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SanDisk Extreme 256 GByte: MicroSD schnell und teuer

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Die Extreme-Baureihe von SanDisk will nicht über den Preis, sondern über Leistung punkten. Wir haben getestet, was die UHS-I-microSDXC-Karte drauf hat.

Den Aufpreis für die 256 GByte große Speicherkarte rechtfertigt SanDisk nicht nur durch eine hohe theoretische Lese- und Schreibleistung (100 MByte/s beziehungsweise 90 MByte/s), sondern auch durch großzügige Software-Dreingaben: Neben der Datenrettungssoftware Rescue Pro gibt es ein zwölfmonatiges Abonnement des Magisto Video Editors. Die Seriennummern, mittels derer der Anwender die Programme freischaltet, befinden sich auf der Innenseite der Pappverpackung und offenbaren sich erst nach dem Aufschneiden entlang der hierfür vorgesehenen Linie. Neben einem SD-Kartenadapter gibt es laut Homepage auch beachtliche 30 Jahre Herstellergarantie – so lange wird aber wohl kaum eine heute gekaufte microSDXC-Karte eingesetzt werden.

Außerdem schmückt eine ganze Reihe an Zertifikaten die Spezifikationsliste. Diese umfassen neben der schon fast obligatorischen UHS-I-U3- und Class-10-Kennzeichnung auch die Geschwindigkeitsklassen A1 und V30. Die erste bezieht sich auf eine garantierte Anwendungsleistung beim Lesen und Schreiben (1500 IOPS / 500 IOPS), die zweite weist auf eine Dauerschreibleistung von mindestens 30 MByte/s und soll die Eignung des Speichermediums für Videoaufnahmen bezeugen.

Die Plastikschachtel, welche als Halterung für die microSDXC-Karte und den SD-Kartenadapter fungiert, ist auf der Rückseite leider nur mit einer Abziehfolie verschlossen. Aus diesem Grund eignet sie sich nicht zur späteren Aufbewahrung oder als Transportschutz.

Der Lieferumfang der SanDisk Extreme 256 GByte. Unter der Karte sind die Seriennummern für die Software-Dreingaben.

Um die theoretischen Angaben der Hersteller zu überprüfen, messen wir die Speicherkarten mit dem CrystalDiskMark und einem zusätzlichen Kopiertest mit eigenen Daten. Auf der PC-Seite nutzen wir den UHS-I-kompatiblen SD-Kartenslot eines Dell XPS 13 9350. Für einen zusätzlichen Durchlauf der Android-App AndroBench setzen wir die gelöschte und anschließend unter Android formatierte microSD-Karte in ein LG G6 Smartphone mit aktuellen Android 8 ein. Für sämtliche Messungen gilt: Die hier angegebenen Werte sind das gemittelte Resultat von jeweils drei Einzeldurchläufen. Abschließen erfolgt ein etwa 95-prozentiges Beschreiben unter Windows mit einem sequenziellen Datensatz (ISO-Image), um etwaige Unstimmigkeiten bei der Dauerschreibleistung aufzudecken.

Mit 82,2 MByte/s ist weist die SanDisk Extreme in CrystalDiskMark die schnellste sequenzielle Schreibleistung unter den getesteten UHS-I-Medien bei gleichzeitig sehr hohen Lesewerten auf. Während die I/O-Leistung beim Lesen ebenfalls exzellent ist, fällt sie beim Schreiben auf 347 IOPS zurück – allerdings sind die Resultate dieses Benchmarks auch mehr als Anhaltspunkt zu verstehen und weisen teilweise deutliche Abweichungen zwischen einzelnen Messdurchläufen auf.

CrystalDiskMark v5.5.0 x64 (Dell XPS 13)
seq. Read QD1 86,0 MByte/s
seq. Write QD1 82,2MByte/s
4K Rd. Read QD1 2087 IOPS
4k Rd. Write QD1 347 IOPS

Auf dem Smartphone liefert die microSDXC-Karte im AndroBench ebenfalls Bestleitungen beim sequenziellen Schreiben (62,7 MByte/s) und schneidet auch bei besagter I/O-Performance mit 2857 IOPS / 516 IOPS deutlich besser ab als im CrystalDiskMark.

AndroBench v5.0.1 (LG G6)
seq. Read 83,2 MByte/s
seq. Write 62,7 MByte/s
4k Rd. Read 2857 IOPS
4k Rd. Write 516 IOPS

Weniger synthetisch wird es bei unseren eigenen Kopiertests: Beim Transfer einer 25 GByte großen ISO-Datei überzeugt die UHS-I-Karte mit einem Durchsatz von 87,2 MByte/s beziehungsweise 71,8 MByte/s. Sie liefert auch bei den mittleren und kleinen Dateien hervorragende Ergebnisse, was sich letztlich auch auf die Kopiergeschwindigkeit beim Überspielen eines gemischten Ordners niederschlägt.

TechStage Kopiertest
Lesen: kleine Dateien (18.000x128 KByte) 10,4 MByte/s
Schreiben: kleine Dateien (18.000x128 KByte) 3,7 MByte/s
Lesen: mittelgroße Dateien (Lesen/Schreiben, 3.600x2,5 MByte) 66,2 MByte/s
Schreiben: mittelgroße Dateien (Lesen/Schreiben, 3.600x2,5 MByte) 34,2 MByte/s
Lesen: große Datei (1x25 GByte) 87,2 MByte/s
Schreiben: große Datei (1x25 GByte) 71,8 MByte/s
Lesen: gemischter Ordner (9,53 GByte) 04:05 min
Schreiben: gemischter Ordner (9,53 GByte) 11:05 min

Im Dauerschreibtest zeigt SanDisks Flaggschiff nur wenig Ausschlag nach oben und unten, die durchschnittliche Schreibleistung liegt bei guten 72,4 MByte/s.

Die Perfmon-Messung zur SanDisk Extreme 256 GByte.

SanDisk bietet die microSDXC-Karten aus der aktuellen Extreme-Modellreihe mit einer Kapazität von 32, 64, 128 oder 256 GByte an. Beim nominell gleichen 64-GByte-Modell, das wir im letzten Jahr testeten, handelt es sich allerdings um einen Vertreter der vorhergehenden Modellgeneration.

SanDisk Extreme microSDXC 256GB Kit, UHS-I U3, A1, Class 10 (SDSQXAO-256G-GN6MA)

256 GByte

SanDisk Extreme microSDXC 128GB Kit, 100MB/s, UHS-I U3, A1, Class 10 (SDSQXAF-128G-GN6MA/SDSQXAF-128G-GN6AA)

128 GByte

SanDisk Extreme microSDXC  64GB Kit, 100MB/s, UHS-I U3, A1, Class 10 (SDSQXAF-064G-GN6MA/SDSQXAF-064G-GN6AA)

64 GByte

SanDisk Extreme microSDHC  32GB Kit, 100MB/s, UHS-I U3, A1, Class 10 (SDSQXAF-032G-GN6MA/SDSQXAF-032G-GN6AA)

32 GByte

Hoher Preis, aber ein Maximum an Leistung: In der 256-GByte-Version bietet SanDisks Extreme microSDXC-Karte im UHS-I-Testfeld Leistungswerte auf Top-Niveau. Die im Vergleich zu anderen Modellen hohen Anschaffungskosten gleicht der Hersteller durch umfangreiche Software-Beigaben und eine ungewöhnlich lange Herstellergarantie von 30 Jahren aus.

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