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Samsung Galaxy Watch im Test: Endlich lange Akkulaufzeit

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Pulsmesser, GPS und Freisprechfunktion bietet die Galaxy Watch. Trotz dieser energieraubenden Anwendungen hält der Akku deutlich länger durch als bei den Konkurrenzmodellen. Wir haben die Version mit Bluetooth im Alltag getestet und verraten, warum sie uns ausgesprochen gut gefällt.

Die Galaxy Watch wirkt wie eine Mischung aus seinen Vorgängermodellen Gear Sport und Gear S3. Die massive und sehr gut verarbeitete Smartwatch ist erst auf den zweiten Blick von einer analogen Uhr zu unterscheiden. Zudem ist die Haptik hochwertig. Die Smartwatch hat ein sportliches Metallgehäuse mit einem Durchmesser von 46 mm, drehbarer Lünette und zwei Bedientasten. Diese Umrandung des Zifferblatts hilft nicht nur bei der Bedienung der Uhr, sie schützt das Display vor Beschädigungen. Alternativ steht auch eine kleinere Variante mit 42-mm-Gehäuse zur Wahl.

So kommt die Uhr beim Kunden an.

Auf der flachen Unterseite aus Kunststoff sitzt mittig der Pulsmesser. Der funktioniert präzise und zuverlässig, zumindest solange die Sensoren sauber sind und die Uhr eng genug am Handgelenk anliegt.

Das schwarze Silikon-Armband hat einen Schnellwechselverschluss und eine breite Metallschließe. Die Uhr – mit einem Gewicht von 63 g – sitzt bequem und ausreichend fest am Handgelenk. Wer es weniger sportlich und etwas edler bevorzugt, kann sich jederzeit andere Wechselarmbänder mit 22 mm Breite zulegen.

Zusätzlich zu Smartwatch gehört eine schwarze, magnetische Tischladestation, ein Micro-USB-Netzteil und ein kürzeres Armband zum Lieferumfang. Die Ladestation aus Kunststoff hat einen stabilen Stand und hält die Uhr zuverlässig in Position. Das Laden des Akkus geschieht drahtlos. Empfindliche und offenliegende Ladekontakte sind nicht vorhanden.

Die Ausstattung umfasst neben WLAN, NFC und Bluetooth 4.2 auch GPS- und Glonass-Empfänger. Der Schrittzähler arbeitet mittels Bewegungssensor. Auch Herzfrequenz-Sensor und barometrischer Höhenmesser sind verbaut. Als Prozessor kommt ein Exynos-9110 zum Einsatz.

Der Herzfrequenz-Sensor auf der Rückseite.

Die Freisprecheinrichtung funktioniert in ruhiger Umgebung sehr gut. Sowohl Mikrofon als auch der interne Lautsprecher machen einen guten Job. Damit das Telefonieren per Smartwatch funktioniert, muss sich bei der Bluetooth-Variante das gekoppelte Smartphone in Reichweite von wenigen Metern befinden. Mit der LTE-Edition ist dies nicht notwendig.

Die maximale Lautstärke des Lautsprechers ist nicht besonders hoch. Wer gute Ohren hat, kann mit der Uhr trotzdem Musik hören. Gute Augen braucht, wer sich Youtube-Videos auf dem Zifferblatt ansehen möchte. Was im Test gut klappte, war das Navigieren per Galaxy Watch. Zwar brauchten wir auch hierfür das Smartphone mit passender App in Reichweite, trotzdem ist die Funktion durchaus praktisch.

Zum Aufzeichnen von sportlichen Aktivitäten kann das Telefon hingegen getrost zu Hause bleiben: Die GPS-Streckenberechnung der Uhr ist mit der unseres Smartphones nahezu identisch. Zusammen mit dem Pulssensor eignet sich die Uhr also perfekt für Sportler. Auch wenn sie deutlich mehr aufträgt als ein klassischer Fitnesstracker.

Der Arbeitsspeicher ist mit 0,7 GByte groß genug, um eine ruckelfreie und flüssige Bedienung zu ermöglichen. Die Speicherkapazität beträgt vier GByte, wovon im Auslieferungszustand allerdings mehr als die Hälfte belegt ist. Für eine Playlist der Lieblingslieder und wichtige Apps reicht der Platz aus.

Als Zifferblatt dient ein rundes 1,3-Zoll-Amoled mit einer Auflösung von 360 × 360 Pixel. Beim kleineren 42-Millimeter-Modell ist das Zifferblatt 1,2 Zoll groß. Die Darstellung ist scharf und kontrastreich und das Display ist auch bei direktem Sonnenschein ohne Anstrengungen ablesbar. Und das bereits bei 70 Prozent der maximalen Helligkeit.

Die Eingabe von Text mithilfe der T9-Tastatur sind aufgrund der geringen Displaygröße eine Geduldsprobe. Geht es nur darum, auf eine Nachricht zu reagieren, helfen fertig formulierte Standard-Antworten, die uns beispielsweise bei Whatsapp vorgeschlagen werden.

Kommen wir zu einem der Highlights der Galaxy Watch: der erfreulich guten Akkulaufzeit. Die von Samsung angegebenen sieben Tag erreichen wir unter realen Einsatzbedingungen zwar nicht, dennoch überzeugt die Langlebigkeit des 474-mAh-Akkus. Gute vier bis fünf Tage hält die Smartwatch auch bei intensiver Nutzung durch, solange die Anzeige nur per Handbewegung aktiviert wird. Wer das Zifferblatt dauerhaft einschaltet, muss den Akku deutlich früher laden. Wie lange das kleinere 42-mm-Watch-Modell mit dem 270-mAh-Akku durchhält, konnten wir nicht testen. Das vollständige Aufladen unserer Uhr dauert rund zweieinhalb Stunden.

Die Uhr ist bis zu 50 m wasserdicht. Beim Duschen oder auch bei einer Runde im Schwimmbad kann die Smartwatch also problemlos am Handgelenk verbleiben.

Die Galaxy Watch arbeitet mit dem Betriebssystem Tizen 4. Die Bedienung ist aufgrund präzisem Touchscreen, der zwei Taster und der in beide Richtungen drehbaren Lünette bequem und intuitiv. Spracherkennung ist zwar vorhanden, sie funktioniert in der Praxis aber unbefriedigend. Bei der Anzahl von verfügbaren Drittanbieter-Apps haben die Smartwatch-Betriebssysteme von Google und Apple immer noch die Nase vorn.

Neben den vorab installierten Zifferblatt-Designs, stehen zahlreiche Skins für die Galaxy Watch bereit. Von klassisch, über sportlich, bis hin zu total ausgeflippt, ist für jeden Geschmack etwas Passendes zu finden.

Die Einrichtung der Galaxy Watch erfolgt sowohl an der Uhr selbst als auch mit der kostenlosen App Galaxy Wearable. Sind Smartphone und Uhr gekoppelt, zeigt die Uhr beispielsweise Messenger-Nachrichten, SMS und E-Mails direkt auf dem Zifferblatt an.

Zusammen mit der Health-App ist die Galaxy Watch ein perfekter Trainingspartner.

Die Steuerung stellt auch für Erstbenutzer kein Problem dar. Im Test, zusammen mit einem Android-8-Smartphone, klappt die Übertragung und Synchronisierung von Daten zuverlässig. Schade nur, dass Fotos – beispielsweise von Whatsapp-Nachrichten – nicht mit übertragen und dargestellt werden. Das Bedienen der Smartphone-Kamera und von Spotify funktioniert problemlos, sind die nötigen Apps dafür installiert. Wer beim Joggen gerne Musik hört, kann sich seine MP3-Songs auf die Uhr laden und diese mit Bluetooth-Kopfhörern verbinden.

Die zusätzlich erhältliche Smartphone-Health-App von Samsung ermöglicht es, Fitnessdaten bequem zu auszulesen, zu bearbeiten und auszuwerten. Zusätzlich zu diversen vorgefertigten Fitnessprogrammen für Radler, Jogger oder Ruderer, bietet die Uhr auch ganz alltägliche Gesundheitstipps: Wer länger als eine Stunde sitzt, dem wird eine kleine Bewegungseinheit mit bebilderter Anleitung empfohlen. Da die Smartwatch nur etwa zweimal in der Woche aufgeladen werden muss, eignet sie sich nun auch prima zur Auswertung von Schlafdauer und Qualität.

Mit iPhones funktioniert die Uhr zwar auch, aufgrund fehlender Schnittstellen ist die Kombination der beiden Geräte aber nicht sinnvoll. Die Nutzung ist extrem eingeschränkt und ermöglicht gerade einmal die Anzeige von Benachrichtigungen oder Anrufen.

Die Galaxy Watch ist in verschiedenen Farben und mit Gehäusen von 42 und 46 mm Durchmesser erhältlich. Zusätzlich zu den der von uns getesteten Bluetooth-Variante ist auch eine LTE-Variante mit Esim, einer integrierten SIM-Karte, erhältlich. Diese funktioniert derzeit allerdings nur in Verbindung mit einem Vertrag von Telekom oder Vodafone.

Samsung Galaxy Watch R800 46mm silber

Bluetooth 46 mm silber

Samsung Galaxy Watch LTE R805 46mm silber

LTE 46 mm silber

Samsung Galaxy Watch R810 42mm schwarz

Bluetooth 42 mm schwarz

Samsung Galaxy Watch LTE R815 42mm schwarz

LTE 42 mm schwarz

Samsung Galaxy Watch R810 42mm rosegold

Bluetooth 42 mm rosegold

Samsung Lederarmband Urban Traveller 22mm für Galaxy Watch braun (GP-R805BREEBAB)

Lederarmband 22mm

Die Galaxy Watch glänzt durch einfache Bedienung, großen Funktionsumfang und endlich einmal lange Akkulaufzeit. Eines der größten Mankos von Smartwatches ist somit endlich beseitigt. Samsung setzt damit einen neuen Maßstab an seine Mitbewerber.

Nur das beschränkte Angebot von Apps und der schlecht funktionierende Sprachassistent trüben den insgesamt sehr positiven Eindruck.

Wer eine schicke Smartwatch für Alltag und einen gut ausgestatteten Begleiter für sportliche Aktivitäten sucht, macht mit der Galaxy Watch alles richtig. Die Mischung aus funktionalem Fitnesstracker und Highend-Smartwatch mit allen technischen Raffinessen ist sehr gut gelungen und macht die Uhr zu einer der besten Smartwatches auf dem Markt. Einen vergleichbaren Funktionsumfang bietet derzeit kaum ein Konkurrenzmodell. Vor allem nicht zu einem ähnlich guten Preis.

Wer einen reinen Fitnesstracker bevorzugt, sollte sich unseren Vergleichstest von sechs aktuellen Geräten mit Pulsmesser ansehen. Wem die Galaxy Watch nicht edel genug aussieht, der kann sich die Q Explorist HR von Fossil (Testbericht) ansehen. Diese muss allerdings täglich an die Ladestation.

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