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SoundTouch 20 im Test: kleine WLAN-Box mit großem Sound

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Ich muss zugeben: Ich bin beeindruckt. Ähnlich große, schon von uns getestete Multiroom-Lautsprecher von Sonos und Teufel, haben bei uns im Test sehr gut abgeschnitten, aber was der SoundTouch 20 an sattem raumfüllenden Klang produziert toppt die schon tollen Geräte der Konkurrenz. Alles zur Bluetooth-unterstützenden WLAN-Box mit Aux-Eingang von Bose erfahrt Ihr in unserem Test.

Schickes Teil, der SoundTouch 20. Die Abmessungen der kompakten Box betragen 31,4 × 18,8 × 10,4 Zentimeter bei einem Gewicht von um die 3,2 Kilogramm. Vorne gibt es Stoff und einen OLED-Bildschirm, der beispielsweise bei der Ersteinrichtung über den Verlauf berichtet oder die gerade laufenden Musiktitel anzeigt. Oben sitzen Einschalter, Wahlschalter für Bluetooth und Aux, Lautstärketasten und 6 Buttons um selbst festgelegte Presets aufzurufen – beispielsweise einen Internetradio-Sender oder ein Album. Auf der zum Lieferumfang gehörenden Fernbedienung finden sich dieselben Bedienelemente, außerdem einen Play/Pause-Button, den es direkt am Speaker nicht gibt.

Das Gehäuse besteht aus an den Seiten und auf der Oberseite glänzendem und einer schillernden Textur versehenen Kunststoff, hinten ist dieser einfach matt schwarz. Neben dem Anschluss für den Strom gibt es auf der Rückseite noch einen Ethernet-Anschluss und einen Aux-Eingang. Die USB-Anschlüsse sind leider nicht zum Anschließen von Festplatten, sie dienen zur Konfiguration per verbundenem PC. Die Verarbeitungsqualität des SoundTouch 20 ist sehr gut.

Der SoundTouch 20 ist ein typischer WLAN-Multiroom-Lautsprecher. Er wird mit dem heimischen Router verbunden und hat so Zugriff auf Dienste aus dem Internet und im heimischen Netzwerk eingebundene Speicher. Mit weiteren Speakern der Serie ist ein größerer Lautsprecher-Verbund möglich. Auf allen Geräten ist dann identische oder verschiedene Musik abspielbar. Praktischerweise geht das Abrufen von Musik beim Bose-Lautsprecher nicht nur per Streaming-Dienst und Netzlaufwerk, dank Bluetooth kommt Musik auch vom Handy aus auf den Speaker. Es gibt auch einen AUX-Eingang für CD-Player, Plattenspieler und andere Quellen, leider funktioniert der aber nur am SoundTouch 20 und nicht auf weiteren vernetzten Boxen. Bei Teufels Raumfeld One M (Testbericht) ist dies der Fall, der hat außerdem auch einen USB-Anschluss für Festplatten.

Was die im Inneren sitzende Technik angeht, verrät Bose keinerlei Details. Wieviel Speaker sind drin, wieviel Watt hat die Kiste? Das scheint der Hersteller für keine wichtigen Informationen zu halten. Spätestens, wenn man den Klang hört und den Lautsprecher mal richtig aufdreht, ist das einem aber auch ehrlichgesagt ziemlich egal, aber dazu später mehr.

Bose unterteilt die möglichen Musikquellen innerhalb der App in drei Bereiche: SoundTouch, Bluetooth und Aux. Bluetooth & Aux dürften selbsterklärend sein, Letzteres geht – wie schon erwähnt – leider nicht innerhalb des Multiroom-Systems. Hinter SoundTouch verbergen sich ein Internetradio mit großer Auswahl inklusive den gängigen deutschen Sendern, die integrierten Musikbibliotheken von im Netzwerk befindlichen Speichern inklusive Unterstützung für Plex-Media-Server und einige Streaming-Dienste. Die Auswahl ist sehr überschaubar: Neben Spotify, das nur mit Premium-Account nutzbar ist, gibt es noch SiriusXM, Deezer und Amazon Music. Letzteres funktioniert bislang aber in Deutschland noch gar nicht, ist bislang nur auf Bose-Lautsprechern in den USA verfügbar. Diesbezüglich zeigt Sonos (Play:1 Testbericht, Play:3 Testbericht) der Konkurrenz nach wie vor, wo der Hammer hängt. Die Liste an unterstützen Streaming-Diensten ist dort sehr lang. An Audioformaten unterstützt der SoundTouch 20 MP3, WMA, AAC, FLAC und Apple Lossless.

Wie bei den meisten Multiroom-System zeigt sich eine App für iOS und Android für die Bedienung, aber auch die Ersteinrichtung verantwortlich. Im Test haben wir die Android-Version auf einem Samsung Galaxy S7 edge genutzt und einige Probleme damit gehabt. Dies fing mit dem Verbinden des Lautsprechers mit dem WLAN an – es brauchte mehrere Anläufe, bis dies endlich klappte. Bei zwei SoundTouch-10-Speaker – unser Test-Setup bestand aus diesen drei Geräten – war es dasselbe. Negativ viel im Betrieb außerdem auf, dass das Aufrufen der gewünschten Quellen manchmal recht lange dauerte und dass die App immer mal wieder nicht sofort beim Einstellen der Lautstärke reagierte. Erst nachdem der entsprechende Regler mehrmals hin und her geschoben wurde, ließ sie sich wieder präzise einstellen.

Ob dies ein reines Problem der App, oder aber ein Performance-Problem im Zusammenspiel von Hardware, Software und der beim Test genutzten Fritzbox 7360 inklusive 50-Mbit-Leitung ist, lässt sich nur schwer sagen. Prinzipiell wurde Musik in Form von MP3- und FLAC-Dateien ohne Probleme abgespielt. Genutzt haben wir Internetradio, Plex-Mediaserver, auf dem PC freigegebene Musikdateien und haben diverse Musik-Dienste vom Handy aus per Bluetooth auf den SoundTouch 20 und zwei mit diesem verbundene SoundTouch-10-Lautsprecher übetragen.

Wooww! Mit dem SoundTouch 20 hat Bose einen tollen Job gemacht und den Mund nicht zu voll genommen: Der Hersteller verspricht einen raumfüllenden Klang – ohne raumfüllende Geräte. Und der SoundTouch 20 liefert genau das auch ab. Klares Klangbild, satter Bass, brilliante Höhen – der Sound ist einfach super. Und man hat dabei das Gefühl vor einer größeren Anlage mit weiter auseinander positionierten Boxen – und dementsprechend auch deutlich wahrnehmbarem Stereo-Panorama zu stehen. Well done Bose, oder um es mit den Worten von Friedrich Liechtenstein zu sagen: Sehr sehr geil!

Wer selbst Hand an den Sound anlegen möchte, der hat allerdings Pech gehabt. Bose ist anscheinend selbst davon überzeugt davon einen soo guten Job gemacht zu haben, dass es in der App keinen Equalizer gibt, um den Klang anpassen zu können. Dort findet sich lediglich eine Option zum reduzieren des Bassanteils.

Den Bose SoundTouch 20 gibt es in einer weißen und in einer schwarzen Ausführung.

Bose SoundTouch 20 Serie III schwarz

Bose SoundTouch 20 Serie III weiß

Weiß

Der SoundTouch 20 bietet sich beispielsweise für diejenigen an, die in erster Linie eine sehr gut klingende und raumausfüllende Mini-Anlage suchen, aber die Option haben möchten, diese nach und nach zu einem größeren Multiroom-System aufrüsten zu können. Der Lautsprecher alleine kann nämlich problemlos schon eine größere Stereo-Anlage ersetzen. Das kann die größte Konkurrenz in Form von Sonos (Sonos Play:3 Testbericht) und Teufel (Raumfeld One M Testbericht) zwar im Prinzip auch, aber deren Lautsprecher machen keinen so weiten und raumausfüllenden Sound wie Boses SoundTouch 20.

Wer CD-Player oder Plattenspieler ins Multiroom-System bringen möchte, wird mit dem Speaker allerdings nicht glücklich werden und auch die in der App verfügbare Auswahl an Streaming-Diensten ist doch sehr mau. Die Möglichkeit Songs per Bluetooth auf mehrere Speaker streamen zu können relativiert dieser Kritikpunkt aber. Negativ empfanden wir allerdings noch die so gar nicht reibungslos funktionierende Ersteinrichtung per Setup-Wizzard in der App und die im Test immer wieder aufgetretenen Hänger bei der Einstellung der Lautstärke.

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