TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Revell Quadcopter Spot VR: FPV-Racer inklusive Brille

von  // 

Ein FPV-Mini-Racer inklusive Fernsteueruung und Videobrille für 60 Euro - kann das funktionieren? Wir testen den Revell Spot VR und zeigen, was er kann.

Der Spot VR ist ein klassischer Indoor-Quadcopter mit Bürstenmotoren. Der etwa handflächengroße Mini-Racer kommt mit einem bunten Gehäuse und Propellerschutz zum Kunden. An der Front sitzt die nach unten schwenkbare Kamera und auf der Rückseite ist eine kleine LED verbaut. Diese hilft bei der Orientierung beim Flug ohne Brille.

Die Verarbeitungsqualität von Drohne und VR-Brille ist gut. Der verwendete Kunststoff des Senders ist allerdings nicht sehr hochwertig. Optik und Haptik erinnern an billiges China-Spielzeug.

Zum Lieferumfang gehören der Quadcopter inklusive Akku und USB-Ladegerät, ein kleiner Schraubenzieher, ein Satz zusätzliche Propeller und vier AAA-Batterien für den ebenfalls enthaltenen Handsender. Die Besonderheit ist die beigepackte VR-Brille, die allerdings nur mit Hilfe eines Smartphones funktioniert. Wir haben im Test ein iPhone 6s und ein Huawei Mate 10 Pro benutzt. Geräte mit einem Display größer als 6-Zoll passen nicht in die Halterung.

Bild: www.Techstage.de So sieht der Lieferumfang des Spot VR aus.

Revel nutzt verhältnismäßig schwache Bürstenmotoren. Diese sind ausreichend, um das Gerät in die Luft zu bekommen, bei Wind ist die Leistungsgrenze der Motoren aber schnell erreicht. Außerdem verschleißen die Bürsten-Motoren nach einigen Flugstunden. Der Vorteil ist der günstige Preis. Ein Satz Ersatzmotoren ist für etwa 8 Euro bei Revell erhältlich.

Der Spot VR nutzt eine 2,4GHz-Verbindung zur Steuerung und eine WLAN-Verbindung zur Bildübertragung. Üblicherweise übertragen FPV-Racer das Videosignal über eine verzögerungsfreie 5,8-GHz-Verbindung. Die Übertragung per WLAN hat eine verhältnismäßig hohe Latenz, weshalb wir im Vorfeld Zweifel haben, ob der VR Spot überhaupt mit Hilfe der Brille geflogen werden kann. Die kostenlose Revell-App ist für iOS und Android verfügbar.

Bild: www.Techstage.de Der kleine Racer ist schick und fliegt erfreulich gut.

Wer möchte, kann seinen Flug direkt mit dem Smartphone aufnehmen. Die Videoqualität ist allerdings mies, da Bildstörungen auf Grund schlechter WLAN-Verbindung im Video zu sehen sind. Auch die Aufnahme von Fotos ist möglich. Ausgelöst wird entweder per App oder per Taster am Sender.

Der 3,7-Volt-Akku hat eine Kapazität von 350 mAh und ermöglicht Flugzeiten von etwa fünf Minuten. Das Aufladen mit dem USB-Ladegerät dauert eine gute halbe Stunde.

Ein Barometer zum Halten der Höhe oder ein GPS-Empfänger zum Halten der Position sind nicht verbaut. Insgesamt stehen drei verschieden empfindliche Steuer-Empfindlichkeiten zur Wahl. Wir empfehlen sowohl Anfängern als auch geübten Piloten die mittlere Stufe.

Da der kleine Racer lediglich über eine Lageerkennung verfügt, steht nur der klassische, stabilisierte Flugmodus zur Verfügung. Dieser funktioniert gut und der Multicopter steht ausreichend stabil in der Luft. Da keine optischen Sensoren oder ein GPS-Empfänger vorhanden sind, muss der Pilot die Position allerdings ständig per Hand nachkorrigieren, da der kleine Copter sonst langsam abdriftet. Wer vom Schwebeflug in den Vorwärtsflug übergeht, muss außerdem mehr Gas geben, um nicht an Höhe zu verlieren.

Bild: www.Techstage.de So sieht der Spot VR von unten aus.

Das Fliegen mit dem WLAN-Video ist zwar möglich, allerdings fühlt es sich extrem schwammig an. Zwar ist die Latenz nicht extrem hoch, wer allerdings verzögerungsfreie 5,8-GHz-Verbindungen gewohnt ist, merkt einen deutlichen Unterschied. Erste Schritte im FPV-Flug sind damit auf jeden Fall möglich. Allerdings sollte ein weitflächiges Flugareal gewählt werden, da die enge Parkours auf Grund der Latenz extem schwierig zu fliegen sind.

Die Reichweite des Steuersignals ist beim Indoor-Fliegen höher als die des Videosignals per WLAN. Das bedeutet, dass wir die Drohne zwar weiter als 20 Meter steuern können, allerdings nur ohne Video. Unsere Videoverbindung reißt im Test bereits nach etwa 15 Metern ab. Beim Fliegen im Freien ist die Reichweite etwas höher und wir erreichen etwa 30 Meter, bevor das Videosignal abreißt.

Steuerbefehle setzt der Spot VR dank 2,4GHz-Verbindung sehr präzise um. Geübte Piloten können den Racer so sehr sportlich durch die Gegend manövrieren. Nach etwa vier Minuten merkt man allerdings, dass der Akku an Leistung verliert.

Die Bildqualität des Spot VR ist mit 480p ausreichend um etwas darauf zu erkennen; viel mehr aber auch nicht. Wirklich ansehnliche Schnappschüsse oder gar Flugvideos sind mit dem Spielzeug nicht möglich. Dafür eignen sich Video-Drohnen wie Parrot Anafi (Testbericht), DJI Spark (Testbericht) oder der Mini-Copter DJI Tello (Testbericht) deutlich besser.

Bild: www.Techstage.de So sieht das Livebild in der App aus.

Nach der Installation der App muss der Pilot lediglich eine WLAN-Verbindung mit dem Spot VR aufbauen. Steht die Verbindung zum WIFI_UFO, zeigt die App sofort das Livebild des Racers an. Zur Nutzung mit der VR-Brille wird das Smartphone einfach in die beigelegte Brille eingeschoben und in App auf Stereo-Anzeige umgeschaltet. Obwohl sich an der Brille Augenabstand und Distanz einstellen lassen, bleibt das Bild leicht unscharf.

Die Bedienung der App ist unkompliziert. Wer bereits zahlreiche China-Multicopter in Händen hatte, erkennt schnell, dass es sich bei der Software nicht um Eigenentwicklung von Revell handelt. Das Hintergrundbild und der Aufbau der App sind identisch zu den Programmen von Noname-China-Coptern.

Für den VR Spot gibt es Ersatzpropeller, Ersatzmotoren und zusätzliche Akkus. Gerade die Anschaffung von zusätzlichen Akkus ist eine sinnvolle Investition. Wer nach jedem Flug erstmal 30 Minuten warten muss, verliert sonst schnell die Motivation. Originale Motoren und Akkus gibt es nur direkt beim Hersteller Revell.

Revell Kamera Quadrocopter Spot VR (23872)

Revell VR Spot

Revell Ersatzrotor-Set (23949) (44185)

Ersatzpropeller

Der Spot VR von Revell ist ein tolles Spielzeug und das Fliegen mit dem kleinen Flitzer macht wirklich Spaß. Allerdings nur ohne Brille und beim Flug auf Sicht. Das Videosignal ist einfach zu schlecht, um mit echten Racern wie dem Inductrix FPV mithalten zu können. Dafür eignet sich die beigepackte Brille auch zur Betrachtung von 360-Grad-Aufnahmen - ein entsprechendes Smartphone immer vorausgesetzt.

Wer lediglich ein paar Runden im Wohnzimmer fliegen will und auf das Livebild verzichten kann, macht mit dem Revell-Multicopter nichts falsch. Der VR Spot ist auf Grund seiner Stabilität und der guten Flugeigenschaften ein prima Geschenk für Kinder ab etwa zwölf Jahren.

Wer allerdings wirklich in die Welt des FPV-Racings einsteigen will, sollte besser zum Inductrix FPV (Testbericht) greifen. Wer mehr an ein paar Schnappschüssen als an sportlichen Flugmanövern interessiert ist, sollte zum Modell Tello von DJI (Testbericht) greifen. Spielen weder der Flug per Livebild, noch die Fotoqualität eine Rolle, sind billige China Copter wie der S9W (Testbericht) eine günstige Alternative.

Wer in erster Linie qualitativ hochwertige Fotos und Videos machen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ein sehr faires Preis-Leistungsverhältnis und eine vernünftige Bildqualität bietet beispielsweise das Modell Spark (Testbericht) von DJI für etwa 360 Euro.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige