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Smart-Display-Vergleichstest: Echo Show 5 vs Show vs Spot

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Egal ob Echo Show 5, Show oder Spot: Die smarten Displays von Amazon sprechen nicht nur, sie zeigen auch Wetterdaten, Videochats, Song-Texte und mehr. Wir zeigen, welches Gerät für wen das Beste ist.

Seit Juli 2019 verkauft Amazon den Echo Show 5. Heise+ hat dazu bereits einen ausführlichen Test. Dabei steht das 5 für die Größe des Displays. Es ist mit 5,5 Zoll deutlich kleiner als das 10-Zoll-Display des Echo Show der 2. Generation (Testbericht). Der Echo Spot (Testbericht) fällt mit seinem runden 2,5-Zoll-Bildschirm schon optisch aus der Reihe. Wir zeigen, für wen sich welches Gerät am besten eignet. Wer sich fragt, ob er überhaupt ein Smart Display braucht, oder ein klassischer Echo-Sprachassistent nicht die bessere Lösung ist, dem empfehlen wir unseren Vergleichstest: Amazon Echo Dot vs Plus vs Show.

Egal ob Echo Show 5, Echo Show oder Echo Spot: Auf der Front dominiert ein Display. Der Displayrahmen beim Show 5 ist minimal schmaler als bei den anderen. Auch ist der Show 5 der einzige im Bunde, der bei der weißen Farbvariante auch diesen Rahmen weiß einfärbt und ihn nicht schwarz lässt. Auf der Unterseite sorgt ein jeweils groß genug dimensionierter Gummifuß für ausreichenden Halt.

Oben zeigen alle Modelle drei physische Knöpfe. Zwei für die Lautstärke, einer, um das Mikrofon stumm zu schalten. Dieser leuchtet dann rot. Der Echo Show 5 hat als einziger einen Schiebeschalter, der sich vor die Kamera legt, um sie zu bedecken. Etwas vergleichbares haben wir bereits im Lenovo Smart Display (Testbericht) gesehen. Diese echte Kameraabdeckung könnte viele Freunde finden.

Bezüglich der allgemeinen Form sieht man dem Echo Show 5 und dem Echo Show ihre Verwandtschaft an. Beide laufen auf ihrer Rückseite spitz zu, beide wurden mit einem Stoff bespannt, beide wirken gefällig. Der Echo Spot ähnelt einer an zwei Stellen beschnittenen Kugel: Der erste Schnitt schafft die Stand-, der zweite die Displayfläche. Das ist ungewöhnlich und polarisiert. Die einen würden sich den Spot aus optischen Gründen nie ins Wohnzimmer stellen, die andere gerade deswegen.

Bezüglich der Mikrofone gibt es zumindest bezogen auf die Anzahl Unterschiede: Der Echo Show hat deren acht, der Echo Spot vier und der Echo Show 5 zwei. Wer nun meint, dass mehr Mikrofone für eine zuverlässigere Spracherkennung sorgen, liegt daneben. Wir haben einen einfachen Sprachbefehl per Smartphone aufgenommen und ihn in verschiedenen Lautstärken wiedergegeben. Das Ergebnis: Die drei Smart Displays sind gleichauf. Nur ganz selten erkannte der Echo Show 5 das Erkennungswort „Alexa“ zuverlässiger – obwohl es das Gerät mit den wenigsten Mikrofonen ist.

Das 2,5-Zoll-Display mit 480 × 480 Pixeln und einer Pixeldichte von 271 ppi des Echo Spot ist eine nette Ergänzung. Allerdings erweist sich die runde Form als Nachteil, wenn es darum geht Texte zu lesen oder gar Videos anzuschauen. Das klappt beim Show 5 und Show viel besser, was in erster Linie am Seitenverhältnis von 18:9 (2:1) bei Show 5 und 16:9 bei Show im Querformat liegt.

Das 5,5-Zoll-Display des Echo Show 5 löst 960 × 480 Pixel auf und kommt auf eine Pixeldichte von 195 ppi. Das 10 Zoll große Display des Echo Show zeigt 1280 × 800 Pixel und kommt auf 150 ppi. Das klingt erst einmal nach sehr wenig, gerade wenn man die Pixeldichte mit heutigen Smartphone-Standards vergleicht. Selbst ein Nokia 5.1 Plus (Testbericht), welches von uns wegen seiner geringen Auflösung gerüffelt wurde, quetscht mehr Pixel auf ein Inch. Trotzdem stört weder bei Show 5 noch bei Show die niedrige Pixeldichte, da man ein Smartdisplay ohnehin eher aus einem Abstand von einem Meter und mehr betrachtet. Insgesamt gefallen und alle drei Displays. Sie sind hell genug, farbenfroh und dimmen bei Dunkelheit zuverlässig ab. Beim Show 5 hätten wir uns jedoch eine bessere Blickwinkelstabilität gewünscht.

Als SoC kommen sowohl beim Echo Spot als auch beim neuen Echo Show 5 der betagte Mediatek MT8163V aus dem Jahr 2015 zu Einsatz. Der Echo Show setzt auf den ein Jahr jüngeren und etwas potenteren Intel Atom x5-Z8350-Prozessor. Das schlägt sich auch in der Performance nieder. Während der Echo Show in den meisten Fällen schnell reagiert und auch Videos ohne größere Verzögerungen abspielt, muss man beim Echo Spot und Show 5 manchmal mit Gedenksekunden rechnen.

Eine Besonderheit am Echo Show: Er bietet eine integrierte Zigbee-Bridge. Das ist vor allem für Nutzer interessant, die gerade beginnen, sich mit Smart-Home-Geräten wie Philips Hue (Testbericht), smarten Steckdosen (Ratgeber) oder smarten Heizkörperthermostaten (Vergleichstest) auszustatten und sie über den Echo Show in die Cloud bringen.

Es ist schon erstaunlich, welch vollen Klang Amazon aus dem kleinen Show 5 mit seinem 42-mm-Lautsprecher kitzelt! Dabei strahlt das Smart Display den Sound durch Öffnungen unterhalb des Bildschirms direkt nach vorne ab. In einen Kegel bis zu drei Metern entfaltet der Show 5 seinen Klang optimal. Außerhalb dieses Bereichs wirkt der Sound schnell dumpf. Was uns weniger gut gefällt ist der insgesamt zu starke Bass, der jedoch mit dem Equalizer etwas zurückgedreht werden kann und sollte.

Trotzdem ist sein Klang deutlich besser als der des Echo Spots mit 36-mm-Lautsprecher. Zwar ist auch sein Sound passabel, allerdings stört hier besonders dass man ihn über seine kritische Lautstärke hinaus aufdrehen und damit übersteuern kann.

Der große Echo Show hat nicht nur gegenüber sein Smart-Display-Brüdern bezüglich des Klangs die Nase vorne, er bietet sogar Echo-übergreifend die beste Sound-Qualität. Dabei strahlen zwei 50-mm-Treiber nach hinten ab. Unterstützt werden sie von einem passiven Bassradiator. Die Kombination erzieht klare Höhen, ausgewogene Mitten und einen tiefen Bass, der im Gegensatz zum Show 5 nicht deplatziert wirkt. Klar ist der Echo Show keine vollwertige Musikbox wie der Sonos One. Allerdings ist er nah dran.

Wer mit dem Smart Display viele Videotelefonate führt, könnte mit dem großen Show glücklich werden. Es bietet dank des größten Displays nicht nur den höchsten visuellen Komfort, es hat außerdem mit 5 Megapixeln die beste Frontkamera. Da ist die Kamera des Show 5 mit 1 Megapixel schon deutlich unschärfer. Trotzdem ist sie durchaus brauchbar, insofern das Umgebungslicht ausreicht. Der Echo Spot filmt mit 0,3 Megapixeln und bietet auch abseits seiner Auflösung die schlechteste Videoqualität.

Amazon Echo Show 5 schwarz

Amazon Echo Show 5 schwarz

Amazon Echo Show 5 weiß

Amazon Echo Show 5 weiß

Amazon Echo Show (Rev. 2) schwarz

Amazon Echo Show (Rev. 2) schwarz

Amazon Echo Show (Rev. 2) weiß

Amazon Echo Show (Rev. 2) weiß

Amazon Echo Spot schwarz

Amazon Echo Spot schwarz

Amazon Echo Spot weiß

Amazon Echo Spot weiß

Erstaunlich, dass Amazon nach dem Erscheinen des Show 5 den Echo Spot (Testbericht) nach wie vor im Portfolio hat. Denn eigentlich gibt es abseits seiner extravaganten Form kaum Argumente für ihn. Im Vergleich zum Echo Show 5 ist er teurer, hat den schwächeren Klang, das unpraktischere Display und eine gering auflösende Kamera.

Die eigentliche Frage lautet also: Soll ich mir einen Echo Show 5 oder einen Echo Show der 2. Generation (Testbericht) kaufen? Tatsächlich haben beide ihre Daseinsberechtigung. Für den Echo Show spricht sein großes Display, insofern man ihn zum Beispiel zum Filmeschauen in der Küche so groß braucht. Sein Klang ist der beste aller Echo-Geräte, die Kamera auch. Wer gerade beginnt sein Smart Home mit Zigbee-Geräten ausstattet, für den könnte die integrierte Zigbee-Bridge das Killer-Argument für den Echo Show sein. Gegen ihn spricht sein hoher Preis. Auch wird einigen das Display zum Beispiel in Schlafzimmer und Küche zu groß sein.

Der Echo Show 5 (zum Testbericht auf heise+) könnte viele Freunde finden. Er kommt zu einem vernünftigen Preis, bietet einen ordentlichen Klang, hat eine gute Kamera mit mechanischer Abdeckung und ein Display, das mit seiner Größe optisch in viele Zimmer passt. Der Echo Show 5 ist ideal als Einstieg in die Smart-Display-Welt.

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