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Sony LF-S50G im Test: guter Sound und Google Home

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Sony bringt mit dem LF-S50G einen Smartspeaker mit Google Assistant auf dem Markt. Wir haben die Box getestet und verraten, wie gut die Integration des Sprachassistenten funktioniert und wo die Unterschiede zu Googles Home Mini liegen.

Der 360-Grad-Lautsprecher von Sony hat eine Bauhöhe von 16 Zentimetern und einen Durchmesser von 11 Zentimetern, damit ist er ein kleines Stückchen größer als der Echo 2 von Amazon (Testbericht). Das Gewicht liegt mit knapp 750 Gramm unter dem des Amazon-Lautsprechers. Die Box ist mit Stoff überzogen und hat einen chromfarbenen Standfuß. Auf der Vorderseite gibt es eine durch den Bezug leuchtende zweizeilige Anzeige für die Uhrzeit. Am Standfuss sitzen ein Bedientaster für Bluetooth und ein Taster, um die Mikrofone des Speakers zu deaktivieren.

Strom bekommt die Box über das beigepackte 15V-Netzteil. Ein normales USB-Netzteil kann man nicht verwenden. Der Lautsprecher ist in weiß und schwarz erhältlich.

Insgesamt wirkt die Box von Sony recht wuchtig.

Die Hauptfunktion des Sony-Lautsprechers ist natürlich die Wiedergabe von Musik. Das funktioniert entweder per Bluetooth-Übertragung oder über WLAN in Kombination mit einem entsprechenden Musikdienst. Das ist aber noch nicht alles: Der Lautsprecher ist die sprachgesteuerte Zentrale für Smarthome-Komponenten wie WLAN-Steckdosen, smarte Leuchtmittel oder Staubsaugerroboter.

Wie mit installierter Google-Home-App kann der Nutzer den Sprachassistenten mit einem gesprochenen „Hey Google” aktivieren und eine Frage stellen oder eine Anweisung geben. Google hilft beispielsweise beim Erstellen einer Einkaufsliste, beim Übersetzen, beim Rechnen oder beim Finden eines Restaurants. Darüber hinaus steuert der Assistent Smarthome-Komponenten wie Lampen, Staubsauger, Steckdosen oder Thermostate. Auch das funktioniert unkompliziert per Zuruf, etwa mit einem kurzen „Hey Google, mache alle Lichter aus”.

Die Einrichtung des smarten Lautsprechers ist eigentlich unkompliziert, bei uns war das Gerät dann doch aber zickig. Beim ersten Versuch hat uns der Sony-Lautsprecher fast zur Weißglut gebracht: Er wollte sich nicht koppeln lassen. Das scheint ein einmaliger Fehler gewesen zu sein, nach einem Neustart klappte die Konfiguration in zwei Minuten. Seither gab es keine weiteren Probleme.

Auf der Oberseite der Box sind zwei optische Sensoren verbaut, die eine berührungslose Steuerung ermöglichen. Toll gedacht, mies umgesetzt: Zum einen fehlt der Lautstärkeregler und damit die wichtigste Funktion überhaupt. Zum anderen arbeiten die Tastflächen zwar problemlos, wir haben sie in der Praxis aber nicht genutzt. Das Starten und Stoppen der Wiedergabe erledigen wir per Sprachbefehl. Nur, wenn der Lautsprecher so laut aufgedreht ist, dass er unser eigenes Wort nicht hört, funktioniert das nicht – aber leiser machen per Knopfdruck klappt ja auch nicht.

Auf Spracheingaben reagiert der Sony-Speaker genau so gut wie der Home Mini von Google (Testbericht). Gerade am Anfang muss man sich aber an die Sprachbefehle gewöhnen, da der Assistent sonst nicht versteht, was man will. Mit komplett freien Formulierungen tut sich die künstliche Intelligenz noch schwer, die richtigen Schlüsselwörter sollten schon vorhanden sein. Nach kurzer Zeit tritt eine Eingewöhnung ein. Es fällt dann immer leichter, Fragen und Befehle korrekt zu formulieren.

Der Lautsprecher benötigt ein 15-V-Netzteil und gibt sich nicht mit 5V zufrieden.

Im Vergleich zum Google Home Mini hört der Sony Lautsprecher deutlich schlechter. Hin und wieder überhört uns der Assistent auch bei ruhiger Umgebung und reagiert erst, wenn wir lauter mit ihm sprechen. Besonders problematisch ist das der Musikwiedergabe. Selbst bei mittlerer Lautstärke müssen wir uns in direkte Nähe der Box stellen und diese sehr laut ansprechen, damit sie reagiert. Ein kurzes „Hey Google, maximale Lautstärke” führt dann dazu, dass wir die Box nur noch per Handy oder per berührungslosem Bedienfeld stoppen können.

Die Uhrenanzeige ist zwar nicht dringend notwendig, aber ein nettes Feature.

Die Soundqualität des LF-S50G ist gut für die geringe Baugröße. Verglichen mit den anderen Smart-Speakern, die wir bisher im Test hatten, teilt sich das Sony-Modell den Spitzenplatz zusammen mit dem Echo Plus von Amazon. Für ordentliche Hintergrundbeschallung reicht die Soundqualität auf jeden Fall aus. Um den Partykeller zu befeuern, fehlt dem kleinen Lautsprecher aber der Dampf. Im hohen Lautstärkebereich ist das Klangbild nicht mehr harmonisch und es fehlt deutlich an Bass.

Statt auf Bedientaster setzt Sony auf berührungslose Steuerung.

Da keine Aux-Buchse verbaut ist, gibt es auch keine Möglichkeit, die Box mit anderen Lautsprechern oder der Stereoanlage zu verbinden. Um das zu realisieren, ist ein Chromecast. Verschenktes Potential, wie wir finden.

Die Gegner von Alexa & Co. wundern sich, wie man sich nur freiwillig eine Wanze im Haus installieren kann. In Foren und in sozialen Netzen diskutieren Kritiker und Befürworter heftig über dieses Thema.

Sprach-Assistenten sollen unseren Alltag in Zukunft maßgeblich mitgestalten. Das würde niemals funktionieren, könnte man den Anbietern ungebührliches Verhalten nachweisen.

Ein theoretisches Restrisiko bleibt allerdings bestehen. Wer nicht auf den Komfort einer Sprachsteuerung verzichten möchte, kann die Systeme einbremsen – etwa mit einer Traffic-Begrenzung im Heimnetz. Für solche Kniffe sind allerdings weitergehende Netzwerkkenntnisse notwendig.

Sony LF-S50G weiß

weiß

Sony LF-S50G schwarz

schwarz

Google Chromecast Audio

Chromecast Audio

Google Chromecast 2015

Chromecast

Die Soundqualität des Sony-Lautsprechers ist ordentlich und das Design ist angenehm unauffällig. Durch die integrierte Uhr eignet sich das System auch hervorragend als Nachttisch-Lautsprecher und Wecker.

Die Uhrzeit-Anzeige ist ein praktisches Extra.

Einzig das Fehlen eines Lautstärkereglers an der Box und der nicht vorhandene Audio-Ausgang fielen uns negativ auf. Die Soundqualität ist zumindest bei niedriger und mittlerer Lautstärke wirklich gut.

Der Preis von derzeit über 220 Euro für die Sony-Box ist allerdings heftig. Verglichen mit dem qualitativ vergleichbaren Echo erscheint uns der Sony LF-S50G überteuert.

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