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Ring Stick Up Cam Battery im Test: Überwachung mit Akku

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150 Grad Weitwinkel, Akku sowie Privatsphäre für Nachbarn & Co. – Ring bringt eine kabellose Neuauflage der Stick Up Cam für 100 Euro. TechStage hat sie getestet.

Kabel oder lieber Akku: Für die Überwachung in Außenbereichen gibt es diverse Optionen. Auch Ring hat sein Portfolio erweitert und die kabelgebundene Stick Up Cam (Testbericht) als Akku-Variante für Garten & Co. herausgebracht. In diesem Testbericht zeigen wir, was die Kamera bietet.

Wer hingegen eine Überwachung für die Hauswand sucht, findet Alternativen wie die WLAN-Leuchte Ring Floodlight (Testbericht) und die Scheinwerfer-Kamera Ring Spotlight (Testbericht).

Soll es ein anderer Hersteller sein? Dann empfehlen wir unseren Beitrag Testsieger: Überwachungskameras für innen und außen.

Wirft der Nachbar sein Laub über den Zaun? Liegt die Katze heimlich auf dem Terrassentisch? Outdoor-Kameras zeigen bei Tag und Nacht, was draußen vor sich geht. Besonders praktisch sind Modelle, die ohne Stromkabel auskommen. So spart man sich nicht nur das Verlegen von Kabeln, sondern ist auch bei der Montage flexibler – solange sich die Kamera in WLAN-Reichweite befindet.

Mit oder ohne Kabel? Beide Varianten der Stick Up Cam sind preislich auf einem Level.

Die Stick Up Cam mit Akku kann genau das: Sie funktioniert ohne Kabel, erkennt Bewegungen, besitzt eine Nachtsichtfunktion und ein Zwei-Wege-Audio – etwa, um mit dem Postboten zu sprechen. Die Kamera selbst wird über einen austauschbaren Akku betrieben. Eine Ladung hält unserer Erfahrung nach bei etwa zwei bis drei Alarmen pro Tag gut vier Monate. Wird er leer, informiert die Kamera via App oder E-Mail, dass er gewechselt werden muss. Dann kann man entweder direkt einen Ersatzakku einsetzen oder den Vorhandenen laden. Alterantiv betreibt man die Kamera via Solar. Entsprechende Panele kosten bei Ring rund 60 Euro zusätzlich.

Für die Montage der Kamera an der Wand liegen Ring-üblich hochwertige Schrauben und Dübel bei. Hierfür hat die Kamera ein Gewinde unter einem Silikondeckel, das zur mitgelieferten Wandhalterung passt – die ist wahlweise auch der Standfuß. So steht die Cam ohne Befestigung auf einem Regal oder Mauer. Wer die Ring an der Decke montieren will, braucht dazu eine separate Halterung. Die kostet rund 25 Euro.

Wer die richtige Stelle für die Cam gefunden hat, muss sich im Anschluss die App Ring – Always Home herunterladen. Zur Einrichtung verlangt die App ein Nutzerkonto, für dessen Registrierung Name, E-Mail-Adresse und Postleitzahl sowie Verbindung zum WLAN nötig ist. Anschließend fügt man die Ring Stick Up Cam im App-Menü hinzu oder scannt mit dem Smartphone den QR-Code auf der Rückseite der Kamera. Letzterer war auf unserer Kamera nicht vorhanden, weshalb wir die Kamera über das Menü gesucht und ausgewählt haben.

Setup der Ring Stick Up Cam Battery (25 Bilder)

Die Kamera ist aktiv, sobald sie in der App eingerichtet ist. Jedoch verlangt Ring nochmals Daten – dieses Mal Adresse und den Standort der Cam. Hier greift Ring im Vergleich zu anderen Herstellern deutlich mehr Informationen ab, das muss vor dem Kauf klar sein. Üblich sind eigentlich Name und E-Mail-Adresse. Selbst Google verlangt bei der Nest Cam Outdoor (Testbericht) nur die Postleitzahl zusätzlich. Wem das dennoch zu viele Daten sind, findet in unserem Beitrag: Sieben Security-WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher Alternativen.

Rundum ist die Einrichtung der Kamera aber sehr leicht verständlich und nutzerfreundlich gestaltet. Einzelne Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten erklärt die App Schritt für Schritt während des Setups.

Wer die Cam zudem mit Sprachassistenten verbinden will, hat die Wahl zwischen Alexa und Google Assistant. Alle drei erlauben die Steuerung der Kamera per Sprache – etwa per „Alexa, zeige mir die Kamera an der Eingangstür“. So sieht man auf Anhieb, was Außen passiert. Weitere Details haben wir in unserem Beitrag: Smarte Türsprechanlage für wenig Geld zusammengefasst.

Die Stick Up Cam Battery nimmt Bilder und Videos in Full-HD, also 1920 × 1080 Pixel, auf. Für Überwachungskameras ist das mittlerweile Standard. Es gibt zwei Situationen, in denen die Kamera aktiv wird: Entweder man geht in die App und schaut sich den Live-Stream der Kamera an oder die Ring erkennt eine Bewegung in ihrem Sichtbereich. Für letzteres kann man die Alarm- und Bewegungsempfindlichkeit einstellen. So soll vermieden werden, dass etwa vorbeifliegende Vögel einen Alarm auslösen. Die Erkennung von Bewegungen erfolgt über einen integrierten Passiv-Infrarot-Sensor (PIR). Das hat den Vorteil, dass gegenüber einer digitaler Erkennung weniger Energie notwendig ist. So aktiviert sich die Videofunktion nur, wenn auch eine Bewegung erkannt wird. Das spart Strom und verlängert die Akkulaufzeit.

Nachbarsgarten ist im Video? Bildbereiche schwärzt man dauerhaft über die App aus.

Gleiche Funktionen sind bei Nacht verfügbar. Für die Nachtsicht besitzt die Stick Up Cam zwei Infrarot-LEDs (IR), die die Umgebung bei Dunkelheit ausleuchten. Neu bei Ring sind zudem sogenannte Modus-Einstellungen und Privatsphärenbereiche. Bei ersteren stellt man ein, dass Kameras nicht aktiv sind, solange man sich selbst – respektive das eigene Smartphone – in der Nähe der Kamera aufhält. Die Privatsphäre-Bereiche schützen beispielsweise Nachbarn. Filmt die Kamera einen Teil des Nachbargartens, kann man diesen Bereich vollständig ausschwärzen. Selbst im Live-Stream sieht man dann nicht, was beim Nachbarn passiert. Das ist vorbildlich und letztlich nach deutschem Recht notwendig.

Die App bietet zudem das Einstellen von Zeitplänen – also etwa zu bestimmten Uhrzeiten oder Wochentagen. So kann man beispielsweise von Freitagabend bis Sonntag die Überwachung von 23 bis 8 Uhr aktivieren. Alternativ kann man der Kamera befehlen, dass sie für die kommenden zwei oder vier Stunden anschaltet. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn man eine Gartenparty hat und nicht möchte, dass gefilmt wird.

Wer zudem den Zugriff der Kamera mit anderen Familienmitgliedern teilen will, findet im Menü den Punkt Gemeinsame Nutzer. Neue Nutzer werden über die jeweilige E-Mail-Adresse hinzugefügt und benötigen ebenfalls ein Ring-Konto.

Ring Stick Up Cam Battery im Detail (6 Bilder)

Das Bild der Kamera ist bei Tag hell, kontrastreich und farbenfroh. Hier liefert die Ring-Kamera ein gutes Ergebnis. Allerdings sind die Texturen verwaschen – Bäume, Sträucher & Co. wirken matschig. Personen erkennt die Kamera allerdings gut und liefert brauchbare Bilder. Der Weitwinkel der Kamera beträgt 150 Grad. So erfasst die Cam eine Breite von gut 15 Metern.

Die Ring-Kamera sollte nicht vor einer Scheibe positioniert werden, sonst reflektiert die Status-LED im Bild.

Bei Nacht ist das Bild sehr gut ausgeleuchtet, einzelne Gegenstände und Bäume sind sichtbar. Allerdings sollte man die Stick Up Cam nie vor einem Fenster aufstellen. Denn bei Nacht kommen Status-LED und IR-LED nicht mit der Reflexion der Scheibe klar. Das Resultat ist ein unbrauchbares Bild. Im Freien ist die Qualität hingegen überzeugend.

So sieht das Ergebnis bei vollkommener Dunkelheit aus.

Das integrierte Mikrofon nimmt Stimmen in der direkten Umgebung gut wahr, es reicht etwa drei Meter. Problematisch wird es bei Hintergrundgeräuschen. Geht etwa eine Gartentür auf oder rumpelt der Nachbar mit Kisten, ist die Geräuschquelle kaum zuzuordnen. Zudem besteht ein dauerhaftes Rauschen im Ton. Bei unserer Test-Kamera wurde das besser, als wir sie umpositioniert haben und sie einen besseren Empfang hatte. Das ist dennoch überraschend, denn unsere Test-Ring stand an der gleichen Stelle wie die Nest Cam Outdoor (Testbericht) und Heimvision HMD2 (Testbericht), die mit der Entfernung von rund 10 Metern zum Router kein Problem hatten.

Der Lautsprecher der Kamera überzeugt hingegen. Die Kamera ist gerade einmal so groß wie eine Cola-Dose. Entsprechend klein ist der eingebaute Speaker. Dennoch gibt der die eigene Stimme so klar und deutlich wieder, dass selbst ein Postbote auf vier Metern Entfernung versteht, wo er das Paket abstellen soll.

Die Nutzung der App ist generell kostenfrei. Die App sendet Benachrichtigungen bei Bewegung, überträgt Live-Aufnahmen, Gegensprechfunktion und Diebstahlschutz, wenn die Cam entfernt wird. Aufnahmen von Bewegungen speichert die App allerdings nicht ohne Bezahlung. Wer das braucht, muss zum kostenpflichtigen Cloud-Abo greifen.

Für 3 Euro pro Monat (und Gerät) gibt es zusätzlich einen 30-tägigen Videoverlauf, die Option Videos herunterzuladen, zu teilen oder eine Momentaufnahme zu schießen. Für 10 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr bietet Ring noch eine erweiterte Garantie, die so lange gültig ist, wie man das Abo bezahlt, sowie eine Unterstützung für unbegrenzt viele Ring-Produkte.

Die Ring Stick Up Cam Battery ist für rund 100 Euro eine gute bis sehr gute Outdoor-Kamera. Die Akkulaufzeit von knapp vier Monaten und die verschiedenen Optionen zum Aufladen – einschließlich via Solar – machen die Kamera zu einem einfachen kabellosen Überwachungsinstrument. Die Bildqualität der Stick Up Cam ist für Außenbereiche gut, man sollte sie allerdings nicht vor eine Glasscheibe stellen; das schränkt das Ergebnis erheblich ein. Bewegungserkennung und Lautsprecher gehören zu den weiteren Pluspunkten. Beides funktioniert einwandfrei.

Abzüge bekommt die Kamera für das Mikrofon. Das dauerhafte Rauschen im Ton stört. Und beim Cloud-Speicher muss man wissen, ob man einerseits seine Daten dem Anbieter anvertrauen will und andererseits mit der kostenlosen Variante zurechtkommt. Sonst muss man mit monatlichen Kosten leben. Wer das nicht will, sollte sich die Eufycam 2c (Testbericht) ansehen. Diese Kameras verzichten auf Zusatzkosten bei der Speicherung. Preislich nehmen sich Eufycam und Ring im Bundle mit zwei Kameras quasi nichts.

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