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Samsung Galaxy A50 Test: Mittelklasse mit Triple-Cam

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Das Galaxy A50 ist Samsungs neue Mittelklasse. Gegenüber dem Vorgänger punktet es mit aktuellem Android und Dreifach-Kamera. Im Test zeigen wir, was das Smartphone kann.

Samsung räumt auf. Die bislang mit dem Buchstaben J versehenen Einsteigergeräte gehen fortan in der bislang für Mittelklasse-Smartphones gedachten A-Reihe auf. Smartphones der A-Serie bekommen aber jetzt nicht mehr Nachfolgemodelle, die bis auf die entsprechende Jahreszahl hinter dem Namen gleich heißen, sondern, Samsung verpasst den 2019er-Modellen zwecks besserer Unterscheidbarkeit nun eine zweite Ziffer im Namen. Aus dem Samsung Galaxy A5 (2017) wird daher nun das Samsung Galaxy A50. Das Ziel, schickes Design und hochwertige Technik in ein Mittelklassemodell zu bringen, bleibt beim neuen Modell aber gleich.

Das Samsung Galaxy A5 (2017) (Testbericht) überzeugte mit schickem Design, ordentlicher Leistung, super AMOLED-Display und kräftigem Akku. Beim Nachfolger Samsung Galaxy A50 sind die Erwartungen also hochgesteckt. Wir klären im Test, was das neue Galaxy A50 noch besser als der Vorgänger macht.

Beim Lieferumfang hat sich im Vergleich zum Vorjahresmodell nichts geändert. Im eher schlichten weißen Lieferkarton des 349 Euro (UVP) teuren Samsung Galaxy A50 befinden sich ein 15-Watt-USB-Netzteil, ein USB-Typ-C-Ladekabel, ein SIM-Tool und etwas Lesestoff in Form von Garantiebedingungen und Schnellanleitung. Außerdem packt der Hersteller ein einfaches Headset mit 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss dazu. Zu viel sollte man von dem günstigen In-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon aber nicht erwarten. Um direkt „out of the Box“ mit Musikhören loslegen zu können reicht es aber aus. Echter Musikgenuss kommt mangels Tiefton und Klarheit aber nicht auf.

Die Frontkamera ist in einer Notch zentral oben im Display eingelassen.

Beim Design setzt Hersteller Samsung beim Galaxy A50 auf einen gelungenen Mix aus Glasoptik auf Front- und Rückseite sowie einen Rahmen, der auf den ersten Blick als Metall durchgeht. Dass es sich dabei tatsächlich um Kunststoff handelt, bemerkt man erst, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Ihm fehlt die typische Kühle von Metall. Dank der präzisen Verarbeitung und der glänzenden Beschichtung des Rahmens, die an eloxiertes Metall erinnert, ändert das am guten Gesamteindruck des Smartphones aber nichts. Auf moderate Verwindungsversuche reagiert das A50 gelassen, Knarzgeräusche lassen sich ihm dabei nicht entlocken.

Stattdessen darf sich der Nutzer wegen der sanften Rundungen der Rückseite, der überschaubaren Maße des Gerätes von 158,5 × 74,7 × 7,7 Millimeter und des recht niedrigen Gewichts von 166 Gramm darüber freuen, dass das Mittelklasse-Smartphones sehr angenehm in der Hand liegt. Negativ wirken sich hier höchstens die bei Glasrückseiten typische Rutschigkeit sowie die deutlich sichtbaren Fingerabdrücke aus. Im Falle eines Sturzes führt das meist auch zu unschönen Brüchen des Materials, wir empfehlen eine Hülle. Schade: Wasserdicht ist das neue Galaxy A50 im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr.

Die Vorderseite wird vom 6,4 Zoll großen Display dominiert, das seitlich und über dem Screen kaum noch Rand zeigt. Unterhalb des Panels ist zwar weniger Platz als beim Vorgänger, bei dem hier noch der Fingerabdrucksensor angebracht war. Der untere Rand ist aber deutlich breiter als an den anderen drei Seiten. Der Fingerabdrucksensor ist beim Samsung Galaxy A50 nicht mehr zu sehen, er versteckt sich unter der Display-Oberfläche. Die Frontkamera ist in einer kleinen Waterdrop-Notch untergebracht. Nicht ganz perfekt, letztendlich aber nicht wirklich störend: Die Triple-Kamera auf der Rückseite ragt minimal aus dem Gehäuse hervor. Abgesehen von unserem schwarzen Testgerät gibt es das Galaxy A50 auch noch in Blau, Lachs und Weiß.

Samsung integriert den Fingerabdruckleser im Display. Das sieht gut aus, reagiert aber träge.

Eines der Highlights ist das Display des Samsung Galaxy A50. Es misst stolze 6,4 Zoll und bietet erweiterte Full-HD-Auflösung (2.340 × 1.080 Pixel) im Format 19,5:9. Das bedeutet eine Bildschärfe von 403 Pixel pro Zoll (PPI), über verwaschene Darstellung sollte sich da wohl niemand beschweren. Als Technik verwendet Samsung Super-AMOLED, das je nach Einstellung mit satten Farben, hervorragendem Schwarzwert und beim A50 mit sehr hoher Leuchtkraft punktet.

Entsprechend ist der Screen auch im Freien hervorragend ablesbar. Positiv kommt dabei die nahezu perfekte Blickwinkelstabilität zum Zuge, die auch bei sehr flachen Sichtwinkeln so gut wie keine Qualitätseinbuße bei Helligkeit oder Farbwiedergabe nach sich zieht. Praktisch ist das Always-on-Display, das auf Wunsch Informationen wie Uhrzeit, Datum, verpasste Nachrichten und eine Musiksteuerung permanent oder Zeitgesteuert anzeigt. Der geringe Mehrverbrauch an Strom wird durch das Komfortplus aufgewogen.

Das neue Samsung Galaxy A50 setzt als Antrieb auf den Exynos 9610 aus eigener Fertigung, dessen acht CPU-Kerne Taktfrequenzen von bis zu 2,3 GHz erlauben. Damit liefert das Mittelklasse-Smartphone deutlich mehr Leistung als der Vorgänger, der noch mit einem Exynos 7880 ausgestattet war. Daher ist es kein Wunder, dass der Antutu-Benchmark mit etwas über 137.000 Punkten ein rund 2,5-mal besseres Ergebnis ausspuckt. Auch die knapp 6.200 Punkte in PCMark Work 2.0 können sich sehen lassen. Dank jetzt 4 GB RAM gestaltet sich der Alltag mit dem Galaxy A50 insgesamt fast immer flüssig, Ruckler oder Gedenksekunden beim Aufrufen von Apps sind die Ausnahme. Selbst rechenintensive Spiele wie Asphalt 9 oder Shadow Fight 3 laufen im Schnitt flüssig auf dem Mittelklasse-Modell – ordentlich! Einen großen Sprung gibt es beim internen Speicher zu vermelden. Bot der Vorgänger nur 32 GByte, so sind das beim neuen A50 stolze 128 GByte, die sich per microSD-Karte (Übersicht) um weitere 512 GByte erweitern lassen. Das sollte für die meisten Nutzer ausreichen.

Beim Fingerabdrucksensor könnte das anders sein. Stand der schon beim Vorgänger mangels vernünftiger Erkennungsrate in der Kritik, so muss sich Samsung auch beim A50 Vorwürfe gefallen lassen. Denn der Sensor im aktuellen Modell ist zwar stylisch unter dem Display-Glas versteckt, doch dauert eine Erkennung im Vergleich zu einem herkömmlichen, guten Sensor deutlich länger. So wartet man gefühlt bei jedem Entsperrvorgang eine halbe Ewigkeit auf Freigabe – das nervt im Alltag schnell. Immerhin gibt es bei der Erkennungsrate nichts zu meckern, sofern man den Sensor denn richtig trifft. Da das mangels Markierung aber schwierig ist, fällt auch die Trefferquote bisweilen störend niedrig aus.

Bei der weiteren Hardware ist das A50 auf ordentlichem Mittelklasse-Niveau. Zu den weiteren Features gehören endlich ein USB-Typ-C-Anschluss, LTE Cat. 6 mit bis zu 300 Mbit/s im Download, schnellem WLAN ac, Bluetooth 5.0 und NFC.

Der Akku des Samsung Galaxy A50 bietet mit 4.000 mAh noch einmal 1.000 mAh mehr als der Vorgänger und selbst den fanden wir in puncto Ausdauer schon lobenswert. Entsprechend wundert es nicht, dass das neue Modell noch einmal länger durchhält – wenn auch nicht so viel länger wie erwartet. Ein normaler Tag ist dennoch trotz recht intensiver Nutzung kein Problem, die meisten Nutzer dürften nur alle zwei Tage laden müssen. Nach rund zwei Stunden ist der Akku mit dem beiliegenden Ladegerät wieder vollständig geladen.

Samsung hat dazugelernt. Kam der Vorgänger Galaxy A5 (2017) noch mit veralteter Android-Version in den Handel, so ist auf dem neuen A50 bereits die zum Test aktuelle Version Android 9 Pie installiert. Darüber legt der Hersteller seine überarbeitete und mit neuem Namen versehene Nutzeroberfläche One UI, die inzwischen recht aufgeräumt und übersichtlich wirkt. Noch vor wenigen Jahren hätte das sicherlich kaum jemand über Samsungs Nutzeroberflächen gesagt. Das Galaxy A50 bietet unter anderem einen Dark-Mode, der gerade wegen der Verwendung eines OLED-Screens sinnvoll ist, da bei dieser Technik für die Darstellung von Schwarz kaum Energie benötigt wird. Der Sicherheitspatch auf unserem Testgerät stammt von März 2019 und ist damit ausreichend aktuell.

Bestandteil von One UI ist der neu eingerichtete Bixby-Screen, den Nutzer durch einen Fingerwisch nach rechts auf dem Homescreen erreichen. Er ist konfigurierbar und bündelt Informationen aus häufig genutzten Apps, außerdem werden hier allgemeine Infos wie Wetterdaten oder Nachrichten angezeigt. Vorinstallierte Apps gibt es nicht viele, die Software sozialer Netzwerke oder von Musik-Streaming-Diensten lassen sich allerdings teilweise nur deaktivieren und nicht deinstallieren.

Die Rückseite mit der Triple-Kamera.

Das Samsung Galaxy A50 verfügt über drei Hauptkameras. Das war im letzten Jahr noch dem Samsung Galaxy A7 (2018) vorbehalten, das A5 (2017) bot nur eine Dual-Kamera. In der Mittelklasse gibt es neben dem sehr guten Wiko View 3 Pro (Testbericht) bisher nur sehr wenige Modelle mit drei Linsen.

Die Triple-Cam des A50 setzt sich zusammen aus Hauptlinse mit 25 Megapixel für normalen Weitwinkel mit 78 Grad Sichtfeld, einer Optik mit 8 Megapixel und Ultraweitwinkel mit 123 Grad und dem dritten Kameramodul mit 5 Megapixel, das Zusatzinformationen für künstliches Bokeh sammelt. Die Qualität der vom A50 geknipsten Fotos ist bei gutem Licht recht ordentlich. Zwar werden Farben bisweilen etwas blass in den Speicher gebannt, dafür stimmt die Bilddynamik für die Mittelklasse und auch die Bildschärfe ist passabel.

Das gilt zumindest bei gutem Licht und für die Hauptkamera, bei der erst bei größerer Entfernung fehlender Detailreichtum auffällt. Bildrauschen ist kaum ein Problem. Der Ultraweitwinkel des A50 stellt grundsätzlich eine große Bereicherung für die Smartphone-Fotografie dar, er bringt insgesamt mehr Nutzen mit sich, als der inzwischen in Smartphones verbreitete Zweifach-Zoom. Leider kann die Selfie-Kamera bei der Bildschärfe nicht mit der Hauptkamera mithalten, sie reicht bei gutem Licht aber noch aus.

Sichtbar schlechter werden Haupt- und Ultraweitwinkelkamera bei schwindendem Licht, dann werden deutliche Unterschiede zu Kameras in höherpreisigen Smartphones deutlich. Bei richtig wenig Licht, etwa in einer nur schwach belichteten Nachtsituation, sollte man auf Fotos lieber gleich verzichten. Hier hellt Samsung zugunsten annehmbarem Rauschverhalten kaum auf, sodass solche Bilder vor allem eines sind: dunkel.

Die Frontkamera erlaubt grundsätzlich scharfe Aufnahmen mit 8 Megapixel und HDR-Funktion. Bis auf sehr schwierige Situationen stimmt daher bei Portraitaufnahmen auch die Bilddynamik. Künstliches Bokeh, bei Samsung Live-Fokus genannt, funktioniert ordentlich. Bei der Hauptkamera sollten Anwender darauf zugunsten eines natürlicheren Looks aber lieber verzichten. Auch ohne entsprechenden Modus gibt es ein angenehmes Bokeh bei Aufnahmen mit starken Abständen zwischen Objekten im Vorder- und Hintergrund.

Schade: Trotz des kräftigen Prozessors erlaubt das Samsung Galaxy A50 nur Videos in Full-HD. Hier wäre 4K wie bei der Konkurrenz wegen der höheren Schärfe die richtige Wahl gewesen.

Eine Zeit lang hatte man den Eindruck, dass Smartphones zwar immer mehr Zusatzfunktionen erhielten, darüber aber Grundfunktionen zunehmend schlechter wurden – bemerkbar etwa bei der Sprachqualität. Beim Samsung Galaxy A50 sind solche Sorgen unbegründet, denn Gesprächspartner tönen an beiden Enden der Leitung laut und klar durch den Äther. Selbst über den lauten Monolautsprecher, der über die Fußseite des Gerätes nach unten abstrahlt, sind Telefonate in ruhigerer Umgebung problemlos möglich.

Samsung Galaxy A50 Duos A505FN/DS 128GB schwarz (SM-A505FZKS)

Samsung A50, schwarz

Samsung Galaxy A50 Duos A505FN/DS 128GB blau (SM-A505FZBS)

Samsung A50, blau

Samsung Galaxy A50 Duos A505FN/DS 128GB weiß (SM-A505FZWS)

Samsung A50, weiß

Samsung Galaxy A50 Duos A505FN/DS 128GB koralle (SM-A505FZOS)

Samsung A50, koralle

Das Samsung Galaxy A50 punktet vor allem mit seinem schicken Design, dem tollen AMOLED-Display und viel Speicher. Hinzu kommt eine zumindest bei Licht ordentliche Kamera und ein guter Akku. Ausreichend Power hat das Mittelklasse-Smartphone ebenfalls und auch die Telefonqualität hat Hersteller Samsung nicht vernachlässigt. Insgesamt ist das Galaxy A50 ein richtig gutes Mittelklasse-Smartphone und eine Empfehlung wert, auch wenn es im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr staub- und wasserdicht ist.

Alternativen im ähnlichen preislichen Umfeld sind Modelle wie Motorola Moto G7 Plus (Testbericht) oder Nokia 7.1 (Testbericht), auch der recht ähnliche Vorgänger Samsung Galaxy A7 (2018) ist durchaus noch eine Überlegung wert. Wer Wert auf eine Triple-Kamera legt, kann sich auch das preislich vergleichbare und mit Sehr Gut bewertete Wiko View 3 Pro (Testbericht) anschauen.

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