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Samsung Gear VR im Test: Sehr gut – für Samsung-Nutzer

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Samsungs Gear VR entsteht in Zusammenarbeit mit Oculus. Das sorgt für eine große Auswahl an Apps und Inhalten. Voraussetzung für die Nutzung ist aber ein aktuelles Samsung-Smartphone. Wir haben das Headset für virtuelle Realität mit dem Samsung Galaxy S8 Plus getestet.

Optisch erinnert Samsungs VR-Brille an Cyberpunk. Sie ist groß und breit und sieht einem Raumschiff recht ähnlich. Samsung setzt beim Material auf Plastik. Das fühlt sich nicht sehr hochwertig an, erfüllt aber seinen Zweck. Das Headset bringt mit 345 Gramm zwar mehr auf die Waage als Konkurrenzmodelle, ist aber nicht störend schwer. Was besonders positiv auffällt: Die Gear VR schirmt das Umgebungslicht sehr gut ab.

Ohne passendes Smartphone von Samsung ist die Gear VR nutzlos.

Beim Tragekomfort bekommt Samsungs Gear VR große Pluspunkte. Dadurch, dass es recht breit gebaut ist, passen auch große Brillen noch problemlos. Hier drückt nichts. Im Vergleich zu Googles Daydream View ist das ein großer Vorteil. Zusätzlich kann man durch ein Rädchen am Headset die Schärfe ein bisschen nachregulieren. Gehalten wird das Headset durch zwei Gummibänder, die um und über den Kopf laufen, gestrafft werden diese ganz einfach per Klettband.

Der weiche Polstereinsatz im Gesicht rund um die Augen ist sehr bequem. Das Abnehmen ist dank Klettverschluss kein Problem, so kann man die Stoffteile waschen. Die verbauten Linsen sorgen laut Samsung für ein Sichtfeld von etwa 101 Grad.

Das Smartphone sitzt vor den Linsen auf der Brille. Es rastet so stabil ein, dass es auch bei wilden VR-Abenteuern nicht verrutscht. Neben der mechanischen gibt es auch eine elektrische Verbindung über USB-C oder Micro-USB, um die Tasten, die direkt auf dem Headset angebracht sind, mit Energie zu versorgen.

Die Samsung Gear VR ist nur mit den hauseigenen Smartphones kompatibel. In der Liste stehen zum Zeitpunkt unseres Tests folgende Geräte: Samsung Galaxy S8, Samsung Galaxy S8 Plus, Samsung Galaxy Note 8, Samsung Galaxy S7, Samsung Galaxy S7 Edge, Samsung Galaxy Note 5, Samsung Galaxy S6, Samsung Galaxy S6 Edge, Samsung Galaxy S6 Edge Plus

Seid Ihr im Besitz eines dieser Smartphones, könnt Ihr mit der Gear VR loslegen. Installieren müsst Ihr dafür die Oculus-App und Euch entweder mit Eurem Facebook-Konto oder einem Oculus-Konto einloggen.

Bei der neuen Version des Gear-VR-Headsets legt Samsung nun auch wie Google eine kleine Fernbedienung als Controller bei. Er besitzt ein großes Touchpad sowie einen Zurück- und einen Homebutton. Vorne befindet sich außerdem ein Trigger, der besonders bei Shooter-Spielen optimal zum Einsatz kommt. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt der Controller ein bisschen besser in der Hand. Das liegt an der ergonomischeren Form. Intuitiv visiert Ihr mit dem Controller Schaltflächen an und navigiert Euch so durch die Menüs. Das Gedrückthalten der Hometaste richtet den Controller wieder gerade aus, sollte er den Fokus verloren haben.

Brille und Controller sind auch einzeln erhältlich.

Einzige Kritik: Die Tasten für das Verändern der Lautstärke befinden sich auch oben auf dem Controller und lassen sich dort sehr schlecht ertasten. Außerdem setzt Samsung seinem Controller keinen Akku ein, stattdessen sind zwei AAA-Batterien nötig. Verstauen könnt Ihr die Fernbedienung in einer kleinen Schlaufe am Kopfband des Headsets.

Durch die Zusammenarbeit mit Oculus und Facebook kann Samsung auf ein großes Angebot von Inhalten zugreifen. Über die Oculus-App gibt es zum Beispiel mit „Oculus Rooms“ eine Art virtuelles Zimmer, in dem Ihr Musik hören, Videos anschauen und zusammen mit Freunden Spiele spielen könnt. In diesem Raum steht ein Tisch für eine Partie Memory, ein Quiz, Schach oder anderes bereit. Das Verbinden mit Freunden, die auch eine Gear VR besitzen, ist dabei schnell und einfach möglich. Interessante Dokumentationen schaut Ihr mit der App „Samsung VR“ oder „Arte 360“, und mit „Facebook 360“ könnt Ihr Euch die 360-Grad-Fotos und Videos Eurer Freunde genauer ansehen.

Die Bedientaster sind gut zu erreichen.

Auch finden wir in der Oculus-App viele Spiele, die speziell für die Verwendung mit dem Controller angepasst wurden. Der Wildwest-Shooter „Dead and Burried“ nutzt zum Beispiel den Trigger des Controllers, damit Ihr die untoten Gegner abballern könnt. Horror-Fans sollten sich auf einen Trip durch das Gruselhaus in „Affected: The Manor“ begeben. Denn das Abenteuer ist mit VR ein Angstgarant. Wer es nicht ganz so aufregend mag, kann geführte Meditationen oder ein Relaxprogramm starten. Sehr viel Spaß macht auch das Spiel „Keep talking and nobody explodes“, wo Ihr zusammen mit Freunden versucht, eine Bombe zu entschärfen.

Wie bei anderen mobilen VR-Brillen hängt auch hier die Qualität vom verwendeten Smartphone ab. Je höher die Displayauflösung, desto besser. Für unseren Test haben wir ein Samsung Galaxy S8 Plus mit WQHD-Auflösung (1440p) verwendet. Pixel lassen sich hier zwar deutlich erkennen, doch die grafische Qualität erreicht bereits ein gutes Niveau. Für kurze Ausflüge in die virtuelle Realität ist das nicht weiter störend.

Samsung Gear VR SM-R325 (SM-R325NZVADBT)

VR-Set

Samsung VR Controller ET-YO324BB (ET-YO324BBEGWW)

VR-Controller

Samsungs Gear VR bietet viele sehr gut angepasste Inhalte, sitzt bequem und macht auch Brillenträgern keine Probleme. Zusätzlich ist Schärfe am Headset einstellbar und es gibt einen guten Controller. Im Set kostet das Headset zwar mit 129 Euro mehr als die Konkurrenz, überzeugt aber dank seiner Vorteile. Einziger Nachteil: Es funktioniert nur mit einem Samsung-Smartphone. Wenn Ihr aber bereits ein kompatibles Samsung-Smartphone besitzt und auch die Gear-360-Kamera für Fotos und Videos nutzen wollt, ist die Gear VR derzeit die einzige mobile VR-Brille, die Ihr für Ausflüge in die virtuelle Realität in Betracht ziehen solltet.

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