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SNES-Gamepad-Klon im Test: Billig und ungenau

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Zwei Controller in Super-Nintendo-Optik für um die 12 Euro? Klingt perfekt für die Retro-Konsole – zumindest, bis man sie in der Hand hat.

Für unser Special “Retro-Konsole mit Raspberry Pi” hatten wir die zwei Gamepads im SNES-Retro-Look für rund 12 Euro gekauft. Eine kurze Google-Suche liefert verschiedene Anbieter, hinter den Produkten dürfte aber größtenteils der gleiche Hersteller stecken. Sie lassen sich über eBay, kleineren Online-Shops oder Amazon problemlos erwerben.

Klassisch grau: Das Gamepad klont den Super-Nintendo-Controller fast perfekt.

Für alle älteren Gamer ruft der Controller sofort Erinnerungen wach: Er sieht aus wie das SNES-Gamepad, Tasten, Farben und Form sind genau gleich – oder zumindest so nahe am Original, dass man sich sofort wohl fühlt.

Die Ähnlichkeit endet mit der ersten Eingabe. Die Druckpunkte sind viel zu hart und ungenau. Das Gamepad selbst fühlt sich billig und schlecht verarbeitet an – bei dem Preis wundert es nicht. Auch beim Kabel hätte Hersteller großzügiger sein dürfen. Es ist etwa 1,40 Meter lang, steht die Konsole aber nahe oder hinter dem TV-Geräte, wird es schnell zu kurz.

Die idealen Spiele für den Test von Gamepads sind Jump-and-Runs. Hier zählen Reaktion und Genauigkeit ebenso wie eine saubere Übertragung der Eingaben. Neben dem Retro-Pi – dessen alte Spiele ab und zu einige Fehler verzeihen – haben wir die Controller unter Windows und Steam getestet. Als Testspiele kamen auf dem RetroPi verschiedene Klassiker zum Einsatz, auf Windows spielten wir Cuphead. Hinter dessen charmantem Aussehen verbirgt sich ein knallhartes klassisches Jump-and-Run, welches keine Fehler verzeiht.

Schlecht verarbeitet: Der Controller fühlt sich billig an und ist einfach zu ungenau.

Auf unserer Retro-Konsole bot sich bei mehreren Spielen ein ähnliches Bild. Super Mario World ließ sich zwar spielen, kniffligere Sprungpassagen allerdings waren aufgrund der ungenauen Eingabe eine Herausforderung. Ähnliches gilt für andere Spiele wie R-Type. Insgesamt sind die Controller OK, sie machen aber nicht wirklich Spaß, weil man sich zu sehr konzentrieren muss, ob Eingaben auch wirklich im Spiel umgesetzt werden.

Unter Windows wurde der Controller erst beim zweiten Anstecken erkannt. Cuphead selbst konnte die Tasten nicht automatisch zuweisen, eine manuelle Zuordnung war aber im Optionsmenü möglich. Im Spiel zeigten sich dann die richtigen Probleme: Oft werden Tasteneingaben einfach nicht erkannt. Wir konnten nicht einmal ins Tutorial gelangen, weil das Spiel auf die entsprechende Taste nicht reagierte.

Die Gamepads kommen auch schnell an ihre Grenzen, wenn man etwas anderes spielen möchte als SNES-Klassiker: Es fehlt an Tasten und analogen Sticks, um alle Funktionen abbilden zu können.

Das Problem: Bei modernen Spielen fehlen schnell Tasten - zwei Schulterknöpfe sind da zu wenig.

Für die Gamepads spricht der Retro-Look und dass sie richtig billig sind – aber man erhält auch entsprechende Qualität. Für eine Runde Mario Kart in geselliger Runde mag das reichen, wer Spiele wie Super Turrican oder Super Ghouls ‘n Ghosts damit spielt, der macht sich das Leben unnötig selbst schwer. Wer ein USB-Gamepad für Windows sucht, sollt einen weiten Bogen um diese Geräte machen. Denn dass auch billig deutlich besser geht, zeigen die Controller von Gembird JPD-UDV-01 (Testbericht) ganz gut .

Hiperactivo SNES Retro Controller 2 Stück (PC)

Doppelpack

Gembird Gamepad, USB (PC) (JPD-UDV-01)

Einzeln

Gembird Double Gamepad, USB (PC) (JPD-UDV2-01)

Doppelpack

Und, Nintendo, falls ihr mitlest: Bitte produziert offizielle SNES-Controller mit USB-Anschluss. Denn auch heute sind die Gamepads noch immer stylish und es hat einen Grund, warum so (schlechte) Klone verkauft werden. Dass ihr es könnt, wissen wir: Die identisch aussehenden Gamepads für Euer SNES Mini Classic (Testbericht) sind genial. Aber leider ohne USB-Anschluss.

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