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Sony Xperia XA2 Plus im Test: viel Design, wenig Leistung

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Für den Preis von 369 Euro bietet Sony sein Mittelklasse-Smartphone Xperia XA2 Plus an. Ob sich der Kauf lohnt, haben wir getestet.

Das Xperia XA2 Plus kommt in einer weißen Verpackung zum Kunden. Auf der Rückseite sind einige Besonderheiten des Telefons abgedruckt, wie der Name des Prozessors (Snapdragon 630) oder die Kapazität des Akkus (3580 mAh). Innen befinden sich das Gerät, ein Ladekabel mit USB-C, ein Schnellladegerät sowie qualitativ gut verarbeitete und klingende Kopfhörer. Eine Schutzhülle oder eine Display-Folie gehören nicht zum Lieferumfang.

Lieferumfang des Sony Xperia XA2 Plus
Lieferumfang des Sony Xperia XA2 Plus

Mit dem Xperia XA2 Plus präsentiert Sony ein schönes Smartphone mit einem Design, das sich deutlich von der Konkurrenz abhebt. Genau wie seine Geschwister, das Xperia XA2 (Testbericht) und das Xperia XA2 Ultra (Testbericht), kommt es mit einem gewölbten Gehäuse daher. Links und rechts ist es dünner als in der Mitte. Zudem sind die Seiten des Telefons stark abgerundet, was für einen angenehmen Halt sorgt. Allerdings ist das Xperia XA2 Plus mit seinem Gewicht von 204 g ein echtes Schwergewicht, auch wenn man dies dem dem Gerät zunächst nicht ansieht. Namenszusatz „Plus“ macht sich auch bei den Abmessungen bemerkbar: 157 × 75 × 9,6 mm. Der 6 Zoll (ca. 15 cm) große Bildschirm im 2:1-Format hat oben und unten einen Rahmen, dadurch wirkt das Sony-Smartphone etwas in die Länge gezogen.

Design des Sony Xperia XA2 Plus
Design des Sony Xperia XA2 Plus

Typisch für Smartphones von Sony ist das Xperia XA2 Plus qualitativ hochwertig verarbeitet. Der Rahmen ist aus Aluminium und verbindet die obere und untere Metallplättchen miteinander. Das Gehäuse fühlt sich wertig an; es lässt sich nicht eindrücken und knarzt beim Anfassen nicht. Anders als beim großen Top-Smartphone, dem Xperia XZ2 Premium (Testbericht), ist der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite auf einer komfortablen Höhe positioniert und gut erreichbar für den Zeigefinger. Auf der linken Seite befindet sich die Öffnung für die Speicherkarte und die zwei Nano-SIM-Karten und rechts wurden die Tasten für Power, Lautstärke und Kamera platziert.

Optisch macht das Xperia XA2 Plus einiges her. Doch wie schaut es im Inneren aus? Ein Kritikpunkt ist die schwache Systemleistung. Im Inneren werkelt ein Qualcomm Snapdragon 630 mit acht Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 2,2 GHz. Zum Zwischenspeichern von Daten hat das Sony-Smartphone 4 GByte, wobei es auch eine internationale Version mit 6 GByte RAM gibt. Der Snapdragon 630 ist mittlerweile mehr als ein Jahr alt und mit einem Fertigungsverfahren von 14 nm auch nicht mehr sparsam im Energieverbrauch. Moderne Prozessoren mit 10 nm sind nicht nur zeitgemäßer, leistungsstärker, sondern auch energieeffizienter. Dass die Performance des Xperia XA2 Plus nicht ganz goldig ist, merkt der Nutzer an der etwas trägen Oberfläche. Im Gegensatz zu anderen Mittelklasse-Smartphones, wie dem Motorola Moto G6 (Testbericht), braucht das Xperia einige Millisekunden länger zum Starten von Apps. Dabei schneidet das Sony-Smartphone in den gängigen Bewertungssystemen deutlich besser ab, als die vergleichbare Konkurrenz. Mit einem Wert von 87.000 Punkten ist es 22 Prozent leistungsfähiger als das Moto G6 und sogar 29 Prozent gegenüber dem Galaxy A6 Plus (Testbericht) von Samsung.

Speicherkarte und Dual-SIM beim Sony Xperia XA2 Plus
Speicherkarte und Dual-SIM beim Sony Xperia XA2 Plus

Der Speicher des Xperia XA2 Plus hat eine Größe von 32 GByte. Dem Nutzer stehen allerdings nur 15,51 GByte für seine Nutzung frei. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 48,47 Prozent. Smartphones anderer Hersteller mit gleicher Speicherkapazität liegen im Schnitt bei 70 Prozent freiem Speicheranteil. Was macht also Sony hier anders? Selbst nach dem Löschen der vorinstallierten Multimedia-Dateien steigt der freie Speicher nur um 626 MByte. Schuld an der Belegung ist das Betriebssystem mit zahlreichen Drittanbieter-Apps, die sich nur deaktivieren, aber nicht deinstallieren lassen. Obwohl der Nutzer für das Telefon bezahlt und damit auch für den verbauten Speicherbaustein, behält sich Sony die Hoheit vor und hinterlegt in der Firmware Apps wie Facebook, AVG Protection, Amazon, Amazon Kindle und Amazon Photos. Wohlgemerkt: Sie lassen sich nicht entfernen.

USB-C-Anschluss beim Xperia XA2 Plus
USB-C-Anschluss beim Xperia XA2 Plus

Neben einer zweiten Nano-SIM-Karte nimmt das Xperia XA2 Plus zeitgleich auch eine Speicherkarte im Format Micro-SD auf. Eine im Test verwendete Micro-SDXC mit 400 GByte funktionierte einwandfrei. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

Rückseite des Sony Xperia XA2 Plus
Rückseite des Sony Xperia XA2 Plus

Apropos Android: Auf dem Sony-Smartphone läuft ab Werk Android in der veralteten Version 8.0 Oreo. Warum der Hersteller das Telefon nicht wenigstens mit Oreo 8.1 ausliefert, ist unbekannt. Nichtsdestotrotz soll auch das Plus-Modell ein Upgrade auf Android 9.0 Pie erhalten. Die Aktualisierung wurde für 2019 angekündigt. Sony ist erfahrungsgemäß zuverlässig und gehört zu den wenigen Herstellern, die ihr Versprechen einhalten.

Der Akku des Xperia hat eine Kapazität von 3580 mAh und ist wie bei nahezu jedem Smartphone fest verbaut. Das mitgelieferte Ladegerät pumpt den Energieträger in einer Stunde und 48 Minuten voll, wobei schon nach 30 Minuten eine Kapazität von 48 Prozent erreicht ist. Drahtloses Laden unterstützt das Xperia XA2 Plus nicht, das ist aber auch nicht sonderlich verbreitet in dieser Preisklasse. Bei moderater Nutzung kommt das Smartphone auf eine Laufzeit von anderthalb Tagen. Im Test mit einem durchlaufenden Videostream über das WLAN und bei maximaler Display-Helligkeit hält das Xperia XA2 Plus mehr als 13 Stunden aus – das ist überdurchschnittlich gut!

In das Internet geht das Xperia XA2 Plus über LTE-Verbindung und WLAN. Es hat Bluetooth 5.0, NFC und ein Radio zum Empfangen von Ultrakurzwelle (UKW). Für Letzteres schließt der Nutzer die mitgelieferten Kopfhörer über den Klinkenanschluss mit 3,5 mm an; sie dienen als Antenne für den Empfang.

6 Zoll großes Display des Sony Xperia XA2 Plus
6 Zoll großes Display des Sony Xperia XA2 Plus

Das Display des Sony Xperia XA2 Plus hat eine Diagonale von 6 Zoll. Ober- und unterhalb des Bildschirms gibt es einen Rahmen, so verzichtet Sony auf eine Einkerbung (in der Szene Notch genannt), wie beim Apple iPhone X (Testbericht). Das Display hat eine Auflösung von Full-High-Definition+, das entspricht 2160 × 1080 Pixeln. Damit stellt die Anzeige mehr als 2,3 Millionen Bildpunkte bei einer mehr als ausreichenden Schärfe von 402 Pixel pro Zoll (ppi) dar.

Gut gefallen hat uns die Helligkeit des Bildschirms: 518 Candela pro Quadratmeter. Das ist viel und hilft beim Ablesen, selbst an sonnigen Tagen. Ab Werk sind die Farben blass und wirken fast schon flach. Glücklicherweise lässt sich in den Einstellungen mehr Sättigung durch das Aktivieren des superlebendigen Modus hinzufügen. Zu einer veränderten Akkulaufzeit führte das nicht.

Single-Kamera des Sony Xperia XA2 Plus
Single-Kamera des Sony Xperia XA2 Plus

Die Kamera im Xperia XA2 Plus schießt Fotos in 23 Megapixel und zeichnet Videos in 4K-UHD auf. Auf eine Dualkamera mit Teleobjektiv und Hintergrundschärfe-Effekte verzichtet Sony. Die Qualität der Kamera entspricht der typischen Mittelklasse: bei viel Licht gelingen gute Aufnahmen und schon bei wenig Licht ist starkes Rauschen sichtbar. Außerdem fällt auf, dass die Kamera grundsätzlich Farbrauschen produziert.

Einen Pluspunkt gibt es dennoch: Sony zählt zu den letzten Herstellern, die eine physische Kamerataste mit zwei Stufen am Gehäuserand verbauen. Vielleicht mittlerweile etwas nostalgisch, aber dennoch praktisch im Alltag.

Sony Xperia XA2 Plus (Schwarz)

Schwarz

Sony Xperia XA2 (Silber)

Silber

Sony Xperia XA2 (Grün)

Grün

Sony Xperia XA2 (Gold)

Gold

Das Sony Xperia XA2 Plus ist ein aktuelles Mittelklasse-Smartphone aus Japan. Leider sind Software und Hardware nicht ganz auf den neusten Stand der Zeit, vor allem Letzteres lässt sich nicht mit einem Upgrade aktualisieren.

Das Telefon punktet mit seinem schönen Aussehen und der langen Akkulaufzeit. Wer keine 3D-Spiele zocken möchte und mit der Größe und dem Gewicht kein Problem hat, der findet mit dem Xperia XA2 Plus ein zufriedenstellendes Smartphones. Alternativ verkauft Xiaomi das Pocophone F1 (Testbericht) – ein deutlich leistungsstärkeres Smartphone für den Preis von 339 Euro. Kompromisse muss man dort mit dem einfachen Design und dem Fehlen von NFC machen.

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