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Samsung Galaxy Tab S6 Test: Das fast perfekte Android-Tablet

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Optisch hat sich beim Samsung Galaxy Tab S6 im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan, technisch gibt es aber deutliche Fortschritte zu vermelden. Reicht das für Platz Eins unter den Tablets?

Das Samsung Galaxy Tab S6 ist ein echtes Brett – im doppelten Sinne. Denn einerseits ist es groß und ultraflach, anderseits ist es richtig schick und hochwertig. Nicht einmal 6 Millimeter ist das Gerät dünn, der Hersteller nennt 244,5 × 159,5 × 5,7 Millimeter und ein Gewicht von 420 Gramm – das ist rekordverdächtig, auch wenn es im Vergleich zum sehr ähnlich aussehenden Samsung Galaxy Tab S5e sogar noch minimal mehr ist. Das aktuelle iPad 10.2 ist trotz kleinerem Screen in allen Dimensionen klar größer und schwerer – und beim Apple-Modell würde sicherlich niemand von "schwer“ oder "ausladend“ sprechen.

Metall-Rückseite mit angeheftetem Stylus.

Schick und hochwertig ist das Samsung-Tablet auch. Die Ränder auf der Vorderseite sind an allen Seiten gleich schmal, sie messen deutlich weniger als 1 Zentimeter. Möglich wird das unter anderem dadurch, dass Samsung erstmals in seinen Tablets einen Inprint-Fingerabdrucksensor verwendet, der nicht im Rahmen, sondern verborgen unter dem Display positioniert ist.

Seiten und Rückseite bestehen komplett aus mattem Metall, dessen Ecken der Rückseite abgerundet sind. Auch ohne 2,5D-Glas spüren Nutzer beim Halten des Galaxy Tab S6 keine scharfen Kanten. Eingelassen in das Metall sind schmale Kunststofffugen, die als Antennen dienen. Die Verarbeitung ist dabei Spitzenklasse, ein Übergang der Materialien nicht zu spüren. Die Tasten für Lautstärke und Power sind ebenso perfekt verarbeitet und weisen optimalen Druckpunkt und Tastenhub auf. Im Hochformat sind auf Stirn- und Fußseite je zwei Lautsprecheröffnungen zu sehen, die im Querformat – etwa beim Schauen von Videos – entsprechend links und rechts platziert sind und einen schönen Stereoeffekt erlauben. Dann sind auf der Unterseite vier Pogo-Pins zum Laden des Gerätes zu sehen, wenn es in eine Tastatur oder ähnliches Zubehör eingesteckt ist.

Hervorragende Verarbeitung und tolle Lautsprecher.

Auf der Rückseite fällt neben den Antennenfugen einerseits die Dual-Kamera auf, die leicht aus dem Gehäuse hervorsteht. Außerdem hat Samsung nun eine langgezogene Kuhle unterhalb der Kamera in das ultradünne Tablet eingelassen, in der magnetisch der externe Stylus aufbewahrt und geladen werden kann. Insgesamt wirkt das neue Samsung Galaxy Tab S6 hochwertig und edel.

Samsung verwendet in seinen Topprodukten – und zunehmend auch in der Mittelklasse – OLED-Displays. Das ist auch beim neuen Galaxy Tab S6 nicht anders. Der Screen misst wie zuvor schon beim Samsung Galaxy Tab S5e 10,5 Zoll und verfügt wieder über eine Auflösung von 2560 × 1600 Pixel. Damit liegt das Samsung-Modell in puncto Bildschärfe knapp vor dem aktuellen iPad 10.2 oder iPad Pro mit je 264 Pixel pro Zoll, viel besser sind die 288 PPI aber nicht. Entsprechend ist ein echter Unterschied bei der Bildschärfe kaum zu sehen. Für Tablets sind aber beide Werte sehr gut, über ein unscharfes Bild dürfte sich eigentlich niemand bei iPad oder Tab S6 beschweren.

Fingerabdrucksensor erstmals in Samsung-Tablets im Display.

Stattdessen gefällt das Display des Samsung-Modells mit starken Kontrasten, tollem Schwarzwert und hervorragender Blickwinkelstabilität – OLED eben. Die Helligkeit des Panels haben wir im Test mit sehr einheitlichen 280 cd/m² im manuellen und rund 450 cd/m² im Automatikmodus gemessen. Auch das sind ordentliche Werte, die auch im Sommer draußen keine großen Probleme bei der Ablesbarkeit aufwerfen sollten. Etwas überraschend ist die Abwesenheit eines Always-on-Displays – gerade bei OLEDs ist das eine sehr gute Methode, häufig benötigte Informationen wie Uhrzeit, Datum und verpasste Nachrichten energiesparend anzuzeigen. Die OLED-Smartphones des Herstellers, etwa das Samsung Galaxy S10+ (Testbericht) oder das Samsung Galaxy Note 10+ (Testbericht), kommen ausnahmslos mit dieser praktischen Funktion.

Der Vorgänger hatte noch eine einzelne 13-Megapixel-Kamera, beim neuen Galaxy Tab S6 kommt noch eine zweite Linse mit 5 Megapixel hinzu, die Weitwinkelaufnahmen mit über 120 Grad erlaubt. Für Selfies steht eine Kamera mit 8 Megapixel, f/2.0-Blende und 1.12 µm großen Pixel bereit, die Hauptkamera greift auf eine Blende von f/2.0 und f/2.2 (5 MP) sowie einer Pixel-Größe von 1µm und 1.12µm zurück – klingt gar nicht so übel, zumal Tablets bei der Kamera sonst häufig vernachlässigt werden.

Die Kamera ist unscheinbar, aber für ein Tablet richtig gut.

Tatsächlich ist die Qualität von Fotos und Videos ziemlich ordentlich, für ein Tablet sogar richtig gut. Farben werden intensiv, aber ausreichend natürlich in den Speicher gebannt, bei gutem Licht ist an Bildschärfe, Rauschverhalten und Dynamik der Hauptkamera nichts auszusetzen. Bei der Weitwinkeloptik sieht das etwas anders aus. Hier sind Bildschärfe und Detailgrad der Aufnahmen vor allem an den seitlichen Rändern sichtbar schlechter. Auch Bildrauschen wird hier schon bei gutem Licht sichtbar, die Bilddynamik ist hingegen ordentlich. Sehr gut gefallen haben uns Aufnahmen der größeren Haupt- und Frontkamera mit künstlichem Bokeh – sowohl mit speziellem Live-Fokus-Modus als auch ohne. Bildfehler traten hier kaum auf. Fotos mit der Frontkamera sind insgesamt ausreichend hochwertig, auch wenn sie bei Bildschärfe und Dynamik nicht ganz an die Qualität der Hauptkamera herankommen.

Bei Videos punktet das Galaxy Tab S6 in erster Linie mit der guten Bildstabilisierung, bei der Bildschärfe gibt es hingegen wegen der Begrenzung auf Full-HD Luft nach oben.

Dünn, schick und ultraschnell – das ist die passende Zusammenfassung für das Samsung Glaxy Tab S6. Die Geschwindigkeit kommt dabei vom eingebauten Qualcomm Snapdragn 855 im Zusammenspiel mit – je nach Version – 6 oder 8 GByte RAM. Die von uns getestete Version mit 8 GByte leistet sich keinerlei Ruckler oder Hakler, alles läuft flüssig und reagiert schnell. Im Antutu-Benchmark untermauerte das Galaxy Tab S6 die subjektiven Eindrücke mit satten 352.500 Punkten und präsentierte sich damit als schnellstes Android-Tablet auf dem Markt. Schneller ist nur eine Handvoll Android-Smartphones wie Asus Zenfone 6 (Testbericht), Xiaomi Mi 9 (Testbericht) und Samsung Galaxy Note 10+ (Testbericht).

Daten wie Musik und Filme landen entweder im 128 oder 256 GByte großen internen Speicher oder auf bis zu 1 TByte großen Speicherkarten im Mikro-SD-Format. Für beide Medien ist ist das Tablet hervorragend geeignet: Die vier AKG-Lautsprecher des Tablet bringen hohe Lautstärke bei klarem und erstaunlich vollem Sound. Über Bluetooth LE 5.0 oder USB-C-3.1 verbunden kommen Nutzer außerdem in den Genuss von Dolby Atmos und dürfen auf Equalizer und UHQ-Upscaler zugreifen. Ein AKG-Headset, das etwa dem Samsung Galaxy Note (Testbericht) beiliegt, fehlt dem Tablet. Videos machen bei dem grandiosen Display des Galaxy Tab S6 in Kombination mit den kräftigen Lautsprechern richtig Spaß.

Das Tab S6 bietet die gleichen Stift-Funktionen wie die Note-Smartphones.

Samsung spendiert dem neuen Galaxy Tab S6 einen S-Pen, das Tab S5e hatte den nicht. Richtig integriert erscheint der Stylus aber auch beim Tab S6 nicht, zumindest was Transport und Aufbewahrung des Stiftes angeht. Denn entgegen den miniaturisierten Stiften in den Smartphones der Note-Reihe verwendet Samsung beim Tablet einen normal großen Stift, der auch in etwa die typische Dicke eines Kugelschreibers hat. Entsprechend passt der S-Pen mit seinen bis zu 4096 Druckstufen erkennenden Mine nicht mehr in das Tablet, sondern er wird lediglich in eine passende Aussparung Kuhle auf der Rückseite gelegt und dort magnetisch gehalten und geladen. Leider ist die Haltekraft des Magneten nicht übermäßig hoch, sodass der Stift auf diese Weise nicht sicher transportiert werden kann – er löst sich, sobald er auch nur leicht berührt wird. Außerdem liegt das Tablet bei angeheftetem Stylus nicht mehr flach auf einer geraden Oberfläche. Immerhin kippelt es auch auf dem Stylus liegend nicht.

Der Stylus in Kugelschreiber-Größe erkennt bis zu 4096 Druckstufen.

Der S-Pen lädt innerhalb weniger Minuten vollständig auf und gewährt dann wieder eine Laufzeit von bis zu 11 Stunden im Standby. Bei Nutzung reduziert sich das natürlich. Neben einfachem Zeichnen, Schreiben und Nutzung als genaueres Bedienelement lässt sich der S-Pen des Samsung Galaxy Tab S6 wie bei den aktuellen Note-Modellen auch als Fernauslöser für die Kamera, zum Blättern in der Bildergalerie oder bei Powerpoint sowie im Musikplayer benutzen. Die Reichweite beträgt dabei bis zu 10 Meter. Als Zubehör bietet Samsung unter anderem eine Book Cover Keyboard genannte Tastatur mit Standfuß an, damit Anwender das Tablet wie einen Laptop verwenden können. Die Tastatur verfügt nicht nur über ein Trackpad, sondern auch über eine dedizierte DEX-Taste. Im DEX-Modus wechselt die Nutzeroberfläche auf eine PC-artige UI ähnlich Windows. Das Galaxy Tab S6 soll so in Verbindung mit einem zusätzlichen Monitor oder Fernseher zum vollwertigen PC-Ersatz werden. Mit der LTE-Version klappt das auch ohne WLAN.

Multitasking ist aber auch ohne DEX möglich. Samsung erweitert Android 9 Pie mittels seiner One-UI 1.5 um diverse Funktionen, darunter eine Dual-Window-Ansicht, bei der zwei Apps gleichzeitig auf dem Display dargestellt werden. Der Sicherheits-Patch war bei unserem Testgerät übrigens von Juli – das sollte in Anbetracht des hohen Preises des Tablets aktueller sein.

Der Energiespeicher des Samsung Galaxy Tab S6 fasst 7040 mAh und sorgt für ordentliche Ausdauer. Selbst bei intensiver Nutzung dürften die meisten Nutzer gut über den Tag kommen, im Battery Test von PC-Mark hielt das Tablet über 11 Stunden durch. Wer nur gelegentlich zum Tablet greift, wird gut mit ein- oder zweimaligem Laden pro Woche auskommen. Bei einem so großen Akku dauert das vollständige Aufladen knapp 3 Stunden, das ist in Ordnung. Kabelloses Laden gibt es – abgesehen vom Stylus – nicht.

Das Samsung Galaxy Tab S6 ist in den drei Farben Rose Blush, Mountain Grey und Cloud Blue verfügbar. Zudem gibt es WLAN-Only- und LTE-Versionen sowie Varianten mit 6 GByte RAM und 128 GByte internen Speicher sowie mit 8/256 GByte. Zum Testzeitpunkt kostete die günstigste WLAN-Version ab 683 Euro, die günstigste LTE-Variante 777 Euro – das entspricht auch in etwa dem Preis der WLAN-Version in der größeren Speicherausstattung.

Samsung Galaxy Tab S6 T860 128GB, Cloud Blue (SM-T860NZBA)

Samsung Galaxy Tab S6 T860 256GB, Cloud Blue (SM-T860NZBL)

8/256 GB

Samsung Galaxy Tab S6 T865 128GB, Cloud Blue, LTE (SM-T865NZBA)

6/128 GB, LTE

Samsung EJ-DT860 Book Cover Keyboard für Galaxy Tab S6 grau, US (EF-DT860UJEGUJ/EF-DT860UJEGWW)

Tastatur-Cover

Wer aktuell nach dem besten Android-Tablet sucht, der wird beim Samsung Galaxy Tab S6 fündig – so einfach ist das. Das Gerät punktet mit ultraflachem, hochwertigen Design, hervorragendem Display, hoher Arbeitsgeschwindigkeit und großem Funktionsumfang. Hinzu kommt toller Sound, eine richtig brauchbare Kamera, ein ordentlicher Akku und eine Stiftbedienung, die die meisten Hersteller nicht anbieten. Störend sind in erster Linie der hohe Preis und die unpraktische „Integration“ für den Transport des S-Pen.

Vielleicht hätte Samsung an dieser Stelle nicht das dünnste Tablet auf den Markt bringen sollen, sondern die Bautiefe minimal erhöhen und dafür einen möglicherweise etwas dünneren Stylus verwenden sollen, der dafür in das Gehäuse hätte eingesteckt werden können – eben ähnlich den Note-10-Modellen, die wir hier verglichen haben. In das etwas dickere Gehäuse hätte dann auch ein noch stärkerer Akku gepasst und die Kamera hätte nicht hervorstehen müssen. So oder so – das Samsung Galaxy Tab S6 ist extrem gut.

Eine günstige Alternative ist der günstige Vorgänger des Tab S6, das Samsung Galaxy Tab S5e ohne Stift, das es derzeit für rund 355 Euro gibt. Ebenfalls interessant sind das Apple iPad Pro für knapp unter 1000 Euro und das günstige Huawei MediaPad M5 (Testbericht) ab etwa 335 Euro in der Größe 10.8 Zoll und mit 64 GByte Speicher.

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