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Sichler PCR-2000: Saug- und Wischroboter im Test

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Der Sichler PCR-2000 saugt Staub; wischt automatisch und kostet weniger als 300 Euro. Im Test zeigen wir Stärken und Schwächen des Roboters.

Der große Vorteil des Geräts ist seine Doppelfunktion. Er saugt und wischt leicht feucht durch. Die Saugfunktion des Roboters haben wir bereits getestet, in diesem Beitrag geht es um die Wischfunktion.

Der Sichler PCR-2000, frei nach Loriot: Es wischt und saugt der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.

Der Roboter steckt in einer schwarzen Hülle, die stark spiegelt. Das wirkt zunächst recht schick. Auf Dauer erweist es sich als unpraktisch, da das Gerät Staub und Fingerabdrücke anzieht. Nach längerem Betrieb sieht das Gerät, wenn es offen in der Wohnung steht, immer etwas dreckig aus. An der Verarbeitung selbst gibt es aber nichts zu meckern, die ist ordentlich.

Der runde PCR-2000 misst 34 cm im Durchmesser, ist etwa zehn cm hoch. Damit ist der Roboter zu breit für viele Stühle. Am besten arbeitet er, wenn nichts im Weg herumsteht. Das Gerät bringt 2,8 kg auf die Waage und lässt sich noch problemlos tragen.

Im Lieferumfang befinden sich neben Roboter, Ladestation und Fernbedienung noch ein Filter zum Wechseln sowie ein zweiter Satz Seitenbürsten, das Handbuch und zwei magnetische Raumbegrenzer. Mit diesen lässt sich eine temporäre Barriere errichten, etwa um den Roboter von bestimmten Teilen des Raums fernzuhalten.

Der Staubbehälter ist sehr gut erreichbar. Ein Druck auf die obere öffnet den Deckel. Darunter sitzt der Schmutzbehälter, der sich herausziehen lässt. Der Wassertank wird an die Unterseite des Roboters gesteckt. Das zum Wischen notwendige Putztuch hält per Klettverschluss. In den Tank passen 100 ml Wasser und damit deutlich weniger als bei anderen Wischrobotern. Das Gerät wischt allerdings auch nur leicht feucht, so dass eher die Akkulaufzeit denn die Wassermenge den Einsatz begrenzt.

Der Wischaufsatz und der Wassertank wird unten am Gerät befestigt.

Am Gerät selbst gibt es eine Taste, diese startet den Reinigungsprozess. Alternativ können Nutzer den Sichler PCR-2000 per App auf dem Smartphone oder mit der beiliegenden Fernbedienung steuern.

Auf der Fernbedienung befindet sich ein kleines Display, das die Uhrzeit sowie aktuelle Einstellungen und Reinigungsmodi anzeigt. Durch Betätigen der „Home“-Taste fährt der Roboter zurück zu seiner Ladestation. „On/Off“ wechselt vom Schlaf- in den Standby- und in den Betriebsmodus. Über die Taste „Plan“ kann durch kurzes Drücken der Zeitplan-Timer angezeigt und durch langes Drücken die Zeitplan-Einstellungen aufgerufen werden. Per Pfeiltasten wird der Roboter manuell gesteuert oder durch die Einstellungen navigiert. Die „Spot“-Taste startet den Spot-Reinigungsmodus, die „Clk“-Taste ruft die Uhrzeit auf. Die „Mode“-Taste schaltet die vier Betriebsmodi (Spiral-Reinigung, Zufalls-Reinigung, Ecken-Reinigung, S-Form-Reinigung) durch. Über die Fernbedienung lässt sich ein Zeitplan erstellen, mit dem der Roboter automatisch das Zimmer putzt.

Noch besser geht das aber über die zugehörige Smartphone-App. Hier lassen sich Szenarien wie „Putze jeden zweiten Tag” einrichten. Für die Steuerung des Roboters erscheint auf dem Smartphone ein Bedienfeld zum Vorwärts- und Rückwärtsfahren sowie zum Drehen des Geräts. Interessant ist die Karte, die der Roboter beim Abfahren der Räume erstellt und die den ungefähren Weg des Roboters zeigt.

Im Test fielen mehrere Punkte in der App negativ auf. Zum Anmelden ist unter Android zum Beispiel zwingend die Angabe einer Handynummer notwendig. Texte sind schlecht übersetzt oder durch das Design nur halb lesbar und abgeschnitten. Die Hilfeseiten sind auf chinesische Webseiten ohne Übersetzung verlinkt. Laut Hersteller soll zumindest die Eingabe der Handynummer auch unter Android abgeschafft werden, sodass man sich in Zukunft auch per E-Mail-Adresse anmelden kann. Lieber wäre es uns, wenn sich die App komplett ohne Registrierung nutzen ließe.

Die seitlichen Bürsten "füttern" den Staubsauger mit Dreck. In der Theorie. In der Praxis klappt das mittelmäßig.

Vier verschiedenen Optionen zur Reinigung gibt es. Die Spot-Reinigung eignet sich vor allem für stark verschmutzte Bereiche. Hier fährt der Roboter spiralförmig in einem kleinen Bereich. Verwirrend: Im Handbuch wird dieser Modus als „Spiral-Reinigung“ bezeichnet, in der App als „Fokus-Reinigungsmodus“. Der Roboter soll diese Bereiche eigentlich auch automatisch erkennen und dann in den Spot-Modus wechseln, wenn er gerade einen anderen Modus verfolgt. In unserem Test hat das nicht funktioniert. Immerhin kann der Modus auch manuell über die Fernbedienung („Sot“-Taste) gestartet werden, wenn der Roboter gerade auf einer stark verschmutzten Stelle fährt.

Das im Handbuch „Zufalls-Modus“ genannte Reinigungsprogramm ist der automatische Modus, bei dem der Roboter kreuz und quer durch das zu putzende Gebiet fährt. In unserem Test konnten wir hier keinen Unterschied zur „S-Form-Reinigung“ (beziehungsweise „Bogenförmiger Reinigungsmodus“ in der App) feststellen, die eigentlich eine andere Reinigungsart sein soll.

Außerdem gibt es einen „Ecken-Modus“, bei dem der Roboter automatisch alle Ecken des Raumes abfährt und putzt. Dieser heißt in der App „Grenzen-Reinigungsmodus“. In der Praxis werden aber nicht nur die Ränder oder Ecken des Zimmers abgefahren, sondern der gesamte Raum – geordnet in geraden Bahnen.

Im Test war die Navigation im Standard-Modus chaotisch und teilweise nicht nachvollziehbar. Gegen manche Wände oder Hindernisse fährt der Roboter dagegen und säubert dann auch die Kanten. Vor anderen Wänden stoppt er plötzlich mit fünf Zentimetern Abstand, sodass seine Bürsten nicht richtig an den Rand kommen. Offene Türen schubst der Roboter gerne mal zu. Insgesamt fährt er einige Stellen deutlich öfter ab als andere. Das ist seltsam, denn der PCR-2000 scannt den Raum und merkt sich eigentlich, wo er schon gewesen ist. Diese Karte lässt sich in der App während der Reinigung verfolgen.

Das Erkennen von Treppen funktionierte sehr gut. Teppiche werden dagegen nicht automatisch erkannt und entsprechend nicht umfahren. Im Wischmodus sollten entsprechend keine Textilien auf dem Boden liegen.

Praktisch: Der Hersteller legt zwei Magnetstreifen bei, die den Roboter als Gebietsbegrenzung davon abhalten in bestimmte Bereiche zu fahren. So umgeht der Wischer beispielsweise aufgebautes Spielzeug oder die kostbare Bodenvase.

Eine Akkuladung reicht für eine Laufzeit von etwa 90 Minuten. Sollte während eines Putzauftrags der Akku schwach werden, fährt der Roboter automatisch zu seiner Ladestation zurück. Allerdings setzt er seinen Auftrag nach der Ladung nicht von alleine fort, sondern wartet bis zum nächsten geplanten Reinigungszeitpunkt. Die vollständige Aufladung dauert etwa fünf Stunden.

Die Reinigungsbürsten im Detail.

Insgesamt empfanden wir den Roboter im Test als recht laut. Beim Saugen pustet er viel und wirbelt Staubmäuse durch den Raum. Das kann manchmal so ungünstig passieren, dass der Dreck in einer Ecke landet, aus der ihn der Roboter nicht mehr herausbekommt. Hier muss dann von Hand nachgeholfen werden. Haare nimmt das Gerät sehr gut auf.

Im Wischmodus zieht der PCR-2000 das feuchte Tuch über den Boden und benetzt den zu reinigenden Bereich gleichmäßig. Wie viel oder wie schnell Wasser abgegeben werden soll, kann nicht eingestellt werden. Der Roboter ist beim Wischen ausschließlich auf die Verwendung mit klarem Wasser ausgelegt. Der Hersteller empfiehlt, kein Reinigungsmittel zu benutzen. Stark verschmutzte Flächen werden beim ersten Durchgang nicht immer sauber. Normalerweise soll der Roboter dann in einen anderen Modus schalten und häufiger über den Fleck fahren. Das hat im Test nicht zuverlässig funktioniert.

Am besten wischte der Roboter im Test Laminatfußboden. Hier fand sich, abgesehen von manchen Ecken und Kanten, kein Staubkorn mehr auf dem Boden. Beim Einsatz auf Fliesen gab es manchmal Probleme mit den Fugen, in denen sich Schmutz sammelte.

Der Sichler-Roboter ist im Saugmodus für alle glatten Böden geeignet. Die Wischfunktion sollte nur auf versiegelten Böden zum Einsatz kommen. Unbehandelte Flächen wie Echtholzböden sind nicht geeignet. Auch raue Betonböden und Textilböden sollten nicht gereinigt werden.

Der Staubbehälter lässt sich zwar leicht entnehmen, die Reinigung selbst ist aber etwas kompliziert.

Der etwa 0,5 l große Staubbehälter lässt sich leicht entnehmen. Schwieriger ist das Ausleeren: Nach dem Öffnen des Fachs muss zuerst ein Filter entfernt werden. Der sitzt recht straff und löst sich beim Ziehen erst langsam und am Ende schnell. Wer hier kein Fingerspitzengefühl besitzt, steht durch den Ruck in einer kleinen Staubwolke. Nach dem Ausleeren kann der Behälter unter fließendem Wasser gereinigt und der Filter mit der beiliegenden Bürste abgepinselt werden.

Den Wassertank muss der Nutzer nach dem Verwenden vollständig leeren. Das Mopptuch wird einfach ausgewaschen und zum Trocknen aufgehangen. Sollte der Wassertank irgendwann verkalken, darf er mit einer milden Seifenlauge oder im Extremfall auch mit einem handelsüblichen Entkalker in verdünnter Form gespült werden.

Der Staubfilter soll spätestens nach zwei Jahre gewechselt werden. Die Seitenbürsten müssen erneuert werden, wenn diese zu verschmutzt oder kaputt sind. Weitere Bodenwischtücher gibt es im Dreierpack. Alle Komponenten sind deutlich günstiger als beim zuletzt getesteten iRobot Braava Jet 240 (Testbericht).

Sichler PCR-2000 (NX6738)

Sichler PCR-2000

Sichler Magnetbandset für Staubsaugeroboter,  2-tlg. (NX-6739-919)

Magnetbandset

(Kein Produktbild vorhanden)

Bodentücher, 3er Set

Sichler Ersatzseitenbürsten für Staubsaugerroboter (NC-5760-919)

Ersatzbürsten

Der Sichler PCR-2000 kostet unter 300 Euro und macht dafür seine Sache recht gut. Sein Staubsauger sorgt für eine Grundsauberkeit, erspart aber das eigene Saugen nicht. Die Wischfunktion ist ebenfalls nicht für starken Dreck, sondern eher zum regelmäßigen feuchten Durchwischen gedacht. Eingetrocknete Flecken in der Küche (zum Beispiel Kaffee) beseitigt er nicht perfekt. Aber wenn der Roboter im Schlafzimmer über Laminat fährt, ist danach alles top und kein Staubkorn mehr übrig. Bei der begleitenden App sollte der Hersteller allerdings noch einige Verbesserungen vornehmen.

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