Samsung Galaxy M21 Test: Solider Langläufer zum Budget-Preis | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Samsung Galaxy M21 Test: Solider Langläufer zum Budget-Preis

von  // 

Günstiger Preis, großer Akku: Wer diese Qualitäten in einem Smartphone sucht, der dürfte sich das Samsung Galaxy M21 bereits näher angeschaut haben. Doch kann es auch darüber hinaus überzeugen?

Die Premium-Serien Galaxy S und Galaxy Note haben Samsung auf dem Smartphone-Markt zu enormer Bekanntheit verholfen. Die meisten Geräte setzen die Koreaner mittlerweile jedoch im mittleren und unteren Preissegment ab. Wo die breit aufgestellte Galaxy-A-Familie verschiedenen Käufern mit sehr unterschiedlichen Budgets ab etwa 300 Euro stets das passende Modell liefert (Ratgeber Samsung Smartphones: Die Galaxy-Serie von A bis Z), zielt der Hersteller mit Galaxy M in Sachen Preis noch tiefer. Das aktuelle Galaxy M21 kostet nach UVP nur 219 Euro und hat dafür mit einem großen OLED-Bildschirm, einem riesigen Akku und einer 48-Megapixel-Kamera so einige reizvolle Features bieten.

Das Samsung-Smartphone kommt im gänzlich unaufgeregten und nicht unvertrauten Design daher. Das aus einem Guss gefertigte Gehäuse besteht aus Kunststoff, was wir dem Galaxy M21 an dieser Stelle aber explizit nicht negativ ankreiden. Vielmehr dürfte der robuste Unibody den ein oder anderen Sturz besser wegstecken als ein Smartphone mit Glaskörper – wenn auch nicht spurlos. Tatsächlich zeigt die glänzende Oberfläche früh feine Kratzer, eine versehentliche Begegnung mit einem Schlüssel dürfte die Lackierung sichtbar beschädigen. Fingerabdrücke bleiben auf der Smartphone-Rückseite beständig haften, selbst mit einem Mikrofasertuch ist die Reinigung müßig.

Mit seinen 188 Gramm liegt das Galaxy M21 nicht übermäßig schwer in der Hand, bei Abmessungen von 15,9 x 7,5 x 8,9 Zentimetern ist es jedoch recht ausladend. Die Beschichtung der Rückseite und ihre starke Wölbung zum Rand hin sorgen für ein eher unsicheres Handling, es gibt aber rutschigere Smartphones. Die Verarbeitung ist gelungen: Wir sehen keine größeren Spalte, das Gehäuse knarzt nicht und die Druckpunkte der Tasten sind angenehm knackig. Die Rückseite des Galaxy M21 lässt sich übrigens nicht für einen Akkutausch abnehmen, sie ist fest mit dem Rahmen verklebt.

Wohl um Produktionskosten einzusparen ist der Fingerabdrucksensor des Galaxy M21 nicht im Display integriert, er befindet sich ganz klassisch hinten und wird über den Zeigefinger bedient. Leider hat Samsung diesbezüglich einfach kein glückliches Händchen. Denn obwohl die Sensorfläche auf einer gut erreichbaren Höhe angebracht wurde, ist sie plan zur Rückseite und setzt sich mit ihrer dünnen Umrandung kaum ab. Folglich lässt sich der Sensor nicht besonders gut erfühlen.

Anders als bei den Highend-Modellen bleibt Samsung dem Kopfhöreranschluss bei günstigeren Geräten treu. Beim Galaxy M21 befindet der sich unten neben dem USB-C-Port. An der linken Rahmenseite hat das Smartphone sein Kartenfach, das zwei Nano-SIM-Karten und zusätzlich eine microSD-Karte aufnimmt.

Alle Bilder zum Samsung Galaxy M21 im Test (10 Bilder)

Samsung Galaxy M21

Für das Galaxy M21 setzt Samsung auf ein Infinity-U-Display – also einen Bildschirm mit einer oben mittig eingefassten Kamera. Der Rahmen ist an dieser Stelle entsprechend schmal, am Fußende ist er jedoch umso breiter. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 6,4 Zoll. Trotz Budget-Klasse verbaut Samsung ein OLED-Panel, das mit kräftigen Farben, hervorragendem Kontrast und überraschend heller Strahlkraft punkten kann. Die Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel (402 PPI) geht in Ordnung, die Anzeige ist scharf. In dieser Preisklasse ebenfalls zu verschmerzen ist die gewöhnliche 60-Hertz-Bildrate – nur wenige Smartphones um 200 Euro bieten 90 Hertz oder mehr.

Zwar bringt Samsung keine Benachrichtungs-LED im Galaxy M21 unter, dafür aber ein praktisches Always-on-Display. Dieses lässt sich dauerhaft einblenden oder durch einfaches Antippen für einen kurzen Blick darauf aktivieren. Daneben gibt es einen nach Zeitplan oder nach Sonnenauf- und Untergang einstellbaren Blaufilter sowie einen systemweiten Dark Mode, der für eine bessere Lesbarkeit sämtliche Hintergründe schwarz färbt. Die Blickwinkelstabilität ist sehr gut, auch im Freien sollten damit keine Probleme auftauchen.

Als Antrieb dient dem Galaxy M21 der Exynos 9611 aus Samsungs eigener Herstellung. Dabei handelt es sich um einen im 10-nm-Verfahren gefertigten Octa-Core-Chipsatz für Mittelklasse-Smartphones, der unter anderem im minimal besser ausgestatteten Galaxy M31 oder auch im Galaxy A51 steckt. Die vier leistungsstarken Cortex-A73-Kerne takten mit bis zu 2,3 GHz, die vier stromsparenden A53-Kerne mit höchstens 1,7 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß. Im Geekbench-5-Benchmark reicht diese Konfiguration für 346 Punkte im Single-Core- und 1.307 Punkte im Multi-Core-Test. In PCmark Work 2.0 kommt das Gerät auf etwa 5500 Punkte - das sind keine überragenden Ergebnisse, sie entsprechen aber vergleichbaren Smartphones.

Eine Rechenrakete ist das Galaxy M21 wahrlich nicht – das dürfte aber allein das Preisschild deutlich machen. Kleinere Ruckler kommen vor und gelegentlich dauert das Öffnen einer App eben etwas länger. Zum Spielen aufwendiger 3D-Games taugt das Smartphone zwar nicht, grundsätzlich macht sich die schwächere Performance bei Standardaufgaben wie dem Durchstöbern der Fotosammlung oder Internetbrowsen aber nicht bemerkbar. Für letzteren Anwendungsbereich hält das Galaxy M21 ein flottes WLAN-ac-Modul sowie LTE bereit, 5G unterstützt das Budget-Modell nicht. Weitere Schnittstellen bilden Bluetooth 5, NFC und USB-C nach USB-2.0-Standard.

Der Speicher des Samsung-Smartphones ist 64 GByte groß und bei Bedarf per Micro-SD erweiterbar. Ab Werk sind 18 GByte bereits belegt, mit vielen Google-Apps, wenigen von Samsung und einer Handvoll von Microsoft. Dazu kommen Netflix, Facebook und Spotify. Wie leider im Android-Ökosystem üblich lassen sich nicht alle vorinstallierten Anwendungen deinstallieren, einige können lediglich deaktiviert werden. Zu unserer Verwunderung befindet sich Samsungs Assistent Bixby nicht auf dem Galaxy M21, leider auch nicht die praktischen Bixby Routinen zur Automatisierung von Abläufen und Einstellungen.

Das Samsung-Smartphone wird mit Android 10 ausgeliefert. Ob es ein Update auf Android 11 geben wird, hat der Hersteller bislang noch nicht bekannt gegeben. Immerhin wird der One-UI-Launcher im November 2020 von der vorinstallierten Version 2.1 auf Version 2.5 aktualisiert, die unter anderem die native Android-Gestensteuerung von Google enthält. One UI selbst spaltet die Gemüter. Das Samsung-Interface hebt sich gravierend von Googles Stock-Android ab, versieht es aber auch mit einigen nützlichen Erweiterungen wie einem Themen-Modul.

Seltsam mutet der Konzentrationsmodus an. Er soll den Smartphone-Nutzer – wie es der Name andeutet – durch selbst auferlegten App-Verzicht produktiver machen und hält den zeitlichen Aufwand für die geistige Anstrengung in einer Statistik fest. Dafür lassen sich zwei Profile mit jenen Anwendungen belegen, die für eine erhöhte Konzentration ausgeschaltet werden sollen. Für Social-Media- und Internet-Junkies mag das praktisch sein, die Telefon- und Messages-Apps sowie der Play Store lassen sich in diesen Enthaltsamkeitsmodus merkwürdigerweise aber nicht integrieren. Da das Stöbern nach Apps, Telefonieren und Simsen genauso ablenken können, hilft es wohl nichts: Wer in der Nähe seines Smartphones nicht konzentriert arbeiten kann, der schaltet es besser gleich ganz ab.

Das Galaxy M21 hat drei Kameras auf der Rückseite, davon lasse sich jedoch nur zwei effektiv nutzen. Neben der 48-Megapixel-Weitwinkelkamera mit f/2.0-Blende befinden sich eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit f/2.2-Blende und ein Tiefenmesser mit 5-Megapixel-Auflösung und f/2.2-Blende. Letzterer dient dazu, Abstände von Objekten im Raum zu erfassen und anhand dieser Informationen einen möglichst überzeugenden Bokeh-Effekt zu erzeugen.

Die Hauptkamera ist in Ordnung, aber nicht wirklich gut

Vor allem Portraits sollen durch diese simulierte Tiefenunschärfe profitieren, Sujets treten deutlicher hervor. Bei klar definierten Kanten am Objekt und einem kostrastreichen Hintergrund funktioniert das – bei teureren Samsung- und auch bei Google-Smartphones übrigens auch ganz ohne Tiefenmesser – recht gut. Kopf- und Gesichtsbehaarung stellen aber nach wie vor eine Herausforderung für diese Software-Funktion dar und verraten den Kunsteffekt durch sichtbare Schärfefehler.

Zwar gestattet die Kamera-App die Aufnahme von Fotos in voller 48-Megapixel-Auflösung, tatsächlich verpufft dann aber ein Vorteil des hochauflösenden Bildsensors. Die Idee ist nämlich, dass durch die Kombination der Bildinformationen von vier nebeneinanderstehenden Sensorpixeln ein höherwertiges Foto entsteht. Durch dieses „Pixel Binning“ reduziert sich die Auflösung folglich platzsparend auf noch immer annehmbare 12 Megapixel, während die Bildqualität steigt.

Wirklich überzeugt hat uns die Kamera des Galaxy M21 jedoch nicht. Der Autofokus ist vergleichsweise langsam, bei nahen Gegenständen unzuverlässig und er verliert den Fokuspunkt vor allem auf kleinere Objekte schnell wieder, wenn er zuvor manuell ausgewählt wurde. Auch hier sollte das Smartphone eigentlich vom Tiefenmesser profitieren.

Auf dem tollen OLED-Display des Galaxy M21 werden die Aufnahmen farbenfroh und kontraststark präsentiert, auf dem Großbildschirm zeigen sich aber Schwächen. So sind die Fotos eben gar nicht so prächtig, sondern im Gegenteil mitunter ziemlich fahl. Eine lichtdurchflutete und durch das Herbstlaub eigentlich knallbunte Parkanlage erscheint noch halbwegs lebendig, lässt aber bereits Nuancen in den Farben vermissen. Schon bei etwas tieferem Sonnenstand verblassen die Farben merklich, durch die kühle Tönung wirken sie bisweilen eher etwas künstlich. Besonders deutlich wird das beim Einsatz der Ultraweitwinkelkamera, die unter anderem bei Weißabgleich und Farbwiedergabe anders kalibriert zu sein scheint als die Standardkamera.

Alle Originalaufnahmen mit der Kamera des Samsung Galaxy M21 (27 Bilder)

Die Bilddynamik des Hauptmoduls ist nicht zuletzt dank Auto-HDR-Funktion vorzeigbar, auch die Schärfe geht – bis auf die leicht ausgeprägten Lichtsäume – in Ordnung. Im Ultraweitwinkel sieht die Sache anders aus, vor allem in den Dunkeltönen saufen Informationen ab und wirken matschig. Die Schärfe fällt gegenüber der Standardkamera ab, dazu gesellt sich ein auch bei Tageslichtaufnahmen merkliches Bildrauschen. Besonders deutlich werden all diese Schwächen bei Nachtaufnahmen, die unterbelichtet, farblos und unscharf daherkommen. Die Hauptkamera schlägt sich in dieser Disziplin zwar etwas besser, das starke Rauschen lässt die Fotos aber mehr zweckmäßig denn wirklich ansehnlich erscheinen.

Die Videoauflösung lässt sich beim Galaxy M21 auf 4K hochschrauben, allerdings entfällt dann der Vorzug einer digitalen Bildstabilisierung. HDR ist beim Filmen nicht möglich, immerhin erlaubt das Smartphone die speicherplatzschonende HEVC-Codierung. Die Videoqualität ist bei Tageslicht gut, nur der Autofokus ist mitunter etwas träge. Die Frontkamera knipst Selfies maximal in 20-Megapixel-Auflösung und zeichnet Gesichter trotz ausgeschalteter Filter unnötig weich.

Das Galaxy M21 will mit großem Akku und langer Laufzeit punkten. Zumindest bei der Kapazität hat Samsung nicht gegeizt, im Smartphone steckt eine 6.000-mAh-Energiezelle. Ganz so ausdauernd wie es diese Leistung vermuten lässt ist das Gerät zwar nicht, im Alltagseinsatz sind zwei bis drei Tage Nutzung aber recht problemlos drin. Der Akku-Test von PC Mark ergibt einen Wert von rund 12 Stunden – das ist gut, wurde aber im aktuellen Fall sogar von Sonys Xperia 5 II (Testbericht) mit einem nur 4.000-mAh-Akku übertrumpft. Geladen wird das Galaxy M21 ausschließlich kabelgebunden, das beiliegende Netzteil unterstützt schnelles Laden nach Samsungs Adaptive Fast Charging mit 15 Watt.

Das Samsung Galaxy M21 ist in Deutschland in Schwarz, Grün und Blau verfügbar, der Hersteller verkauft das Smartphone hierzulande ausschließlich in einer Dual-SIM-fähigen Ausführung. Der Preis ist seit dem Verkaufsstart in der Jahresmitte kaum gesunken, Online- Händler bieten es für rund 210 Euro an.

Mit dem Galaxy M21 legt Samsung ein durchweg solides Smartphone vor. Einsteiger mit schmalem Portemonnaie und großem Interesse an einem Gerät mit langer Akku-Laufzeit dürfen hier zugreifen – sofern sie keine höheren Ansprüche an die Performance oder die Kamera haben. Richtige Ausreißer leistet sich das Smartphone zwar nicht, der Unterschied zu höherpreisigen Modellen ist aber natürlich spürbar. Zwar verzichtet Samsung auf technische Finessen wie einen im Display integrierten Fingerabdrucksensor, grundsätzlich hat das Unternehmen aber bei einem Gerät zum Preis von rund 200 Euro die richtigen Abstriche gemacht.

Die Alternativen zum Galaxy M21 stammen überwiegend aus China. Das Realme 6 (Testbericht) etwa hat ein 90-Hertz-Display und hinterließ im Techstage-Test einen guten Eindruck. Xiaomi bietet mit dem Redmi Note 9 Pro (Testbericht) und dem Poco X3 NFC (Testbericht) sogar gleich zwei interessante Smartphones für 200 bis 250 Euro an (Vergleichstest).

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben