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Skullcandy Push im Test: True Wireless mit Style und Bass

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Die Push von Skullcandy gibt es in vielen Farben. Ob die Marke mit dem Totenkopf auch für einen bunten Sound sorgt, verrät der Test.

Die ersten Kopfhörer von Skullcandy kamen 2003 auf den Markt, Zielgruppe waren damals vor allem Skater, Surfer und Snowboarder. Inzwischen sitzen die Produkte des US-Unternehmens längst nicht mehr nur auf den Ohren von Fans des Action-Sports – auch wenn sie ihre Herkunft nicht verbergen können.

Die True-Wireless-Kopfhörer von Skull Candy sind Teil unserer Themenwelt rund um kabellose Kopfhörer. Bislang sind folgende Artikel erschienen:

Das Gehäuse der In-Ear-Stecker ist größtenteils aus günstig wirkendem Kunststoff gefertigt. Dafür sind die Push nach dem Standard IP3 vor Spritzwasser geschützt, Regen oder Schweiß stört also nicht. Die Waage zeigt bei den Steckern jeweils gut 8 g an – fast doppelt so viel wie die Airpods von Apple (Testbericht). Die wuchtige Bauform täuscht: Trotz der Größe und des Gewichts sitzen sie gut im Ohr. Silikon-Bügel – Skullcandy nennt diese Fitfin – stabilisieren die Push. Zusätzlich befinden sich im verhältnismäßig großen Karton weitere Silikonpolster in verschiedenen Größen. An der Seite der länglichen Ohrstöpsel befinden sich gleich neben dem Totenkopf-Logo die runden Buttons für die Steuerung der Kopfhörer. Trotz der Größe wirken diese nicht aufdringlich, sondern wie ein weiteres Designelement.

Die recht große Ladebox ist kein Schmuckstück und definitiv nichts für die Hosentasche. Außerdem fühlt sich sie wie ein Plastikspielzeug an. Beim Öffnen und Schließen muss man befürchten, dass der Deckel irgendwann nicht mehr schließt.

Trotz ihrer Größe sitzen die Skullcandy Push gut im Ohr.

Skullcandy bietet die Push True Wireless Earbuds zum Testzeitpunkt in fünf verschiedenen Farben an, die auf Namen hören wie beispielsweise Psycho Tropical Teal oder Independent Purple Iridium, wir würden sie in diesen Fällen einfach Türkis oder Lila nennen. Auf jeden Fall sind die Push ein modisches Statement und bringen Farbe ins musikalische Leben.

Zum Lieferumfang zählen neben den Push Ohrhörern inklusive drei Paar Aufsätzen, das Lade-Etui und ein USB-C-Ladekabel.

Die Push erstmalig mit einem Zuspieler zu koppeln ist sehr einfach: Erst den linken Button für sieben Sekunden gedrückt, dann findet man die Kopfhörer im Bluetooth-Menü. Das Einsetzen ins Ohr geht ebenfalls schnell, da sich die Push gut greifen lassen. Sobald der erste Kopfhörer im Ohr sitz, sagt eine Stimme Power on – und wiederholt dies auch für den zweiten Ohrstöpsel. Dann folgt ein Piepton, der die erfolgreiche Verbindung beider Stecker untereinander signalisiert und die weitere Erfolgsmeldung Connect. Ein bisschen viel akustisches Feedback für einen so simplen Vorgang. Will man die beiden Push ausschalten, wird dafür der linke Button für fünf Sekunden gedrückt. Allerdings: Zum erneuten anschalten müssen die Buttons beider Stecker gedrückt werden. Und dann folgt wieder die Bestätigung per Piepton und Stimme.

Auch die weiteren Aktionen werden durch die Buttons aufgerufen – und nun wird es ein wenig kompliziert: Die Lautstärke wird durch zweimaliges drücken des rechten Buttons erhöht, leiser wird’s, wenn der linke Button zweimal gedrückt wird. Presst man den rechten Button für drei Sekunden, startet der nächste Song, auf der linken Seite ruft man mit der gleichen Aktion den letzten Titel auf. Um Anrufe anzunehmen muss einer der Button einmal gedrückt werden, der Sprachassistent erwartet dagegen dreimaliges Drücken. Vielleicht sollte man anfangs einen Spickzettel dabeihaben.

Praktisch ist dagegen, dass die Musik automatisch stoppt, sobald beide Push wieder in die Box gesteckt werden. Die Automatik ist allerdings nicht sonderlich gut programmiert: Nimmt man nur einen Stecker heraus oder legt die In-Ears einfach auf den Tisch, läuft der Song weiter. Die Kopfhörer bleiben mit dem Smartphone verbunden, bis sie in der Box stecken oder manuell deaktiviert werden. Bei Musik ist das unpraktisch, bei Anrufen dagegen ärgerlich, weil auch diese dann automatisch erst einmal zu den Push gelenkt werden.

Schon mit dem ersten Ton wird klar, warum die In-Ears den Namen Push tragen. Der Sound stößt ordentlich nach vorn. Der Bass wummert vollmundig und bringt das Trommelfell zum Beben. Skullcandy schreibt dazu von einem Musikerlebnis, das du sogar spüren kannst – und das stimmt. Allerdings: Weniger wäre hier viel mehr gewesen. Dabei geht es bei Thom Yorke erst einmal richtig gut los. Bei Traffic von seinem Album Anima wabert zu Beginn ein tiefer Synthiesound, um dann von Percussions strukturiert zu werden. Das klingt erst einmal fett. Doch sobald Thom Yorke singt, verliert sich seine Stimme wie in einem Donnergrollen. Es ist ein Soundbrei, der jede Finesse vermissen lässt – so als würde man das Essen in einem Sterne-Restaurant mit Maggi würzen.

Besser funktioniert es bei Marvin Gaye. Erst kürzlich wurde das Album You’re The Man erstmalig veröffentlicht, nachdem es fast 50 Jahre in den Archiven schlummerte. Und den Push gelingt es tatsächlich prächtig, den alten Motown-Sound voll und satt zu reproduzieren. Die Falsett-Stimme schmeichelt sich in den Gehörgang, klar und filigran. Der Bass legt ein breites Fundament. Die Mitten halten die Song allerdings nicht wirklich zusammen – was aber dem Alter der Aufnahme geschuldet sein kann.

Die Skullcandy Push bringen ordentlich Bass mit.

Also zurück zum hier und jetzt. Chris Staples zeigt mit Holy Moly, dass er mit der Musik von Bands wie Calexico aufgewachsen ist. Wenn das Schlagzeug den Takt vorgibt, fühlt es sich durch die Push so an, als würde man direkt vor der Basstrommel sitzen. Und die Dominanz der tiefen Sounds bleibt, immer feste drauf. Der Sänger verschwindet fast hinter einer wuchtigen Wall of Sound. Auch die Gitarren müssen richtig arbeiten, die Streicher sind kaum noch aus dem Brei herauszuhören. Auch bei Foy Vance wird es nicht besser: Wenn er zum Start seines Blues-Songs You Get To Me summt, kann man dies nur erahnen. Erst ein paar Takte später, wenn Höhen und Mitten mehr zur Geltung kommen und das Wummern nachlässt, kommt die Stimme des Sängers zur Geltung.

Eines steht fest: Die Push machen ordentlich Dampf. Die Bässe sind äußerst fett. Details? Egal, auf den Effekt kommt es an. Wäre Bob Ross nicht Maler, sondern Musiker, dann hätten die Push seine Leinwand sein können. Hört man nur mal schnell rein, wirkt der Sound grandios. So wünscht man es sich im Club, wo es auf Nuancen nicht unbedingt ankommt. Doch bereits nach wenigen Minuten fehlt die Ausgewogenheit. Die Push verhalten sie zur Musik wie Fast Food zum Essen.

Beim Telefonieren hören sich die Gesprächspartnergut an, die eigene Stimme wird dagegen lediglich aufgrund der schwachen Mikrofone lediglich passabel übertragen. Außerdem funktionieren Telefonate nur mit dem linken Headset – das rechte macht während des Gesprächs kurz Pause.

Bei mittlerer Lautstärke hält der Akku rund sechs Stunden hält – eine Bestmarke für True Wireless-Headsets. Die Box liefert dagegen nur Strom für eine weitere Ladung. Damit halten die Push insgesamt gerade einmal 12 Stunden durch.

Die Ladeschale lädt die Kopfhörer nur einmal, dafür haben sie eine ordentliche Laufzeit.

Der UVP liegt bei 129 Euro, vereinzelt gibt es sie bereits für unter 100 Euro. Damit zählen die Push zu den günstigeren True Wireless-Modellen. Auch wenn sie klanglich nicht mit den gut doppelt so teuren Modellen Momentum von Sennheiser (Testbericht) oder MW07 von Master & Dynamic (Testbericht) mithalten können, bekommt man für den Preis leistungsstarke Kopfhörer.

Skullcandy Push Psychotropical Teal (S2BBW-M714)

Skullcandy Push Psychotropical Teal

(Kein Produktbild vorhanden)

Skullcandy Push Gray Day

(Kein Produktbild vorhanden)

Skullcandy Push Bold Tangerine

Mit den Push von Skullcandy bekommt man genau das, was man durch die Optik erwarten darf: einen knalligen Sound. Wer Musik nur dann liebt, wenn viel Bass dröhnt, wird die Push lieben. Nur einen ausgewogenen Sound sollte man nicht erwarten. Mit den Push verwandelt man seine Playlist zum ganz persönlichen Club-Sound.

Die Kopfhörer sind bunte Accessoires für Kopfnicker. Die Dominanz der Basse ist so groß, dass die eigentlich ganz passablen Höhen und Mitten nur noch mitlaufen und keine Akzente setzen können. Das Design der Kopfhörer ist gut gelungen: Die Hardware fühlt sich zwar günstig an, dafür sitzen die Ohrstöpsel bequem und die Bedienung ist dank der großen Buttons einigermaßen komfortabel.

Die Akkus in den Headsets halten erfreulich lange, die Box hat dagegen zu wenig Power. Basslieber mit einem modischen Faible bekommen mit den Push einen prima Begleiter. Alle anderen bekommen eher Kopfschmerzen.

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