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Soflow S06 im Test: E-Scooter zum 1&1-DSL-/Handy-Vertrag

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Wer einen DSL- oder Smartphone-Vertrag bei 1&1 abschließt, kann für 120 oder 240 Euro den 800-Euro-E-Scooter Soflow S06 dazukaufen. Ob sich das lohnt, verrät der Test.

E-Scooter gehören in deutschen Großstädten mittlerweile zum Straßenbild. Das liegt vor allem an den zahlreichen Mietangeboten von Lime, Tier, Voi & Circ (Wer ist der beste E-Scooter-Verleih?). Wer seinen eigenen legalen E-Scooter fahren will, muss zu einem E-Scooter mit Straßenzulassung greifen. Für mehr Infos zu dem Thema Legalität und was es sonst noch alles beim Fahren eines E-Scooters zu beachten gilt, empfehlen wir unseren Beitrag Grundlagen: E-Tretroller mit Straßenzulassung.

Aktuell bietet 1&1 den E-Scooter Soflow S06 exklusiv als Prämie zu seinen Verträgen an. Dabei ist die Zuzahlung von 120 oder 240 Euro vergleichsweise gering. Vor allem wenn man bedenkt, dass die UVP des E-Rollers bei 799 Euro liegt und man auch sonst in Deutschland aktuell keinen E-Scooter mit Straßenzulassung für unter 600 Euro bekommt. Ob der Soflow S06 aber nicht nur billig ist, sondern auch etwas taugt, klärt dieser Test.

Bisher auf TechStage getestete E-Scooter:

Der Soflow S06 wirkt wie aus einem Guss. Das fängt schon bei der gelungenen Farbwahl an. Auch die Beleuchtung ist komplett integriert und schaltet sich zusammen mit dem Roller an und aus. Das hat zum Beispiel der IO Hawk Sparrow Legal weniger gut gelöst.

Auf der mit 49 × 15 cm ausreichend große Trittfläche sorgt eine Gummierung für einen guten Halt. Der Fahrer darf bis zu 120 kg wiegen – das ist vergleichsweise viel, der fast 2000 Euro teure Metz Moover (Testbericht) erlaubt nur 94 kg Zuladung. Am Schutzblech des Rückrads hängt hinten mittig die Fläche für das Versicherungszeichen, auf der Oberseite des Schutzblechs sitzt ein kleiner Gummihaken, der an der Gegenstelle am Lenker einrastet, um den Roller im zusammengeklappten Zustand tragen zu können.

Die Bügelsicherung zum Umklappen ist einfach und effektiv.

Dafür muss der Fahrer zunächst die simple, aber effektive Bügelsicherung im unteren Bereich der Lenkstange umlegen. Das geht schnell von der Hand und macht einen durchdachten sowie stabilen Eindruck. Der kleine Ständer auf der linken Seite des Rollers ist gut per Fuß nutzbar. Schmuddelwetter und Pfützen sind kein Problem. Der Soflow S06 kommt mit IP65-Zertifizierung.

Am Lenker befindet sich auf der linken Seite der Handzug für die Rückbremse, direkt darüber eine kleine, gut hörbare Klingel. Auf der rechten Seite sitzt das Display mit zwei Knöpfen. Der eine schaltet den E-Scooter, der andere das Licht ein und aus. Das kleine, hintergrundbeleuchtete LC-Display zeigt dem Fahrer auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit sowie den Akkuladestand an. Rechts neben den Display sitzt der obligatorische Daumenhebel zum Beschleunigen des Rollers.

Die Lenkgriffe können nicht für einen besseren Transport abgeschraubt oder umgeklappt werden. So ergeben sich im zusammengefalteten Zustand Maße von 53 × 121 × 58 cm. Trotzdem sollte der 15-kg-Roller in die meisten Kofferräume ab Golfklasse passen. Aufgeklappt misst er 111 × 121 × 48 cm, die Lenkstange ist in ihrer Höhe fix.

In unserem Fall eierte das Vorderrad leicht. Wir gingen zunächst von einem Einzelfall aus. Allerings häufen sich nun die Fälle derer, die das gleiche Problem haben. Wer damit zu kämpfen hat, sollte die Garantieansprüche des E-Scooters nutzen.

Das Potenziometer zum Beschleunigen des E-Scooter Soflow S06 sitzt rechts neben dem LC-Display.

Wie bei allen legalen E-Scootern tritt sich der Fahrer zunächst auf dem Brett stehend vom Boden ab. Rollt der Soflow S06 nun leicht, beschleunigt der Motor, sobald der Fahrer den Gasgriff herunterdrückt. Dabei ist die Beschleunigung mild. Der 350-W-Motor schafft es kaum, den Roller bei einem Fahrergewicht von 90 kg auf die maximale Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h zu bringen. Wirklich schlimm fanden wir das nicht, da er dennoch ordentlich Steigungen meistert. Soflow spricht von bis zu 12 Prozent. Trotzdem wundert uns das gemächliche Beschleunigungsverhalten, denn der Motor des Metz Moover (Testbericht) leistet 250 Watt und beschleunigt spürbar kräftiger.

Zum Aufpumpen der Reifen mit einer normalen Fahrradluftpumpe muss man zunächst das Ventil zur Seite drücken.

Das Fahrverhalten des Soflow ist dank der 10 Zoll großen Gummireifen in Ordnung, leichte Unebenheiten stecken sie locker weg. Achtung: Im Auslieferungszustand sind sie leer, eine Luftpumpe ist nicht dabei. Dank der recht hohen Unterbodenfreiheit von gut 9 cm nimmt er auch normal hohe Bordsteine, ohne dabei aufzusetzen. Bei längeren Fahrten nervt auch hier der Gashebel, der für eine konstante Fahrt dauerhaft nach unten gedrückt werden muss. Das schmerzt wie bei vielen E-Scootern mit der Zeit am Daumen. Der Rollwiderstand des Soflow S06 ist recht hoch, dennoch kann man ihn nötigenfalls auch bei leerem Akku wie einen normaler Scooter fahren.

Ein E-Scooter braucht zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen, um eine deutsche Straßenzulassung zu bekommen. Der Soflow S06 verfügt dafür hinten über eine Trommelbremse und vorne über eine elektrische Bremse. Die hintere Bremse löst der Fahrer manuell per Zuggriff aus. Die vordere greift zum einen immer automatisch, sobald der Fahrer kein Gas mehr gibt. Das mindert das eigentlich positive Fahrgefühl enorm, denn ein einfaches Ausrollen ist so nicht mehr möglich: Der Roller bremst nach einer Beschleunigungsphase immer. Zum anderen verstärkt sich die Wirkung der Motorbremse spürbar, sobald man den mechanischen Bremsgrif minimal anzieht. Eine Energierückgewinnung gibt es leider nicht, unterm Strich finden wir das automatische Bremsen daher nicht so gut. ein gutes System. Hier hätten wir lieber die Schutzblechbremse gesehen, über die wir beim IO Hawk Sparrow Legal (Testbericht) noch geschimpft haben. Abgesehen davon ist das Bremsverhalten des Soflow S06 in Ordnung, für eine Vollbremsung von 20 km/h auf 0 benötigt er knapp 4 m.

Soflow verspricht mit einer Ladung des 281-Wh-Akkus eine Reichweite von 30 km. Das mag für sehr, sehr, sehr leichte Personen stimmen. Wir kommen bei 90 kg auf gut 20 km. Die Reichweite geht in Ordnung, allerdings ist es doch schade, dass Soflow mit seiner Angabe derart übertreibt – das sind immerhin 50 Prozent. Das 84-W-Netzteil liegt dem Roller bei, der Eingang für den Rundhohlstecker befindet sich an der Seite des Soflow S06 gut geschützt unter einer Gummiabdeckung. Vollgeladen ist der Akku nach etwa 2,5 Stunden. Solfow verspricht 800 Ladezyklen.

Nett: Soflow legt dem S06 eine Smartphone-Halterung für den Lenker bei. So können Fahrer auch währender Nutzung die via Bluetooth korrespondierende App nutzen. Diese zeigt übersichtlich unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit, den Akkuladezustand in Prozent sowie die verbleibenden Kilometer an. Wirklich nötig ist das nicht, da das fest installierte LC-Display bereits die wichtigsten Daten zeigt. Die App soll auch die Fahrtenhistorie bereit halten, das funktionierte bei uns im Test aber nicht.

Wischt der Nutzer im Hauptmenü der App von unten nach oben, aktiviert er die elektronische Vorderradbremse am E-Scooter. Das soll Diebe abschrecken, tut es aber nur sehr eingeschränkt: Der Dieb muss den E-Roller einfach per Tastendruck ausschalten, schon deaktiviert sich auch die Bremse. Schaltet man den Scooter an, ist sie aber wieder aktiv.

Der Solfow S06 ist nicht regulär im Handel erhältlich, sondern nur als Prämie zu einem 1&1-Vertrag. 1&1 gibt die UVP mit 799 Euro an. Das scheint realistisch, wenn man den Preis mit anderen legalen E-Scootern vergleicht. 1&1 will zusätzlich zum Abschluss einen 24-monatigen DSL- oder Smartphone-Tarifs 120 oder 240 Euro, die entweder monatlich oder einmalig zu zahlen sind.

Dabei ergeben sich attraktive Konditionen, die sich vor allem für diejenigen lohnen, die ohnehin mit dem Gedanken spielen, sich einen E-Scooter zu kaufen und bei denen gleichzeitig der DSL- oder Smartphone-Vertrag ausläuft. Als Rechenbeispiel schauen wir uns den 1&1-DSL-50-Tarif an. Dieser greift nur, wenn vor Ort 1&1 DSL verfügbar ist.

1&1 DSL 50 kostet die ersten zwölf Monate 15 Euro, die zweiten zwölf Monate 35 Euro plus 20 Euro Anschlussgebür bei Anbieterwechsel. Das ergibt zusammen einen Preis von 620 Euro. Plus Einmalzahlung von 120 Euro ist der Käufer bei 740 Euro für den Soflow S06 und zwei Jahre DSL 50. Wenn man nun bedenkt, dass es aktuell auf dem deutschen Markt eigentlich keine legalen E-Scooter unter 600 Euro gibt, ist das Angebot mehr als fair.

Die Kosten für den 1&1-All-Net-Flat-LTE-M-Vertrag mit 10 GByte Datenvolumen belaufen sich nach zwei Jahren auf 750 Euro. Hier will 1&1 als Zuzahlung für den E-Scooter 240 Euro, beziehungsweise zwei Jahre lang jeden Monat zusätzlich 10 Euro, macht zusammen 990 Euro. Ein sehr guter Preis für alle, die ohnehin einen Smartphone-Tarif mit viel Datenvolumen brauchen.

Zu diesen Verträgen gibt es den Soflow S06 als Prämie:

  • 1&1 DSL 50 (12 Monate monatlich 15 Euro, danach 35 Euro, 120 Euro Zuzahlung für den E-Scooter)
  • 1&1 DSL 100 (12 Monate monatlich 20 Euro, danach 40 Euro, 120 Euro Zuzahlung für den E-Scooter)
  • 1&1 DSL 200 (12 Monate monatlich 25 Euro, danach 45 Euro, 120 Euro Zuzahlung für den E-Scooter)

Alternativ hier einige E-Scooter, die es auf dem deutschen Markt bereits mit Straßenzulassung gibt:

(Kein Produktbild vorhanden)

Trekstor EG 3178

Egret Eight Elektro-Roller

Egret Eight

Metz moover Elektro-Roller schwarz

Metz Moover

(Kein Produktbild vorhanden)

Wheelheels Rocket

(Kein Produktbild vorhanden)

Egret Ten V4

(Kein Produktbild vorhanden)

The Urban V3

Der Soflow S06 ist nicht perfekt. Dafür ist der Motor etwas zu schwach, die vordere, elektronische Bremse zu nervig und einige Funktionen wie die per App aktivierbare elektronische Wegfahrsperre wirken zu wenig durchdacht. Trotzdem ist er gut. Denn seine Verarbeitung ist hochwertig, die Reichweite ausreichend und das Gesamtpaket unter dem Strich stimmig.

Was aber vor allem für den Soflow S06 spricht, ist sein in Verbindung mit einem 1&1 DSL- oder Mobilfunkvertrag sehr günstiger Preis. Soflow gibt eine UVP von 800 Euro an, bei DSL-Vertragsabschluss reduziert sich der Preis auf 120 Euro, bei einem Mobilfunkvertragsabschluss auf 240 Euro. Das kann sich für einige lohnen, die ohnehin einen neuen DSL- oder Mobilfunkvertrag suchen. Unter dem Punkt Preis haben wir zwei Verträge durchgerechnet.

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