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Resin-Drucker Elfin von Nova3D im Test: out of the Box gut

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Der Hersteller Nova3d hat mit dem Modell Elfin einen gut ausgestatteten SLA-3D-Drucker im Angebot. Wir testen, ob sich der Aufpreis zu günstigen Geräten lohnt.

2019 ist das Jahr der günstigen Harz-Drucker. Diese Technik verspricht eine enorme Auflösung und damit ein tolles Druckergebnis. Details zu den Unterschieden zwischen den Druckverfahren mit UV-Harz und Kunststoff-Filament interessiert, findet hier den passenden Ratgeber.

In unserer Themenwelt Stereolithografie-Druck sind bisher die Kaufberatung die Marktübersicht SLA-Drucker ab 250 Euro, der Ratgeber Probleme und Lösungen beim SLA-Verfahren und Einzeltests zu den Druckern Elegoo Mars (Testbericht) und Anycubic Photon (Testbericht) erschienen.

Der Elfin kommt sicher und ordentlich verpackt beim Kunden an. Nach dem Öffnen des Kartons überrascht das verhältnismäßig hohe Gewicht des Druckers. Mit mehr als sieben Kilogramm ist er spürbar schwerer als der Anycubic Photon und der Mars von Elegoo. Nach dem Auspacken sorgt das gelungene Design und die hochwertige Verarbeitung für erste Begeisterung in der Redaktion. Wie auch der Elegoo Mars (Testbericht) besteht der Drucker größtenteils aus Metall. Das Gehäuse mit berührungsempfindlichem Farbdisplay in der Front ist sehr hochwertig gefertigt und sieht gut aus. Anders als bei den bisher von uns getesteten Resin-Druckern ist bei diesem Modell auch die Z-Achse auch an der Oberseite sauber geführt. Die gesamte Konstruktion hinterläßt einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck.

Bis auf Isopropanol ist alles dabei, was man zum Drucken braucht.

Neben dem Drucker gehören eine orange Kunststoffabdeckung, ein Resin-Tank inklusive einer Ersatzfolie, eine 250-ml-Flasche grün-transparentes Harz, Werkzeug, ein USB-Speicherstick, Einmalhandschuhe, Atemschutz, Spachtel, Filter und ein Kunststoff-Trichter zum Lieferumfang.

Die dreieckige, abgerundete Kunststoff-Haube sitzt zuverlässig und schließt den Bauraum ordentlich ab. Die Ausdünstung des flüssigen Harzes hält sich so in Grenzen. Die orangen Scheiben erlauben den Blick in den Druckraum und halten das UV-Licht draußen. Das flüssige Harz im Tank wird so vor den UV-Anteilen des Tageslichts geschützt. Der größte Vorteil der abnehmbaren Haube gegenüber einem Klappdeckel ist, dass der Tank deutlich bequemer einzusetzen und zu entnehmen ist.

Die Verriegelung ist äußerst komfortabel.

Anders als bei Elegoo und Anycibic besteht der Resin-Tank nicht aus Aluminium, sondern aus schwarzem Kunststoff. Das wirkt zwar weniger hochwertig, hat aber Vorteile. Zum einen ist eine Ausgussnase verbaut, zum anderen steht der Behälter nicht direkt auf der empfindlichen FEP-Folie, sondern auf zwei kleinen Füßchen. Während bei den anderen Druckern zwei Rändelschrauben für einen stabilen Halt der Harzwanne sorgen, kommen beim Elfin zwei Verriegelungshebel zum Einsatz. Das ist deutlich weniger fummelig und geht schneller.

Die Druckplattform bestehen aus Aluminium und ist sehr sauber verarbeitet. Die Plattform ist allerdings von einem schwarzen Kunststoffgehäuse umschlossen. Die Rändelschraube zur Befestigung am Druckarm ist griffig und hinterlässt einen sehr stabilen Eindruck. Das Festschrauben an der beweglichen Z-Achse funktioniert problemlos – die Plattform sitzt auf Anhieb stabil und ohne Spiel.

Die Anschlüsse sind gut erreichbar. Ein frontaler USB-Slot wäre aber trotzdem praktischer.

Die Außenabmessungen des Druckers entsprechen etwa der Größe einer Kaffeemaschine. Powerknopf und das Touch-Display sitzen an der Gehäusefront. Die Anschlussbuchse für das beigelegte Netzteil, USB-Slot und Netzwerkanschluss sitzen auf der rechten Gehäuseseite.

Die Vorbereitung vor dem ersten Druckvorgang ist denkbar einfach. Wir ziehen die Schutzfolie vom Resin-Tank, setzen ihn auf das Display und verriegeln ihn. Nun füllen wir den Tank zur Hälfte mit Harz und befestigen die Druckplattform. Nach dem Aufsetzen der Kunststoffhaube ist der Drucker bereit – eine Kalibrierung der Druckplattform ist nicht nötig. Der Elfin kommt einsatzbereit beim Kunden an.

So sieht der Drucker ohne Abdeckung aus.
Technische Daten
Hersteller Nova3d
Modell Elfin
Technologie LCD
Abmessungen 260 × 270 × 420 mm
Gewicht 7,3 kg
Konnektivität WLAN, USB, RJ45
Druckraum 132 × 74 × 150 mm
Schichthöhe 0,025 bis 0,1 mm
Auflösung 2560 × 1440 pixel
Druckgeschwindigkeit 30 bis 40 mm pro Stunde
Ausstattung automatisches Leveling
4,3" Touchscreen (in Farbe)
kompatibel zu 405 nm UV-Resin, Windows, Mac

An Software wird ein sogenannter Slicer benötigt. Dieser wandelt das gewünschte 3D-Objekt in einzelne Schichten um und legt fest, mit welchen Belichtungszeiten und mit welcher Schichtdicke gedruckt werden soll.

Der bisher von uns favorisierte Slicer Chitubox funktioniert leider nur auf Umwegen mit diesem Drucker. Die auf dem Speicherstick hinterlegte Software Novamaker ist aber ähnlich aufgebaut und so finden wir uns auf Anhieb zurecht. Das Vorbereiten von Druckerzeugnissen funktioniert schnell und zuverlässig. Unterschiede zu Chitubox gibt es aber einige. So klappt beispielsweise das automatische Erstellen der Support-Struktur nicht richtig. Meist setzt Navamaker nur eine einzige Stütze. Eine Hollow-Funktion zum Aushöhlen der Objekte, um Harz zu sparen, gibt es leider ebenfalls nicht.

Die Software Novamaker ist übersichtlich, aber nicht so gut wie das kostenlose Chitubox.

Um diese Probleme zu umgehen, nutzen wir in der Praxis einfach beide Programme. Zuerst laden wir das 3D-Objekt in Chitubox und höhlen es aus. Anschließend lassen wir die Supportstruktur erstellen. Das Ergebnis speichern wir nun als stl-Datei und öffnen diese mit dem Novamaker. Dieser übernimmt dann das eigentliche Slicing und speichert die Datei im vom Drucker erwarteten CWS-Format.

Anders als der Anycubic Photon und der Elegoo Mars besitzt der Nova3d-Drucker eine Netzwerkkarte und ein WLAN-Modul. Wer möchte, kann den Elfin somit bequem vom Rechner aus mit neuen Druckaufträgen versorgen und den aktuellen Status überprüfen. Im Test funktioniert das problemlos; die Einrichtung der WLAN-Verbindung dauert keine fünf Minuten. Auch über einen internen Speicher verfügt der Drucker. Häufiger benutzte Vorlagen lassen sich so direkt im Gerät speichern. Bei Photon und Mars drucken hingegen nur direkt vom USB-Stick. Da vor und nach dem Druck aber Handarbeit ansteht, ist die Funktion zwar nett, aber keine Revolution.

Die Bedienung und Überwachung per WLAN ist sehr komfortabel.

Damit es tatsächlich losgehen kann, sind aber erst noch ein paar Dinge nötig, die nicht im Lieferumfang des Druckers enthalten sind. Dazu gehört eine UV-Lampe zum Aushärten des 3D-Drucks. In der Praxis hat sich ein günstiges UV-LED-Band in einem Eimer bewährt. Alternativ reicht bei kleinen Objekten auch eine UV-Lampe zum Aushärten von Nagellack. Für die Reinigung von Druckplattform, Resin-Tank, Spachtel und fertigem Druckerzeugnis sind außerdem Isopropanol und Küchentücher nötig. Um den Verbrauch im Rahmen zu halten, füllen wir das Isopropanol in ein Einmachglas und nutzen dieses mehrfach, um überschüssiges Resin abzuspülen.

Um eine größere Sauerei zu vermeiden, braucht es außerdem eine Unterlage aus Pappe oder Papier. Latexhandschuhe, Atemschutzmaske und Resin-Filter gehören zwar zum Lieferumfang, trotzdem sollte man sich gleich einen kleinen Vorrat davon zulegen. Die Filter kommen immer dann zum Einsatz, wenn nach dem Druck übriggebliebenes Harz zurück in die Vorratsflasche gefüllt wird. Viel länger als zwei Tage sollte das Resin nicht im Tank stehen – trotz der UV-blockenden Scheiben.

Das im Lieferumfang enthaltene Resin ist transparent-grün.

Die Bedienung des Druckers ist einfach, allerdings ist die Menüführung nur in englischer Sprache verfügbar. Die Darstellung auf dem farbigen Touchscreen ist gut und die Menüstruktur ist übersichtlich. Druckvorlagen lassen sich nicht nur von der Speicherkarte, sondern auch vom internen Speicher drucken.

Während des Drucks und bei Nichtbenutzung muss der Deckel immer auf dem Drucker sitzen. Das reduziert Ausdünstungen und schützt das Harz vor dem Aushärten. Sobald wir mit dem Resin arbeiten, benutzen wir grundsätzlich Handschuhe und Atemschutz. Dies ist wichtig, da das Harz im flüssigen Zustand gesundheitsschädlich ist und Ausdünstungen auch über die Haut aufgenommen werden. Während der Arbeiten am Drucker sorgt ein gekipptes Fenster für zusätzliche Frischluftzufuhr.

Der Druck unserer ersten Testdatei dauert knapp zwei Stunden. Nach Ablauf der Zeit haben sind wir gespannt, ob der Druck auch ohne Kalibrierung auf der Druckplattform gehalten hat. Wir werden nicht enttäuscht – der Oktopus, eine Musterdatei vom Hersteller, hängt kopfüber an der Plattform.

So sieht der erste Druckversuch aus.

Nach dem Lösen der Sicherungsschraube entnehmen wir die Plattform und spülen sie mit Isopropanol. Zum Lösen des Drucks ist dann einiges an Kraftaufwand nötig, die Haftung ist erfreulich gut. Nach der Reinigung im Alkoholbad kommt das Druckerzeugnis für etwa 15 Minuten unter eine UV-Lampe. Diese Wartezeit bietet sich an, um Druckplattform und Resin-Tank ordentlich mit Isopropanol zu reinigen und gegebenenfalls das restliche Harz zurück in die Flasche zu gießen. Damit keine Verunreinigungen im Resin landen, kommt wieder einer der beigelegten Filter zum Einsatz.

Bereits der allererste Druck mit dem Elfin kann sich sehen lassen! Der Oktopus in Steampunk-Optik ist detailreich und die Arme des Tintenfischs lassen sich bewegen.

Vom ersten Ergebnis motiviert, starten wir direkt die nächsten Versuche. Auch Druck Nummer zwei, drei und vier funktionieren auf Anhieb. Selbst sehr feine Strukturen, wie beim Navoa3d-Logo klappen auf Anhieb und ohne Fehler. Die Druckqualität des Resin-Druckers ist beeindruckend hoch.

Diese Konstruktion wurde ohne Support gedruckt.

Das Resin des Herstellers Nova3d ist derzeit nicht im Preisvergleich zu finden. Es gibt aber keinerlei Zwang, das originale Harz zu benutzen. Auch Material anderer Hersteller funktioniert problemlos. Entscheidend ist, dass es bei einer Lichtwellenlänge von 405 nm aushärtet.

Die Kosten für 500 ml 405-nm-Resin liegen bei rund 25 bis 40 Euro. Je nach Farbe (vollfarbig und halbtransparent) und Hersteller sind unterschiedliche Belichtungszeiten notwendig, die man vorm Druck in der Slicer-Software einstellt.

Auch dieser Druck war erfolgreich.

Der Folienboden des Resin-Tanks ist austauschbar, eine Ersatzfolie gehört sogar zum Lieferumfang. Verbrauchsmaterial, wie Filter, Handschuhe, Isopropanol oder Staubmasken sind beispielsweise auf Amazon erhältlich.

Der Drucker ist zwar auch bei anderen Händlern erhältlich, im Preisvergleich ist zur Veröffentlichung des Tests aber nur ein Anbieter aus UK gelistet. Günstiger ist der Kauf direkt bei Amazon – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Testberichts kostet der Nova3d Elfin dort rund 570 Euro.

Der Elfin von Nova3d gefällt uns sehr gut. Nicht nur die Verarbeitung und das unkomplizierte Handling überzeugen, sondern auch die Druckerzeugnisse. Im Vergleich zu den bisher getesteten Druckern von Elegoo und Anycubic hinterlässt vor allem die Hardware einen extrem positiven Eindruck. Alleine die Tatsache, dass alle Drucke auch ohne jegliche Kalibrierung optimal haften, ist sehr erfreulich. Ebenfalls sehr gut gefällt uns die Möglichkeit, den Druckstatus per WLAN zu überwachen und Druckvorlagen auf dem internen Speicher abzuspeichern.

Größter Wermutstropfen ist der Slicer Novamaker. Das Programm ist derzeit weniger umfangreich und nicht so intuitiv wie Chitubox; mit Umwegen kommen wir aber gut damit zurecht

Wer einen guten Drucker mit ausgereifter Hardware und schickem Design sucht, macht mit dem Elfin von Nova3d alles richtig. Wer für seinen SLA-Drucker weniger ausgeben möchte, muss derzeit vor allem auf eine Netzwerkverbindung verzichten und die Druckdaten per USB-Stick transferieren. In diesem Fall empfehlen wir den Elegoo Mars (Testbericht).

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