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Ring Stick Up Cam im Test: Cloud-Überwachungskamera

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Die Ring Stick Up Cam ist mit POE- oder Akkubetrieb erhältlich, nimmt in eine kostenpflichtige Cloud auf und bringt eine hervorragende App mit. Wofür sie sich eignet und wofür nicht, zeigt der Test.

Los ging's im Ring-Ökosystem mit der smarten WLAN-Türklingel (Testbericht), dann folgten Standalone-Kameras (auch mit WLAN und Solarzellen) und Kameras mit integriertem LED-Flutlicht für Einfahrt, Hof & Co. Die Stick Up Cam rundet das Portfolio seit diesem Jahr ab: Sie ist eine vergleichsweise kleine Überwachungskamera, die Stand-alone mit Akku oder Solarzellen arbeitet, per WLAN oder Netzwerkkabel, in Innenräumen oder außen, auf den Standfuß gestellt oder an der Wand montiert – kurz und knapp, die Ring Stick Up Cam will ein universeller Alleskönner sein.

Optisch ist die Ring Stick Up Cam unauffällig. Sie erinnert an eine etwas klein geratene Cola-Dose mit Standfuß. Auf der Vorderseite befinden sich Kamera-Linse, Lautsprecher und Mikrofon, der Rest des Gehäuses ist sehr unauffällig und zeigt keine weiteren Elemente. Unter einer mit Security-Torx-Schraube gesicherten Abdeckung auf der Unterseite befinden sich die Anschlüsse. Bei der uns vorliegenden Stick Up Cam Wired sind das Micro-USB und LAN. In unmittelbarer Nähe gibt es einen QR-Code, der für die Einrichtung der Kamera gescannt werden muss, sowie einen Taster.

Das Gehäuse ist vorwiegend aus Kunststoff – entsprechend ist die Stick Up Cam nicht für vandalismusgefährdete Bereiche geeignet. Das hohe Gewicht und die Halterungs-Aufnahme aus Metall sorgen allerdings für einen kräftigen Vertrauensvorschuss, was die Haltbarkeit angeht.

Apropos: Die Halterung ist ein Alleskönner. Die Ring-Cam fühlt sich damit stehend im Regal genauso wohl wie verschraubt an Wand, Boden oder Decke, zwei Scharniere lassen quasi jeden gewünschten Blickwinkel zu – egal, wo und wie der Fuß befestigt ist. Typisch Ring sind die vielen Helferlein, die die Installation vereinfachen: Neben den schon bekannten Details wie dem mitgelieferten Schraubendreher, dem Befestigungsset für alle Lebenslagen und sogar dem mitgelieferten Bohrer freuen wir uns über eine im Standfuß versteckte Wasserwaage, die die gerade Montage stark vereinfacht.

Zubehör-Exposion: Von Bohrer über Schrauben bis zu Kabeln, Adaptern und Netteilen ist alles im Paket, was man eventuell brauchen könnte.

Einen PIR-Bewegungsmelder wie bei den Spotlight- und Floodlight-Kameras gibt es bei der Stick Up Cam übrigens ebensowenig wie eine integrierte LED-Beleuchtung.

Der große Vorteil bei Ring: Aufbauen, anschließen und einrichten geht so einfach, dass es fast schon unverschämt ist. IT-Grundlagen sollten vorhanden sein, aber erweiterte Netzwerkkenntnisse sind nicht nötig. Die App für Android und iOS führt einen Schritt für Schritt durch Montage und Konfiguration.

Durchdachte Details: Kleinigkeiten wie die im Standfuß integrierte Wasserwaage erleichtern die Montage enorm.

Unsere Stick Up Cam bringt ein USB-Netzteil samt Kabel mit, womit sie sich einfach aufstellen und per WLAN betreiben lässt. Wer sie verkabeln möchte, kann ein LAN-Kabel einfach einstecken. Die POE-Ausführung der Kamera hat einen Injektor und ein passendes Netzteil dabei – damit lässt sich die nötige Energie zum Betrieb in das Netzwerkkabel einspeisen. Und wer schon einen POE-fähigen Router oder Switch hat, kann das entsprechende Kabel einfach einstecken und versorgt die Überwachungskamera direkt mit Netz und Strom.

Die Konfiguration erfolgt per App und klappt erfreulich flink. Bis heute hat Ring es allerdings nicht geschafft, die Anwendung und sämtliche Anleitungsvideos komplett zu übersetzen; immer wieder mal kommt englischer Text zum Vorschein. Wer damit kein Problem hat, hat die Kamera in wenigen Minuten eingerichtet. Wie das genau abläuft, zeigt die folgende Fotostrecke.

Vor allem im Hellen ist die Bildqualität der Weitwinkel-Kamera hervorragend. Im Dunkeln ist es okay, aber wie so oft: Gerade bei schnellen Bewegungen verschwinden die Details. Zwar hat die Stick Up Cam auch einen Nacht-Farbmodus, aber auch der ist letztlich nur ein Kompromiss. Solange etwas Restlicht in der Umgebung vorhanden ist, kann man damit aber gut leben.

Bei ausreichender WLAN- oder Kabelverbindung ist die Verzögerung auch beim Zugriff übers Internet schön flott. Wenn die Ring-App vor schlechter Empfangsqualität warnt, sollte man besser ein Kabel ziehen oder einen WLAN-Repeater einsetzen; ansonsten endet das in nerviger Warterei.

Schade: Der Kunststoffstreifen zwischen Kamera-Linse und Lautsprecher ist extrem kratzempfindlich. Unserer sieht schon vor der Montage aus, als hätte er einen harten Einsatz hinter sich. Die restliche Materialauswahl ist deutlich wertiger.

Über die App lassen sich noch weitere Einstellungen festlegen – etwa einen Bereich, in dem die Bewegungserkennung aktiv sein soll. So kann man Bäume oder Büsche ausschließen, die sich im Wind bewegen, um Fehlalarme zu reduzieren. Was es leider weiterhin nicht gibt, ist die Möglichkeit, eine schwarze Maske über Bildbereiche zu legen. Beim Einsatz draußen muss man also darauf achten, dass kein öffentlicher Raum wie Straßen, Gehwege oder Zufahrten im Bild zu sehen sind.

Praktisch: Die Stick Up Cam bringt Lautsprecher und Mikrofon mit. So kann man nicht nur sehen, sondern auch hören, was los ist, gegensprechen – und per Fingertipp in der App eine Sirene einschalten. Die könnte jedoch gerne noch etwas lauter sein.

Live-Bild-Ansicht mit Sprachfunktion

Die Aufnahmen der Ring-Kamera landen in der Cloud. Einen lokalen Netzwerkspeicher spricht die Kamera nicht an; einen Speicherkartenslot gibt es nicht. Das hat Vor- und Nachteile: Man muss sich nicht um seine Netzwerk-Infrastruktur kümmern und braucht das nötige Know-How dafür nicht. Im Falle eines Einbruchs werden die Videos sicher irgendwo auf dem Globus gesichert; selbst ein mutwillig gelegtes Feuer löscht die Aufnahmen nicht. Aber dafür ist man eben auch nicht der eigene Herr seiner Daten und muss einen monatlichen Obulus abdrücken.

Für 30 Euro im Jahr nimmt der Clound-Service die Aufnahmen einer Ring-Kamera auf, für 100 Euro im Jahr von beliebig vielen Kameras. Nicht wenig Geld, aber dafür muss man sich eben auch weniger NAS noch Festplatten kaufen.

Die Stick Up Cam ist in schwarz und weiß in einer akkubetriebenen sowie in einer verkabelten Ausführung zu haben. Für das Akku-Modell gibt es optional auch ein Solar-Panel. Wie es sich in der Praxis schlägt, haben wir hier bereits getestet: Solarzellen-Überwachungskameras mit WLAN

Ring Stick Up Cam Wired schwarz (8SS1E8-BEU0)

Schwarz, Kabel

Ring Stick Up Cam Wired weiß (8SS1E8-WEU0)

Kabel, weiß

Ring Stick Up Cam Battery schwarz (8SS1S8-BEU0)

Akku, schwarz

Ring Stick Up Cam Battery weiß (8SS1S8-WEU0)

Akku, weiß

Ring Solar Panel für Stick Up Cam, schwarz (8ASPS7-BEU0)

Solarpanel

Ring macht das schon gut. Das Ökosystem wächst kräftig, inzwischen gibt es für fast jeden Ort im Innen- und Außenbereich eine passende Überwachungskamera. Die Produkte sind gut verabreitet, die Videoqualität ist hoch, die App ist hervorragend – wenn man von den sprachlichen Kleinigkeiten mal absieht.

Ob man den Cloud-Service als Bedrohung oder Bereicherung ansieht, muss aber jeder für sich entscheiden.

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