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Samsung Galaxy S10e im Test: Highend für Preisbewusste

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Die aktuellen S10-Modelle gibt es in drei Varianten: S10, S10+ und die Einsteigervariante Samsung Galaxy S10e. Wir wollten im Test wissen, wie viel „Einsteiger“ wirklich im S10e steckt.

Samsung hat seine Spitzenmodelle der S-Serie in diesem Jahr erstmals in drei Varianten aufgeteilt: Samsung Galaxy S10, Galaxy S10+ (Testbericht) und Galaxy S10e. Plus- und Normalvariante gab es auch in den letzten Jahren, neu ist das E-Modell. Das „e“ könnte dafür auch für „Einsteiger“ stehen, schließlich ist es das günstige der drei Modelle. Aber kann man bei einer UVP von knapp 750 Euro wirklich von einem Einsteigermodell sprechen?

„Wow, was für ein kleines Top-Smartphone!“ Das war der erste Gedanke, der während des Tests durch den Kopf des Testerredakteurs ging. Dabei misst der Touchscreen 5,8 Zoll, das war vor zwei Jahren noch Phablets vorbehalten. Aber heute ist das tatsächlich klein, zumal Samsung beim Galaxy S10e auch kaum Platz verschwendet. Es gibt zwar einen deutlich sichtbaren Rahmen rings um das Display, doch der ist auch über und unter dem Display dünner als bei manch anderem Modell. Das passt zu den kompakten Maßen des Smartphones. Denn das ist mit seinen 142 × 70 × 7,9 Millimetern und den gerade einmal 150 Gramm Gewicht im Vergleich zu den Geschwistermodellen Galaxy S10 und S10+ zwar minimal dicker, aber deutlich kleiner und wirkt dadurch regelrecht kompakt.

Schicke Glasrückseite.

In der Hand liegt das S10e auch deshalb so gut, weil der Rahmen schön abgerundet ist. Beim Drüberfühlen mit dem Finger sind zwar mäßig scharfkantige Übergänge zwischen dem Glas auf Front und Rücken des Phones zu spüren, insgesamt ist der Übergang aber weitestgehend fließend. Und dass, obwohl im Gegensatz zu den teureren S10-Modellen das S10e nicht mit gerundetem 3D- oder Edge-Glas, sondern mit gerader Display-Oberfläche daherkommt. Ob das ein Plus- oder ein Negativpunkt ist, liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Schick sieht die gebogene Display-Oberfläche an den Rändern bei den teureren Modellen nämlich durchaus aus, allerdings entstehen dadurch auch unschöne Spiegelungen.

Bei unserem Testgerät klapperte der Powerbutton. Ein Einzelfall?

Die Verarbeitung ist grundsätzlich gut, neben der bereits erwähnten scharfen Kante beim Übergang von Glas zu Metallrahmen überraschte unser Testgerät durch einen wackeligen Fingerabdrucksensor, der in die Power-Taste integriert ist. Sie klapperte sogar, wenn man das Smartphone leicht schüttelte – das darf bei einem Oberklasse-Smartphone eigentlich nicht vorkommen, dürfte aber ein Problem unseres speziellen Testgerätes sein. Davon abgesehen gab es in Bezug auf Passform, Spaltmaße oder sonstige Qualitätsanmutung keinen Grund zur Kritik. Allerdings hätte der Powerbutton samt Fingerabdrucksensor ruhig etwas mehr zur Gehäusemitte platziert werden dürfen, um ihn bequemer erreichen zu können. Die Lautstärkewippe über dem Bixby-Button auf der linken Seite ist Gewöhnungssache, bei den meisten Herstellern ist sie rechts untergebracht. Positiv: Der IP68-Schutz des Gehäuses gegen Eindringen von Wasser und Staub. Da muss man im Regen oder beim Sturz ins gefüllte Waschbecken immerhin keine Sorge wegen eines Wasserschadens haben.

Der Touchscreen des Samsung Galaxy S10e misst 5,8 Zoll, sofern man die abgerundeten Ecken des Screens ignoriert. Sie sehen zwar schick aus, reduzieren die Bildschirmdiagonale rein rechnerisch aber auf 5,6 Zoll – im Alltag wirkt der Flächenverlust natürlich weit weniger gravierend. Dank hoher Auflösung von 2280 × 1080 Pixel liegt die Bildschärfe mit knapp 435 Pixel pro Zoll (PPI) angenehm hoch, Inhalte werden scharf wiedergegeben. Die höhere Auflösung der Geschwistermodelle vermisst man normalerweise nicht, erst im direkten Vergleich sieht man einen leichten Unterschied.

Das Display-Glas ist zu den Seiten hin kaum gebogen.

An anderer Stelle überraschte uns der OLED-Screen hingegen negativ: Farben und Schwarzwert punkten zwar mit gewohnt intensiver Darstellung, allerdings zeigte unser Testgerät eine überraschend schwache Blickwinkelstabilität. Während in direkter Draufsicht Weiß eher gelblich wirkte, wandelte sich der Farbton schnell ins Bläuliche, sobald man leicht von den Seiten auf den Screen schaute. Das sind wir sonst von Samsung-OLEDs nicht gewohnt. Die Helligkeit ist im Automatikmodus mit gemessenen 410 cd/m² für ein OLED-Panel ordentlich. Das Always-on-Display des S10e ist wie immer sehr nützlich.

Das Samsung Galaxy S10e hat die gleichen Kameras wie das Samsung Galaxy S10 und das Samsung Galaxy S10+; Grundsätzlich stimmt das, allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn die teureren Geschwistermodelle haben zwar tatsächlich ebenfalls die gleichen 12- und 16-Megapixel-Kameras für Normal- und Ultraweitwinkel und eine Frontcam mit 10 Megapixel, darüber hinaus aber auch noch mehr. So bieten S10 und S10+ zusätzlich noch eine 12-Megapixel mit Telefunktion, das Plus-Modell sogar noch eine zweite Frontkamera mit 8 Megapixel.

Im Gegensatz zu den teureren Schwestermodellen hat das Galaxy S10E keine Teleoptik.

Das S10e bietet bei der Hauptkamera zumindest im Pro-Modus eine wählbare f/1.5- und f/2.4-Blende sowie einen optischen Bildstabilisator, die Ultraweitwinkelkamera eine Blende mit f/2.2. Bei gutem Licht sieht man vor allem einen Unterschied zwischen den beiden Optiken: Auf Ultraweitwinkel-Aufnahmen sieht man Bildrauschen, im normalen Weitwinkel nicht. Beiden gemein ist eine sehr farbintensive Darstellung mit guter Bildschärfe und starker Zeichnung von Motiven. Das bezieht sich dank HDR+ auch auf einen wolkenreichen Himmel, der extrem plastisch abgebildet wird. Typisches Ausbrennen heller Bildbereiche ist dem S10e nahezu fremd und dunkle Bereiche werden realistisch aufgehellt und saufen nicht ab.

Bei wenig Licht wird der Unterschied der maximalen Blendenöffnung von Haupt- und Ultraweitwinkellinse richtig offensichtlich. Während die Kamera-App für die Hauptlinse im Automatikmodus dank künstlicher Intelligenz selbständig Nachteinstellungen wählt und dunkle, aber dadurch auch recht natürliche und vergleichsweise scharfe Ergebnisse liefert, ist die Ultraweitwinkellinse für Nachtaufnahmen kaum noch zu gebrauchen. Die werden dann nämlich einfach viel zu dunkel. Abhilfe schafft hier nur der Pro-Modus, für den aber zwingend ein Stativ und ein unbewegliches Motiv nötig ist. Er bietet dann zwei Vorteile: Einerseits werden Nachtaufnahmen mittels Dauerbelichtung auf Wunsch heller als im Auto-Modus, andererseits fällt dann mit den richtigen Einstellungen auch die leichte Artefaktbildung bei Helligkeitsverläufen weg, die der Automatikmodus fabriziert. Insgesamt ist die Kamera richtig gut, bei schlechtem Licht liegt Samsungs S10e aber insgesamt hinter Huawei-Topmodellen wie dem P30 Pro (Testbericht).

Wer gern Teleobjektive nutzt, sollte lieber gleich zu den teureren Schwestermodellen greifen – die bieten eine zusätzliche Linse mit immerhin 2-facher Vergrößerung. Vom digitalen Zoom sollte man hingegen die Finger lassen, er produziert höchstens besseren Pixel-Matsch. Auch hier bietet Huawei mehr.

Die Frontkamera des S10e macht richtig gute Selfies. Solange man es mit künstlichem Bokeh nicht übertreibt sehen entsprechende Aufnahmen ziemlich ordentlich aus. Bei Videos liefert Samsung ebenfalls ordentliche Arbeit ab. Die Bildstabilisierung ist vor allem in Full-HD sehr gut, in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde funktioniert sie immer noch recht ordentlich und die Bildqualität ist deutlich höher.

Insgesamt liefert das „Einsteiger-S10“ sehr gute Foto- und Videoergebnisse, die den teureren Schwestermodellen in (fast) nichts nachstehen.

Samsung gönnt dem günstigsten S10-Modell, dem S10e, nur eine einzige Speicherausstattung: 6 GByte RAM und 128 GByte interner Speicher. Das Plus-Modell gibt es sogar mit bis zu 12 GByte RAM und bis zu 1 TByte internem Speicher, das ist schon eine ganze Menge. Da alle drei Smartphones aber auch noch Speicherkarten mit bis zu 512 GByte fassen, sollten auch Käufer des S10e keine Speicherprobleme bekommen. Bei Nutzung der Speichererweiterungsmöglichkeit geht allerdings die Möglichkeit verloren, eine zweite SIM-Karte zu verwenden. Der Rest ist gleich: Ein Exynos 9820 sorgt mit seinen acht bis zu 2,7 GHz schnellen Kernen zusammen mit einer Mali-G76-MP12-GPU für ordentlich Power. Im Antutu-Benchmark kommt das Samsung Galaxy S10e damit auf starke 320.000 Punkte

Guter Lautsprecher und 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss.

Neben LTE Cat. 20 mit Download-Geschwindigkeiten von theoretisch bis zu 2 Gbit/s ist auch WLAN 6 mit dabei. Dabei handelt es sich um den Nachfolger von WLAN IEEE 802.11 ac mit ebenfalls 2,4 und 5 Ghz. Außer einer Vereinfachung der Namensgebung wird nicht nur die Übertragungsgeschwindigkeit erhöht, sondern vor allem auch die Stabilität in stark frequentierten Netzwerken. Insgesamt soll die Download-Geschwindigkeit auf bis zu 11 Gbit/s steigen. Wegen der Abwärtskompatibilität können Nutzer des Galaxy S10e ihre alte WLAN-Hardware problemlos weiternutzen.

Der USB-C-Anschluss des Galaxy S10e bietet USB-3.1-Geschwindigkeit. NFC, Bluetooth 5.0 und GPS mit Unterstützung von Glonass, Beidou und Galileo ist ebenfalls topaktuell. Der Fingerabdrucksensor im Powerbutton wie beim Sony Xperia 1 (Testbericht) funktioniert im Test zuverlässig und schnell. Die einstellbare Entsperrung per Gesichtserkennung klappt bei ordentlichem Licht auch sehr direkt, birgt aber Sicherheitsrisiken. Gut gefallen haben uns das im Lieferumfang liegende AKG-Headset, das sehr klaren Sound produziert, und die Stereolautsprecher. Sie sind nicht nur laut und klar, sondern transportieren auch noch ein gewisses Maß an Tiefton. Die Software ist ebenfalls aktuell: Android 9 Pie dient als Basis, darüber liegt die neue One UI in Version 1.1. Die Samsung-UI ist ordentlich strukturiert und bietet sinnvolle Erweiterungen wie etwa einen Darkmode für das OLED-Display. Der Sicherheits-Patch stammt von Juli 2019 und ist damit ausreichend aktuell.

Die Akkukapazität ist beim Samsung Galaxy S10e am niedrigsten: 3100 mAh leistet der Kraftspender. Damit kommt man über den Tag – viel mehr aber auch nicht. Ein zweiter Tag ist bestenfalls für Wenignutzer drin. Im Battery-Life-Test von PC-Mark hielt das Samsung-Modell keine acht Stunden durch, für ein Topmodell – und nichts anderes ist auch das Samsung Galaxy S10e – ist das etwas wenig. In rund 1,5 Stunden ist das Smartphone wieder voll aufgeladen, kabellos dauert es knapp zwei Stunden. Reverse Charge, also die Möglichkeit, andere Geräte kabellos zu laden, dürfte wegen der nicht gerade üppigen Ausdauer des Akkus wohl nur in Notfällen verwendet werden.

Das Samsung Galaxy S10e gibt es in den Farben Schwarz, Weiß, Grün, Gelb und Blau. Die Preise beginnen aktuell bei rund 499 Euro – etwa ein Drittel weniger als der ursprüngliche Herstellerpreis.

Samsung Galaxy S10e Duos G970F/DS 128GB gelb

Samsung Galaxy S10E Gelb

Samsung Galaxy S10e Duos G970F/DS 128GB schwarz

Samsung Galaxy S10E Schwarz

Samsung Galaxy S10e Duos G970F/DS 128GB weiß

Samsung Galaxy S10E Weiß

Samsung Galaxy S10e Duos G970F/DS 128GB grün

Samsung Galaxy S10E Grün

Samsung Galaxy S10e Duos G970F/DS 128GB gelb

Samsung Galaxy S10E Gelb


Das Samsung Galaxy S10e ist alles andere als ein Einsteigermodell. Es bietet hervorragende Performance, eine Spitzenkamera, ausreichend Speicher, kabelloses Laden und ein schickes Design. Außerdem sind versteckte Highlights wie Wifi 6 und Reverse Charge mit dabei – das ist klar Highend. Ganz perfekt ist das Paket aber nicht. So hätte der Akku kräftiger sein dürfen und das OLED-Display überraschte in unserem Test negativ mit wenig Brillanz. Insgesamt steht das S10e seinen teureren Schwestermodellen aber in kaum etwas nach und ist sogar noch einmal handlicher. Wer also ein kleines Highend-Smartphone sucht, der macht mit dem Samsung Galaxy S10 E grundsätzlich nichts falsch. Einziges Problem: Das ähnlich gute Xiaomi Mi 9 (Testbericht) kostet mit gleicher Speicherausstattung aktuell immer noch deutlich weniger. Das bietet zwar ebenfalls schickes Design, eine tolle Kamera und ein gutes OLED-Display, dafür aber an anderer Stelle nicht ganz so viel wie das Samsung Galaxy S10e.

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