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Sennheiser Momentum True Wireless 2: Top-ANC-Kopfhörer

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Schon die Vorgänger zählten zu den besten kabellosen In-Ear-Kopfhörern. Mit den Momentum TW 2 legt Sennheiser noch eine Schippe drauf. Wie gut das Update klingt, verrät der Test.

Sennheiser greift mit den Momentum True Wireless 2 nach der Krone bei True-Wireless-Kopfhörern. Wir testen, wie gut die Geräte gegenüber der Konkurrenz abschneiden und ob die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) den Sieg bringt. Der Test erscheint in unserer Themenwelt zu True-Wireless-Kopfhörern.

Dort haben wir nicht nur die Vorgänger, die Momentum True Wireless (Testbericht) getestet, sondern auch zahlreiche Alternativen. Dazu gehören etwa die Microsoft Surface Earbuds (Testbericht), die Powerbeats Pro (Testbericht), die Jabra Elite Active 65t (Testbericht) oder die Apple Airpods (2. Gen) (Testbericht). Im Ratgeber True-Wireless-Kopfhörer: Wie viel muss man investieren? zeigen wir zudem, wie viel vernünftige True-Wireless-Headsets kosten sollen. Und wir prüfen im Artikel Die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer, wie gut die wirklich billigen Geräte sind.

Wenn Sennheiser Produkte des aktuellen Line-ups aktualisiert, geht das Unternehmen meist dezent vor. Verbesserungen finden vor allem unter der Haube statt, während das Design höchsten leicht modifiziert wird. So auch beim Momentum True Wireless: Der Nachfolger des erfolgreichen und bei uns sehr gut bewerteten kabellosen In-Ear-Headsets wirkt auf den ersten Blick wie dessen Klon.

Das Design ist nach wie vor nicht zwanghaft modern, eher zeitlos. Sogar die Ladebox mit der hübschen Stoff-Optik unterscheidet sich äußerlich nicht von Version Nummer eins. Die Box wiegt 58 g, mit eingelegten In-Ears sind es 70 g. Auf der Rückseite befindet sich der USB-C-Eingang zum Aufladen. Die In-Ears sind in der Box magnetisch arretiert. Durch die leicht konkave Form lassen sie sich gut greifen und entnehmen.

Die Sennheiser Momemtum True Wireless 2 besitzen Touch-sensitive Flächen an den einzelnen Kopfhörern.

Auf der Rückseite der Stecker prangt jeweils das Sennheiser-Logo auf dem recht großen und metallischem Touch-Feld. An der Innenseite befinden sich Sensoren und die Kontakte zum Aufladen. Der Hörtrichter wird von einem Silikonaufsatz gekrönt, den es für mehr Komfort in verschiedenen Größen gibt. Dank der Schutzklasse IPX4 sind die Ohrhörer sehr gut vor Spritzwasser geschützt. Damit entsprechen die TW2 optisch den Vorgängern fast bis ins Detail.

Und doch bietet die Hardware mit Noise Cancelling und Hearthrough deutlich mehr. Diverse Mikrofone an beiden Steckern registrieren Umgebungsgeräusche und filtern diese und lassen davon auf Wunsch nur wenig ans Ohr. Wem die totale Abschirmung nicht behagt, der kann bei Bedarf Geräusche sogar verstärkt hören, während Audio abgespielt wird.

Im Lieferumfang befinden sich Silikon-Ohradapter-Sets in vier verschiedenen Größen, das Ladegehäuse und ein kurzes USB-C-Ladekabel.

Die Bluetooth-Verbindung der Kopfhörer mit einem Zuspieler ist einfach. Während die Stecker im Ohr sitzen, werden beide Touch-Oberflächen gleichzeitig berührt. Sobald eine freundliche Stimme „Kopplung“ sagt, kann die Verbindung hergestellt werden. Die Bluetooth-Verbindung ist sehr stabil – sowohl zwischen dein beiden Ohrsteckern, als auch zum Zuspieler. Die Momentum TW 2 verfügen über Sensoren, die erkennen, ob sie im Ohr stecken. Nimmt man einen der Stecker heraus, endet automatisch die abgespielte Musik.

Sennheiser setzt beim TW2 auf eine reine Touch-Bedienung. Hier gilt es, sich die verschiedenen Klopfzeichen einzuprägen. Auf der linken Seite startet und stoppt die Musik, wenn man einmal auf das Bedienfeld tippt. Bei zweimaligen Tippen startet der nächste Song, bei dreimaligen Tipps der vorherige. Die Lautstärke wird reduziert, indem der Finger länger auf dem Touchpad verharrt. Weiter geht es mit der rechten Seite: Einmal Tippen startet den Sprachassistenten, zweimal Tippen schaltet das Hören von Umgebungsgeräuschen ein, nach dem dritten Tippen startet die aktive Geräuschunterdrückung (ANC). Und wer es lauter mag, lässt seinen Finger einen Tick länger auf dem Touchfeld liegen. Eingehende Telefonate können durch ein Tippen auf einer der Seiten angenommen oder durch Doppeltipp abgelehnt werden.

So ganz werden wir nicht warm mit dem Herumgetippe. Weniger wäre hier mehr gewesen. Aber um Fair zu bleiben: Es ist erstaunlich, wie viele Funktionen untergebracht wurden. Außerdem reagiert die Touchbedienung nicht mehr ganz so übersensibel, wie beim Vorgänger. Wer von der Fülle an Möglichkeiten überfordert ist, kann per App festlegen, welcher Befehl mit welcher Berührung aufgerufen werden soll – oder einfach alles deaktivieren. Apropos App: Mit „Smart Control” wird zum Beispiel auch der Equalizer eingestellt oder die Firmware aktualisiert.

Sennheiser Momemtum True Wireless 2: Software (4 Bilder)

Wie es sich für einen Kopfhörer dieser Preisklasse gehört, ist alles an Bord, was es für einen exzellenten Sound bedarf. Bei den Codecs bieten die TW2 neben SBC und AAC auch noch das hochauflösende aptX.

Die Test-Playlist (Spotify) beginnt mit dem Titel Yeah I Know aus dem neuen Album von The 1975. Die Briten schaffen es eindrucksvoll, in allen Stilen zu wildern und daraus immer wieder etwas Neues zu erschaffen. Der Track startet mit tiefen Synthie-Sounds, die sich breit aufgefächert in die Ohren schlängeln. Die Stimme von Matthew Healy erklingt gut akzentuiert schön zentriert. Das Soundgebilde wird durch kaskadierende und herumflirrende Drum-Samples strukturiert. Alles klingt fein, perfekt abgestimmt. Die Bässe sind voll, ohne zu Dröhnen. Die Mitten bieten Raum und die Höhen bringen die nötige Klarheit, ohne an den Spitzen zu brechen. Ein Traum.

Über die App kann man verschiedene Einstellungen regeln.

Für Mama holte sich MoTrip seinen Kumpel Haftbefehl vors Mikrofon. Der Track startet mit dem Sound einer Spieluhr, im Hintergrund hört man ein Donnerwetter. Guter Einstieg, denn mit geschlossenen Augen könnte man fast denken, dass man dummerweise den Regenschirm vergessen hat und schnell einen Unterschlupf finden muss. Aber Musik macht zum Glück nicht nass. Die ersten Rhymes von MoTrip legen sich klar über den Sound, der Bass setzt ein, tief und vollmundig. Der Sound ist so fein, dass die Vielzahl an unterschiedlichen Soundschnipseln gut zu orten sind und wie die Bausteine eines gut produzierten Hörspiels wirken.

Owen Pallett hat bei Transformer seine gut gestimmte Gitarre ausgepackt und zupft sich fast die Finger blutig. Oder besser: zwei Gitarren. Mit den TW 2 hört man jede Saite nachklingen, die Differenzierung gelingt hervorragend. Die Stimme des Sängers fügt sich blendend in das Soundgebilde ein. Fein abgestimmt wirkt es so, als säße Owen Pallett im Kopf, während die Gitarren leicht links und rechts platziert sind und die Streicher von hinten für eine voluminöse Klangtapete sorgen. Das setzt sich in dem leicht jazzigen Titel Paragon of Color fort. Ein schleppendes Schlagzeug sorgt für ein bisschen Kopfnicker-Rhythmus, während die gegen den Strich gebürsteten Streicher für Spannung sorgen und das Piano offenbar nur vier Tasten kennt. Die Bässe haben hier nur bei den Bassgeigen etwas zu tun, besonders die Mitten sind hier gefragt – und sie antworten mit Leidenschaft. Die Höhen sorgen für die nötige Kontur.

Sennheiser Momentum True Wireless 2 (13 Bilder)

Sennheiser Momentum True Wireless 2

Zum Schluss noch ein bisschen Melancholie. Alin Coen hat mit Entflammbar eine wunderbares Kleinod veröffentlicht. Ein zarter Bass spielt ein paar Noten, dann flüstert Alin fast ihre erste Zeile „Was habe ich bloß an dir gefunden...“ – und man ist verzaubert. Die TW 2 schaffen eine Bühne wie in einem dieser alten Amphitheater, wo selbst in der letzten Reihe ein leises Atmen oder ein Bruch in den Stimmenspitzen deutlich wahrnehmbar ist. Der Bass ist wohlig warm, er fühlt sich fast an, wie der eigene Herzschlag. Die Mitten geben der dem Song viel Platz, sich zu entfalten. In den Höhen verfängt sich am Ende der Noten ein leichter Hall und schenkt dem Track fast ein Live-Gefühl.

Die Momentum True Wireless 2 bieten über jedes Genre hinweg einen vorzüglichen Sound. Er ist ausgewogen, die Bässe sind warm, die Höhen nicht zu klinisch. Wer mehr Wumms will, kann diesen per Equalizer in der App erzeugen – nötig ist das nicht. Auch Telefonate klingen toll – in beide Richtungen. Die Sprachqualität ist dank der verbauten Mikrofone gut. Bei Filmen konnten wir keine Asynchronität feststellen.

Die Funktion „Transparent Hearing“ gefällt uns ebenfalls. Die Umgebungsgeräusche werden sehr gut verstärkt, wodurch man die TW2 etwa gut beim Fahrradfahren tragen kann. Das ANC-Feature hätte man sich allerdings fast schenken können. Schon aufgrund der Bauweise schirmen die In-Ears Umgebungsgeräusche sehr gut ab. Die Silikonaufsätze lassen Lärm draußen und die Musik im Ohr. Ein aktiviertes ANC bringt nicht wesentlich mehr Stille, sorgt aber dafür, dass der Akku schneller leer ist. Eigentlich heißt es ja „Haben ist besser als brauchen.“ Aber in diesem Fall ist es mehr Gimmick als sinnvoll.

Sennheiser hat bei der Laufzeit deutlich nachgelegt: Die Akkus der TW2 halten nun bei mittlerer Lautstärke rund sieben Stunden durch. Mit der Ladebox lassen sich die Momentum dreimal aufladen, was insgesamt für 28 Stunden Beschallung sorgt. Damit hat sich die Spielzeit im Vergleich zum Vorgänger nahezu verdoppelt. Dafür gibt es ein Sternchen im Klassenbuch.

Die Kopfhörer in der Ladeschale.

Die Momentum TW 2 haben einen UVP von 299 Euro. Das ist kein günstiger Spaß, allerdings bekommt man ein exzellentes und ausgereiftes Produkt. Die Vorgänger bekommt man nun deutlich günstiger – bei einem fast identischen Sound, dafür aber ohne ANC und mit schlechterem Akku. Insgesamt hat Sennheiser mit den Momentum TW 2 wieder einmal ein stimmiges Gesamtpaket hergestellt und lässt sich das – ebenfalls wie immer – teuer bezahlen.

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Sennheiser Momentum True Wireless 2 schwarz (508674)

Sennheiser Momemtum True Wireless, schwarz

Sennheiser Momentum True Wireless 2 weiß (508831)

Sennheiser Momentum True Wireless 2, weiß

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Bei den Momentum True Wireless 2 hat Sennheiser an den richtigen Stellen geschraubt: Der Akku hält länger als beim Vorgänger, die Touchbedienung ist weniger sensibel und zusätzlich gibt es jetzt eine aktive Geräuschunterdrückung. Beim Design und vor allem beim Sound sind die Unterschiede kaum wahrnehmbar – und das ist auch gut so.

Der Klang darf schon out oft he box als Exzellent bezeichnet werden und kann bei Bedarf noch für die eigenen Hörgewohnheiten optimiert werden. Die Stecker sitzen sehr gut im Ohr, die Verarbeitung ist klasse. Wer die Vorgänger besitzt, muss sich das Update nicht unbedingt gönnen. Wer aber kabellose Kopfhörer sucht, um seine Lieblingsmusik in hervorragender Qualität zu hören, muss die Sennheiser In-Ears in die engere Auswahl nehmen. Ja, der Preis ist hoch. Aber wir finden: Er ist es in diesem Fall auch wert.

Übrigens: Alle Testtracks sind auf der Spotify-Playlist „In the name of the review“ zu finden.

Einzeltests True Wireless Kopfhörer (16 Bilder)

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