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Ring Security Alarmanlage im Test: einfach installiert und gut

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Die Amazon-Tochter Ring vertreibt neben den Cloud-basierten Überwachungskameras seit kurzem auch ihr smartes Alarm Security System mit App-Anbindung in Deutschland. Wir haben das System getestet und zeigen Vor- und Nachteile.

Vor etwa eineinhalb Jahren haben wir alle wichtigen Smart-Home-Alarmanlagen mit App-Steuerung getestet. Das damalige Ergebnis zeigt der Vergleichstest: Sechs Alarmanlagen mit App-Steuerung. Rechtzeitig vor Beginn der dunklen Jahrszeit testen wir nun die Nachzügler, um den Beitrag wieder auf den aktuellen Stand bringen zu können. Den Auftakt macht das System der Amazon-Tochter Ring.

Die Ring-Alarmanlage besteht aus der eigentlichen Alarmzentrale, einem akkubetriebenen Funk-Bedienmodul, einem Range-Extender für die kabellose Anbindung der Sensoren sowie den Sensoren selbst. Aktuell stehen ausschließlich IR-Bewegungsmelder sowie Magnetkontakte als Öffnungsmelder für Türen und Fenster zur Auswahl; weitere Sensoren – etwa Wasser- und Feuchtigkeitsmelder für Keller oder Waschmaschine, Glasbruch- oder Rauchmelder gibt es im Programm nicht. In den USA lassen sich allerdings auch Komponenten anderer Hersteller anbinden, beispielsweise einen Rauch- und CO-Warnmelder. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Produkte früher oder später auch hierzulande verfügbar werden, ist hoch.

Scharf und unscharf schaltet man die Alarmanlage per App oder nach Code-Eingabe auf dem Bedienelement; eine Sprachansage aus der Zentrale und dem Element bestätigt die Änderung. Bei unserem Testgerät erfolgt die Ansage noch in englischer Sprache, bei den fertigen Produkten im Handel soll das aber übersetzt sein. Im Alarmfall ertönt die Sirene der Zentrale, es gibt Push-Nachrichten auf alle verbundenen Smartphones und gegen Bezahlung auch weitere Benachrichtigungen, dazu später mehr.

Die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten erfolgt über Z-Wave Plus. Das ist eine Weiterentwicklung des Z-Wave-Funkstandards für Smart-Home-Komponenten. Er bietet im Vergleich zum Vorgängersystem eine höhere Reichweite der Komponenten, eine effizientere Nutzung der Energie sowie die Möglichkeit der Übertragung von Software-Updates auf die Sensoren.

Die Code-Tastatur läuft mit Akku und wird per Micro-USB geladen.

Für den Betrieb ist zwingend eine Internet- und eine Cloud-Anbindung samt Registrierung und Adressangabe beim Hersteller nötig. Ein kostenpflichtiges Abo bietet Zusatzdienste, ist aber für den reinen Alarmanlagenbetrieb nicht notwendig – App-Benachrichtigung & Co. funktioniert ohne monatliche Kosten.

Wir kennen Ring von den Überwachungskameras (für innen und außen, mit Solar und mit Außenbeleuchtung) und haben die Produkte samt ihrer Verpackungen und dem umfangreichen Zubehör lieben gelernt. Das gilt auch für das Alarmanlagen-Set: Im sauber strukturierten Paket finden sich klar und deutlich beschriftet sämtliche Komponenten und das Montagezubehör samt Bohrschablonen, Dübeln und hochwertigen Klebepads von 3M.

Dieser Eindruck setzt sich nach dem Auspackenn der einzelnen Produkte fort. Die Alarmzentrale wirkt stabil und wertig. Die Sensoren sind zwar vergleichsweise groß, aber ebenfalls wertig verarbeitet und haben Sabotagekontakte integriert, die beim Abreißen oder Ablösen aus der Halterung anschlagen.

Der Inhalt der Verpackung ist vorbildlich beschriftet.

Uns gefällt das Bedienpanel mit Zehner-Tastatur, das bei smarten Funk-Alarmanlagen eine Besonderheit darstellt. Die meisten Systeme dieser Art lassen sich ausschließlich per App steuern oder bringen maximal noch eine Fernbedienung mit. Mit dem Ziffernpad kann man Dritten Zugang zur Wohnung verschaffen – als Gast sogar mit festgelegten Zeitfenstern, etwa für eine Putzhilfe.

Die Wandhalterung des Bedienteils wird an der Wand verschraubt; dabei hilft die mitgelieferte Bohrschablone. Das Gerät selbst wird einfach nur eingesetzt. Dank integriertem Akku und Funkanbindung arbeitet es komplett autark. Zum Nachladen des Akkus per Mikro-USB kann man es aus der Halterung entnehmen. Der einzige Nachteil: Den aktuellen Status zeigt es aus Stromspargründen nicht dauerhaft an, sondern nur auf Tastendruck.

Alle Fäden laufen in der Alarmzentrale zusammen. Die Verbindung mit dem Internet erfolgt über WLAN oder LAN-Kabel. Bei Ring ist außerdem – ebenfalls eine Besonderheit – eine SIM-Karte fest verbaut. Wer das kostenpflichtige Protect-Abo für knapp 10 Euro im Monat abschließt, bekommt eine Fallback-Verbindung über das Mobilfunknetz. Fällt die Internet-Verbindung zu Hause aus, bleibt das System über das Handynetz online. Auch auf einen Stromausfall ist das System vorbereitet. Die Sensoren arbeiten ohnehin batteriebetrieben; zusätzlich gibt es einen Puffer-Akku in der Zentrale, der die Anlage für 24 Stunden autark betreibt.

Es gibt ein paar Status-LEDs und eine Taste, um die Verbindung zur App herzustellen. Damit das so komfortabel wie möglich abläuft, hat die Zentrale zusätzlich Bluetooth integriert – auf diesem Weg koppelt sie sich mit dem Smartphone, um dann WLAN-Zugangsdaten zu erhalten und sich mit der Cloud zu verbinden. Damit ist Ring Alarm in puncto Einrichtung und Montage eines der komfortabelsten Systeme auf dem Markt. Ebenfalls integriert ist die Z-Wave-Schnittstelle zur Kommunikation mit den Sensoren und dem Tastenfeld.

Die Alarmzentrale hat Funk-Module für Z-Wave (Alarmsensoren und Tastatur), Bluetooth (zur Einrichtung mit dem Handy), WLAN und LAN für die Verbindung ins Internet sowie ein integriertes Handynetz-Modul für die Fallback-Verbindung – samt Puffer-Akku.

Außerdem sitzt ein Lautsprecher in der Zentrale für die Spachausgabe. Es gibt einen leisen Gong, wenn sich die Haustür öffnet, einen akustischen Countdown nach dem Schärfen der Alarmanlage bis zum Verlassen des abgesicherten Bereichs sowie einen schrillen Alarmton beim Auslösen.

Grundsätzlich gibt es die Ring-Alarmanlage nur als Set. Immer sind Zentrale, Bedienelement sowie ein Z-Wave-Repeater zur Vergrößerung der Funkreichweite enthalten, und je nach Bedarf eine unterschiedliche Anzahl an Magnetkontakten für Türen und Fenster sowie IR-Bewegungsmelder. Wer sich an die Installationsanweisung hält, kann die Bewegungssensoren so installieren, dass sie nicht auf Haustiere bis 15 Kilogramm Körpergewicht reagieren – dafür gilt es vor allem die Montagehöhe, aber auch die Empfindlichkeit zu beachten.

Das kleine, fünfteilige Set eignet sich optimal zur Absicherung einer kleinen Wohnung in einem höheren Stockwerk, eines Gartenhauses, einer kleinen Werkstatt oder Ähnliches. Enthalten sind neben den Standard-Komponenten ein Bewegungsmelder für den Flur oder den Hauptraum und ein Magnetkontakt für die Eingangstür. Das siebenteilige Set bringt jeweils zwei Sensoren mit, das neunteilige drei und das größte mit zehn Komponenten drei Bewegungsmelder und vier Magnetkontakte.

Die Sensoren, der Signalverstärker (alias Repeater) und das Bedienpanel lassen sich auch einzeln bestellen. Alle im Set ausgelieferten Komponenten sind bereits angelernt; das Hinzufügen weiterer Komponenten ist aber einfach und ohne technisches Detailwissen über die App schnell gemacht.

Das kleine Einsteigerset bringt Z-Wave-Repeater, Magnetkontakt für Tür oder Fenster sowie Bewegungsmelder (unten, v. l. n. r.) mit. Zusätzliche Sensoren gibt es optional zu konkurrenzfähigen Preisen.

Als Nachteil kann man hier die geringe Auswahl der verfügbaren Sensoren erwähnen sowie die Tatsache, dass es sich hier um relativ simple Alarmanlagenbausteine handelt, aufzählen. Andere Systeme, etwa von Egardia oder Gigaset, geben bei geplatzten Schläuchen der Waschmaschine, Glasbruch oder Feuer laut. Und die Tür- und Fensterkontakte von Gigaset (Testbericht) beispielsweise arbeiten mit Beschleunigungssensoren statt mit Magnetkontakten – und können auf diese Weise Einbruchsversuche, Stöße und Schläge von einer normalen Öffnung unterscheiden. Der Türsensor von Somfy (Testbericht) erkennt beim Öffnen, ob derjenige, der gerade Haus oder Wohnung betritt, einen Somfy-Transponder am Schlüsselbund trägt und entschärft die Alarmanlage dann automatisch.

Dafür ist Ring natürlich weit vorne im Bereich der Videoüberwachung. Kameras für innen und außen lassen sich hervorragend in die App integrieren und im Alarmfall direkt einsehen.

Wer unsere Testberichte zu Ring-Überwachungskameras gelesen hat, weiß, dass wir grundsätzlich ein Fan der Ring-App sind. Man muss aber damit leben können, dass es sich um eine Amazon-Tochter handelt, die persönliche Daten inklusive Anschrift des überwachten Objekts abfragt. Kann man das, bekommt man im Gegenzug eine ausgereifte, einfach zu bedienende und durchdachte Cloud-Lösung, die dem Anwender viel Arbeit abnimmt.

Positiv hervorzuheben ist vor allem das Benutzermanagement. Per App kann man andere Personen über eine E-Mail-Benachrichtigung einladen. Familienmitglieder, Freunde & Co. installieren die Ring-App dann selbst auf ihrem Handy und bekommen Zugriff auf die Alarmanlage, den aktuellen Zustand und Benachrichtigungen im Alarmfall. Außerdem gibt es anonyme Benutzer ohne App-Zugang, denen man einen vierstelligen PIN-Code für das Bedienteil und auf Wunsch einen Timelsot zuweist.

Die folgende Fotostrecke zeigt die Inbetriebnahme der Ring-Alarmanlage im Detail.

Ring Alarm: App und Einrichtung (69 Bilder)

Die Ring-App ist in unserem Fall bereits installiert, eingerichtet und mit einer Türklingel-Kamera verbunden. Um die Alarmanlage einzurichten, fügen wir ein neues Gerät hinzu – logischerweise Alarm.

Löst die Alarmanlage aus, ertönt die in der Zentrale untergebrachte Sirene. Dank Puffer-Akku läuft die auch bei Stromausfall. Gegen Zerstörung ist sie freilich nicht geschützt, außerdem gibt es aktuell keine Zusatzsirenen oder Alarmmelder mit Funk-Anbindung.

Allerdings setzt Ring im Auslösefall auch eine Nachricht an den Cloud-Dienst ab. Selbst ohne kostenpflichtiges Abo bekommt man Push-Mitteilungen aufs Smartphone und E-Mail-Benachrichtigungen. Wer sich für das Protect-Abo für knapp zehn Euro im Monat entscheidet, erhält dafür nicht nur die Fall-Back-Internetverbindung per Handy-Netz, sondern auch eine telefonische Benachrichtigung an bis zu drei Rufnummern.

Um sich und andere bei Alarm nicht in Gefahr zu bringen, bietet sich die Kombination aus einer smarten Alarmanlage und einer Überwachungskamera an. Ring hat diverse Kameras für unterschiedliche Einsatzzwecke im Angebot. Im Rahmen des Protect-Abos werden die Aufnahmen von beliebig vielen Kameras für einen Zeitraum von 30 Tagen in der Cloud gesichert.

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Die Kommunikation der Komponenten erfolgt verschlüsselt per Funk. Grundsätzlich gilt der zugrunde liegende Standard Z-Wave Plus als sicher und ist nicht anfällig gegenüber Man-in-the-Middle- oder Replay-Attacken, allerdings gilt das für den Moment: Zukünftig könnten Sicherheitslücken gefunden werden. Dieses Problem gibt es aber letztlich bei allen Funkalarmanlagen – und ist für den Privatnutzer vermutlich zu verschmerzen, denn der Standard-Einbrecher kommt hierzulande eher mit einem großen Schraubenzieher oder einem Kuhfuß als mit einem Laptop zum Ort des Geschehens.

Wer tatsächlich wertvolle Gegenstände zu Hause hat, sollte ohnehin nicht auf eine Smart-Home-Alarmlösung zum Selbsteinbau zurückgreifen. Schließlich missachten alle diese Produkte das Grundprinzip der Zwangsläufigkeit, dem alle professionellen Einbruchswarnanlagen zugrunde liegen. Auch die Polizei empfiehlt die mechanische Absicherung statt einer technischen Alarmlösung. Dennoch kann eine Alarmanlage für ein gutes Gefühl sorgen – egal ob zu Hause im Bett oder im Urlaub am anderen Ende der Welt, wo ein Blick auf die App verrät, dass Türen und Fenster sicher verschlossen sind.

Das Thema Datenschutz ist ein anderes. Wer hier empfindlich ist, sollte eher zu einer Lösung aus Europa ohne Registrierungszwang greifen – etwa zu Abus' Smartvest (Testbericht).

Derzeit ist die Ring-Alarmanlage eine Stand-Alone-Komponente. Während sich die Überwachungskameras – allerdings teils mit hoher Latenz – über IFTTT an andere Dienste anbinden lassen und es inzwischen auch Adapter für Smart-Home-Systeme wie ioBroker gibt, ist die Alarmanlage hier noch außen vor. Die Entwicklungen an anderer Stelle lassen aber hoffen.

Das Alarmsystem von Ring kann sich sehen lassen. Die Sets haben ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einbau und Programmierung sind vorbildlich einfach gelöst, die Funktionalität ist durchdacht – und die Zusatzfunktionen samt Telefonbenachrichtigung und ausfallsicherer Internet-Anbindung ein Novum.

Wer keine amerikanischen Cloud-Anbieter wünscht, eine größere Auswahl an Sensoren oder smartere Lösungen im Einzelfall sucht, findet in den bereits getesteten Produkten unseres Vergleichstests smarte Alarmanlagen eine Alternative.

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