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Smart-Home-Schaltzentrale Google Nest Hub im Test

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Der 129 Euro teure Google Nest Hub ist digitaler Bilderrahmen und Schaltzentrale für das Smart Home in einem – und damit Konkurrenz zu Amazons Echo Show. Lohnt sich der Kauf?


An und für sich ist der Google Nest Hub nicht neu: Er wurde bereits im vergangenen Jahr vorgestellt und war anfangs nur in den USA erhältlich. Erst vor wenigen Tagen gab Google die internationale Verfügbarkeit bekannt. Aus dem Namen Home Hub wurde Nest Hub; das Aussehen hat sich nicht verändert. Der Nest Hub zählt zu der Kategorie der Smart Displays. Er ist also ein smarter Lautsprecher mit Sprachassistenten, der zusätzlich eine Anzeige mitbringt – wie beispielsweise Amazons Echo Spot (Testbericht) oder Echo Show (Testbericht). Damit das Gerät seinen Platz überall in Wohn- und Schlafzimmern finden kann, ist die Optik dezent und unauffällig. Der eigentliche Lautsprecher ist von einem Textilmaterial überzogen, genau wie beim Google Home (Testbericht) oder dem Google Home Mini (Testbericht). Der Bildschirm mit einer Diagonalen von 7 Zoll (ca. 18 cm) hat eine Abdeckung aus Kunststoff.

Die Verarbeitung des Google Nest Hub ist gut; die Haptik ist aber nicht so hochwertig wie beim Lenovo Smart Display (Testbericht). Doch diese Tatsache sollte wenig stören, weil es ein Produkt ist, das man nur selten in den Händen hält – und das gut aussieht.

Auf der Rückseite des Nest Hub ist ein Schalter zum Deaktivieren des Mikrofons sowie eine Wippe zum Einstellen der Lautstärke angebracht. Die übrige Eingabe erfolgt per Berührung, Sprache und per App auf dem Smartphone.

Der Lieferumfang ist spartanisch. Nachdem Auspacken findet der Nutzer den eigentlichen Nest Hub sowie das Stromkabel mit einem proprietären Anschluss. Warum der Hersteller bei seinem Smart Display auf den gängigen USB-C-Stromanschluss verzichtet, ist unverständlich. Dabei ist Google ein Vorreiter von USB-C; selbst die Stromversorgung des hauseigenen WLAN-Mesh-Systems ist USB Type-C.

Das Netzgerät hat eine maximale Leistung von 15 W. Im Durchschnitt (Lautstärke 20 Prozent und Display-Helligkeit 100 Prozent) liegt die Stromaufnahme bei 4,5 W. Im Standby kommt der Nest Hub auf 2,5 W.

Verbrauchsverhalten Standby Durchschnitt Maximal
Leistung 2,5 W 4,5 W 15 W
Beispielrechnung mit einer Betriebsdauer von 24 Stunden an sieben Tagen die Woche bei einem Arbeitspreis von 0,28 Euro pro Kilowattstunde.
Optimistischer Fall (Standby) Realistischer Fall (Durchschnitt) Pessimistischer Fall
Zeitperiode Stromverbrauch Stromkosten Stromverbrauch Stromkosten Stromverbrauch Stromkosten
pro Tag: 0,06 kWh 0,02 € 0,11 kWh 0,03 € 0,36 kWh 0,10 €
in der Woche (an 7 Tagen): 0,42 kWh 0,12 € 0,76 kWh 0,21 € 2,52 kWh 0,71 €
in 4 Wochen: 1,68 kWh 0,47 € 3,02 kWh 0,85 € 10,08 kWh 2,82 €
im Jahr: 21,84 kWh 6,12 € 39,31 kWh 11,01 € 131,04 kWh 36,69 €
in 5 Jahren: 109,20 kWh 30,58 € 196,56 kWh 55,04 € 655,20 kWh 183,46 €
in 10 Jahren: 218,40 kWh 61,15 € 393,12 kWh 110,07 € 1.310,40 kWh 366,91 €

Die Einrichtung des Google Nest Hub ist kinderleicht und Schritt für Schritt in der App erklärt. Die Applikation Google Home ist für iPhone und Android kostenlos verfügbar. Die App koppelt das Smart Display mit einem Google-Konto und konfiguriert das WLAN. Darüber hinaus aktualisiert die App die Software des Nest Hub.

Beim Einrichten fragt die App seinen Nutzer nach der Streaming-Präferenz für die Musikwiedergabe. Zur Auswahl stehen einige Dienste, darunter Spotify. Außerdem will der Nest Hub wissen, was er im Standby machen soll: die Uhrzeit anzeigen, ausgewählte Bilder aus dem Web laden oder eigene Bilder von Google Photos anzeigen. Übrigens, die Uhrzeit zeigt das Gerät auch im Ambient Mode an. Diesen aktiviert der Nest Hub immer dann, wenn das Raumlicht ausgeschaltet oder gedimmt ist. Allerdings ist der Lichtsensor überm Display etwas zu empfindlich eingestellt: Schon ein einfaches Flackern des Fernsehers sorgt dafür, dass der Nest Hub den Ambient Mode verlässt und regulär Bilder anzeigt. Wenn dies der Fall ist, hilft nur ein Umplatzieren des Smart Displays.

Der Nest Hub zeigt, steuert und verwaltet eine Masse an Smart-Home-Geräten – alles über Sprache oder Touch. Was mit dem Google Home geht, kann der Nest Hub viel besser: Über seinen integrierten Touchscreen zeigt er beispielsweise das Livebild einer Überwachungskamera an oder startet bequem den Staubsauger-Roboter (Sechs Saugroboter im Vergleichstest). Das Verwalten und Hinzufügen von Lampen, Lautsprechern, Kameras und anderen Sensoren nimmt wenige Klicks in Anspruch – in den allermeisten Fällen reicht die Berechtigung über Login und Passwort.

Der Google Nest Hub trägt zwar den Anhang „Hub“. Doch gegen einen echten Smart-Home-Hub kann er nicht mithalten. Hierfür fehlen dem System zwei entscheidende Funk-Schnittstellen: Z-Wave und Zigbee. So ist der Nest Hub bei einigen Geräten noch auf eine weitere Komponente angewiesen – etwa eine Bridge für Philips Hue. Der Amazon Echo Plus (Testbericht) löst es anders: Er hat einen integrierten Zigbee-Hub und spricht entsprechende Glühlampen direkt an.

Das Display des Google Nest Hub ist 7 Zoll (17,78 cm) groß. Die Auflösung von 1024 × 600 Pixel ist gering – das fällt besonders beim Betrachten von Videos auf Youtube auf. Der letztere Anwendungsfall tritt im Alltag seltener auf, deshalb fällt die nicht vorhandene Bildschärfe kaum auf. Der Bildschirm mit seiner Größe ist ideal, wenn man wenige Meter vor dem Smart Display steht – zum Beispiel in der Küche beim Betrachten von Rezeptvideos. Ab einer Entfernung von 4 m ist auf der 7-Zoll-Anzeige nichts mehr zu erkennen (bis auf die Bilder im Karussell).

Der Lautsprecher des Nest Hub ist ausreichend für die Beschallung eines Raums. Der Klang ist zwar kristallklar, aber es fehlen eindeutig Bässe, die das kleine Gehäuse kaum produzieren kann.

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 129 Euro ist der Google Nest Hub eine Kaufempfehlung; das Preis-Leistungs-Verhältnis ist vorhanden. Über den Bildschirm per Touch und über Sprache lassen sich zentral alle Smart-Home-Geräte steuern – sofern die Verbindung über entsprechende Bridges hergestellt wurde.

Zudem ist die Bedienung intuitiv gestaltet. Besonders gut hat uns die Integration von Google Photos gefallen, somit fungiert das Smart Display auch als digitaler Bilderrahmen (Bilderrahmen mit WLAN im Vergleichstest). Ungünstig ist der Kauf für all jene, die tiefer in die Materie der Heimautomatisierung gehen wollen und auf Standards wie Zigbee und Z-Wave angewiesen sind. Und während die Musikwiedergabe für's Bad absolut ausreichend ist, braucht man für die Party-Beschallung dann doch noch etwas mit mehr Bass.

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