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Samsung Galaxy A6 im Test: mit Oled-Display und Micro-USB

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Ausgestattet mit Oled-Display und Metallgehäuse schickt Samsung das Galaxy A6 (2018) zu einem Preis von 299 Euro ins Rennen. Was die Stärken und Schwächen sind, zeigt der Test.

Im Lieferumfang des Samsung Galaxy A6 ist das Notwendigste dabei: Smartphone, Ladekabel, Netzgerät sowie Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinke. Doch das Netzgerät besitzt keine Schnellladefunktion, wie es in dieser Preiskategorie üblich ist. So nimmt das vollständige Laden des 3000-mAh-Akku etwa zwei Stunden und 30 Minuten in Anspruch. Das vergleichbare Motorola Moto G6 (Testbericht) lädt seinen Akku um 34 Prozent schneller auf.

Verpackung des Samsung Galaxy A6
Verpackung des Samsung Galaxy A6
Lieferumfang des Samsung Galaxy A6
Lieferumfang des Samsung Galaxy A6

Das Stereo-Headset ist aus Kunststoff und von minderwertiger Qualität: Verarbeitung und Klang sind so schlecht, dass Samsung es lieber weglassen sollte. Wer mit dem Galaxy A6 einigermaßen vernünftig Musik über Kopfhörer genießen möchte, sollte sich also ein hochwertiges Kopfhörer-Paar anschaffen.

Das Telefon unterstützt kein aktuelles USB-C. Stattdessen setzt der Hersteller auf den älteren Micro-USB-Anschluss. Das ist definitiv nicht zeitgemäß.

Genau wie sein großer Bruder Galaxy A6+, ist auch das kleinere Modell hauptsächlich aus einem Metallgehäuse gefertigt. Die vordere Seite besteht aus widerstandsfähigem Glas. Der Korpus lässt sich nicht verbiegen und wirkt solide. Auch andere Dinge stimmen, wie die seitlich angebrachten Tasten mit ihrem festen Druckpunkt oder die insgesamt komfortable Haptik.

Design des Samsung Galaxy A6
Design des Samsung Galaxy A6

Stünde auf der Rückseite nicht das Label Samsung, könnte man annehmen, das Telefon stamme von Gigaset. Denn beim Aussehen setzt der Hersteller nicht auf eine einheitliche Designsprache, wie beim Vorgänger Galaxy A5 (Testbericht). Sondern er orientiert sich an die ME-Smartphone-Reihe von Gigaset.

Festmachen lässt es sich unter anderem an den markanten Kunststoffstreifen auf der Rückseite, hinter denen sich die Antennen für die Kommunikation verstecken. Der Fingerabdrucksensor des Galaxy A6 sitzt ebenfalls auf der Rückseite, direkt unter der Kamera. In der Praxis lässt er sich schwer ertasten und funktioniert wenig zuverlässig. Das liegt unter anderem an der kleinen Sensorfläche. Oft gelangt der Finger stattdessen auf die Kameralinse und verschmiert diese, statt das Telefon zu entsperren. Probleme dieser Art haben Nutzer bereits beim letztjährigen Flaggschiff Galaxy S8 festgestellt und sind darum auf alternative Entsperr-Methoden ausgewichen, wie PIN oder ein Muster.

Metallgehäuse des Samsung Galaxy A6
Metallgehäuse des Samsung Galaxy A6

Das Galaxy A6 ist nicht staub- oder wasserdicht wie sein Vorgänger. Das ist dieser Gerätekategorie per se kein K.O.-Kriterium, jedoch ein Rückschritt gegenüber der Vorjahresgeneration. Dennoch: Vergleichbare Smartphones wie das Motorola Moto G6 sind mindestens gegen Spritzwasser geschützt.

Tasten am Galaxy A6
Tasten am Galaxy A6

Im Inneren des Galaxy A6 sitzt ein Samsung-eigener Prozessor mit acht Kernen: Die Taktfrequenz des Exynos 7870 wurde im Test zwischen 546 bis 1586 MHz gemessen. Motorola verwendet im Konkurrenzprodukt Moto G6 höherfrequente Prozessoren mit bis zu 2286 MHz. Damit ist das Modell schneller und aufgrund höherer Busgeschwindigkeit für die Speicherverarbeitung auch effizienter.

Micro-USB-Anschluss des Galaxy A6
Micro-USB-Anschluss des Galaxy A6

Dem Samsung-Prozessor stehen 3 GByte RAM zur Seite. Bei alltäglichen Dingen – wie E-Mails schreiben, Chatten über Whatsapp und Musik hören – arbeitet das System flüssig und zufriedenstellend. Ruckeln und Verzögerungen sind an einigen Stellen sichtbar, wenn mehrere Apps zeitgleich laufen oder wenn Nutzer große Datenmengen laden, beispielsweise ein Excel-Dokument von 10 MByte. Spiele mit 2D-Grafik stellen keine große Herausforderung für das Galaxy A6 dar, wohingegen 3D-Spiele mit hochauflösenden Grafik sofort ins Ruckeln kommen. Die durchschnittlich gemessene Bildwiederholfrequenz liegt bei drei Bildern pro Sekunde (fps).

Dual-SIM und Speicherkarte des Galaxy A6
Dual-SIM und Speicherkarte des Galaxy A6.

Im Benchmark von Antutu schneidet das Galaxy A6 mit 62.000 Punkten ab. Das entspricht der Leistung des drei Jahre alten Galaxy S6. Der interne Speicher des Galaxy A6 bietet 32 GByte. Nach Abzug der Software und der vorinstallierten Apps stehen Nutzern 19 GByte für eigene Daten und Apps zur Verfügung. Der Speicher lässt sich jedoch erweitern: Parallel zu einer Speicherkarte im Format Micro-SD nimmt das Galaxy A6 auch eine zweite Nano-SIM-Karte auf. Die im Test verwendete Micro-SDXC mit 400 GByte funktionierte einwandfrei. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Fingerabdrucksensor des Galaxy A6
Fingerabdrucksensor des Galaxy A6

Der Akku des Galaxy A6 besitzt eine Kapazität von 3000 mAh. Bei moderater Nutzung hält er einen Tag. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Videostream über WLAN bei maximaler Display-Helligkeit hält der Akku des Samsung-Smartphone beeindruckende 12 Stunden und 42 Minuten.

Ins Internet geht das Samsung-Smartphone über LTE und WLAN. Es unterstützt 2,4 und 5 GHz, allerdings verfügt es über keinen ac-Standard, sondern unterstützt lediglich WLAN 802.11 abgn. Zusätzlich zu Bluetooth und NFC empfängt das Galaxy A6 Radio über Ultrakurzwelle (UKW).

Das Display des Galaxy A6 ist eine Besonderheit: Denn es ist kein IPS-LCD – wie üblich in diesem Segment – sondern ein Oled. Es besonders kontrastreich, und die Farben sind kräftig. Die Helligkeit mit 560 Candela pro Quadratmeter ist überdurchschnittlich gut. Die Auflösung mit einer Darstellung von etwas mehr als eine Million Bildpunkten ist gering, stört aber im Alltag kaum – selbst, wenn man höhere Auflösungen gewohnt ist.

Kamera des Samsung Galaxy A6
Kamera des Samsung Galaxy A6

Die Hauptkamera des Galaxy A6 schießt Fotos mit 16 Megapixeln im Format 4:3. Im Format 16:9 sinkt die Auflösung auf 12 Megapixel. Anders als im Galaxy A6+ nimmt der kleine Bruder nicht mit Dual-Kamera für mehr Tiefenschäfe auf.Die Kamera des Galaxy A6 erzeugt gute Bilder, sofern die Umgebung hell ist. In dunklen Situationen kommt sie jedoch schnell an ihre Grenzen. Dann kommt eine LED als Blitz zum Einsatz. Wie auch im großen Modell, reagiert der Autofokus impulsartig und schärft ständig nach. Dadurch verlangsamt sich die Reaktion des Auslösers.

Samsung liefert das Galaxy A6 mit Android in der Version 8.0 Oreo aus. Die aktuellere Version 8.1 Oreo besitzt es nicht. Grundsätzlich ist die Aussicht auf Updates und Upgrades bei Samsung nicht so prächtig, wie die Erfahrung in letzter Zeit zeigt. Der Hersteller ist bekannt dafür, dass er seine Nutzer gerne länger warten lässt als andere. Der Sicherheitspatch unseres Testmodells ist vom 1. Mai 2018.

Die auf dem Telefon installierte Oberfläche trägt den Namen Samsung Experience. Es ist aus Samsung Touchwiz entstanden, das für seinen katastrophalen Aufbau bekannt ist. Überraschenderweise ist das neue System intuitiv und dezent gestaltet. Attribute, die in Samsungs Welt bisher seltener zu finden waren.

Genau wie auf dem Galaxy S9 (Testbericht) installiert Samsung auch bei seiner Mittelklasse Bloatware: Zusätzlich zu doppelten Apps wie Google Chrome und Internet, Gmail und E-Mail, Galaxy Apps und Google Play Store oder Galerie und Google Fotos, sind auch Office- sowie Cloud-Apps von Microsoft vorhanden. Sie lassen sich nicht deinstallieren, sondern lediglich deaktivieren. So lässt sich der Speicher nicht wieder zurückgewinnen.

Samsung Galaxy A6

Schwarz

Samsung Galaxy A6

Gold

Samsung Galaxy A6

Violett

Samsungs Galaxy A6 ist ein gutes Smartphone, dessen Stärken bei der Verarbeitung und dem Display liegen. Auch die Akkulaufzeit ist top. Gegenüber seinem Vorgänger ist es teilweise schlechter aufgestellt, zum Beispiel beim fehlenden ac-Standard oder der Wasserfestigkeit. Die UVP von 299 Euro halten für überteuert. Beim Preis von etwa 229 Euro ist das Smartphone jedoch wieder attraktiv. Eine gute Alternative zum Galaxy A6 ist das Motorola Moto G6.

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