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Samsung Galaxy Z Flip: Teurer Falter im Test

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Das Samsung Z Flip ist der zweite Streich von Samsungs Falt-Smartphones-Serie und will vieles besser als der Vorgänger machen. Teuer bleibt es dennoch.

Smartphones mit Falt-Display sind im Jahr 2020 vielleicht nicht mehr ganz neu, bleiben aber nach wie vor faszinierend. Das erste Gerät von Samsung, das Galaxy Fold (Testbericht), bot zwar Vorzüge wie ein riesiges Display im aufgeklappten, aber halbwegs hosentaschentaugiche Maße im zusammengefalteten Zustand, krankte aber an anderer Stelle wie dem pummeligen Design und vor allem am Preis. Beides soll das Z Flip besser machen. Zwar ist der Preis mit einer UVP von fast 1500 Euro immer noch extrem hoch, immerhin ist das aber im Vergleich zum Fold deutlich niedriger. Beim Design setzt das Z Flip zudem auf einen komplett anderen Formfaktor und imitiert damit die Klapphandys der 2000er Jahre. Damit passt das neue Falt-Modell deutlich besser als das erste Modell in die Tasche – aber ist es damit auch wirklich alltagstauglicher?

Zusammengefaltet ist das Samsung Galaxy Z Flip in der Draufsicht mit seinen 87 × 74 Millimeter fast quadratisch und fällt damit komplett aus dem Rahmen der nicht-faltbaren Konkurrenzprodukte am Markt. Dafür ist es mit etwas über 15 Millimeter auch einiges dicker. Das stört im Alltag aber nicht weiter, hier punktet das außergewöhnliche Smartphone mit seinen kompakten Maßen, zumal auch das Gewicht mit etwas über 180 Gramm nicht negativ auffällt. Die Verarbeitung ist hervorragend, wegen sanfter Rundungen von Flächen und Rahmen ist das Z Flip ein echter Handschmeichler. Auch optisch und bei der Materialanmutung macht Samsung alles richtig. Für die Flächen wählt Samsung glänzendes Glas, seitlich setzt der Hersteller auf Aluminium als Werkstoff, der in Gehäusefarbe lackiert ist. Auch das Faltgelenk besteht aus Metall und wirkt wie schon beim Fold sehr massiv und dennoch nicht zu ausladend.

Ebenfalls wie beim Fold: Die beiden umgeklappten Handyhälften liegen im geschlossenen Zustand nicht direkt aufeinander, stattdessen gibt es immer einen minimalen Abstand zwischen den innen liegenden Display-Hälften. Das verhindert Kratzer durch versehentlich eingeklemmte Gegenstände oder Sandkörner, sorgt im Alltag aber auch dafür, dass Staub und Fussel Einzug halten. Die glänzenden Glasseiten bieten zudem Fingerabdrücken viel Präsentationsfläche, wer ein schickes Z Fold haben möchte, kommt mit dem Putzen kaum hinterher. Auffällig ist ansonsten das kleine Außendisplay, das im aufzuklappenden oberen Gehäuseteil direkt neben der Hauptkamera platziert wurde. Der Screen misst gerade einmal etwa 1 Zoll und bietet in erster Linie rudimentäre Informationen wie Uhrzeit, Datum, Akkustand und signalisiert verpasste Anrufe und Nachrichten mit winzigen Icons. Erst eine seitliche Wischbewegung gibt dann nähere Details preis, ohne aber direkten zugriff auf Inhalte zu gewähren. Zusätzlich dient der Mini-Screen auch als Sucher für Selfies mit der Hauptkamera – einer der Vorteile eines Klappgerätes.

Aufgeklappt erinnert das Galaxy Z Flip hingegen wieder an ein typisches Oberklasse-Phone: Die Dicke ist mit rund 7 Millimeter wieder in gewohnten Bahnen, die Breite mit etwa 74 Millimeter passend. Nur die Länge fällt in Relation zu den anderen Maßen mit 167 Millimeter aus dem Rahmen, denn Samsung setzt beim Z Flip auf ein 21,9:9-Display. Apropos Rahmen: Davon gibt es im Vergleich zu anderen Oberklassemodellen wie etwa dem Galaxy S20 Ultra (Testbericht) deutlich mehr zu sehen, zudem steht er leicht über das Display hervor. Letztendlich stört das aber nicht, denn er fällt an allen Seiten gleich dick aus und wirkt beinahe wie ein gewolltes Accessoire. Tatsächlich dürfte das eher dem faltbaren Screen zuzuschreiben sein.

Alle Bilder zum Samsung Galaxy Z Flip (21 Bilder)

Wegen der flachen Bauform in aufgeklappten Zustand, den angenehmen Rundungen und der schmalen Bauform des Z Flip liegt das Telefon insgesamt gut in der Hand. An bequeme Einhandbedienung ist hingegen wegen der langgestreckten Form nur mit dem optionalen Einhandmodus zu denken. Auch den seitlich im Powerbutton eingelassenen Fingerabdrucksensor erreichen selbst Nutzer mit großen Händen nicht optimal, er ist wegen des Klappscharniers etwas zu hoch angeordnet. Wirklich schlimm ist das allerdings nicht, damit sollten sich Besitzer des Phones nach kurzer Gewöhnungszeit gut arrangieren können.

Das kleine, nicht dauerhaft aktivierte Außendisplay ist mit rund 1 Zoll geradezu winzig, dank 300 (x) 112 Pixel (305 Pixel pro Zoll) ist es allerdings scharf und insgesamt gut ablesbar. Aufgeklappt bietet das Haupt-Display eine ganz andere Hausnummer: 2636 × 1080 Pixel verteilen sich dort auf 6,7 Zoll, was eine Pixeldichte von rund 425 Bildpunkten pro Zoll bedeutet – knackscharf trifft es da wohl recht gut. Tatsächlich stimmt nicht nur die Bildschärfe, sondern auch alle anderen Parameter überzeugen. Zwar liegt die gemessene maximale Helligkeit im manuellen Modus nur bei rund 400 cd/m², im Automatikmodus werden aber kurzzeitig über 900 Candela erreicht. Zusammen mit den OLED-typisch tollen Kontrasten, dem hervorragenden Schwarzwert, intensiven Farben und der nahezu perfekten Blickwinkelstabilität bietet das Samsung Galaxy Z Flip ein richtig tolles Erlebnis. Selbst Weiß – normalerweise ein Schwachpunkt bei OLED-Screens – wird nahezu perfekt dargestellt.

Das Außen-Display ist scharf, aber winzig und bietet zu wenige Informationen

Ein Merkmal von Falt-Displays, das wir auch schon beim Galaxy Fold (Testbericht) bemängelten, bleibt: die unebene Knickstelle. Obwohl Samsung beim Z Flip nach eigenen Aussagen erstmals bei einem flexiblen Display spezielles Glas statt Kunststoff als Oberfläche verwendet, fällt sie vor allem anfangs auf. Wegen ihrer leicht welligen Beschaffenheit sehen Nutzer sie nicht nur in Form von Spiegelungen, sondern sie ist auch beim Drüberstreichen mit dem Finger zu spüren. Tatsächlich tritt diese durchaus vorhandene Auffälligkeit aber nach kurzer Nutzungszeit in den Hintergrund und sowohl die Faszination der Falttechnik, also auch der praktische Nutzen der Screen-Verdopplung steht dann klar im Vordergrund. Ohne kunststoff kommt Samsung übrigens bei der Display-Oberfläche auch beim Z Flip nicht aus. Über dem Glas liegt noch einmal eine schützende Kunststoffschicht, die zusätzlichen Schutz gegen Bruch gewähren soll. Leider ist Kunststoff verhältnismäßig anfällig für Kratzer, daher sollten Nutzer hier mehr Acht geben als bei andern Smartphones.

Übrigens: Die Samsung-typische Einstellungsvielfalt des Displays gibt es auch beim Z Flip – inklusive des Always-on-Displays. Das macht gerade aus dem Klapp-Smartphone einen perfekten Wecker für den Nachttisch des Hotelzimmers. Denn da sich das straffe, aber nicht schwergängige Scharnier in jedem Winkel bis zu 180 Grad öffnen lässt, können Nutzer das Gerät halb aufgeklappt entweder als Uhr oder im Zusammenspiel mit der Frontkamera auch als Schminkspiegel verwenden.

Die Hauptkamera auf der Außenseite des faltbaren Samsung Galaxy Z Flip besteht aus Hauptlinse mit 12 Megapixel, f/1.8-Blende und optischem Bildstabilisator und Weitwinkelkamera mit ebenfalls 12 Megapixel, aber einer etwas weniger lichtempfindlichen Blende von f/2.4. Obwohl die Hauptkamera dank des daneben platzierten und bei Bedarf als Sucher fungierenden Mini-Displays auch für Selfies genutzt werden kann, baut Samsung zusätzlich eine innen liegende Frontkamera mit 10 Megapixel ein. Sie hat ebenfalls eine Blende von f/2.4.

Dank Außen-Display als Sucher sind Selfies auch mit der Hauptkamera möglich

Die Konfiguration mit fehlendem Teleobjektiv deutet es schon an: Den Anspruch, eine Spitzenkamera im Falt-Smartphones zu bieten, hat Samsung erst gar nicht. Stattdessen versucht der Hersteller, eine alltagstaugliche Kamera zu implementieren. Das klappt auch ganz gut. Vor allem bei viel Tageslicht werden Aufnahmen durchaus scharf, die Bilddynamik ist in Ordnung, Bildrauschen nur schwach ausgeprägt und Kontraste überzeugen. Etwas übertrieben ist lediglich die Farbsättigung, vor allem Grün- und Blautöne werden zu intensiv dargestellt. Wer genauer hinschaut, stellt außerdem fest, dass die Bildschärfe nicht auf dem Spitzenniveau aktueller Vorzeige-Modelle wie Huawei P40 Pro (Testbericht), Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) oder Oneplus 8 Pro (Testbericht) liegt.

Bei wenig Licht wird der Unterschied zur neusten Generation noch deutlicher. Zwar sind auch Aufnahmen bei Nacht meist durchaus ansehnlich, der Nachtmodus aktueller Geräte leistet aber noch einmal deutlich besserer Arbeit mit höherer Bildschärfe und weniger Bildrauschen. Insgesamt liefert das Z Flip eher Fotoqualität auf dem Level der letzten Generation, also eines Samsung Galaxy S10+ (Testbericht). Das kollidiert zwar mit dem hohen Preis des Falt-Smartphones, bietet aber letztendlich immer noch sehr gute Fotoqualität. Die meisten Urlauber dürfen entsprechend auch beim Galaxy Z Flip ihre klobige DSLR zuhause lassen. Den größten Unterschied gibt es bei Videos, gerade in Bezug auf die Bildstabilisierung fällt das Z Flip gefühlt sogar mehr als eine Generation zurück. Das kann Samsung eigentlich inzwischen deutlich besser. Selfies gehen in Ordnung, deutlich ansehnlichere Ergebnisse liefert aber der Selfie-Modus im zusammengeklappten Zustand mit der Hauptkamera. Das Mini-Display wird dabei mit einem Doppelklick auf den Powerbutton aktiviert.

Knapp 1500 Euro und kein aktueller Top-Chipsatz? Korrekt, beim Z Flip ist das aber deutlich weniger schlimm, als bei einem herkömmlichen Smartphone. Denn beim Samsung-Modell steht der Falt-Screen im Vordergrund, der aufgrund seiner neuen Technologie eben noch sehr teuer ist. Außerdem steckt im Inneren kein schwachbrüstiger Mittelklasse-Chip, sondern immerhin der schnellste Prozessor aus 2019: der Qualcomm Snapdragon 855+. Der Octa-Core rennt im Verbund mit 8 GByte RAM in allen Lebenslagen, dass es eine wahre Wonne ist. Scrolling fühlt sich auf dem Z Flip direkt und butterweich an, besser schaffen das nur Smartphones mit 90 oder 120-Hz-Screen. Das laden von Apps geht sehr schnell vonstatten, selbst anspruchsvoll 3D-Games sind kein Problem. Wer hier von „veraltetem Chip“ spricht, hat das Samsung-Smartphone noch nicht in der Hand gehabt. Das Antutu-Benchmark-Ergebnis von 460.000 Punkten untermauert den subjektiven Eindruck – mit dem Z Flip dürfte man auch in zwei Jahren keine Performance-Probleme bekommen. Allerdings erwärmt sich die obere Hälfte des Smartphones unter last spürbar. Zum Problem wird das aber nicht.

Auch bei der restlichen Ausstattung macht das Retro-Klapphandy eine sehr gute Figur. Der interne Speicher lässt sich zwar – recht untypisch für Samsung – nicht erweitern, ist mit 256 GByte aber groß genug, um das zu kompensieren. Dual-SIM ist möglich, allerdings nur in Kombination mit einer fest eingebauten eSIM. Ansonsten gibt es Bluetooth 5.0, NFC, GPS mit Unterstützung für Glonass, Beidou und Galileo sowie USB-C. Der bietet allerdings nur 2.0-Geschwindigkeit und auch das WLAN-Modul ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit und begnügt sich mit WLAN ac statt Wifi 6. Alle in Deutschland verfügbaren LTE-Frequenzen werden unterstützt, auf 5G müssen Interessenten hingegen verzichten. Das ist jetzt noch ziemlich irrelevant, könnte aber in zwei Jahren stören – gerade in Hinblick auf den hohen Preis des Modells. Beim Thema Audio setzt Samsung nur auf einen Monolautsprecher. Der bietet zwar akzeptablen Klang auf mittlerer Lautstärke, klingt dann aber bisweilen recht spitz.

Der Fingerabdrucksensor in der seitlichen Power-Taste funktioniert ausreichend schnell, aber nicht immer zuverlässig, sodass es hin und wieder zweite Versuche braucht. IP-Schutz gegen eindringendes Wasser oder Staub gibt es nicht. Als Betriebssystem setzt Samsung auf Android 10 mit seiner eigenen Nutzeroberfläche OneUI 2.1, die zahlreiche mehr oder weniger nützliche eigene Apps mitbringt.

Schnell ist das Samsung Galaxy Z Flip, aber ist es auch praktisch? Die klare Antwort lautet: Jain. Natürlich nimmt das Klappgerät zusammengefaltet trotz der dann höheren Dicke weniger Platz in der Hosentasche ein, außerdem sorgen Design und Falt-Screen für einen Hingucker. Tatsächlich finden wir Falt-Displays nach wie vor faszinierend und sehen die Möglichkeit, mittels dieser Technik die Display-Größe zu verdoppeln, als sehr positiv an. Die sicht- und fühlbare Knickstelle empfinden wir als nicht übermäßig schlimm, auch wenn wir nichts dagegen hätten, wenn die bei zukünftigen Generationen verschwindet.

Einer der wenigen Vorteile des langen Displays im Alltag: die Multiwindow-Anzeige

Im Gegensatz zum Galaxy Fold (Testbericht), dass bei allen Vorzügen alles andere als Perfekt ist, fehlt uns beim Z Flip allerdings ein aussagekräftiges Außendisplay. Das hätte eine komplette Außenseite, also in etwa die Hälfte des Gehäuses, einnehmen müssen und so zumindest für einen Blick, welche Nachricht gerade reingekommen ist, ausreichen sollen. Das hätte das beim Z Flip zwingende ständige Auf- und Zuklappen des Smartphones bei jedem Nachrichtensignal verhindert. Denn das ist auf Dauer weder für den Klappmechanismus inklusive des Falt-Displays gut, noch praktisch. Auch die Wahl für ein extrem langgestrecktes Display können wir nicht nachvollziehen oder zumindest nicht wirklich gutheißen. Denn das bietet im Alltag in vielen Fällen keinen Vorteil, verhindert aber eine einhändige Bedienbarkeit. Als Ausweg bleibt dann nur die zweite Hand als Hilfsmittel, oder der optionale Einhandmodus. Daher sind wir nach anfänglicher und auch nie ganz verflogener Begeisterung im Laufe des Tests zu dem Ergebnis gekommen, dass die Klappfähigkeit des Z Flip den Alltagsnutzen kaum bis gar nicht erhöht. Und für eine technische Spielerei der Marke „weil wir es können“ ist der aufgerufene Preis dann natürlich schlichtweg viel zu hoch.

Der Akku besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen in der oberen und unteren Hälfte des Smartphones, denn im Gegensatz zu Displays sind die Kraftspender aktuell noch nicht faltbar. Insgesamt bietet der Kraftspender im Z Flip nur 3300 mAh – bei so einem großen Display ist das eigentlich kein gutes Vorzeichen in Bezug auf die Akkulaufzeit des Smartphones. Dennoch überrascht das Falthandy positiv und schafft im Battery Test von PCmark immerhin exakt 8,5 Stunden, damit hatten wir nicht gerechnet. Ein Grund für die in Relation zum eher kleinen Akku überraschend gute Ausdauer dürfte in der Wahl des Chips liegen: Statt der eigenen Exynos-Chips, die sich in den letzten Jahren nicht zwingend als Effizienzmonster auszeichneten, hat Samsung beim Z Flip auf Qualcomm gesetzt, dessen Top-Chips mindestens in diesem Punkte offensichtlich deutlich besser abschneiden. Über den Tag sollten mit einer Akkuladung auch Besitzer des Klapp-Smartphones kommen, die das Gerät vergleichsweise intensiv nutzen.

Auch beim Aufladen macht das Gerät eine ausreichend gute Figur, obwohl nur ein 15-Watt-Netzteil mitgeliefert wird. Damit lädt das Z Flip in 30 Minuten immerhin fast 50 Prozent des Akkus. Eine volle Ladung dauert rund 2 Stunden. Auch kabellos ist Laden möglich, das dauert dann aber noch einmal etwas länger.

Fast 1500 Euro will Samsung für das außergewöhnliche Galaxy Z Flip in der UVP haben, der Preis ist aber schnell deutlich gesunken. Zum Testzeitpunkt ist das Modell „schon“ für rund 1000 Euro zu haben – allerdings nur in Schwarz (Mirror Black). In Blau-Lila mit schickem Farbverlauf kostet das Modell noch über 250 Euro mehr. Weitere Farb- oder Ausstattungsvarianten gibt es nicht.

Ja, das Samsung Galaxy Z Flip fasziniert und dürfte für Viele das im Vergleich zum Galaxy Fold (Testbericht) bessere Falt-Smartphones sein. Das liegt nicht nur am klar niedrigeren Preis, sondern auch am massenkompatibleren Formfaktor. Nutzen würden wir das Modell auf jeden Fall, zumindest eine Zeit lang: Es ist richtig schnell, bietet ordentlich Speicher, hat ein tolles Display, die Kamera ist richtig gut und der Akku geht auch in Ordnung. Hinzu kommt der coole Klappvorgang – das kann in dieser Form kaum ein anderes Modell. Bei dauerhafter Nutzung sieht es schon wieder anders aus. Das ständige Aufklappen könnte zumindest Heavy-Usern irgendwann auf den Geist gehen, ohne erhalten sie aber keine ausreichenden Informationen über das Geschehen. Dafür hätte das Außendisplay größer und aussagekräftiger sein müssen. Einen echten Mehrwert bietet das Z Flip in erster Linie durch seinen (zusammengeklappt) kleinen Formfaktor. Aufgeklappt bleibt hingegen viel Display-Flache wegen des langgestreckten Screens unerreichbar und oftmals – etwa bei Videos – ungenutzt.

Letztendlich ist hier der Coolness-Faktor das Hauptkaufargument, den sich Samsung teuer bezahlen lässt. Denn gäbe es die neue Falt-Möglichkeit nicht, läge die UVP locker um den Faktor Zwei zu hoch. So muss man sich das Z Flip einfach leisten wollen; Eine logische Begründung gibt es für das tolle Gerät wegen des hohen Preises kaum.

Entsprechend gibt es viele Alternativen, die trotz besserer Technik manchmal sogar günstiger sind. Das Galaxy S20 Ultra (Testbericht) aus eigenem Haus etwa kostet in der 128-GByte-Version nur noch knapp über 1000 Euro, bietet aber zumindest die bessere Kamera und 5G. Auch das Huawei P40 Pro (Testbericht) ist für Kamera-Fans eine Empfehlung und zudem mit rund 730 Euro deutlich günstiger. Allerdings müssen Käufer dabei ohne Google-Dienste auskommen. Eine gute Mischung aus beiden Modellen ist außerdem das Oneplus 8 Pro (Testbricht), das je nach Version ab 900 Euro zu haben ist.

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