; ganz ohne das Kopfschmerzen auftreten oder das Spiegelbild unscharf erscheint.

Dashcam Auto-Vox DVR-M6

Dashcam Auto-Vox DVR-M6

SanDisk Ultra microSDHC  32GB Kit, 98MB/s, UHS-I U1, A1, Class 10 (SDSQUAR-032G-GN6MA)

Speicherkarte SanDisk, 32 GByte

Samsung microSDXC EVO Plus [2017]  64GB Kit, UHS-I U3, Class 10 (MB-MC64GA/EU)

Speicherkarte Samsung, 64 GByte

Das Konzept der im Rückspiegel integrierten Dashcam ist unauffällig und gefällt uns gut. Die zusätzliche Rückfahrkamera, die parallel zur Front-Kamera aufzeichnet, bietet zusätzliche Sicherheit in Sachen Beweiskraft. Neben dem Komfort beim Einparken zeichnet sie das rückwärtige Geschehen auf. Auch bei bei einem Auffahrunfall auf den eigenen PKW steht so relevantes Beweismaterial zur Verfügung.

Aufnahmequalität und Ausstattung und sind in Ordnung, können aber nicht mit den Modellen von Rollei oder Garmin mithalten. Die Bedienung der Dashcam ist überzeugend unkompliziert und die Rückfahrkamera rechtfertigt den Preis von knapp 100 Euro.

Wer keine Rückfahrkamera braucht oder nichts mit dem Rückspiegel-Design anfangen kann, sollte sich die zusätzlich mit GPS ausgestatteten Dashcams von Rollei (Testbericht) oder Garmin (Testbericht) ansehen. Wenn es keine Kamera mit Positionsangaben und gemessener Geschwindigkeit sein muss, ist die Yi Dashcam (Testbericht) dank ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses unsere erste Wahl.

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