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Sony Xperia L2 im Test: noch mit Android 7 und HD-Auflösung

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Das Xperia L2 ist ein neues Smartphone der Mittelklasse, das Sony im Januar auf der CES vorgestellt hat. Mit einem Preis von 249 Euro ist es das derzeit günstigste Xperia-Smartphone und bietet dafür eine 13-Megapixel-Kamera, ein 5,5 Zoll großes Display sowie einen Fingerabdrucksensor. Ob das reicht, um gegen die Platzhirsche Huawei und Honor anzukommen, zeigt der Testbericht von TechStage.

In der weißen Verpackung des Xperia L2 finden sich neben dem Telefon ein Ladegerät sowie das USB-Type-C-Kabel. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern legt Sony noch ein gutes Headset bei. Die Kopfhörer verbinden sich über die klassische 3,5-mm-Klinke mit dem Smartphone. Mit den Hörer lässt es sich telefonieren und Musik in toller Qualität genießen.

Das Netzteil des Xperia L2 kommt ohne eine Schnellladefunktion. Bei einer Stromspannung von 5 Volt und einer Stromstärke von 1,5 Ampere lädt der Akku des Xperia L2 etwa 3 Stunden und 11 Minuten, bis er voll wird. Bei der Leistungsaufnahme zeigt das Messgerät einen Wert von 9,6 Watt an.

Sony Xperia L2

Telefone wie das Xperia XZ1 (Testbericht) oder Xperia XZ Premium (Testbericht) sind exzellente Beispiele dafür, dass Sony die aufwendige und hochwertige Verarbeitung von Materialien wie Glas und Metall bei Smartphones beherrscht. Nur überträgt sich dieses Können leider nicht auf das Xperia L2. Das ist komplett aus Kunststoff gefertigt und kommt lieblos rüber. Die Übergänge zwischen den einzelnen Elementen sind zwar nahtlos und sauber verarbeitet, doch der Gesamteindruck wirkt billig. Konkretes Beispiel: Die Rückseite lässt sich schon mit wenig Kraft nach Innen drücken. Das möchte man bei einem Smartphone nicht sehen – egal in welcher Preisklasse. Hier punkten die Klassenbesten Honor 9 Lite (Testbericht), Huawei P Smart (Testbericht) und HTC U11 life (Testbericht).

Beim Design hat sich Sony nichts Neues einfallen lassen. Das Xperia L2 schaut aus wie ein 5 Jahre altes Xperia aus den Zeiten von Sony Ericsson. Die Bauform des Smartphones sowie der Rahmen um das Display sind nicht schlank und dünn, wie es der aktuelle Zeitgeist vorgibt, sondern dick und korpulent. Das Xperia L2 ist groß und für ein 5,5-Zoll-Gerät unhandlicher als so manche China-Smartphones (Testbericht zum Oukitel Mix 2).

Sony Xperia L2

Für die Bedienung des Riesen-Smartphones steht ein Einhandmodus für Links- und Rechtshänder zur Verfügung. Das macht das Arbeiten mit dem Xperia L2 angenehmer. Um den Bildschirm zu verkleinern, muss der Nutzer eine einfache Wischgeste von der unteren rechten Recke bis zur Mitte des Telefons ausführen.

Der Pionier der wasserfesten Smartphones schickt sein Xperia L2 ohne Staub- und Wasserfestigkeit in den Rennen. In dieser Preisklasse ist das durchaus üblich.

Das Xperia L2 wird von einem Mediatek MT6737T angetrieben. Der Prozessor kommt aus dem Jahr 2016 und ist damit nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Für die alltägliche Nutzung leistet er einen souveränen Dienst, sobald der Nutzer aber ein gewisses Mehr an Leistungspotential verlangt, kommt er seine schnell an spürbaren Grenzen. Im relativen Vergleich zu anderen SOCs wie dem Kirin 659 von HiSilicon (Honor 9 Lite und Huawei P Smart) ist das Xperia L2 32 bis 39 Prozent langsamer.

Sony Xperia L2

Der Arbeitsspeicher des Xperia L2 hat eine Größe von 3 GByte, das ist ausreichend für das Zwischenlagern von Daten und parallel laufenden Apps. Der integrierte Speicher umfasst 32 GByte, dem Nutzer stehen nach Abzug der Software um die 22 GByte zur Verfügung. Eine microSD-Speicherkarte lässt sich einsetzen. Das Xperia L2 unterstützt den microSDXC-Standard und damit die Erweiterung bis 2 TByte. Aktuelle Speicherkarten werden bis 512 GByte angeboten. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, erklärt der umfangreiche Vergleichstest von TechStage.

Der Akku im Xperia L2 hat eine Kapazität von 3300 mAh. Das ist über dem Durchschnitt und eine feine Sache, mit einer Akkuladung sind wir über zwei Tage gekommen. Das Laden des Akkus geschieht kabelgebunden über USB Type C. Die Spezifikation ist USB 2.0

Ansonsten sind noch LTE, A-GPS sowie Glonass, Bluetooth 4.2 und NFC an Bord. Für alle Fans der Ultrakurzwelle ist auch ein Radio integriert.

Der Bildschirm im Xperia L2 hat eine Diagonale von 5,5 Zoll. Es handelt sich um ein Flüssigkristall-Display mit einer für diese Größe unterdimensionierten Auflösung von High-Definition (1280 × 720 Pixel). Entsprechend bietet das Bild eine geringe Schärfe bei der Darstellung von Texten und Grafiken.

Sony Xperia L2

Ganz klar, so richtig verschwommen ist es nicht. Aber selbst in dieser Preisklasse sind wir einfach deutlich Besseres gewohnt. Das Honor 9 Lite mit seinem 5,65-Zoll-Display stellt 2,3 Millionen Bildpunkte bei einer Dichte von 427 Pixel pro Zoll dar, beim Sony-Smartphone sind es ingesamt 921.000 Pixel bei 267 ppi. Die Ironie an der Sache: Wegen des 18:9-Formfaktors ist das Honor 9 Lite schlanker und handlicher als das Xperia L2 – trotz des um 0,15 Zoll größeren Displays.

Auch bei den weiteren Aspekten hat Sony den Rotstift angesetzt: mittelmäßige Helligkeit, dürftige Blickwinkelabhängigkeit sowie fehlende optische Laminierung.

Die Kamera des Xperia L2 macht brauchbare Bilder, solange es viel Licht in der Umgebung gibt. Die Auflösung des Sensors beträgt 13 Megapixel mit einer Blende von f/2. Bild und Detailgenauigkeit sind zufriedenstellend. Für Schwachlichtsituationen muss der Nutzer die integrierte LED nutzen, oder die Foto-App schraubt die Lichtempfindlichkeit auf ISO 3200 hoch. Dann rauscht das Bild jedoch und ist nicht frei von Fehlern.

Sony Xperia L2

Deutlich besser gefallen hat uns die vordere Selfie-Kamera mit einer Auflösung von 8 Megapixel. Dessen Besonderheit ist der Ultraweitwinkel von 120 Grad. So passen mehrere Leute auf das Bild, ohne dass man seinen Arm für's Selfie überdehnen muss.

Die Liste der Kritikpunkt ist noch nicht zu Ende. Im Grunde startet sie jetzt erst richtig: Das Xperia L2 läuft mit Android. Allerdings nicht mit einer aktuellen Version, wie derzeit Oreo (8.0), sondern noch mit Nougat (7.1.1). Hinzu kommt, dass der Sicherheitspatch vom 5. November 2017 ist; die Aktualisierungen von Dezember oder Januar fehlen. Selbst mehrere forcierte Update-Anfragen während unseres Tests haben keine neuen Patches eingespielt; Google bereitet derweil das Update für Februar vor.

Ob Sony gleich das Neueste nimmt und an seine Nutzer weitergibt? Tendenziell betrachtet ist das gar nicht einmal so unwahrscheinlich. Sony gehört zu den schnellsten und zuverlässigsten Herstellern, die Updates und Upgrades ausliefern – auch nach Jahren. Trotzdem bleibt es aktuell beim Kritikpunkt Android 7 mit potentiellen Sicherheitslücken.

Nach Rücksprache mit Sony Deutschland sollen Verkaufsgeräte jedoch mit dem aktuellen Sicherheitspatch ausgestattet sein.

Das Sony Xperia L2 gibt es in drei Farben: Pink, Schwarz sowie das von uns getestete Modell in Gold.

Sony Xperia L2 (Schwarz)

Sony Xperia L2 (Schwarz)

Sony Xperia L2 (Gold)

Sony Xperia L2 (Gold)

Sony Xperia L2 (Pink)

Sony Xperia L2 (Pink)

An dieser Stelle fragen wir normalerweise: Wer soll sich das Xperia L2 kaufen? In diesem Fall sollte es aber besser heißen: Soll man sich das L2 zu einem Preis von 250 Euro überhaupt zulegen? Vergleichbare Smartphones bieten eine höherwertige Verarbeitung, ein helleres und schärferes Display sowie zusätzliche Funktionen wie eine Doppel-Kamera oder laufen mit aktuellem Android, im Falle des 300 Euro teueren HTC U11 life sogar mit dem Android One! Welche Motivation bleibt also übrig? Unter dem Strich lautet die Antwort leider: keine!

Wer unbedingt ein Einsteigermodell von Sony möchte und auf den schnellen und zuverlässig arbeitenden Fingerabdrucksensor verzichten kann, sollte das preislich attraktiver Xperia L1 (Testbericht) aus der ersten Generation nehmen. Für das Xperia L2 gilt: erst einmal nicht keine Kaufempfehlung.

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